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Tierische Bedeutungsträger in Gottfrieds von Straßburg "Tristan"

Darstellung, Funktion und Bedeutung des Hündchens Petitcreiu und des weißen Hirsches

Titel: Tierische Bedeutungsträger in Gottfrieds von Straßburg "Tristan"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: BA Claudia Bett (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Mittelalterliche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die folgende Arbeit befasst sich mit der Frage, worin die Mission der beiden Tiere (des Hündchens Petitcreiu und des weißen Hirsches) besteht, welcher Stellenwert ihnen in Gottfrieds Romanfragment zukommt und inwiefern sie trotz ihres recht kurzen und einmaligen Erscheinens als wichtige Funktions- und Bedeutungsträger innerhalb des Textes gesehen werden können.
Zunächst soll gezeigt werden, wie die Tierarten Hund und Hirsch allgemein in der zeitgenössischen mittelalterlichen Lebens- und Vorstellungswelt betrachtet und welche allegorischen und symbolischen Bedeutungen ihnen zugeschrieben wurden. Im Mittelpunkt von Gottfrieds von Straßburg 'Tristan' steht die Liebesbeziehung von Tristan und Isolde, die trotz ihres ehebrecherischen Charakters zum Ideal erhoben wird. Deshalb soll versucht werden, zu zeigen, inwiefern das Wunderhündchen und der weiße Hirsch als Symbole für das von Gottfried entworfene Minneideal gesehen werden können und ob sie in Bezug zu dem im Fokus stehenden Liebespaar stehen. Bevor die Funktion der beiden Tiere vor dem Hintergrund des Gesamtkontexts näher beleuchtet wird, ist es zunächst jedoch notwendig, sowohl Petitcreiu als auch den vremeden hirz genauer zu betrachten und zu analysieren, wie diese beiden Tiere von Gottfried eingeführt und beschrieben werden und welche besonderen Eigenschaften sie auszeichnen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Wunderhündchen Petitcreiu

2.1. Der Hund in der mittelalterlichen Vorstellungswelt

2.2. Petitcreius Herkunft und optische Wirkung

2.3. Die heilbringende Kraft Petitcreius

2.4. Funktion der Petitcreiu-Episode

3. Der weiße Hirsch der Minnegrotte

3.1. Der Hirsch in der mittelalterlichen Vorstellungswelt

3.2. Die äußere Erscheinung des Hirsches

3.3. Funktion und Symbolik des weißen Hirsches

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolische Funktion des Wunderhündchens Petitcreiu sowie des weißen Hirsches in Gottfrieds von Straßburg Tristan-Epos. Ziel ist es zu analysieren, welchen Stellenwert diese beiden Tiere trotz ihres kurzen Erscheinens als Bedeutungsträger für das Minneideal einnehmen und inwiefern sie die Liebesbeziehung von Tristan und Isolde reflektieren.

  • Symbolik und Tiersymbolik im europäischen Mittelalter
  • Die Funktion von Wunderwesen im Tristan-Epos
  • Die Verbindung von Liebe und Leid in Gottfrieds Minnekonzeption
  • Die Bedeutung von Petitcreiu und dem weißen Hirsch als Stellvertreter für die Liebenden
  • Narrative Strukturen und deren allegorische Deutung im höfischen Roman

Auszug aus dem Buch

2.2. Petitcreius Herkunft und optische Wirkung

Nach der Gottesurteils- und vor der Minnegrotten-Episode kommt es zu einer ersten, wenn auch nur vorübergehenden Trennung von Tristan und Isolde. Als Pilger verkleidet verhilft Tristan seiner Geliebten dazu, vor einem Gottesgericht einen zweideutigen Eid schwören zu können, um sich vom Vorwurf des Ehebruchs zu rehabilitieren. Doch ohne den Verlauf des Gottesurteils abzuwarten, verlässt Tristan den Hof König Markes und macht sich auf den Weg zu Herzog Gilan nach Swales. Gilan, dem die Traurigkeit und die trüben Gedanken seines Gastes nicht verborgen bleiben, zeigt Tristan sein farbenprächtiges Hündchen Petitcreiu, ein Wunderwesen ûz Avalûn, der feinen lant (15808). Dass es sich bei Petitcreiu um keinen gewöhnlichen Hund handeln kann, zeigt sich bereits daran, wie er von Gilan präsentiert wird:

ein purper edel unde rîch, vremede unde wunderlîch al nâch des tisches mâze breit wart vür in ûf den tisch geleit, ein hundelîn dar ûf getragen. (15801-15805)

