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Homosexualität und Diskriminierung im Mittelalter. Die "stumme Sünde"

Titel: Homosexualität und Diskriminierung im Mittelalter. Die "stumme Sünde"

Hausarbeit , 2021 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Greta Gamba (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit setzt sich mit der Diskriminierung von Homosexuellen im Mittelalter auseinander. Sie geht der Frage nach, welcher Umgang mit Homosexualität im Mittelalter gepflegt wurde und in welchen gesellschaftlichen Schichten sie auftauchte. Der Fokus richtet sich dabei auf homosexuelle Vorfälle bei Männern in Köln in den Jahren 1448 und 1500.

Verfolgung, der Ausschluss und die Diskriminierung von Menschen, sind wahrscheinlich so alt ist wie die Menschheit selbst. Keine Epoche ist davon verschont geblieben. Geschichtlich sind Diskriminierungen von ethnischen Gruppen, Männern und Frauen, differierenden Religionen und von Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Neigungen verzeichnet. Nicht angepasstes Verhalten wurde oft als Sünde bezeichne und öffentlich gemacht. Dies führte nicht nur zu gesetzlichen Ahndungen, sondern auch zum Außenseitertum und materiellen Verlusten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Verfolgung der Homosexuellen in Köln

2. Drei aufgezeichnete sodomitische Vorkommnisse

2.1 Der Fall des Johann Greeffroide

2.2 Der Fall des Seger Sydverwer

2.3 Der Fall des Jacobs dem Grecken

3. Allgemeine Schlussfolgerung der betrachteten Quellen

III. Fazit

IV. Wissenschaftlicher Apparat

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den gesellschaftlichen Umgang mit Homosexualität im mittelalterlichen Köln des späten 15. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, inwieweit sodomitische Vorfälle in verschiedenen Gesellschaftsschichten auftraten, wie die damalige Justiz und Kirche auf diese "stumme Sünde" reagierten und welche Rückschlüsse aus den überlieferten Kriminalakten und Zeugenaussagen für das städtische Alltagsleben gezogen werden können.

  • Historische Verfolgungspraktiken und rechtliche Ahndung im spätmittelalterlichen Köln.
  • Analyse spezifischer Fallbeispiele (Greeffroide, Sydverwer, Jacob der Geck).
  • Die Rolle der Kirche und des Kölner Rats im Umgang mit sodomitischen Anschuldigungen.
  • Soziale Struktur und Alltagstopographie der Homosexualität in einer Handelsstadt.
  • Sprachgebrauch und Begriffsdefinitionen der Sexualität im späten 15. Jahrhundert.

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Fall des Johann Greeffroide

In der Rechtsquelle aus dem Jahr 1484, die sich aber auf das Jahr 1881/82 bezog, wurde der Fall des Johann Greeffroide in den Kriminalakten behandelt. Der verstorbene Ratsherr und Turmmeister Johann Greeffroide wurde von fünf Zeugen und von anonymer Seite beschuldigt einen jungen Bürger sowie einen jungen Gesellen zu sexuellen Handlungen genötigt zu haben. Die Quellenlage gibt uns keine genauen Angaben darüber, wann die Gerüchte entstanden sind und wie sie an die Untersuchungskommission gelangen konnten. Dies wird u.a. durch offene Formulierung wie, „den selven gescickden heren vurkomen ind gesacht worden“ erkennbar, es wird nicht beim Namen genannt, welcher Herr gemeint ist. Auch wurde versucht die Anonymität des Beschuldigten zu bewahren. Hergemöller schrieb, dass der Name Johann Greeffroide van Heumarkt in den Originalen mit dicken Tintenstrichen unkenntlich gemacht wurde und ansonsten durch Abkürzungen wie „N“, „Her Johan“ oder „G“ ersetzt wurden. Mit Hilfe von heutigen paläographischen Methoden, kann mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass es sich bei dem Beschuldigten um Johann Greeffroide handelte.

Der, in den Quellen als junge Bürger erwähnte, berichtete davon, dass Greeffroide ihn bat ihm Gesellschaft zu leisten und ihn in „Der Kolenmesser kamer“ bedrängte. Er konnte fliehen wurde aber von Greeffroide die folgenden Tage weiter bedrängt, es kam zu einem zweiten Vorfall dieser Art. Daraufhin beichtete der Bürger, der in den Quellen anonym blieb, die Vorkommnisse einem Geistlichen. Um weitere Maßnahmen zu verhindern, zahlte Greeffroide an den jungen Bürger ein Schweigegeld. Im selbem Jahr versuchte der Beschuldigte ähnliches bei einem in den Quellen als „junger Geselle“ bezeichneten Jungen. Unter Vorwand eins Abendessens lockte Greeffroide den Jungen zu sich nach Hause und näherte sich auch ihm sexuell.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Diskriminierung von Homosexualität ein, erläutert den Begriffsursprung der "Sodomie" und definiert den zeitlichen sowie geographischen Fokus auf Köln um 1448 bis 1500.

