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Die Bewährungshilfe. Resozialisation von Tätern

Title: Die Bewährungshilfe. Resozialisation von Tätern

Term Paper , 2018 , 26 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Yasemin Ceran-Kaya (Author)

Social Work
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Handlungsfeld Bewährungshilfe in der Sozialen Arbeit und versucht, diese unter verschiedenen Aspekten besser zu verstehen.

Die Soziale Arbeit ist in den verschiedensten Bereichen zu finden, sodass ihre Handlungsfelder breit gefächert sind. Auch in der Strafrechtspflege hat die Soziale Arbeit ihren Einzug bereits hinter sich und ist im Rahmen der Straffälligenhilfe in verschiedenen Arbeitsbereichen vertreten.

Neben der Gerichtshilfe und den sozialen Diensten im Strafvollzug ist die Bewährungshilfe seit Mitte der 1950er Jahre ein fester Bestandteil der Bundesrepublik Deutschland. Die Bewährungshilfe stellt einen Schnittpunkt zwischen der Kriminalpolitik und der Sozialen Arbeit dar.

Auch entsteht der Eindruck einer klaren Arbeitsteilung, die in der Praxis jedoch nicht immer deutlich wird. Sichtbar wird jedoch ein Paradigmenwechsel, in der sich die Kriminalpolitik von der Repression der Täter abgewandt hat und den Fokus auf eine straffreie Zukunft durch Prävention und Aufsicht legt. Wurden Straffällige in früheren Zeiten noch repressiv sanktioniert und weggesperrt, fand im Laufe der Zeit eine Entwicklung statt, in dem Straffälligen neue Perspektiven angeboten wurden.

Erhält ein Angeklagter eine Freiheitsstrafe auf Bewährung, kann diesem ein Bewährungshelfer zugestellt werden. Ziel hierbei ist insbesondere die Rückfallprävention und Resozialisierung der Täter. Die Bewährungshilfe soll somit einen wichtigen Beitrag für die Resozialisierung von Tätern und ihrer Wiedereingliederung in die Gesellschaft ohne weitere Straftaten ermöglichen.

Doch inwieweit ist dieses Ziel mithilfe der Bewährungshilfe realisierbar? Mit welchen Methoden wird dieses Ziel angestrebt? Wo und wie wird die Soziale Arbeit innerhalb der Justiz verortet und welche Möglichkeiten hat sie?

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Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Geschichte und Entwicklung der Bewährungshilfe

2.1 Strafen als gesellschaftliche Norm

2.2 Wandel der Straflegitimationen und sozialpolitische Einflüsse

3.Organisation der Bewährungshilfe

3.1 Juristischer Rahmen der Bewährung

3.2 Gesetzliche Grundlagen der Bewährungshilfe

3.3 Trägerstrukturen

3.4 Finanzierung

4.Methodisches Handeln in der Bewährungshilfe

4.1 Fallbelastung und Einzelfallhilfe

4.2 Das Doppelmandat zwischen Beratung und Anweisung

4.3 Das Problem der Schweigepflicht

5.Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Handlungsfeld der Bewährungshilfe an der Schnittstelle von Kriminalpolitik und Sozialer Arbeit, um das Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Hilfe sowie die methodischen Herausforderungen professionellen Handelns zu analysieren.

  • Historische Entwicklung und Paradigmenwechsel der Bewährungshilfe
  • Juristische und organisationale Rahmenbedingungen der Strafaussetzung
  • Das "Doppelmandat" als zentrale Herausforderung im professionellen Handeln
  • Methoden der Einzelfallhilfe, des Case Managements und der klientenzentrierten Gesprächsführung
  • Umgang mit Schweigepflicht und Berichtspflichten im Zwangskontext

