Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Germany - World War I, Weimar Republic

Die Westfront im Ersten Weltkrieg: Auswirkungen des Fronteinsatzes auf Psyche und Verhalten kämpfender Soldaten

Title: Die Westfront im Ersten Weltkrieg: Auswirkungen des Fronteinsatzes auf Psyche und Verhalten kämpfender Soldaten

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Mia Gerhardt (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Wie fühlte der kämpfende Soldat an vorderster Front? Wie äußerte sich sein Überlebenswille? Konnte er dem Druck auf Dauer psychisch überhaupt standhalten? Wie stand er zu seiner Familie in der Heimat?
Diese Seminararbeit wird sich im Folgenden mit diesen Fragestellungen auseinandersetzen, wobei neben den Erlebnissen des Dominik Richert auch verschiedene andere Tagebucheinträge und Feldpostbriefe Beachtung finden werden. An ergebnisreichen Aufsätzen und Monographien möchte ich an dieser Stelle vor allem noch die Monographie Tanz über Gräben von Modris Eksteins erwähnen, die sich besonders mit der Kriegssituation auf „flandrischen Feldern“ auseinandergesetzt und damit eine Vielzahl von Einblicken in aufschlußreiche Quellen gewährt. Darüber hinaus waren auch die beiden Sammelbände Der Erste Weltkrieg und Der Krieg des kleinen Mannes mit diversen Beiträgen zum Thema hilfreich, wobei vor allem letzterer, da er sich explizit mit einer „Militärgeschichte von unten“ befaßt, mit verschiedenen Aufsätzen, unter anderem von Bernd Ulrich und Wolfram Wette, zu dieser Seminararbeit beigetragen hat. Gerade in Auseinandersetzung mit der bereits erwähnten Mentaliätsgeschichte als neuer Zweig der Geschichtswissenschaft brachten sich vermehrt Feldpostbriefe, Tagebucheinträge und persönliche Berichte in die stark quellenorientierte Auseinandersetzung mit ein, anhand derer man versuchen konnte, sich zumindest teilweise Einblick in eine Lebenssituation zu verschaffen, welche in ihren Erfahrungswerten so grauenvoll gewesen sein muß, daß teilweise nur noch Resignation und Abstumpfung vor dem eigenen psychischen Tod bewahren konnte. Ein Überlebender des Krieges schrieb: „Ein Mann, der den Augenblick, in dem er aus dem Graben gestiegen ist, überlebt hat, hat den ganzen Rest seines Leben keinen derartigen Höhepunkt mehr erlebt.“
Eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema ist schon allein wegen dem begrenzten Umfang der Seminararbeit nicht möglich, wobei aber auch das Thema an sich nicht in all seinen Facetten zu greifen ist, da niemand dazu befähigt ist, sich einen wirklich komplexen und vollständigen Einblick in die Seelenwelt eines anderen Menschen zu verschaffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Das Leben an der Front

2.2 Kriegsmoral und Desillusionierung der Frontsoldaten

2.3 Das Verhältnis zu den Daheimgebliebenen

3. Schlußbetrachtung

4. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die psychologischen Auswirkungen des Fronteinsatzes auf Soldaten an der Westfront während des Ersten Weltkriegs, wobei sie insbesondere die Mentalitätsgeschichte und die subjektive Erfahrung des Einzelnen beleuchtet, anstatt sich auf staatenpolitische Entscheidungen zu konzentrieren.

  • Die Analyse der Lebensbedingungen und Belastungen in den Schützengräben
  • Die psychische Abstumpfung und die Entwicklung des Überlebensinstinkts unter extremem Druck
  • Der Wandel der Kriegsmoral und die fortschreitende Desillusionierung der Soldaten
  • Die Bedeutung von Feldpostbriefen und Tagebüchern als Quellen für eine „Militärgeschichte von unten“
  • Das Spannungsfeld zwischen der Erlebenswelt an der Front und der Heimatfront

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Leben an der Front

Es gibt wohl keine schwerere Aufgabe für einen Menschen, als die Komplexität aller Dinge, die ihn betreffen, zu verstehen. Auf ähnliche Weise verhält es sich auch mit dieser uns so fremden Welt eines Kriegsalltages an der Front, in den wir uns zwar einzufühlen versuchen können, den wir aber dennoch niemals vollständig begreifen werden können. Was ist das überhaupt, ein Leben an der Front? Kann man in einer solchen Situation denn überhaupt noch von „Leben“ sprechen? Sind die menschlichen Bedürfnisse und Anforderungen nicht eher auf einen Tagesablauf minimiert, der möglichst wenig Raum zur Besinnung läßt?