II. Hauptteil: Der Hauptteil untersucht anhand konkreter Kriminalakten und Zeugenaussagen die Untersuchungsmethoden des Kölner Rats, die Konflikte zwischen weltlicher und geistlicher Obrigkeit sowie das Schicksal der in die sodomitischen Vorfälle involvierten Männer.

1. Verfolgung der Homosexuellen in Köln: Dieses Kapitel beschreibt die Einsetzung einer Untersuchungskommission im Jahr 1484 und die Schwierigkeiten, die bei der Aufdeckung von sodomitischen Vorfällen aufgrund von Schweigen und Korruption innerhalb der sozialen Elite entstanden.

2. Drei aufgezeichnete sodomitische Vorkommnisse: Hier werden drei spezifische Fälle detailliert analysiert, die Einblicke in die Vorgehensweise bei Beschuldigungen, die Rolle von Schweigegeldern und die soziale Einbettung der Vorfälle geben.

2.1 Der Fall des Johann Greeffroide: Der Abschnitt befasst sich mit den Vorwürfen gegen einen Ratsherren und Turmmeister, der junge Männer durch Nötigung und Schweigegeldzahlungen in den Vorfall verwickelte.

2.2 Der Fall des Seger Sydverwer: Dies ist ein Fallbeispiel für einen weiteren Übergriff, der auf einem undatierten Blatt dokumentiert ist und zeigt, wie soziale Machtverhältnisse bei der "stummen Sünde" agierten.

2.3 Der Fall des Jacobs dem Grecken: Die Analyse des Falls von 1500 beleuchtet die Rolle von Zeugenaussagen bei Vorwürfen der analen Vergewaltigung und die mögliche Anwendung von Bußbüchern als Sanktionsgrundlage.

3. Allgemeine Schlussfolgerung der betrachteten Quellen: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über die sprachlichen und sozialen Aspekte, die sich aus den Kriminalakten ergeben, wie etwa die Bedeutung des Heumarkts als Treffpunkt.

III. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass in Köln keine systematische Vernichtungspolitik stattfand, sondern der Rat versuchte, die Thematik aus politischen und gesellschaftlichen Gründen (Selbstschutz der Elite) zu minimieren.

IV. Wissenschaftlicher Apparat: Dieser Abschnitt enthält das ausführliche Quellen- und Literaturverzeichnis der Arbeit.

Schlüsselwörter

Homosexualität, Mittelalter, Köln, Sodomie, Stumme Sünde, Kriminalakten, Sozialgeschichte, Untersuchungskommission, 15. Jahrhundert, Geschlechtergeschichte, Verfolgung, Alltagskultur, Bußbücher, Ratsherren, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Umgang der Kölner Gesellschaft und Justiz mit homosexuellen Vorfällen (der sogenannten "stummen Sünde") im späten 15. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Verfolgung, die Rolle kirchlicher und weltlicher Institutionen, die soziale Herkunft der Betroffenen und die Alltagswirklichkeit in Köln.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Autorin geht der Frage nach, wie mit Homosexualität im mittelalterlichen Köln umgegangen wurde, welche gesellschaftlichen Schichten betroffen waren und warum sich kein einheitliches Verfolgungssystem etablierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die primär auf der Auswertung von Kriminalakten, Protokollen und zeitgenössischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben der Untersuchungskommission von 1484 drei konkrete historische Fälle (Greeffroide, Sydverwer, Jacob der Geck) detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Sodomie, stumme Sünde, Köln, Kriminalakten, soziale Randgruppen und historische Alltagsgeschichte stehen im Mittelpunkt.

Warum blieb die Verfolgung in Köln im Vergleich zu Venedig inkonsequent?

Die Arbeit vermutet, dass dies am Mitwissen wohlhabender Bürger und Ratsmitglieder lag, die eine systematische Aufarbeitung scheuten, um die eigene soziale Schicht zu schützen.

Welche Bedeutung hatten Bußbücher für die rechtliche Einschätzung?

Bußbücher dienten als Leitfaden für Priester, um moralische Vergehen zu bewerten, und beeinflussten vermutlich auch die moralische Haltung des Kölner Rats gegenüber Homosexualität.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Homosexualität und Diskriminierung im Mittelalter. Die "stumme Sünde"
Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,7
Autor
Greta Gamba (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
15
Katalognummer
V1151389
ISBN (eBook)
9783346541703
ISBN (Buch)
9783346541710
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelalter Köln 15. Jh. Homosexualität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Greta Gamba (Autor:in), 2021, Homosexualität und Diskriminierung im Mittelalter. Die "stumme Sünde", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151389
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Leseprobe aus  15  Seiten
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