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Mutismus und seine Auswirkungen auf die pädagogische Praxis

Title: Mutismus und seine Auswirkungen auf die pädagogische Praxis

Term Paper , 2021 , 11 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Pedagogy - Inclusion
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Mutismus wird oft als simple Schüchternheit zu Sprechen interpretiert, da er recht selten vorkommt und besonders selektiver Mutismus oft unscheinbar wirkt. Es kann angenommen werden, dass LehrerInnen, sowie pädagogischen Fachkräften, schlicht die Fachkenntnis und dementsprechende Instrumente zur Erhebung und Identifikation von Mutismus nicht zur Verfügung stehen. In einer Studie von Stark und Subellok konnte festgestellt werden, dass die Dunkelziffer von Kindern mit selektivem Mutismus in der Primarstufe wesentlich höher ist, als angenommen. Es konnten 2,6% Mädchen und Jungen mit deutlichen Symptomen von selektivem Mutismus gefunden werden. Dies überschreitet bisherige Prävalenzraten deutlich.

Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Notwendigkeit, pädagogisches Fachpersonal im Hinblick auf Mutismus zu sensibilisieren. Dies sollte mit der Absicht geschehen das konkrete Störungsbild vor dem Hintergrund seiner Vielschichtigkeit und Individualität betrachten zu können und Schlüsse für die Praxis erkennbar zu gestalten. Darüber hinaus werden integrative Wege benötigt, Kinder mit Mutismus in den Alltag einzubinden. Dies erfordert interdisziplinäre Zugänge, sowie aktive Angehörigenarbeit.

Die Thematik eröffnet sich ebenso im Hinblick auf die stetige Migration von Kindern mit multikulturellem Hintergrund. Die Häufigkeit des Auftretens von Mutismus wurde bei dieser Personengruppe besonders beobachtet. Daraus ergibt sich weiterhin die Relevanz der Arbeitsweisen mutistischer Kinder, da Kinder mit Migrationshintergrund oder aus multikulturellen Haushalten keine Seltenheit in der pädagogischen Praxis darstellen. In der Absicht das Arbeitsfeld mit mutistischen Kindern zu eröffnen, gliedern sich die nachfolgenden Ausführungen an. Zum einen müssen theoretische Grundlagen erörtert werden, zum anderen bedarf es konkreter und praktischer Umsetzungswege in der Arbeit mit diese Personengruppe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Definition

2.2 Erscheinungsbild

2.3 Ätiologie

2.4 Bezug zur Sprachentwicklung

3. Praktische Umsetzung

3.1 Nonverbale Kommunikation

3.2 Verbale Kommunikation

3.3 Umfeld

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Störungsbild des selektiven Mutismus bei Kindern und dessen Auswirkungen auf die pädagogische Praxis, mit dem Ziel, pädagogische Fachkräfte für die Identifikation und den Umgang mit betroffenen Kindern zu sensibilisieren sowie konkrete Handlungsoptionen aufzuzeigen.

  • Grundlagen des selektiven Mutismus und dessen Abgrenzung
  • Erscheinungsbild und ätiologische Faktoren
  • Zusammenhang zwischen Sprachentwicklung und Mutismus
  • Pädagogische Interventionsmöglichkeiten und nonverbale Kommunikationsstrategien
  • Bedeutung der Einbindung des sozialen Umfelds und der Elternarbeit

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition

Grundsätzliche stammt das Wort „Mutismus“ aus dem lateinischen und meint Schweigen. In fachliterarischen Kreisen finden sich unterschiedliche Bezeichnungen für dieses Phänomen. Der ICD-10 benennt ihn unter F94.0 als „elektiven Mutismus“ (Katz-Bernstein 2007, S.20). Dahingegen differenzierte Schoor 2002 expliziter, indem er die Begriffe partielles und universelles Schweigen nutzte (vgl. Katz-Bernstein 2007, S.20). Auch Hartmann 1997 nutzt ähnliche Unterscheidungswege. Seine Umschreibungen benennen totalen und elektiven Mutismus. Totaler Mutismus meint eine absolute „Verweigerung der Lautsprache bei erhaltenem Hörvermögen“ (Katz-Bernstein 2007, S.20). Wobei der Begriff elektiv suggeriert, dass man eine Wahl dazu getroffen habe. Dagegen beschreibt der selektive Mutismus keine derartige Entscheidungsfreiheit (vgl. Katz-Bernstein 2007, S.21). Allerdings wird Schweigen hierbei als Bewältigungsstrategie genutzt und ein konsequentes Schweigen entgegen der Verlockung zu Sprechen bedürfe extremer Anstrengungen (vgl. Katz-Bernstein 2007, S.21). Im nachfolgenden wird die Begrifflichkeit des selektiven Mutismus verwendet, da zu bezweifeln steht, in wie fern eine bewusste Wahl zur Verhaltensstrategie in der Kindheit getroffen werden kann und eine Verharmlosung der Symptomatik könne sich vollziehen (vgl. Katz-Bernstein 2007, S.21).

