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Über die Charakteristik des Bösen bei Immanuel Kant und Hannah Arendt

Das radikale, banale oder extreme Böse?

Titel: Über die Charakteristik des Bösen bei Immanuel Kant und Hannah Arendt

Seminararbeit , 2021 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer Attribuierung des Wesens des Bösen unter der Determinierung der Positionierungen von Immanuel Kant und Hannah Arendt. Konkret soll sich mit folgender Fragestellung auseinandergesetzt werden: Wie zeichnen Immanuel Kant und Hannah Arendt den Charakter des Bösen? Ziel der Arbeit ist es, sich den begrifflichen Darstellungen der beiden Philosoph/innen definitorisch anzunähern und die Begründungen für das hierbei illustrierte Wesen des Bösen in ausgewählten Textfundamenten herauszuarbeiten, um die dargelegte Charakteristik des Bösen in verschiedenen Facetten zu beleuchten.

Die textliche Grundlage bildet dabei vor allem das erste Stück in Kants Werk Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft mit dem Titel: „Von der Einwohnung des bösen Princips neben dem guten: oder über das radicale Böse in der menschlichen Natur“ Leitend für Arendts Auffassungen sind „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, der Bericht über Eichmann in Jerusalem sowie die Vorlesung „Über das Böse“.

Zu Beginn der vorliegenden Arbeit ist die Ergründung des Wesens des Bösen in der kantischen Darstellung unter Einbezug des „Hange zum Bösen in der menschlichen Natur“ aufgeführt, welche in der Illustration des radikalen Bösen mündet. Weiterhin ist die arendtsche Konstruktion des radikalen, banalen sowie extremen Bösen dargelegt. Im Anschluss erfolgt die vergleichende Auseinandersetzung mit einer Reihe komplementärer und oppositiver Standpunkte und der ihnen innewohnenden kriterialen Attribute in Bezug auf den Charakter des Bösen. Im Resümee vollzieht sich der Zusammenschluss der vorangegangenen textlichen Erarbeitung im Lichte der Ausgangsfrage.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das radikale Böse bei Kant

2.1 Von der Anlage zum Guten in der menschlichen Natur

2.2 Über den Hang zum Bösen in der menschlichen Natur

2.3 Der Mensch ist von Natur aus böse

2.4 Die Charakteristik des radikalen Bösen

3 Die Charakteristik des radikalen, banalen und extremen Bösen bei Arendt

3.1 Das radikale Böse

3.2 Das banale Böse bei Eichmann

3.3 Das grenzenlose extreme Böse

4 Eine vergleichende Auseinandersetzung

4.1 Die Gegenüberstellung des radikalen Bösen bei Kant und Arendt

4.2 Der Vergleich des radikalen mit dem banalen Bösen

4.3 Die Kontrastierung des radikalen mit dem extremen Bösen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Charakterisierung des Bösen in der Philosophie von Immanuel Kant und Hannah Arendt auseinander. Das Hauptziel besteht darin, die begrifflichen Darstellungen und deren Begründungen anhand ausgewählter Textfundamente zu analysieren, um das Wesen des Bösen in seinen verschiedenen Facetten – radikal, banal und extrem – gegenüberzustellen und zu kontrastieren.

  • Kants Konzeption des radikalen Bösen als Verkehrung der Triebfedern
  • Arendts Begriff der Banalität des Bösen am Beispiel des Eichmann-Prozesses
  • Die Entwicklung hin zum extremen, wurzellosen Bösen bei Arendt
  • Vergleichende Analyse der Freiheit und Eigenverantwortlichkeit
  • Die Rolle von Denken, Erinnern und Persönlichkeit für moralische Grenzen

