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Der Andeutungsstil in Fontanes Effi Briest

Eine Untersuchung anhand ausgewählter Textstellen

Title: Der Andeutungsstil in Fontanes Effi Briest

Seminar Paper , 2007 , 16 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Medea Conrad (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der von Theodor Fontane verwendeten
Technik der Vorausdeutung oder des Andeutungsstils in seinem Roman „Effi Briest“.
Um diese Technik zu veranschaulichen, müssen zunächst die theoretischen Begrifflichkeiten
geklärt werden, um danach dem Leser anhand ausgewählter Textpassagen
die Verwendung dieses Stils zu verdeutlichen. Fontane eignet sich für eine solche
Untersuchung deshalb besonders, da er diese Möglichkeit der Lesersteuerung
besonders häufig, differenziert und variantenreich einsetzt. Er bedient sich dieser
Methode einerseits aus ästhetischen Gesichtspunkten einer poetischen Darstellungsweise,
und andererseits um Kritik an der gesellschaftlichen Situation und der
Stellung der Frau zu üben. Durch die von ihm gewählte Methode ist ihm dies möglich,
ohne seine Zeitgenossen zu brüskieren oder gar gesellschaftlichen Anstoß zu
erregen. Auch sein Gefallen am Versteckspiel während seiner Kinderzeit könnte ein
Motiv dafür sein, dass er seine Romane so gestaltet, dass man durch seine Andeutungen
immer wieder auf kommende Ereignisse aufmerksam gemacht wird, deren
Klarheit und Gewissheit sich erst am Ende des Romans abzeichnen. Auch wenn diese
These gewagt ist, so kann sie dennoch den Versuch einer Erklärung darstellen,
um seinen Stil zu verstehen und sich heute nachvollziehbar zu machen, aus welchen
Beweggründen er sich für diesen entschied.
Auch seine Äußerung „Es prickelt mich, etwas entstehen zusehen.“ könnte ein Indiz
für seine Vorgehensweise sein.
Grundsätzlich kann man sagen, dass sein Roman „Effi Briest“ voll ist von Andeutungen,
er aber ungeachtet dessen noch eine poetische Struktur verfolgt, die den Leser
förmlich an das Buch fesseln soll und dieser begierig darauf ist zu erfahren, wie die
Entwicklung weitergeht.
In dieser Arbeit wurden nur einige prägnante Textstellen herausgegriffen, um dieses
literarische Stilmittel herauszuarbeiten und gleichzeitig die Übersichtlichkeit der Arbeit
zu wahren. Sie stellen in der vorliegenden Form keinen Anspruch auf Vollständigkeit
dar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE TECHNIK DER VORAUSDEUTUNG

3. UNTERSUCHUNG DES ANDEUTUNGSSTILS ANHAND AUSGEWÄHLTER TEXTSTELLEN

3.1 BESCHREIBUNG DES BRIESTSCHEN ANWESENS IN HOHEN-CREMMEN

3.2 GESPRÄCH ZWISCHEN EFFI UND IHREN FREUNDINNEN

3.3 „EFFI, KOMM.“

3.4 DIE VERFÜHRUNG

4. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die von Theodor Fontane im Roman „Effi Briest“ eingesetzte Technik der Vorausdeutung und des Andeutungsstils, um aufzuzeigen, wie diese Methode zur Steuerung der Leserwahrnehmung, zur ästhetischen Strukturierung des Werkes und zur subtilen gesellschaftskritischen Reflexion über die Rolle der Frau genutzt wird.

  • Theoretische Grundlagen von Andeutung, Mehrdeutigkeit und Symbolik
  • Analyse von Motiven wie dem Kirchhof und der Schaukel als vorausdeutende Elemente
  • Untersuchung zentraler Gesprächsszenen und deren latente Bedeutung für den Handlungsverlauf
  • Darstellung der subtilen Inszenierung der Verführung durch Fontanes Erzählstil
  • Reflexion über Fontanes subtile Gesellschaftskritik durch literarische Stilmittel

Auszug aus dem Buch

3.1 Beschreibung des Briestschen Anwesens in Hohen-Cremmen

Fontane beginnt seinen Roman mit einer eingehenden, detaillierten Beschreibung des Herrschaftssitzes zu Hohen-Cremmen, wo die Geschichte ihren Anfang nimmt. Die Art, wie Fontane die Umgebung beschreibt und die Motive, deren er sich bedient bzw. die er hier einführt, deuten bereits darauf hin, wie der Roman sich entwickeln oder sogar ausgehen wird. Ein Beweis dafür ist die Tatsache, dass die Motive sich im späteren Verlauf an ganz bestimmten Stellen in ähnlicher Form wieder finden. Fontane selbst sagte, dass der Anfang einer Dichtung den entscheidenden Impuls der Handlung darstellt, aus dem sich der Rest selbst findet. Folgerichtig kann man unterstellen, dass sich, sobald der Anfang gefunden ist, die Geschichte von selbst entwickelt und am Ende, einen roten Faden durch die Geschichte ziehend, wieder zur Ausgangslage zurückkommt.

