Im aktuellen beruflichen Kontext sind besonders Individuen mit einer ausgeprägten Lernfähigkeit gefragt. Um diese zu identifizieren, kontaktieren Firmen Recruiting Unternehmen, welche durch die Anwendung von psychologischen Tests eine entsprechende Auswahl vornehmen. Die vorliegende Arbeit umfasst die Entwicklung eines derartigen Verfahrens, wobei zunächst das Konstrukt der Lernfähigkeit in seine einzelnen Bestandteile zerlegt werden muss. Auf der Basis der agnoszierten Elemente wird eine Operationalisierung vorgenommen, damit daraus nützliche Items für den Test abgeleitet werden können. Der nächste Schritt beinhaltet die Evaluation der selektierten Aufgaben sowie die Verteilung der Testwerte. Hiermit verbunden ist eine Pretestdurchführung unverzichtbar. Des Weiteren muss das Verfahren skaliert und einer Eichung unterzogen werden. Zur Sicherstellung der Qualitätsanforderungen bedarf es der Erfüllung der Hauptgütekriterien (Objektivität, Validität bzw. Reliabilität) und der Nebengütekriterien (Normierung, Vergleichbarkeit, Ökonomie bzw. Fairness). Nachdem die einzelnen Konstruktionsschritte abgearbeitet wurden, kann dem Auftraggebenden ein entsprechender Test zur beruflichen Eignung vorgelegt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen zum Konstrukt Lernfähigkeit
2.1 Allgemein
2.2 Bestandteile
2.3 Zusammenführung
3. Konzeption eines Tests zur Überprüfung der Lernfähigkeit
3.1 Testformen
3.2 Prüfungssituation
3.3 Operationalisierung
3.3.1 Strukturbaum
3.3.2 Erläuterungen
3.4 Items
3.4.1 Auswahl
3.4.2 Pretest
3.4.3 Analyse
3.5 Skalierung und Eichung
3.6 Gütekriterien
3.6.1 Abgrenzung
3.6.2 Hauptgütekriterien
3.6.3 Nebengütekriterien
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, ein valides psychologisches Testverfahren zur Identifikation der Lernfähigkeit von Bewerbenden zu entwickeln, um in einer zunehmend globalisierten und digitalisierten Arbeitswelt eine fundierte Personalauswahl zu ermöglichen.
- Grundlagen der Lernfähigkeit (Intelligenz und Motivation)
- Methodische Konzeption eines Assessment-Center-Verfahrens
- Operationalisierung mittels strukturierter Subtests
- Qualitätssicherung durch Überprüfung der Testgütekriterien
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Strukturbaum
Der TÜL wird in Form eines Assessmentcenters von den Probanden in Gruppen an mehreren Computern bearbeitet. Dabei werden den Teilnehmenden Aufgaben gestellt, welche die Bestandteile „Intelligenz“ und „Motivation“ des Konstrukts der Lernfähigkeit abdecken. Bei der Selektion der Themen finden Untertests von etablierten Verfahren Anwendung. Die latente Variable der geistigen Leistungsfähigkeit wird durch den Kaufman-Test zur Intelligenzmessung, wobei die Items zur kristallinen bzw. fluiden Intelligenz herausgefiltert werden, vertreten. Aufgrund der Prüfungswiederholungen zu einem späteren Zeitpunkt wird der Aspekt des verzögerten Erinnerns nicht berücksichtigt. In der nachfolgenden Tabelle sind die Subdimensionen, die Items, die Problemstellung und die Durchführung des Konstrukts der geistigen Leistungsfähigkeit als Strukturbaum dargestellt:17
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Lernfähigkeit im Kontext von Globalisierung und Digitalisierung und führt in die Entwicklung eines entsprechenden Testverfahrens ein.
2. Theoretische Grundlagen zum Konstrukt Lernfähigkeit: Dieses Kapitel definiert Lernfähigkeit als Zusammenspiel von Intelligenz und Motivation und erläutert die theoretischen Modelle, die der Testentwicklung zugrunde liegen.
3. Konzeption eines Tests zur Überprüfung der Lernfähigkeit: Dieser Hauptteil beschreibt detailliert die methodische Entwicklung des Tests, von der Wahl der Testformen und Prüfungssituation bis hin zur Operationalisierung, Item-Analyse und Eichung.
4. Fazit: Das Fazit fasst den Entwicklungsprozess zusammen, reflektiert die Ergebnisse der Gütekriterien und kritisiert die Grenzen sowie die praktische Anwendbarkeit des entwickelten Verfahrens.
Schlüsselwörter
Lernfähigkeit, Intelligenzmessung, Leistungsmotivation, Personalwahl, Assessment-Center, Testkonstruktion, Validität, Reliabilität, Objektivität, Kristalline Intelligenz, Fluide Intelligenz, Operationalisierung, Psychodiagnostik, Testtheorie, Bewerberauswahl
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines psychologischen Testverfahrens zur Überprüfung der Lernfähigkeit von Bewerbenden für den beruflichen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Lernfähigkeit (unterteilt in Intelligenz und Motivation), die methodische Konzeption eines Assessment-Center-Tests sowie die statistische Qualitätssicherung durch wissenschaftliche Gütekriterien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Konzeption eines zielführenden Testverfahrens, das als Entscheidungshilfe für Unternehmen bei der Personalauswahl dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Testentwicklung verwendet?
Es wird ein psychometrischer Ansatz verfolgt, der auf etablierten Verfahren wie dem Kaufman-Test (für Intelligenz) und dem Leistungsmotivationsinventar basiert und durch Prä- und Posttests das Lernpotenzial misst.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Konzeption, die spezifische Operationalisierung der Items in einem Strukturbaum, die Durchführung von Pretests, die statistische Analyse sowie die Eichung und Skalierung des Verfahrens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Lernfähigkeit, Assessment-Center, Testgütekriterien, Intelligenz, Motivation und Personalauswahl.
Warum wird zwischen kristalliner und fluider Intelligenz unterschieden?
Diese Differenzierung nach dem Modell von Cattell ermöglicht eine präzise Erfassung sowohl des erworbenen Wissens als auch der allgemeinen geistigen Leistungsfähigkeit und Kreativität.
Warum spielt die Pädagogisierungsphase eine so zentrale Rolle im Test?
Die Pädagogisierungsphase zwischen dem Prä- und Posttest ist entscheidend, da der TÜL nicht nur statische Leistungen, sondern das tatsächliche Potenzial zur Entwicklung durch Lernen misst.
Welchen Stellenwert haben die Gütekriterien in dieser Untersuchung?
Die Gütekriterien (Objektivität, Validität, Reliabilität sowie die Nebengütekriterien) dienen als wissenschaftlicher Standard, um die Qualität, Fehlerfreiheit und Praxisrelevanz des entwickelten Tests zu belegen.
Welche Limitationen werden für den Test genannt?
Zu den kritischen Punkten zählen die soziale Erwünschtheit bei der Selbsteinschätzung der Motivation sowie die bisher unzureichende Erforschung der Auswirkungen spezifischer Lernstrategien.
- Quote paper
- Lea Schlindwein (Author), 2019, Entwicklung eines Tests zur Überprüfung der Lernfähigkeit von Bewerbenden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151496