Auszug aus dem Buch

3.2 Das banale Böse bei Eichmann

Arendt zieht den Begriff der Banalität zur Deskription des Bösen in ihrem Werk Eichmann in Jerusalem Ein Bericht von der Banalität des Bösen heran, in welchem sie in ihrer Rolle als Prozessbeobachterin und Korrespondentin dem Gerichtsprozess zur Verurteilung Adolf Eichmanns (1906-1962) beiwohnte (vgl. Balzer 2014, S. 85). Er war SS-Obersturmbannführer und verantwortlich für die Umsetzung der Endlösung, welche den millionenfachen Mord jüdischer Personen in den Konzentrationslagern beinhaltete (vgl. ebd., S. 85). Dazu ist hervorzuheben, dass es sich dabei um einen „Prozessbericht“ (Vowinckel 2006, S. 59) handelt und nicht um eine detaillierte grundlagenphilosophische Auseinandersetzung. So beschreibt Arendt die Person Eichmann „[n]icht als brutalen Mörder und ideologischen Antisemiten“ (ebd., S. 59), sondern vielmehr „als einen wenig intelligenten, autoritätshörigen, subalternden Schreibtischtäter, der bis Kriegsende nicht begriffen habe, was er eigentlich tat“ (ebd., S. 59). Arendts Wortwahl der „Banalität des Bösen, vor der das Wort versagt und das Denken scheitert“ (Arendt zit. in Bernstein 2007, S. 580, H. i. O.) bot Zündstoff für heftige Diskussionen, die sich um den Vorwurf des völligen Unverständnisses der Deskription banal im Zusammenhang mit den ungeheuerlichen Gräueltaten, sowie der inadäquaten Passung des ironischen Stils in Bezug zur Thematik rahmten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Bösen ein und definiert die Fragestellung zur Charakterisierung des Bösen bei Kant und Arendt.

2 Das radikale Böse bei Kant: Dieses Kapitel erläutert Kants Lehre vom Hang zum Bösen als Umkehrung der sittlichen Triebfedern innerhalb der menschlichen Natur.

3 Die Charakteristik des radikalen, banalen und extremen Bösen bei Arendt: Es werden Arendts Begriffe des radikalen, banalen und extremen Bösen im Kontext totaler Herrschaft und des Eichmann-Prozesses dargelegt.

4 Eine vergleichende Auseinandersetzung: Hier findet die detaillierte Gegenüberstellung und Kontrastierung der philosophischen Ansätze von Kant und Arendt statt.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die Mehrperspektivität der analysierten Charakterisierungen des Bösen.

Schlüsselwörter

Radikales Böses, Banalität des Bösen, Extremes Böses, Immanuel Kant, Hannah Arendt, Pflichtbewusstsein, Gedankenlosigkeit, Freiheit, Triebfedern, Moral, Totale Herrschaft, Eichmann-Prozess, Persönlichkeit, Selbstliebe, Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht und vergleicht das Wesen des Bösen in der Philosophie von Immanuel Kant und Hannah Arendt anhand ausgewählter Schriften.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Themen sind die Begriffe des radikalen, banalen und extremen Bösen sowie deren jeweilige Voraussetzungen und Manifestationen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Charakteristik des Bösen bei Kant und Arendt definitorisch zu klären und die Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten ihrer Ansätze herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, um Begriffe und Textfundamente der beiden Philosophen vergleichend zu betrachten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Kants radikalem Bösen, Arendts differenzierten Konzepten (radikal, banal, extrem) und eine abschließende vergleichende Auseinandersetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Radikales Böses, Banalität des Bösen, totale Herrschaft, moralische Triebfedern und Eigenverantwortlichkeit.

Was unterscheidet Kants "radikales Böses" von Arendts Verständnis?

Kant verortet das radikale Böse in der bewussten Priorisierung egoistischer Triebe über das moralische Gesetz, während Arendt es als ein Phänomen des totalitären Systems begreift.

Warum spielt das Denken für Hannah Arendt eine so entscheidende Rolle im Kontext des Bösen?

Für Arendt schützt das Denken und der innere Dialog ("Zwei-in-Einem") vor dem Verlust der Persönlichkeit, deren Fehlen die Voraussetzung für das banale bzw. extreme Böse bildet.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Über die Charakteristik des Bösen bei Immanuel Kant und Hannah Arendt
Untertitel
Das radikale, banale oder extreme Böse?
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Philosophie)
Veranstaltung
Das Böse
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
27
Katalognummer
V1152263
ISBN (eBook)
9783346540317
ISBN (Buch)
9783346540324
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Böse Kant Arendt das radikale Böse das banale Böse das extreme Böse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Über die Charakteristik des Bösen bei Immanuel Kant und Hannah Arendt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1152263
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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