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Gustav Mahlers Symphonien I und II - ihre Programme und ihre Deutungen

Title: Gustav Mahlers Symphonien I und II - ihre Programme und ihre Deutungen

Diploma Thesis , 2004 , 65 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Urte Reich (Author)

Musicology - Miscellaneous
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Warum schreibt man eine Diplomarbeit über Gustav Mahler?
Es ist erst ein paar Jahre her, dass ich mit diesem Komponisten und dadurch unweigerlich auch mit dem Menschen Gustav Mahler in Berührung kam. Von Anfang an übte dieser Musiker eine Anziehungskraft auf mich aus, die ich in einem solchen Maße vorher nicht kannte. Die Musik erschien – und erscheint – mir wie ein Buch mit sieben Siegeln, und ich versuchte, mehr über Mahler zu erfahren, indem ich über ihn zu lesen begann und natürlich vor allem seine Musik hörte. Dann bekam ich die Chance, bei gleich zwei verschiedenen Orchesterprojekten seine Musik zu spielen, und zwar beide Male die I. Symphonie. Die damit verbundenen musikalischen Erlebnisse und ‚Empfindungserfahrungen’ ließen mich endgültig zu einem Verehrer dieses Künstlers werden, und ich versuchte, mehr von seiner Musik verstehen zu lernen.
Von meinen eigenen Erfahrungen abgesehen bin ich aber immer wieder auf Menschen – seien es professionelle Musiker oder nicht – gestoßen, die mit der Musik Mahlers nichts anfangen konnten, sie zwar als gewaltig beschrieben, aber keinen wirklichen Zugang zu ihr fanden. Wenn man nun die Musikwissenschaft betrachtet, fällt auf, dass sich mehr Menschen über Mahler den Kopf zerbrochen haben als über andere Komponisten. Gerade die Tatsache, dass es schwerfällt, die Musik zu verstehen und die Unbequemlichkeit zu überwinden, die diese gelegentlich aufweist, lädt viele Theoretiker dazu ein, Erklärungen liefern zu wollen und die Musik durch eventuelle Quellen und Hintergründe zu erläutern.
Mahler hat sich selbst in ausführlicher Weise zu seinen eigenen Werken geäußert, so dass man auf einen Fundus zurückgreifen und daraus Schlüsse ziehen kann, wobei man davon ausgehen muss, dass die Meinungen und Deutungen von den verschiedenen Menschen von der jeweiligen subjektiven Sichtweise geprägt sind. Mir geht es darum, dass die Hürde, die man nehmen muss, um der Musik Mahlers näher zu kommen, nicht mehr als solche erscheint, weil man auf Hintergrundinformationen einiger Menschen – Musikwissenschaftler, Freunde Mahlers und ihn selbst – aufbauen kann. Vor allem möchte ich darauf hinweisen, dass es – trotz aller Theorie – auch in dieser Arbeit, die keine einzige Note enthält, um Mahlers Musik geht, und darum, dass diese Musik meiner Meinung nach mitunter durch Wissenschaft verständlicher wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

1.1. Methodische Vorüberlegungen

1.2. Gustav Mahler – Leben und Werk

1.3. Programmmusik

2. Die I. Symphonie

2.1. Entstehungsgeschichte und das Programm

2.2. Kritiken

2.3. Deutungen

2.4. Äußerungen Mahlers

3. Die II. Symphonie

3.1. Entstehungsgeschichte und das Programm

3.2. Gesangstexte

3.3. Kritiken

3.4. Deutungen

3.5. Äußerungen Mahlers

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Diplomarbeit untersucht die Rolle und Bedeutung der Programme, die Gustav Mahler seinen ersten beiden Symphonien beifügte, sowie die zeitgenössische und spätere Rezeption dieser Deutungsansätze. Das primäre Ziel ist es, den ambivalenten Umgang des Komponisten mit programmatischen Erklärungen zu beleuchten und den Einfluss dieser außermusikalischen Vorgaben auf das Verständnis seiner Musik durch Publikum und Kritik zu analysieren.

  • Biographische Grundlagen zu Gustav Mahler und sein Verständnis von Musik.
  • Differenzierung des Begriffs "Programmmusik" im Kontext von Mahlers Schaffen.
  • Detaillierte Analyse der Entstehungsgeschichte und der verschiedenen Programmversionen der I. und II. Symphonie.
  • Vergleichende Untersuchung zeitgenössischer Kritiken und späterer Interpretationsansätze zur Rezeption beider Werke.
  • Dokumentation authentischer Äußerungen Mahlers zu seinen Absichten und der Abgrenzung von rein deskriptiver Programmmusik.

Auszug aus dem Buch

1.1. Methodische Vorüberlegungen

Wer sich mit dem Komponisten Gustav Mahler und seinen Werken beschäftigt, findet sich in einem Gebiet wieder, das voller gegensätzlicher Meinungen steckt; oft stößt man entweder auf grenzenlose Begeisterung oder auf Unverständnis. Sowohl zu Mahlers Lebzeiten als auch heute scheiden sich offensichtlich die Geister an diesem Künstler. Die oft verständnislose Kritik von damals findet ihre Erklärung darin, dass Mahler in gewisser Weise seiner Zeit voraus war – man bedenke Bezeichnungen wie Zeitgenosse der Zukunft oder die Äußerung Meine Zeit wird kommen. Dies betrifft kompositorische Prinzipien oder die Mittel und Wege, mit denen er sich musikalisch ausdrückte und die Tatsache, dass er sich nicht in ein bestimmtes Schema, einen eindeutigen Musikstil oder eine Komponistengeneration einordnen lässt. Die Musik erscheint auf den ersten Blick unüberschaubar und wirkt unbequem, selbst für heutige Ohren, die schon Musik von Schönberg bis zu den zeitgenössischen Komponisten gewöhnt sind.