Die Lage des Hauses und dessen äußere Erscheinungsform werden nun im vorliegenden Roman sehr detailgetreu beschrieben. Es grenzt an eine Kirchhofsmauer - auch die Kirche selbst ist sichtbar. Später im Roman trifft der Leser wieder auf eine Wohnsituation, bei der die Nähe zur Kirche eine Rolle spielt, nämlich Effis Wohnung in Berlin, nachdem sie von Innstetten verstoßen wurde. Hier kommt noch ihr Ausspruch gegenüber ihrem Hausarzt Rummschüttel hinzu: „Ich sehe gern Kirchhöfe.“

In der ersten Erwähnung des Kirchhofs kann man noch keine besondere Bedeutung des weiteren Verlaufs herauslesen, doch durch dessen zweite Erwähnung schließt sich der Kreis, nämlich dadurch, dass Effi in einer Umgebung ist, die ihrem elterlichen Haus ähnelt und sie mental somit wieder in ihre kindliche Umgebung zurückversetzt wurde, auch wenn sie sich an einem anderen Ort befindet. Der Kirchhof und die Kirche können als Symbole für friedliche Orte, Besinnungsstätten und als Stätte der letzten Ruhe angesehen werden. Durch die Verwendung dieser Motive deutet Fontane schon zu Beginn dezent den Ausgang des Romans an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, Theodor Fontanes Technik der Vorausdeutung in „Effi Briest“ zu untersuchen, um den Leser zu steuern und gesellschaftliche Missstände subtil zu kritisieren.

2. DIE TECHNIK DER VORAUSDEUTUNG: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretischen Grundlagen der Vorausdeutung sowie angrenzender Begriffe wie Eindeutigkeit, Mehrdeutigkeit, Vieldeutigkeit und Symbolik im Kontext literarischer Analysen.

3. UNTERSUCHUNG DES ANDEUTUNGSSTILS ANHAND AUSGEWÄHLTER TEXTSTELLEN: Der Hauptteil analysiert konkrete Motive und Szenen im Roman, wie das Anwesen in Hohen-Cremmen, Gespräche der Figuren und die Inszenierung der Verführung, auf ihre vorausdeutende Funktion.

4. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass der Andeutungsstil Fontanes eine zentrale Rolle bei der Spannungssteigerung spielt und es dem Autor ermöglicht, seine kritische Sicht auf die gesellschaftliche Rolle der Frau subtil zu artikulieren.

Schlüsselwörter

Theodor Fontane, Effi Briest, Andeutungsstil, Vorausdeutung, Literaturwissenschaft, Realismus, Symbolik, Mehrdeutigkeit, Romananalyse, gesellschaftliche Kritik, Rolle der Frau, Erzähltechnik, Motivik, Spannungsaufbau, literarische Interpretation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den gezielten Einsatz von Vorausdeutungen und Andeutungen durch Theodor Fontane in seinem Roman „Effi Briest“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die literarische Technik der Vorausdeutung, die Analyse ausgewählter Motive sowie die subtile Darstellung gesellschaftlicher Normen und Kritik.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Fontane durch Vorausdeutungen die Leserwahrnehmung lenkt, Spannung erzeugt und seine Position zur gesellschaftlichen Stellung der Frau indirekt vermittelt.

Welche wissenschaftliche Methodik wird für die Untersuchung verwendet?

Die Autorin nutzt eine textnahe Analyse und stützt sich dabei auf literaturwissenschaftliche Theorien, insbesondere zur Texterschließung und Begriffen wie Mehrdeutigkeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Textstellen, darunter die Beschreibung des Briestschen Anwesens, wichtige Dialoge und die schrittweise Einleitung der Verführung durch Crampas.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit besonders?

Zu den prägenden Begriffen gehören Vorausdeutung, Andeutungsstil, Symbolik, Vieldeutigkeit sowie die kritische Reflexion des Realismus.

Welche Rolle spielen die Symbole für die Argumentation?

Symbole wie die Schaukel oder der Kirchhof dienen als leitmotivische Anker, die bereits frühzeitig den späteren Handlungsverlauf oder den Charakter von Effi spiegeln.

Wie deutet Fontane die Verführung Effis durch Crampas an?

Dies geschieht durch subtile Andeutungen in Gesprächen, das Aufgreifen des Motivs der „Ungebundenheit“ und eine genaue Inszenierung der Umgebung, die den „Sog“ der Ereignisse vorbereitet.

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Details

Title
Der Andeutungsstil in Fontanes Effi Briest
Subtitle
Eine Untersuchung anhand ausgewählter Textstellen
College
University of Constance  (Geisteswissenschaftliche Sektion, Fachbereich Literaturwissenschaft)
Course
Bilddiskurse in den Romanen von Theodor Fontane
Grade
1,5
Author
Medea Conrad (Author)
Publication Year
2007
Pages
16
Catalog Number
V115238
ISBN (eBook)
9783640166374
ISBN (Book)
9783640166510
Language
German
Tags
Andeutungsstil Fontanes Effi Briest Bilddiskurse Romanen Theodor Fontane
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Medea Conrad (Author), 2007, Der Andeutungsstil in Fontanes Effi Briest, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115238
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