Das Ritual, mit dem das kostbare Purpurtuch auf dem Tisch ausgebreitet wird, und das erste Erscheinen Petitcreius erinnern an die Präsentation eines sakralen Gegenstandes. Diese „pseudo-liturgische Weihe“ erklärt sich durch die Herkunft des Hündchens, denn Petitcreiu ist, wie Gottfried selbst vom Hörensagen weiß (15806), ein Tier mythischer Abstammung, das Gilan durch liebe und durch minne (15810) von einer Göttin aus dem Feenland Avalon erhalten hat, womit das Hündchen bereits durch seine Herkunft „als Symbol der Minne klar eingeführt“ wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Stellenwert des Tieres im Mittelalter als Symbolträger und Medium der Erkenntnis in verschiedenen literarischen Gattungen.

2. Das Wunderhündchen Petitcreiu: Dieses Kapitel analysiert das Wesen und die symbolische Aufladung des Hündchens Petitcreiu, insbesondere im Hinblick auf seine Heilkraft und die Funktion seiner Episode für das Minneideal.

3. Der weiße Hirsch der Minnegrotte: Hier wird der weiße Hirsch als komplexes Symboltier untersucht, das sowohl mit Tristan als auch mit Isolde assoziiert wird und als Wegweiser in die Minnegrotte fungiert.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass beide Tiere zentrale Bedeutungsträger für das Verständnis der Tristanminne und des gesamten Epos sind.

Schlüsselwörter

Tristan, Isolde, Gottfried von Straßburg, Petitcreiu, weißer Hirsch, Minneideal, Tiersymbolik, Mittelalter, Allegorie, Wunderwesen, Minnegrotte, Tristanminne, höfischer Roman, Liebe und Leid, Erlösung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die tiefere Bedeutung und Funktion des Wunderhündchens Petitcreiu und des weißen Hirsches im Tristan-Roman von Gottfried von Straßburg.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die mittelalterliche Tiersymbolik, das Minnekonzept des Autors sowie die narratologische Funktion von Episoden innerhalb des höfischen Romans.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es zu ergründen, warum Gottfried von Straßburg diese Tierfiguren an exponierter Stelle einfügt und wie sie als Symbole für die komplexe, leidvolle Liebe zwischen Tristan und Isolde dienen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text unter Einbeziehung zeitgenössischer Vorstellungen und bestehender Forschungsliteratur interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der beiden Tierfiguren, ihrer Herkunft, ihrer optischen Eigenschaften und ihrer spezifischen Rolle im Handlungsverlauf des Epos.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Tristanminne, Symbolik, Allegorie, Minneideal und die Bedeutung von Wunderwesen.

Warum wird Petitcreiu nicht als normales Tier, sondern als Objekt betrachtet?

Die Analyse verdeutlicht, dass das Hündchen keine tierischen Bedürfnisse zeigt und aufgrund seiner künstlichen, fast leblosen Art sowie seiner Funktion als "Minnegabe" eher als ein symbolisches Kunstobjekt denn als Lebewesen fungiert.

Inwiefern korrespondiert der weiße Hirsch mit der Hauptfigur Tristan?

Der Hirsch wird als Spiegelbild Tristans interpretiert, da er ebenfalls ein "Fremder" ist, der aus dem gewohnten Rudel (der Gesellschaft) herausfällt und dessen Dasein als "Gejagter" Tristans Leben als Flüchtling widerspiegelt.

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Details

Titel
Tierische Bedeutungsträger in Gottfrieds von Straßburg "Tristan"
Untertitel
Darstellung, Funktion und Bedeutung des Hündchens Petitcreiu und des weißen Hirsches
Hochschule
Universität Konstanz  (Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Gottfried von Straßburg: Tristan
Note
1,0
Autor
BA Claudia Bett (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
24
Katalognummer
V1152009
ISBN (eBook)
9783346539977
ISBN (Buch)
9783346539984
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gottfried von Straßburg Tristan höfischer Roman Tiermetaphorik Petitcreiu weißer Hirsch Tristanminne Mittelalter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
BA Claudia Bett (Autor:in), 2014, Tierische Bedeutungsträger in Gottfrieds von Straßburg "Tristan", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1152009
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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