Auf eigenartige Weise wird Mahler immer als etwas ‚Besonderes‘ behandelt, als jemand, dem man nicht so schnell auf die Spur kommt. Natürlich ist gerade dies für die Musikwissenschaft eine Veranlassung, sich mit Mahler auseinander zu setzen; hier seien Namen wie Adorno, Dahlhaus, Floros und Eggebrecht genannt, die Schriften zu Mahler herausgebracht haben. Alle Bemühungen, die Werke Mahlers zu beleuchten, zu erläutern und damit eventuell zu erklären, sollen im Endeffekt dazu dienen, dem Zuhörer die Musik zu vermitteln und das Verständnis ihr gegenüber zu erleichtern. Dies hat Mahler selbst damals versucht, indem er einem Teil seiner Werke Programme beifügte. Diese sind – das möchte ich gleich zu Anfang betonen – nicht in dem ursprünglichen Sinne der Programmmusik zu verstehen. Es handelt sich hier um Ideen, um Ansätze, die dem Zuhörer nur eine von vielen möglichen Empfindungen aufzeigen sollen. Darauf werde ich später eingehender zu sprechen kommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel legt die methodische Vorgehensweise fest, gibt einen biografischen Abriss und definiert den theoretischen Rahmen des Begriffs Programmmusik für die vorliegende Arbeit.

2. Die I. Symphonie: Hier werden die Entstehungsgeschichte, die verschiedenen Programmfassungen, die zeitgenössische Kritik sowie spätere Deutungen und Mahlers eigene Kommentare zur Ersten Symphonie detailliert behandelt.

3. Die II. Symphonie: Dieses Kapitel widmet sich der Zweiten Symphonie, wobei neben Entstehungsgeschichte und Kritiken insbesondere auch die verwendeten Gesangstexte und deren Bedeutung für das Verständnis des Werkes analysiert werden.

4. Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Problematik der Interpretation von Musik durch außermusikalische Programme.

Schlüsselwörter

Gustav Mahler, Symphonie I, Symphonie II, Programmmusik, Komposition, Rezeption, Musikästhetik, Entstehungsgeschichte, Interpretation, Programm, Musikkritik, Deutung, Wiener Oper, Musikanalyse, Musikgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Programme, die Gustav Mahler zu seinen ersten beiden Symphonien verfasste, und untersucht, wie diese den Rezeptionsprozess sowie das Verständnis der Musik bei Zeitgenossen und nachfolgenden Generationen beeinflussten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen das Spannungsfeld zwischen absoluter Musik und Programmmusik, die historische Entstehung der ersten beiden Symphonien sowie die Auswertung von Kritiken und Mahlers eigenen Aussagen zu seinem kompositorischen Intentionen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, zu ergründen, warum Mahler Programme zu seinen Werken erstellte, in welchem Maße er sich von einer rein illustrativen Programmmusik abgrenzte und wie die Rezeption dieser Werke durch die Vorab-Information der Programme geprägt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, bei der authentische Schriften, Briefe Mahlers und zeitgenössische Kritiken sowie musikwissenschaftliche Sekundärliteratur systematisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Abschnitte für die I. und die II. Symphonie, die jeweils die Genese der Programme, zeitgenössische Aufführungskritiken und moderne Deutungsansätze beleuchten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Gustav Mahler, Programmmusik, Symphonie I, Symphonie II, Musikästhetik, Rezeptionsgeschichte und Werkdeutung.

Welche Bedeutung hatte die "Blumine"-Satz der I. Symphonie?

Der "Blumine"-Satz war ursprünglich Teil der I. Symphonie, wurde jedoch nach scharfer Kritik und Mahlers eigenen Zweifeln an der musikalischen Struktur aus späteren Fassungen des Werkes entfernt.

Warum lehnte Mahler die Kategorisierung als "Programmmusiker" ab?

Mahler betrachtete seine Programme nicht als verbindliche "Wegweiser" oder Inhaltsangaben, sondern als assoziative Hilfen für den Zuhörer, um den Zugang zur Musik zu erleichtern, ohne dabei die Musik auf ein rein beschreibendes Sujet zu reduzieren.

Was war die Inspirationsquelle für das Finale der II. Symphonie?

Die entscheidende Inspiration für das Finale lieferte der Besuch der Trauerfeier für Hans von Bülow, bei der Mahler den Chorsatz "Auferstehen" von Klopstock hörte, der ihn dazu brachte, diesen Choral in sein Werk zu integrieren.

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Details

Title
Gustav Mahlers Symphonien I und II - ihre Programme und ihre Deutungen
College
University of Münster  (Musikhochschule Münster)
Grade
1,0
Author
Urte Reich (Author)
Publication Year
2004
Pages
65
Catalog Number
V115198
ISBN (eBook)
9783640159253
ISBN (Book)
9783640176595
Language
German
Tags
Gustav Mahlers Symphonien Programmmusik Deutungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Urte Reich (Author), 2004, Gustav Mahlers Symphonien I und II - ihre Programme und ihre Deutungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115198
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