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"Berlin Alexanderplatz". Moderne Stadtdarstellung in Alfred Döblins Epos

Title: "Berlin Alexanderplatz". Moderne Stadtdarstellung in Alfred Döblins Epos

Term Paper , 2015 , 26 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Tanja Hammer (Author)

Literature - General
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Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage, wie die moderne Stadt Berlin in einem literarischen Werk darstellbar wird. Wie Döblin die veränderten urbanen Wahrnehmungserfahrungen literaturästhetisch umsetzt, soll im ersten Teil dieser Arbeit erläutert werden. Dazu wird das Werk auf Verweise großstädtischer Elemente und deren Wirkung hin untersucht. Im Folgenden soll aufgezeigt werden, welches Bedeutungsangebot Döblin für den Begriff „Epos“ macht, warum BA diesem Genre zugeordnet werden muss und wie der Terminus „modern“ zu verstehen ist. Dies soll in Auseinandersetzung mit seinen Theorien diskutiert werden.

Döblin entwickelte dabei keine völlig neuen stilistischen Mittel und Erzähltechniken, um Großstadtwahrnehmungen in der Epik erlebbar, hörbar zu machen, sondern macht bereits aus der Lyrik , Bildenden Kunst und dem Film vorhandene für den Roman nutzbar, um die „Krisis des Romans“ zu überwinden. Wie die urbane Wahrnehmungserfahrung im modernen Roman präsentiert wird, soll im zweiten Teil dieser Arbeit dargestellt werden. Es erfolgt eine exemplarische Analysen einer Sequenz aus BA hinsichtlich des Darstellungsmittels Montage sowie einer Erläuterung deren Bedeutung. Die wesentlichen Erkenntnisse dieser Arbeiten werden im Schlussteil aufgeführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die moderne Großstadt als Handlungsort und Akteurin

2.1 Bewegung und Vermassung als großstädtische Elemente

2.2 Das Prinzip der Wiederholung

2.3 literarische Umsetzung der veränderten urbanen Wahrnehmungerfahrungen

2.4 Döblins Verständnis von modernem Epos

3. Literarische Darstellungsmittel in „Berlin Alexanderplatz“

3.1 Montagetechnik

3.2. Exemplarische Montageanalyse

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Alfred Döblin in seinem Roman "Berlin Alexanderplatz" die moderne Großstadt Berlin literarisch darstellt und die veränderten urbanen Wahrnehmungserfahrungen ästhetisch umsetzt. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie das Werk formale und inhaltliche Komplexität sowie technisches Tempo widerspiegelt.

  • Literarische Stadtdarstellung und urbane Wahrnehmung um 1920
  • Die Montage als zentrales Erzähl- und Strukturmittel
  • Das Konzept des "Döblinismus" im Vergleich zum Futurismus
  • Die Stadt als handelnde Akteurin und soziales Gefüge
  • Analyse der narrativen Gestaltung und Zeitstruktur

Auszug aus dem Buch

3.2. Exemplarische Montageanalyse

Die ausgewählte Stelle wird hinsichtlich der Kategorie Zeit sowie dem Kontext der einmontierten Texte untersucht:

„Das schwammige Weib lachte aus vollem Hals. Sie knöpfte sich oben die Bluse auf. Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb. Wenn der Hund mit der Wurst übern Rinnstein springt. Sie griff ihn, drückte ihn an sich. Putt, putt, putt, mein Hühnchen, putt, putt, putt, mein Hahn. Bald darauf hatte er Schweißtropfen im Gesicht, er stöhnte. […]Durch den von ihr bereiteten Stoff wird der gesamte Sexualapparat von der Hirnrinde bis zum Genitale geladen.“

Der flüchtige Kontakt von Franz Biberkopf mit der zufällig nach einem Kinobesuch ausgewählten Frau wird hier, durchzogen von vorgefertigten Textfragmenten, präsentiert und gibt Lesern Einblicke in die zwielichtigen Sphären der Stadt. Die Anonymität der Großstadt wird impliziert, was urbaner Erfahrung entspricht. Die Kernaussage, Franzens sexuelles Versagen, wird ausgespart und mit der zweiten Zeile des einmontierten Liedes „Es waren zwei Königskinder“ vorweggenommen. Die medizinische Beschreibung gibt das tatsächliche Geschehen in Form einer Analepse wieder. Es findet keine chronologische Narration statt, sondern eine Prolepse und eine Analepse, jeweils indirekt das Geschehen wiedergebend in repetitiver Frequenz durch heterogene Textsorten. Die Kategorie Zeit wird nicht eindeutig greifbar: Wie lange Franzens Kontakt dauert, ist durch die Unterbrechungen des Haupttextes durch die einmontierten Texte und Lieder nicht feststellbar. Ebenfalls nicht eindeutig für die Passage bestimmbar ist der Modus. Auch die moderne Stadt ist nicht von einer Person komplett zu erfassen, zu durchdringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Großstadt als komplexen Lebensraum um 1920 und führt in Döblins Ansatz ein, die moderne Stadterfahrung durch innovative, nicht-traditionelle Erzählstrukturen abzubilden.

