Diese Arbeit beschäftigt sich mit Genderdarstellungen im Film. Genauer geht es um Grenzüberschreitungen im Film am Beispiel des Filmes "Billy Elliot".
Welche Grenzen werden im Film vom Protagonisten in Bezug auf sein Geschlecht überschritten? Wie werden diese filmisch dargestellt und wie sind diese zu interpretieren? Hierzu wird genauer auf die Gender Studies eingegangen und die zentralen Grundgedanken wiedergegeben. Was sind Gender Studies und seit wann gibt es sie? Wie werden Geschlechter überhaupt konstruiert und von welchen Grenzen ist hier die Rede?
Der Fokus liegt vor allem auf der Konstruktion des männlichen Geschlechtes, das im Film genauer betrachtet werden soll. Dazu werden ausgewählte Sequenzen des Filmes. Anschließend folgt eine kritische Reflexion und der Bezug zur Sozialen Arbeit. Wo kann die Soziale Arbeit im Kontext der Gender Studies anschließen und welche Möglichkeiten bieten sich ihr?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Gender Studies
2.2 Wie Geschlechter entstehen
2.3 Die Konstruktion des männlichen Geschlechts
3. Genderanalyse im Film - Grenzüberschreitungen
3.1 Ausgewählte Filmsequenzen
3.1.1 Billy und das Ballett
3.1.2 Das Aufeinanderprallen der Männlichkeiten
3.1.3 Der Wendepunkt
3.2 Zusammenfassung/ kritische Reflexion
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Thema Genderdarstellungen im Film, wobei der Fokus auf Grenzüberschreitungen des Protagonisten im Film "Billy Elliot – I Will Dance" liegt. Ziel ist es zu analysieren, wie Geschlechterrollen konstruiert werden und welche Möglichkeiten die Soziale Arbeit im Kontext von Gender Studies bietet, um Jugendliche in ihrer Identitätssuche zu unterstützen.
- Konstruktion und Sozialisation des männlichen Geschlechts
- Analyse von Grenzüberschreitungen in ausgewählten Filmsequenzen
- Rolle des Films als Medium zur Reflexion gesellschaftlicher Normen
- Bedeutung der Sozialen Arbeit in der geschlechtsspezifischen Arbeit
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Billy und das Ballett
Die erste Grenzüberschreitung findet bereits zu Beginn des Filmes statt. Billy, der aus einer Arbeiterfamilie stammt, wird seitens des Vaters zum Boxen geschickt. Da er zum Boxtraining zu spät erscheint und während des Trainings versagt, wird er bestraft, indem er weiterhin in der Halle am Boxsack trainieren muss. Währenddessen übt nebenan der Ballettkurs, der aufgrund des Bergarbeiterstreikes in der Sporthalle üben muss, auf den Billy aufmerksam wird und anfängt ihnen zuzuschauen. Die zu analysierende Sequenz beginnt damit, dass Billy während des Zuschauens aufgefordert wird, ebenfalls mitzutanzen. Dem folgt nach kurzem Zögern Billy auch und tanzt das erste Mal Ballett. Nach der eigentlichen Sequenz wird Billy von der Ballettlehrerin Mrs. Wilkinson aufgefordert das nächste Mal erneut mitzumachen.
Billy wirkt bereits zu Beginn des Filmes als schüchterner und zurückhaltender Junge. Im Boxen kann er sich nicht bewähren, das bereits darauf hindeutet, dass er es nicht wirklich selbst möchte. Vielmehr wird er vom Vater zum Boxen getrieben, das einen männlichen Sport darstelle, da er mit Härte und Kampfeswillen gleichgestellt wird. Das Ballett bzw. die Tanzschule hingegen stellt das Gegensatz zum Boxen dar und wird als weiblich konnotiert. Daher besteht die Grenzüberschreitung in dieser Filmsequenz darin, dass Billy sich auf das Ballett einlässt und als einziger Junge zwischen den Mädchen übt und etwas als weiblich Definiertes macht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Gender Studies im Medium Film ein und formuliert die Forschungsfrage am Beispiel des Films "Billy Elliot".
2. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die Grundkonzepte der Gender Studies, die Entstehung von Geschlechtern und die Konstruktion des männlichen Geschlechts.
3. Genderanalyse im Film - Grenzüberschreitungen: Hier werden ausgewählte Sequenzen aus "Billy Elliot" hinsichtlich der Grenzüberschreitungen und verschiedener Männlichkeitsbilder untersucht.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beleuchtet die Bedeutung der Thematik für die Soziale Arbeit und Jungenarbeit.
Schlüsselwörter
Gender Studies, Männlichkeit, Billy Elliot, Grenzüberschreitung, Geschlechterrollen, Film, Sozialisation, Identitätssuche, Soziale Arbeit, Jungenarbeit, Konstruktivismus, Geschlechterdarstellung, Ballett, Boxen, Stereotype
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung von Geschlecht und Grenzüberschreitungen im Medium Film am Beispiel des Werks "Billy Elliot – I Will Dance".
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Feldern zählen die theoretischen Grundlagen der Gender Studies, die Konstruktion von Männlichkeit sowie deren filmische Darstellung und Reflexion.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es soll untersucht werden, welche Geschlechtergrenzen vom Protagonisten überschritten werden, wie dies filmisch dargestellt wird und welchen Bezug die Soziale Arbeit dazu herstellen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine genderorientierte Filmanalyse angewandt, um filmische Sequenzen unter Berücksichtigung von Einstellungsgrößen und Kameraperspektiven auf ihre geschlechtertheoretische Bedeutung zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erläuterungen zum Geschlechterkonstruktivismus und eine detaillierte Analyse spezifischer Filmszenen hinsichtlich der Auseinandersetzung mit hegemonialen Männlichkeitsbildern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Gender Studies, Männlichkeit, Identitätssuche, Grenzüberschreitung und Soziale Arbeit charakterisieren.
Welche Rolle spielt der Vater im Film für Billys Entwicklung?
Der Vater repräsentiert die hegemoniale Männlichkeit. Seine Akzeptanz von Billys Tanzleidenschaft markiert den Wendepunkt im Film und verdeutlicht ein Aufbrechen starrer Männlichkeitsnormen.
Warum wird im Rahmen der Analyse der homosexuelle Freund Billys erwähnt?
Er ergänzt die im Film dargestellten Männlichkeitsbilder durch einen dritten Typus, der mit Rollen wie Travestie und Cross-Dressing experimentiert und somit Billys Identitätssuche spiegelt.
- Quote paper
- Yasemin Ceran-Kaya (Author), 2018, Die Darstellung des männlichen Geschlechts im Film "Billy Elliot", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151614