Attische Demokratie. Die Rolle der Frau in Aristoteles´ Werken


Ausarbeitung, 2001

10 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Unterschiede von Mann und Frau in den Werken von Aristoteles

3. Rechte und Pflichten der Frau im antiken Griechenland
3.1 Das Herrschaftsverhältnis von Mann und Frau innerhalb der Ehe
3.2 Berechtigung der Frau in der Ehegemeinschaft
3.3 Die Bildung von Mädchen und Jungen
3.4 Die Rechte und Pflichten der Athenerin innerhalb religiöser Rituale
3.5 Die Stellung von Sklavinnen

4. Fazit

5. Bibliographie

1. Einleitung

,,Die Rechtsteilung der Griechen ist ungleich vor allem Frauen, Sklaven und Mötiker sind betroffen, sie entspricht auf keinen Fall unserer Rechtsgleichheit der modernen Verfassung, selbst Aristoteles nimmt der ungleichen Rechtsteilung von Frauen keinen Anstoß zur Verbesserung.“1

Unsere moderne Verfassung, mit dem Grundprinzip der Gleichheit, trägt ihr Fundament auf der antiken griechischen Demokratie. Allerdings enthält die antike Demokratie Schwachpunkte, die mit der Stellung von Frauen und Sklaven sichtbar werden. In dieser Hausarbeit soll daher die Rolle der Frau in der athenischen Demokratie präsentiert und die Frage beantwortet werden, welche Unterschiede zwischen Mann und Frau existieren. Dazu wird Aristoteles, ein Universalgelehrter von hohem Rang, herangezogen, welcher eine beachtliche Menge an Schriften2 hinterließ, wobei in dieser Arbeit ausschließlich die Werke „Politeia“ und „nikomachische Ethik“ betrachtet werden. Außerdem sollen die sozialen Lebensbereiche der Frau, aber auch der Sklavin, aufgezeigt und analysiert werden unter Berücksichtigung der Forschung.

2. Die Unterschiede von Mann und Frau in den Werken von Aristoteles

Die staatsphilosophische Schrift beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen in einem Staat. Der Mensch innerhalb des Staates ist auf soziale Gemeinschaft ausgelegt. Der Staat ist aus kleinen Gemeinschaften zusammengesetzt, der sogenannten Oikos, welche die Hausgemeinschaft benennt.

Die Oikos ist ein natürliches Element des Staates, welche wiederum aus kleinen Elementen zusammengesetzt ist. Die Elemente lauten im wesentlichen Herr und Sklave, Gatte und Gattin, Vater und Kinder3. Die Familie kann daher als Grundfundament der politischen Ordnung betrachtet werden und bildet nicht zuletzt eine wichtige Komponente des Staates.4

Das Haus bildet die elementare Grundlage für das tägliche Zusammenleben. Die Frau als ein wesentliches Element ist ein Teil des Hauses5. Die weibliche Figur wird im Unterschied zur männlichen Figur deutlich herabgesetzt, da Aristoteles schildert, dass das Weibliche vom Männlichen regiert werden müsse. Gestützt wird diese Argumentation durch die Naturgegebenheit, die Natur selbst habe das Männliche zur Regierung bestimmt. Nicht zuletzt sei das Männliche zum Regieren besser geeignet als das Weibliche6.

Die häusliche Gemeinschaft könne als wesentliche Monarchiestruktur betrachtet werden, so gelte der Mann als Herrscher des Hauses, welcher über die Frau und die Sklaven herrsche, so Meyer7. Genau wie Meyer betrachtet auch Pellegrin die hausinterne Gemeinschaft als hierarchische Beziehung nicht nur zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen dem Mann und seinen Kindern und den Sklaven. In erster Linie sei die häusliche Gemeinschaft eine natürliche Komponente, deren Ziel im Wesentlichen in der Befriedigung von Grundbedürfnissen liege, als solche werden die Fortpflanzung und die tägliche Selbsterhaltung genannt8.

Vom Männlichen regiert zu werden, bedeutet für die Athenerin, dass der Einfluss von männlichen Verwandten u.a. dem Vater, dem Bruder oder dem Ehemann sehr groß ist. Daraus ergibt sich die volle Verfügungsgewalt des Mannes über die Frau. Nicht zuletzt reicht die Verfügungsgewalt des Mannes bis zu den Sklaven, welche letztendlich als beseelter Besitz des Hausverwalters betrachtet werden9.

Während die politische Schrift eine untergeordnete Rolle der Frau vermittelt, präsentiert die ethische Schrift eine freundschaftliche Beziehung zwischen Mann und Frau. Die Freundschaft resultiert aus der natürlichen Ordnung10. Das Verhältnis von Mann und Frau kann ganz im Sinne einer komplementären Beziehung betrachtet werden. Beide Geschlechter sind im Bereich des Oikos auf gegenseitige Unterstützung angewiesen, somit ist der Oikos ein wichtiger Bereich der sozialen Gemeinschaft und steht ganz im Sinne der politischen Ordnung11.

[...]


1 Höffe, Otfried: Vorgriff auf eine liberale Demokratie, (Hg): Aristoteles Politik, Berlin 2011, S. 168.

2 Vgl. Fröhlich, Vincent: Aristoteles (DNP), Online im Internet

URL:https://referenceworks.brillonline.com/entrres/der-neue-pauly/aristoteles-p800100(20.9.2018).

3 Vgl. Aristot. pol. 1253a26.

4 Vgl. Meyer, Ursula: Das Bild der Frau in der Philosophie (Bd8), Aachen 1999, S.27.

5 Vgl. Aristot. pol. 1252a24.

6 Vgl. Ebd., 1245b08.

7 Vgl. Meyer, Ursula: Das Bild der Frau in der Philosophie, S. 29

8 Vgl. Pellegrin, Pierre: Hausverwaltung und Sklaverei, in: Otfried Höffe (Hg), Aristoteles Politik, Berlin 2011, S.30.

9 Vgl. Aristot. pol. 1253b10.

10 Vgl. Aristot.eth.Nie.1162a

11 Vgl. Föllinger, Sabine: Differenz und Gleichheit: das Geschlechterverhältnis in der Sicht griechischer Philosophen des 4.bis 1. Jahrhunderts v.Chr., Stuttgart 1996, S.125.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Attische Demokratie. Die Rolle der Frau in Aristoteles´ Werken
Hochschule
Universität zu Köln  (Historisches Seminar)
Note
2,7
Autor
Jahr
2001
Seiten
10
Katalognummer
V1151951
ISBN (eBook)
9783346541758
Sprache
Deutsch
Schlagworte
attische, demokratie, rolle, frau, aristoteles´, werken
Arbeit zitieren
Anna Walbuski (Autor:in), 2001, Attische Demokratie. Die Rolle der Frau in Aristoteles´ Werken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1151951

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