Auszug aus dem Buch

4.2 Das Doppelmandat zwischen Beratung und Anweisung

Die meisten Handlungsfelder der Sozialen Arbeit haben das Problem den Doppelmandaten zur Diskussion, die die Ambivalenz zwischen dem Auftrag der Hilfe und Kontrolle ausdrückt. Denn „jeder Hilfeprozess [enthält] Elemente von (sozialer) Kontrolle“72. Die Diskussion um die Konflikte des Doppelmandaten innerhalb der Bewährungshilfe existieren bereits seit Anbeginn dieses Handlungsfeldes, da der Aspekt der Kontrolle im Gegensatz zu anderen Handlungsfeldern streng gesetzlich verankert ist. Die meiste Literatur betont die negativen Aspekte dieser ambivalenten Rolle der Bewährungshelfer. Böttner gibt einen Überblick über die dazu bestehende Literatur und den zentralen Gedanken der jeweiligen Autoren zum Rollenkonflikt durch das Doppelmandat.73 Denn das Doppelmandat meint „die Verschmelzung der sozialpädagogischen, helfenden und betreuenden Funktion mit Verwaltungs- und Kontrolltätigkeiten“74. So muss ein Bewährungshelfer einerseits mit dem Auftrag der Resozialisierung seinem Probanden mit methodischem Handeln betreuend zur Seite stehen und ihm in schwierigen Lebenslagen helfen wie z.B. bei Wohnungslosigkeit oder Arbeitslosigkeit und ihn andererseits durch den Kontrollauftrag überwachen, die durch die Auflagen und Pflichten seitens des Gesetzgebers bzw. Gerichts vorgegeben sind. Durch das Verhältnis zwischen Hilfe und Kontrolle entsteht zwangsweise ein Rollenkonflikt als Bewährungshelfer sowie Konflikte mit ihren Probanden bezüglich des Vertrauens.75 So befindet sich die Bewährungshilfe in einem Dreieck mit der Justiz und dem Probanden „ohne dass erlernbare Wege zum Umgang mit der 'schizoiden Rolle' zwischen Beziehungsarbeit und Kontrollauftrag aufgezeigt werden.“76 Somit ist seitens der Probanden ein generelles Misstrauen zu erwarten, die das Aufbauen von Vertrauen zum Bewährungshelfer verhindert. Der Aspekt der Hilfe als Dienstleistung kann der Proband daher ohne jegliche Folgen ablehnen, kann sich jedoch dem Kontrollaspekt nicht ohne Folgen entziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung verortet die Bewährungshilfe als Schnittpunkt zwischen Kriminalpolitik und Sozialer Arbeit und führt in die zentrale Problemstellung der Resozialisierung ein.

2.Geschichte und Entwicklung der Bewährungshilfe: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Wandel von der repressiven Bestrafung hin zum präventiven Ansatz der Bewährungshilfe nach.

3.Organisation der Bewährungshilfe: Hier werden die juristischen Rahmenbedingungen, gesetzlichen Grundlagen, Trägerstrukturen und Finanzierungsmodelle des Dienstes erörtert.

4.Methodisches Handeln in der Bewährungshilfe: Das Kapitel beleuchtet zentrale Arbeitsweisen, wie die Einzelfallhilfe und das Case Management, sowie die spezifischen Konflikte durch das Doppelmandat und die Schweigepflicht.

5.Fazit: Das Fazit fasst die Herausforderungen zusammen und betont die Notwendigkeit einer Reduzierung der Fallbelastung zur Stärkung der sozialen Hilfsangebote.

Schlüsselwörter

Bewährungshilfe, Soziale Arbeit, Kriminalpolitik, Resozialisierung, Doppelmandat, Strafaussetzung, Fallbelastung, Schweigepflicht, Einzelfallhilfe, Case Management, Rückfallprävention, Justiz, Probandenbetreuung, Rollenkonflikt, Sozialprognose

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bewährungshilfe als ein komplexes Handlungsfeld der Sozialen Arbeit, das durch das Spannungsverhältnis zwischen staatlichem Kontrollauftrag und sozialpädagogischer Hilfeleistung geprägt ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung der Bewährungshilfe, deren rechtliche und organisationale Einbindung in die Justiz sowie die methodischen Herausforderungen im Umgang mit Klienten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Bewährungshilfe besser zu verstehen, insbesondere die Frage, wie Resozialisierung trotz der Ambivalenz zwischen Kontrolle und Hilfe realisierbar ist und welche Methoden hierfür zur Verfügung stehen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturanalyse, um den rechtlichen, historischen und methodischen Kontext der Bewährungshilfe anhand bestehender Fachliteratur und Gesetzesgrundlagen zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Darstellung des juristischen Rahmens und der Organisation, sowie eine detaillierte Erörterung der beruflichen Methoden und der spezifischen Belastungssituationen der Bewährungshelfer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Bewährungshilfe, Resozialisierung, Doppelmandat, Fallbelastung, Schweigepflicht, Einzelfallhilfe und Case Management.

Welche Bedeutung hat das "Doppelmandat" in der Bewährungshilfe?

Es beschreibt den Rollenkonflikt, bei dem der Bewährungshelfer gleichzeitig als unterstützender Sozialarbeiter und als Vertreter der Justiz agieren muss, was das Vertrauensverhältnis zum Probanden massiv erschweren kann.

Wie wirkt sich die hohe Fallbelastung auf die Arbeit aus?

Die hohe Fallbelastung führt dazu, dass weniger Zeit für den persönlichen Kontakt zum Probanden bleibt, was die Wirksamkeit der Einzelfallhilfe einschränkt und zu einer Bürokratisierung der sozialen Arbeit führt.

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Details

Title
Die Bewährungshilfe. Resozialisation von Tätern
College
University of Applied Sciences Dortmund
Grade
1,7
Author
Yasemin Ceran-Kaya (Author)
Publication Year
2018
Pages
26
Catalog Number
V1151618
ISBN (eBook)
9783346541963
ISBN (Book)
9783346541970
Language
German
Tags
Bewährungshilfe Soziale Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yasemin Ceran-Kaya (Author), 2018, Die Bewährungshilfe. Resozialisation von Tätern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151618
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