Selektiver Mutismus beschreibt eine Kommunikationsstörung, welche ihren Beginn in der Kindheit findet. Diese wird meist mit Angst assoziiert (vgl. Starke & Subellok 2015, S.106). In mindestens einer sozialen Situation legen Betroffene eine umfassende Sprachlosigkeit auf (vgl. Starke & Subellok 2012, S.64). Nichtsdestotrotz sind sie in anderen Settings durchaus in der Lage zu kommunizieren. Besondere Kennzeichen sind oft eine Diskrepanz zwischen der Kommunikation zu Hause und der in der Öffentlichkeit (vgl. Starke & Subellok 2012, S.64).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Unterschätzung des selektiven Mutismus und betont die Notwendigkeit, pädagogische Fachkräfte für die Identifikation dieses komplexen Störungsbildes zu sensibilisieren.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den selektiven Mutismus, beschreibt das Erscheinungsbild, geht auf die Ursachen ein und erläutert den Zusammenhang mit der kindlichen Sprachentwicklung.

3. Praktische Umsetzung: Hier werden pädagogische Handlungsoptionen aufgezeigt, wobei der Fokus auf nonverbaler Kommunikation, dem Einstieg in verbale Äußerungen und der Einbindung des familiären Umfelds liegt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz des Themas zusammen und unterstreicht, dass eine individuelle Förderung und eine sensible Zusammenarbeit mit dem Umfeld für mutistische Kinder unerlässlich sind.

Schlüsselwörter

Selektiver Mutismus, Kommunikationsstörung, pädagogische Praxis, Angst, Sprachlosigkeit, Sprachentwicklung, nonverbale Kommunikation, Turn-taking, pädagogische Fachkräfte, Diagnostik, systemisches Phänomen, Elternarbeit, soziale Partizipation, Förderansätze, Kindheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition, den Ursachen und den Auswirkungen des selektiven Mutismus bei Kindern sowie der Frage, wie pädagogische Fachkräfte diese Kinder gezielt unterstützen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die theoretische Einordnung des selektiven Mutismus, die Bedeutung des Umfelds sowie praktische Strategien zur Kommunikationsförderung im pädagogischen Alltag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, pädagogische Fachkräfte für das Störungsbild des selektiven Mutismus zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wie durch individuelle pädagogische Ansätze eine Integration und Förderung der Kinder gelingen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung relevanter Fachliteratur und aktueller Studien, um das komplexe Störungsbild theoretisch zu erfassen und in die pädagogische Praxis zu übertragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Mutismus (Definition, Erscheinungsbild, Ätiologie, Sprachentwicklung) und die praktische Umsetzung, inklusive nonverbaler und verbaler Interventionsmethoden sowie der Einbeziehung des familiären und sozialen Umfelds.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind selektiver Mutismus, Kommunikationsförderung, pädagogische Praxis, Angststörung, Elternarbeit und systemische Ansätze.

Welche Rolle spielen Eltern und Angehörige laut der Arbeit bei der Förderung mutistischer Kinder?

Die Einbeziehung der Angehörigen ist zentral, da Schweigen eine vernetzte Kommunikation erfordert; dabei ist es die Aufgabe der Fachkräfte, Vertrauen aufzubauen und Wissen zu vermitteln, anstatt die Eltern zu belehren.

Warum betont die Autorin die Bedeutung des „Turn-taking“ in der Praxis?

Das „Turn-taking“ (Rollentausch) dient dazu, wechselseitige Kommunikationsstrukturen zu schaffen, Beziehungsaufbau zu ermöglichen und den Kompetenzaufbau spielerisch zu unterstützen, ohne das Kind unter Druck zu setzen.

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Details

Title
Mutismus und seine Auswirkungen auf die pädagogische Praxis
College
University of Applied Sciences Koblenz
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
11
Catalog Number
V1151836
ISBN (eBook)
9783346538598
Language
German
Tags
Mutismus Behinderung Beeinträchtigung pädagogische Methoden Sprachentwicklung Sprache Förderung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Mutismus und seine Auswirkungen auf die pädagogische Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151836
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