Das Norddeutsche Tiefland

Entstehung, glaziale Überformung, Geomorphologie


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Thema

Einleitung

1. Geomorphologische Entwicklung vor dem Pleistozän

2. Norddeutschland im Pleistozän

3. Die Jungmoränenlandschaft

Literaturliste

Abbildungen und Tabellen

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Eisrandlagen der Saale-Stadien Drenthe und Warthe

Abb. 2: Eisrandlagen in der Weichsel-Kaltzeit

Abb. 3: Sölle in Mecklenburg-Vorpommern

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Übersicht über das Eiszeitalter

Einleitung

Das Norddeutsche Tiefland gehört mit der Mittelgebirgsschwelle, dem Süddeutschen Schichtstufenland, dem Alpenvorland und den Alpen zu den fünf großen geomorphologischen Teilräumen in Deutschland.

Es erstreckt sich von den Küsten bis zu den Oberlausitzer Heiden im Osten, schließt das Dresdner Elbtal, das sächsische Lößhügelland und die Leipziger Tieflandsbucht mit ein, reicht des weiteren vom Harzvorland über die niedersächsischen Börden, den Diepholzer Geestplatten und dem Emsland bis in die Münsterländer Tieflandsbucht und erstreckt sich noch vom niederrheinischen Tiefland bis hin zur Kölner Bucht.[1]

Der gesamten norddeutschen Tiefebene ist - wie der Name auch schon andeutet – die geringe Landhöhe gemein. Bis auf „einige Festgesteinsrücken oder ehemalige Vulkankuppen“[2] am südlichen Rand der Tiefebene ragt nur der 201m hohe Hagelberg bei Belzig höher als 200m auf. Teilweise liegen Gebiete des Norddeutschen Tieflands sogar unter dem Meeresspiegel, wie beispielsweise um Emden oder nordöstlich von Bremerhaven.

Durch die im Pleistozän stattgefundenen glazialen und periglazialen Formungsprozesse gliedert sich das Relief des Norddeutschen Tieflands heute in Alt- und Jungmoränenlandschaft.

Die folgenden Kapitel dieser Arbeit geben einen chronologischen Überblick über die Entstehung des Norddeutschen Tieflandes und befassen sich mit der Geomorphologie sowie der eiszeitlichen Überformung der Jungmoränenlandschaft.

1. Geomorphologische Entwicklung vor dem Pleistozän

Das Känozoikum, das Erdzeitalter, in der sich die für die heutige Oberflächengestalt des Norddeutschen Tieflandes entscheidenden Prozesse abgespielt haben, beginnt vor etwa 65,5 Mio. Jahren und gliedert sich in Paläogen (Paläozän, Eozän und Oligozän) und Neogen (Miozän, Pliozän, Pleistozän und Holozän), einstmals Tertiär (Paläozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän) und Quartär (Pleistozän und Holozän).[3]

Wissenschaftler diskutieren derzeit auch noch um das Ende des Holozäns und den von Paul Crutzen angeregten Beginn des Anthropozäns, das seiner Meinung nach um 1800 begonnen habe.[4] Da dies für die geomorphologische Entwicklung des Norddeutschen Tieflandes, die ich behandeln will, aber keine Rolle spielt, sei dies auch nur am Rande erwähnt.

Um die geomorphologischen Bedingungen zu Beginn des Eiszeitalters verstehen zu können, muss man noch ein wenig weiter in die Geschichte, sozusagen über den Tellerrand des Känozoikums hinaus, zurückblicken. Schon im Paläozoikum und Mesozoikum wurden weite Teile Mitteleuropas durch Transgressionen und Ingressionen, und somit den Wechsel von marinen und terrestrischen Ablagerungen, geprägt.[5] Dabei spielten im Paläozoikum orogenetische, und in den darauffolgenden Serien Trias und Jura - bis zum Beginn der alpidischen Orogenese in der Kreide - hauptsächlich epirogenetische Hebungs- und Senkungsprozesse eine Rolle.[6]

Im Perm lagerten sich unter marinen Bedingungen Zechsteinsalze ab, die später mächtige Salzstöcke (z.B. unter dem heutigen Gorleben) bildeten. Durch den starken Überlagerungsdruck wurden die Salzschichten plastisch und drangen an Rissen und Spalten nach oben. So hoben sich mit der Salztektonik auch vereinzelte Schollen wie Helgoland empor. In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist auch die Bildung von Erdöllagerstätten.

Bis zum Beginn des Pleistozäns hatten sich die Sedimentationströge[7] dann mit hauptsächlich marinen und limnischen Ablagerungen verfüllt und das norddeutsche Tiefland war zu einer flachen Landschaft geworden, in der es nur noch wenig tektonische Bewegung gab.[8]

2. Norddeutschland im Pleistozän

(Jahreszahlen in Mio.)*

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab.1: Übersicht über das Eiszeitalter

[...]


[1] Glaser, Rüdiger (2007): Ordnung muss sein – naturräumliche und landschaftsökologische Gliederungen. In: Glaser, Rüdiger; Gebhardt, Hans; Schenk, Winfried (Hrsg.) (2007): Geographie Deutschlands, S. 21. Darmstadt, WBG.

[2] Liedtke, Herbert; Marcinek, Joachim (1995): Das Norddeutsche Tiefland. In: Liedtke, Herbert; Marcinek, Joachim (Hrsg.) (²1995): Physische Geographie Deutschlands, S. 264. Gotha, Justus Perthes.

[3] International Commission on Stratigraphy (2008): Geologic Time Scale 2006. http://www.stratigraphy.org/cheu.pdf [Eingesehen am 22.05.2008]

[4] Crutzen, Paul (2002): Geology of mankind. In: Nature Vol. 415, H. 3, S. 23.

[5] Tillmann, Alexander (2002): Meeresspiegelschwankungen I. http://www.webgeo.de/module/rahmen.php?string=1;g_004;1 [Eingesehen am 22.05.2008]

[6] Liedtke, Herbert; Marcinek, Joachim (1995): Die geotektonische Entwicklung in Mitteleuropa. In: Liedtke, Herbert; Marcinek, Joachim (Hrsg.) (²1995): Physische Geographie Deutschlands, S. 124. Gotha, Justus Perthes.

[7] Bauer, Jürgen u.a. (Hrsg.) (42005): Physische Geographie Kompakt. S. 178-179. München, Elsevier.

[8] Liedtke, Herbert; Marcinek, Joachim (1995): Das Norddeutsche Tiefland. ebd., S. 264.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Das Norddeutsche Tiefland
Untertitel
Entstehung, glaziale Überformung, Geomorphologie
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg  (Institut für Sozialwissenschaften, Abteilung Geographie)
Veranstaltung
Norddeutschland
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
12
Katalognummer
V115201
ISBN (eBook)
9783640169191
Dateigröße
998 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Norddeutsche, Tiefland, Geomorphologie, Tiefebene, Norddeutschland, glaziale Überformung
Arbeit zitieren
Stefanie Raupp (Autor), 2008, Das Norddeutsche Tiefland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115201

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