2. Die moderne Großstadt als Handlungsort und Akteurin: Dieses Kapitel analysiert die Stadt als aktiven Handlungsort, der durch Bewegung, Vermassung, ständige Wiederholungen und eine spezifische moderne Dynamik geprägt ist.

2.1 Bewegung und Vermassung als großstädtische Elemente: Es wird untersucht, wie technische Errungenschaften wie die Tram und das Massenphänomen der Großstadt das Individuum prägen und die Wahrnehmung fragmentieren.

2.2 Das Prinzip der Wiederholung: Die Wiederholung dient als konstitutives Merkmal der Stadterfahrung und des Textes, wobei sie sowohl auf formaler als auch auf inhaltlicher Ebene die moderne städtische Realität spiegelt.

2.3 literarische Umsetzung der veränderten urbanen Wahrnehmungerfahrungen: Hier wird die "Entmimetisierung" als Erzählstrategie eingeführt, die mit traditionellen Erzählkonzepten bricht, um die Relativität der Weltwahrnehmung darzustellen.

2.4 Döblins Verständnis von modernem Epos: Döblin grenzt sein eigenes Schreibkonzept, den "Döblinismus", von Marinettis Futurismus ab und postuliert eine Literatur, die an das Tempo der Realität angepasst ist.

3. Literarische Darstellungsmittel in „Berlin Alexanderplatz“: Das Kapitel widmet sich der Analyse der erzählerischen Mittel, wie dem Wechsel der Perspektiven, dem Kinostil und der Verdichtung des Textes.

3.1 Montagetechnik: Die Montagetechnik wird als künstlerisches Verfahren erläutert, das heterogene Textbestandteile kombiniert und den Leser mit semantischen und ideologischen Spannungen konfrontiert.

3.2. Exemplarische Montageanalyse: Anhand einer konkreten Textstelle aus dem Roman wird die Anwendung der Montagetechnik sowie deren Auswirkung auf Zeitgestaltung und Erzählweise exemplarisch verdeutlicht.

4. Schluss: Der Schlussteil resümiert, dass Döblin Berlin als eigenständige Protagonistin etabliert und durch die Verwendung moderner Stilmittel ein Gesamtbild der Stadt erzeugt, das die Wahrnehmungsstruktur seiner Zeit einfängt.

Schlüsselwörter

Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz, Moderne, Großstadt, Montagetechnik, Wahrnehmung, Epos, Erzähltheorie, Franz Biberkopf, Literaturästhetik, Stadtdarstellung, Medialität, Intertextualität, Funktionssystem, Urbanität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Alfred Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz" unter dem Fokus, wie die moderne Großstadt Berlin als Raum und handelnde Akteurin literarisch dargestellt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die ästhetische Gestaltung von urbaner Wahrnehmung, die Montagetechnik als zentrales Stilmittel sowie das spezifische Verständnis eines modernen Epos bei Döblin.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie Döblin die veränderte urbane Wahrnehmung der 1920er Jahre durch formale und inhaltliche Mittel in seinem Roman umsetzt und darstellbar macht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Theorie und Praxis verbindet: Sie diskutiert Döblins essayistische Theorien zur Epik und wendet diese in einer exemplarischen Textanalyse auf den Roman an.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Konstitution der Stadt als Akteurin, dem Prinzip der Wiederholung, der Montagetechnik und der Analyse von spezifischen Textsequenzen aus dem Roman.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Montagetechnik, moderne Großstadt, Wahrnehmungserfahrung, Döblinismus, Intertextualität und das Epos der Moderne.

Wie unterscheidet Döblin seinen "Döblinismus" vom Futurismus?

Döblin teilt zwar technische Ansätze mit dem Futurismus, lehnt jedoch Marinettis spezifische Analogietechnik und dessen totale Entfabelung ab, da er auf einem Mindestmaß an syntaktischer Kausalität besteht.

Welche Bedeutung hat die Montage in Döblins Roman?

Die Montage fungiert als künstlerisches Verfahren, um kohärentes Erzählen aufzubrechen. Sie montiert Dokumente, Schlager und Alltagstexte in den Roman, um die Vielschichtigkeit und die Disparität der modernen Großstadt erlebbar zu machen.

Warum wird Franz Biberkopf im Text als "austauschbar" bezeichnet?

Aufgrund der großstädtischen Vermassung und der beschleunigten Lebenswelt erscheint das Individuum im Roman oft als marginal oder austauschbar, da die Stadt als Gesamtsystem und Lebensraum stärker in den Vordergrund tritt.

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Details

Title
"Berlin Alexanderplatz". Moderne Stadtdarstellung in Alfred Döblins Epos
College
University of Hagen  (Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft)
Course
Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Geschichte der Medienkulturen
Grade
2,3
Author
Tanja Hammer (Author)
Publication Year
2015
Pages
26
Catalog Number
V1151466
ISBN (eBook)
9783346539496
ISBN (Book)
9783346539502
Language
German
Tags
Döblin Stadtliteratur Großstadt Medienkultur Montageanalyse urbane Wahrnehmungserfahrungen Stadt als Handlungsort Vermassung Berlin Alexanderplatz Moderne Franz Biberkopf Großstadtroman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Hammer (Author), 2015, "Berlin Alexanderplatz". Moderne Stadtdarstellung in Alfred Döblins Epos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151466
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