Um ein Leben an der Front zumindest Ansatzweise nachvollziehen zu können, bilden Feldpostbriefe und Tagebucheinträge eine ideale Grundlage, die Aufschluß geben können über Bedürfnisse und Gefühlsleben einzelner Soldaten. Natürlich ist es auch hier nicht möglich. Über „den Soldaten“ im Allgemeinen zu sprechen, doch kann man versuchen, zumindest die Kategorien, welche die allgemeine Mehrheit betreffen, zusammenzufassen und dementsprechend als allgemeingültige Faktoren darzulegen.

So hat Martin Hohbohm, Sachverständiger über Heeresmißstände, bereits 1929 dokumentiert, daß die überwiegende Mehrheit der Briefschreiber sich „unerträglichen Mißständen ausgeliefert“ sähen. Gerade psychologisch verankerte Gefühle wie das der Rechtlosigkeit gegenüber Vorgesetzten, aber auch physische Auszehrung und Wetterumstände gehörten zu den Hauptbelastungen der Soldaten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Mentalitätsgeschichte und die „Geschichte von unten“ ein, wobei Feldpostbriefe und Tagebücher als zentrale Quellen für die Erforschung der individuellen Soldatenerfahrung hervorgehoben werden.

2. Hauptteil: Dieser Teil analysiert die extremen Lebensbedingungen an der Front, den psychischen Anpassungsprozess der Soldaten durch Abstumpfung, die Entwicklung der Kriegsmoral von anfänglicher Begeisterung zur Ernüchterung sowie das komplexe Verhältnis zu den Angehörigen in der Heimat.

3. Schlußbetrachtung: Die Schlussbetrachtung reflektiert über die methodischen Grenzen einer historischen Aufarbeitung des Erlebten und unterstreicht, dass eine Annäherung an die psychische Ausnahmesituation der Frontsoldaten nur durch den respektvollen Umgang mit deren persönlichen Zeugnissen möglich ist.

4. Bibliographie: Dieses Kapitel listet die verwendeten Quellen und Monographien auf, die zur fundierten Bearbeitung der Forschungsfrage herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Westfront, Frontsoldaten, Mentalitätsgeschichte, Feldpostbriefe, Kriegsmoral, Desillusionierung, Stellungskrieg, Psychologie, Überlebensinstinkt, Geschichte von unten, Schützengräben, Heimatfront, Fronteinsatz, Sinn und Zweck

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Situation kämpfender Soldaten an der Westfront im Ersten Weltkrieg und untersucht, wie diese den extremen psychischen Druck und die täglichen Grausamkeiten verarbeiteten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Lebensbedingungen im Stellungskrieg, die psychische Abstumpfung der Soldaten, die Wandlung der Kriegsmoral sowie die Kommunikation zwischen der Front und der Heimat.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Lebens- und Erfahrungswelt des „kleinen Mannes“ im Krieg zu entwickeln, statt die Geschichte nur aus staatspolitischer oder militärstrategischer Perspektive zu betrachten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt den methodischen Ansatz der Mentalitätsgeschichte und stützt sich dabei intensiv auf eine quellenkritische Auswertung von Feldpostbriefen, Tagebucheinträgen und persönlichen Berichten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der physischen und psychischen Frontbelastungen, die Entwicklung der Kriegsmoral bis hin zur Desillusionierung sowie das Verhältnis und die Kommunikation zu den Daheimgebliebenen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Mentalitätsgeschichte, Fronterfahrung, Desillusionierung, Kriegsschicksal und die Auswertung von Feldpostbriefen charakterisiert.

Wie spielt die „Abstumpfung“ eine Rolle für die Soldaten?

Die Abstumpfung wird als ein notwendiger psychischer Schutzmechanismus beschrieben, der es den Soldaten ermöglichte, in der Extremsituation des Stellungskrieges trotz des ständigen Konfrontiertseins mit Tod und Verwesung „zu funktionieren“.

Welche Bedeutung haben die „Kriegsbriefe“ für das Verständnis der Arbeit?

Kriegsbriefe dienen als eine der wichtigsten Quellen, da sie einen direkten, wenn auch subjektiven Zugang zur Gefühlswelt der Soldaten ermöglichen und die Differenz zwischen der staatlichen Propaganda und der erlebten Realität verdeutlichen.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Die Westfront im Ersten Weltkrieg: Auswirkungen des Fronteinsatzes auf Psyche und Verhalten kämpfender Soldaten
College
University Karlsruhe (TH)  (Geschichte)
Course
Der Erste Weltkrieg. Wege und Bilanzen neuerer Forschungsansätze
Grade
1,3
Author
M.A. Mia Gerhardt (Author)
Publication Year
2000
Pages
14
Catalog Number
V115149
ISBN (eBook)
9783640165902
Language
German
Tags
Westfront Ersten Weltkrieg Auswirkungen Fronteinsatzes Psyche Verhalten Soldaten Erste Weltkrieg Wege Bilanzen Forschungsansätze
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Mia Gerhardt (Author), 2000, Die Westfront im Ersten Weltkrieg: Auswirkungen des Fronteinsatzes auf Psyche und Verhalten kämpfender Soldaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115149
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint