Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education

Die Wiener Krippenstudie und die Bindungstheorie. Methodentriangulation mit Videodokumentation und Mütterfragebogen (MSAS)

Title: Die Wiener Krippenstudie und die Bindungstheorie. Methodentriangulation mit Videodokumentation und Mütterfragebogen (MSAS)

Term Paper (Advanced seminar) , 2021 , 25 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ina Müller (Author)

Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Wiener-Krippenstudie mit Bezug auf die Bindungstheorie. Die gedankliche Herangehensweise dieser Hausarbeit möchte eine kindbezogene sein. Dabei bezieht sie sich maßgeblich auf die biologischen und psychologischen Zusammenhänge früher Trennungserfahrung von Kindern unter drei Jahren. Die soziologische, rein wirtschaftliche Sicht ist nicht Thema dieser Arbeit, sie soll daher, in ihrer Unabhängigkeit zu wirtschaftlichen Zusammenhängen, das Kind in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken und sucht allein Antworten auf die Vor- und Nachteile außerfamiliärer frühkindlicher Betreuung.

Der Säugling, als psychophysiologische Neugeburt, bringt ein evolutionär vorgegebenes Grundgerüst an Handlungs- und Überlebensstrategien mit in das Leben, welches ihn dazu befähigt, deutlich anzuzeigen, was er zum Überleben benötigt und was seine Entwicklung maßgeblich hemmt. Diese entwicklungsfördernden- oder hemmenden Signale zu erkennen, angemessen zu deuten und zu reagieren, das ist die Aufgabe der Person (-en), die dem kleinen Kind am nächsten stehen. Im Gegensatz zu anderen sozialwissenschaftlichen Themata befindet sich die Untersuchung des Einflusses auf die, vor allem sozial-emotionale Entwicklung des Kindes im Säuglings- und Kleinkindalter, noch nicht lange, unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit, im Fokus empirischer Erforschung.

Es kristallisieren sich zwei gesellschaftliche Fronten heraus, die der Befürworter, meist staatlicherseits und die der Gegner der frühkindlichen Betreuung von Kindern unter drei Jahren. Je jünger das Kind, desto wichtiger ist eine verlässliche Bezugsperson, die es pflegt, ernährt, beschützt und berührt. Denn ein Kleinstkind hat noch kein Zeitgefühl und verbindet das allgemeine Unlustgefühl Hunger und dem Erscheinen eines bekannten Gesichts mit der Erfahrung der Bedürfnisbefriedigung und emotionalem Wohlbefinden. Daraus entsteht eine erste Bindung zu einem anderen Menschen, die für die Entwicklung jenes Urvertrauens wichtig ist, mit welchem ein Mensch später psychisch gesund durch die Welt kommen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

3 Einleitung

3.1 Bindungstheoretische Grundlagen – John Bowlby

3.2 Aufgabe der Pädagoginnen

4 Die Wiener Krippenstudie

4.1 Methodenvielfalt der Studie

4.2 Videodokumentation

4.3 Mütterfragebogen (MSAS)

4.4 Bewertung der angewandten Methoden

4.5 Stressoren im Kleinkindalter

4.6 Krippenreife

5 Ergebnisse der Studie- ein Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht aus einer kindbezogenen Perspektive die biologischen und psychologischen Auswirkungen früher Trennungserfahrungen bei Kindern unter drei Jahren durch außerfamiliäre Betreuung, um ein tieferes Verständnis für die Qualität von Bindung und Stressbelastung im frühen Kindesalter zu entwickeln.

  • Bindungstheoretische Grundlagen nach John Bowlby
  • Methodische Ansätze der Wiener Krippenstudie (Videodokumentation und MSAS)
  • Physiologische Stressreaktionen und Cortisolprofile bei Kleinkindern
  • Die Rolle der Feinfühligkeit und Bedeutung von Bindungssicherheit
  • Kritische Reflexion der Betreuungsqualität und Anforderungen an die pädagogische Praxis

Auszug aus dem Buch

3.1 Bindungstheoretische Grundlagen – John Bowlby

Dr. Edward John Mostyn Bowlby war ein britischer Kinderarzt, Kinderpsychiater, Psychoanalytiker und mit James Robertson sowie Dr. Mary Ainsworth Pionier der Bindungsforschung. Als Begründer der Bindungstheorie, welche hier nach ihm benannten ist und Bezug genommen wird, leitete er Anfang der 1950er-Jahre sein theoretisches Konzept aus der Psychoanalyse, der Systemtheorie und vor allem aus der Verhaltensforschung ab.

Er ging davon aus, dass jeder Mensch ein vorstrukturiertes Bindungsverhaltenssystem, sozusagen ein biologisch festgelegtes, emotionales Grundgerüst besitzt, welches sein Überleben und seine psychische Gesundheit garantieren. Dieses Bindungsverhaltenssystem wird in herausfordernden Stresssituationen aktiv, es äußert sich durch die beobachtbaren Verhaltensweisen des Kindes, also durch Weinen, klar erkennbare Angst und Verunsicherung, der Suche nach Nähe zur Bindungsperson, ihr nachfolgen und an diese anklammern; es ist ein Verhalten entsprechend der Suche nach Schutz und Sicherheit. Die dazu gehörenden Stressoren, die das genannte Bindungsverhaltenssystem aktivieren, sind Müdigkeit, Hunger, Schmerzen, eine unbekannte Umgebung, fremde Menschen, sowie die Trennung von der Bindungsperson und deren emotionale Unterstützung.

Der Bindungsaufbau zu wenigen Personen innerhalb des ersten Lebensjahres ist genetisch vorprogrammiert, dieses Verhalten stellt sicher, dass der Säugling versorgt und beschützt wird in dieser vulnerablen Phase seines Lebens. Das Bindungsverhalten des Kleinstkindes ist eine der ältesten Grundfesten der menschlichen Existenz, es legt den Grundstock für jeden weiteren intersubjektiven Beziehungsaufbau. Störungen und Hemmnisse auf diesem ersten Weg der Beziehungserfahrung haben tiefgreifende Irritationen zur Folge, die den Menschen ein Leben lang beeinflussen, seine Beziehungsbereitschaft hemmen und sein Sozialverhalten nachhaltig prägen. Es ist bis heute weitgehend unbekannt und nur wenige Studien belegen, wie die ersten Bindungserfahrungen das ganze weitere Leben in ihren Bann ziehen. Sowohl im negativen als auch im positiven Sinn.

Zusammenfassung der Kapitel

3 Einleitung: Die Einleitung definiert das kindzentrierte Forschungsvorhaben, welches die Auswirkungen früher Trennungserfahrungen und außerfamiliärer Betreuung auf die kindliche Entwicklung in den Fokus rückt.

3.1 Bindungstheoretische Grundlagen – John Bowlby: Dieses Kapitel erläutert das Konzept des Bindungsverhaltenssystems nach Bowlby, das als biologisches Grundgerüst für Sicherheit und emotionale Stabilität in Stresssituationen dient.

3.2 Aufgabe der Pädagoginnen: Hier wird die zentrale Rolle der pädagogischen Fachkräfte hervorgehoben, die durch Feinfühligkeit und eine ritualisierte Eingewöhnung eine sichere Bindungsbasis schaffen sollen.

4 Die Wiener Krippenstudie: Das Kapitel führt in das Forschungsprojekt der Universität Wien ein, welches das Belastungserleben von Kindern während der Eingewöhnungsphase untersucht.

4.1 Methodenvielfalt der Studie: Es wird das multimethodische Design (Triangulation) beschrieben, das quantitative und qualitative Ansätze zur Erfassung des kindlichen Stresserlebens kombiniert.

4.2 Videodokumentation: Der Abschnitt detailliert die Videoanalyse als Hauptmethode zur Beobachtung von Trennungssituationen und Interaktionsprozessen zwischen Kindern und Bezugspersonen.

4.3 Mütterfragebogen (MSAS): Hier wird die Maternal Separation Anxiety Scale als Instrument zur Messung mütterlicher Ängste bezüglich der Trennung vom Kind vorgestellt.

4.4 Bewertung der angewandten Methoden: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Methodik, wobei insbesondere die Herausforderungen der Objektivität und der Stichprobenauswahl diskutiert werden.

4.5 Stressoren im Kleinkindalter: Das Kapitel beleuchtet die neurobiologischen Prozesse bei Stress und zeigt die Auswirkungen erhöhter Cortisolspiegel bei institutioneller Betreuung auf.

4.6 Krippenreife: Dieser Teil fordert eine differenzierte Auseinandersetzung mit der individuellen Belastbarkeit von Kleinkindern und hinterfragt ideologische Vorstellungen zur frühen Fremdbetreuung.

5 Ergebnisse der Studie- ein Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass frühe Fremdbetreuung hohe Anforderungen an die Qualität der Eingewöhnung stellt und die psychische Gesundheit des Kindes maßgeblich von den Betreuungsbedingungen abhängt.

Schlüsselwörter

Wiener Krippenstudie, Bindungstheorie, John Bowlby, Eingewöhnung, Fremdbetreuung, Cortisol, Stressverarbeitung, Kleinkindalter, Feinfühligkeit, Bindungsverhaltenssystem, Pädagogik, Trennungsschmerz, Kindertagesstätte, Qualitative Forschung, Objektpermanenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen früher Fremdbetreuung auf die sozial-emotionale Entwicklung und das Stresserleben von Kindern unter drei Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen sind Bindungstheorie, physiologische Stressreaktionen bei Kleinkindern, die Qualität der Eingewöhnung sowie die Rolle mütterlicher Trennungsangst.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Auswirkungen außerfamiliärer Betreuung aus einer kindbezogenen Perspektive zu untersuchen und aufzuzeigen, wie Faktoren wie Bindung und Stress das Wohlbefinden beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt ein multimethodisches Design (Methodentriangulation), insbesondere Videodokumentationen, die Maternal Separation Anxiety Scale (MSAS) und Cortisolmessungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Bindungsforschung, stellt das Design der Wiener Krippenstudie vor und diskutiert physiologische Befunde sowie die Notwendigkeit von Krippenreife.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Bindung, Stress, Eingewöhnung, Cortisol, frühkindliche Entwicklung und Feinfühligkeit.

Welche Bedeutung hat das Cortisolprofil bei institutioneller Betreuung?

Die Studie zeigt, dass institutionell betreute Kinder oft spiegelverkehrte Cortisolprofile aufweisen, was auf eine erhöhte, andauernde Stressbelastung hindeutet.

Warum spielt die Feinfühligkeit der Bezugsperson eine so große Rolle?

Feinfühligkeit ist die Voraussetzung dafür, kindliche Signale zu deuten und prompt zu reagieren, was dem Kind die notwendige Sicherheit für Exploration und psychische Stabilität gibt.

Wie bewerten die Autoren die sogenannte „Krippenreife“?

Die Arbeit fordert, dass ähnlich wie bei der „Schulreife“ auch die individuelle Belastbarkeit eines Kindes für den Krippeneintritt stärker berücksichtigt und professionell geprüft werden sollte.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Die Wiener Krippenstudie und die Bindungstheorie. Methodentriangulation mit Videodokumentation und Mütterfragebogen (MSAS)
College
University of Applied Sciences North Hesse; Hanover
Course
Gesundheit und Soziales – Studiengang Frühpädagogik
Grade
2,0
Author
Ina Müller (Author)
Publication Year
2021
Pages
25
Catalog Number
V1151729
ISBN (eBook)
9783346542618
ISBN (Book)
9783346542625
Language
German
Tags
wiener krippenstudie bindungstheorie methodentriangulation videodokumentation mütterfragebogen msas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ina Müller (Author), 2021, Die Wiener Krippenstudie und die Bindungstheorie. Methodentriangulation mit Videodokumentation und Mütterfragebogen (MSAS), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151729
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint