Im Rahmen dieser Arbeit werden die Optimierungspotenziale für die Wertschöpfungsstufen entlang der Supply Chain in der Fashion-Branche von der Bekleidungsindustrie bis zum Textileinzelhandel, durch die Verwendung vertikaler Geschäftsmodelle betrachtet. Es soll die Dringlichkeit dargestellt werden das bestehende Geschäftsmodell neu zu bewerten und gegebenenfalls ein vertikales Konzept zu implementieren. Als Best Practice Unternehmen werden H&M und Zara gewählt.
Ziel dieser Arbeit ist es zu analysieren, wo die Erfolgsfaktoren der vertikalen Geschäftsmodelle und der ausgewählten Best Practice Modelle liegen. Es soll untersucht werden inwiefern sich die beiden Modelle voneinander unterscheiden und was sich andere Markenhersteller oder Einzelhändler von deren Strategien abschauen können, um an Wettbewerbsfähigkeit aufholen zu können. Abschließend soll eine Handlungsempfehlung für Unternehmen der Fashion-Branche formuliert werden, die sich im Wandel zu einem vertikalen Geschäftsmodell befinden oder selbigen anstreben. Es soll aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten es gibt vertikale Konzepte zu implementieren und was die Erfolgsfaktoren sind. Zudem soll erörtert werden für welche Unternehmen eine Anpassung des Geschäftsmodells sinnvoll erscheint und für welche es eher schwieriger ist.
Der Fokus der Untersuchung liegt auf Supply Chain orientierten Prozessen, wie Beschaffung, Produktion und Distribution. Außerdem werden die Produktentwicklungsprozesse, die Organisationstruktur und die nötigen Informations- und Kommunikationskonzepte betrachtet. Hierbei gilt es besonders den Aspekt der Schaffung von Kosten- und Effizienzvorteilen entlang der Supply Chain durch vertikale Geschäftsmodelle zu beleuchten. Betrachtungsobjekt sind die Unternehmen der Fashion-Branche in Form der Handelsunternehmen und der Herstellerunternehmen. Die Prozesse werden mit dem Hintergrund der Vertikalisierung untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise & Methodik
1.4 Hypothesen Entwicklung
2 Aktuelle Lage und Grundlagen der Fashion-Branche
2.1 Entwicklung
2.2 Textile Wertschöpfungskette
2.3 Traditionelles textiles Geschäftsmodell
2.3.1 Definitorische Grundlagen
2.3.2 Traditionelles Modell
2.3.3 Nachteile
3 Vertikalisierung in der Fashion-Branche
3.1 Entwicklung
3.2 Vertikales Geschäftsmodell
3.3 Darstellung der Modelle
3.3.1 Vertikalisierungsstrategien
3.3.2 Vorwärtsintegration
3.3.3 Rückwärtsintegration
3.4 Erfolgsfaktoren
3.4.1 Definitorische Grundlagen
3.4.2 Erfolgsfaktoren Vertikalisierung
3.5 Best Practice Unternehmen
3.5.1 H&M Konzept
3.5.1.1 Darstellung Unternehmen
3.5.1.2 Geschäftsmodell
3.5.2 Inditex Konzept
3.5.2.1 Darstellung Unternehmen
3.5.2.2 Geschäftsmodell
4 Implementierung eines vertikalen Geschäftsmodells
4.1 Vergleich traditionelles und vertikales Geschäftsmodell
4.2 Chancen und Risiken Analyse
4.3 Change Management
4.4 Organisationsstruktur
4.4.1 Interne Organisationstrukturen
4.4.2 Vertriebsstruktur
4.5 Informations- und Kommunikationskonzepte
4.5.1 Bedeutung Informationstechnologie
4.5.2 Quick Response Production
4.5.3 Efficient Consumer Response (ECR)
4.5.4 Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR)
4.5.5 RFID
4.6 Sourcing Strategien
4.6.1 Make or Buy
4.6.2 Direkter und Indirekter Einkauf
4.6.3 Lieferantenstruktur
4.6.4 Produktionsstandorte
4.6.5 Flexible Beschaffung
4.7 Produktentwicklung und Produktion
4.7.1 Produktionskapazitäten
4.7.2 Entwicklungskonzepte
4.7.3 Order Prozess
4.8 Supply Chain Planung
4.8.1 Supply Chain Ziele
4.8.2 Transportkonzepte Inbound
4.8.3 Lagerkonzepte
4.8.4 Distributionskonzept und Sortimentssteuerung
5 Kritische Analyse Vertikalisierung
5.1 Eignung Vertikalisierung für Unternehmen
5.2 Alternative Geschäftsmodelle
6 Hypothesen und Handlungsempfehlung
6.1 Betrachtung der Hypothesen
6.2 Handlungsempfehlung
7 Fazit
7.1 Zusammenfassung
7.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Erfolgsfaktoren vertikaler Geschäftsmodelle in der Fashion-Branche, um Optimierungspotenziale entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufzuzeigen. Ziel ist es, Handlungsempfehlungen für Modeunternehmen zu formulieren, die sich im Wandel zu einer vertikalen Struktur befinden oder diese anstreben, wobei insbesondere die Modelle von H&M und Zara als Best-Practice-Beispiele untersucht werden.
- Analyse der Unterschiede zwischen traditionellen und vertikalen Geschäftsmodellen
- Untersuchung kritischer Erfolgsfaktoren (z.B. Time-to-Market, IT-Integration)
- Vergleich von Vorwärts- und Rückwärtsintegrationsstrategien
- Bewertung von Sourcing-Strategien und Produktionsstandorten
- Evaluierung moderner Technologien wie RFID zur Effizienzsteigerung
Auszug aus dem Buch
3.4.2 Erfolgsfaktoren Vertikalisierung
Zu den Erfolgsfaktoren des vertikalen Geschäftsmodells gehören ein geschlossener Kommunikationskreislauf, die Ausrichtung der gesamten Wertschöpfung an den Kundenbedürfnissen, eine bedarfsorientierte Produktion, die Kontrolle über die gesamte Wertschöpfung, sowie die Verkürzung der Time-to-Market bzw. Lead Time.
Mit einem geschlossenen Kommunikationskreislauf können Daten über Verkaufszahlen und Kundenfeedback kontinuierlich allen am Wertschöpfungsprozess Beteiligten zur Verfügung gestellt werden. Kurze Kommunikationswege ermöglichen eine hohe Reaktionsfähigkeit auf Trends.
Die Wertschöpfung ist auf die Kundenwünsche, die sich trendbedingt permanent ändern, ausgerichtet. Durch den direkten Kundenkontakt am POS erhält der Hersteller direktes Feedback über die Absatzfähigkeit seiner Produkte und erfährt so, ob es sich um einen Topseller oder Slowseller handelt. Die gewonnenen Daten können wiederrum als Anreiz für die neuen Kollektionen genutzt werden. Vertikale Unternehmen bieten den Konsumenten modische Produkte in den Stores an und sind auch in der Lage die Trendänderungen schnell aufzugreifen. Diese Fähigkeit kann ebenfalls für die Erstellung neuer Kollektionen genutzt werden. Möglich macht dies die Transparenz der Verkaufszahlen auf Artikelebene. Es besteht die Möglichkeit das gesamte Jahr über das Angebot entsprechend der vorherrschenden Trends flexibel anzupassen. Dies wirkt sich positiv auf das Kaufverhalten der Kunden aus, was wiederrum zu Umsatzwachstum führt. Vertikale Unternehmen erhalten regelmäßig aktuelle Daten vom POS. Der direkte Kontakt zum Kunden am POS stellt einen weiteren Erfolgsfaktor dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt den Strukturwandel und die Herausforderungen in der Fashion-Branche, die Unternehmen dazu zwingen, ihre traditionellen Geschäftsmodelle kritisch zu hinterfragen.
2 Aktuelle Lage und Grundlagen der Fashion-Branche: Erläutert die Charakteristika der Branche, die traditionelle Wertschöpfungskette sowie die Nachteile des klassischen, arbeitsteiligen Geschäftsmodells.
3 Vertikalisierung in der Fashion-Branche: Definiert das vertikale Geschäftsmodell, analysiert verschiedene Strategien wie Vorwärts- und Rückwärtsintegration und stellt H&M sowie Zara als Best-Practice-Unternehmen vor.
4 Implementierung eines vertikalen Geschäftsmodells: Untersucht die notwendigen Prozessanpassungen in den Bereichen Organisation, Sourcing, Logistik und IT, um ein vertikales Konzept erfolgreich umzusetzen.
5 Kritische Analyse Vertikalisierung: Erörtert die Eignung vertikaler Strategien für verschiedene Unternehmenstypen und betrachtet alternative Optionen zur Marktpositionierung.
6 Hypothesen und Handlungsempfehlung: Bewertet die eingangs aufgestellten Hypothesen und leitet konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen im Wandel ab.
7 Fazit: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung vertikaler Modelle im Wettbewerbsumfeld.
Schlüsselwörter
Fashion-Branche, Vertikalisierung, Geschäftsmodell, Wertschöpfungskette, Vorwärtsintegration, Rückwärtsintegration, Supply Chain Management, Time-to-Market, Best-Practice, H&M, Zara, RFID, Kundenorientierung, Prozessoptimierung, Wettbewerbsvorteil.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Bachelor-Thesis untersucht, wie Unternehmen in der Fashion-Branche durch die Umstellung von traditionellen, arbeitsteiligen Geschäftsmodellen auf vertikal integrierte Strukturen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Wertschöpfungsstufen vom Design bis zum Point-of-Sale, Sourcing-Strategien, Produktionsstandorte, Logistikkonzepte und den Einsatz von IT-gestützten Informationssystemen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Identifikation der Erfolgsfaktoren vertikaler Geschäftsmodelle und die Ableitung von Handlungsempfehlungen für Unternehmen, die ihre Supply Chain optimieren wollen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine kritische Analyse von Fachliteratur, Wirtschaftsberichten und Best-Practice-Beispielen (H&M und Zara), um die theoretischen Konzepte mit der unternehmerischen Praxis abzugleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die verschiedenen Formen der Vertikalisierung, die organisatorischen Anforderungen, Sourcing-Strategien wie "Make or Buy" sowie Supply-Chain-Optimierungen wie RFID oder effiziente Transportkonzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Vertikalisierung, Wertschöpfungskette, Time-to-Market, Supply Chain Management und Kundenorientierung.
Warum ist das "Push-Pull-Prinzip" für Modeunternehmen wichtig?
Es ermöglicht die Kombination von Effizienz bei der Basiskollektion (Push) mit einer hohen Reaktionsfähigkeit auf kurzfristige Modetrends durch bedarfsorientierte Nachlieferung (Pull), was die Abschreibungsquoten senkt.
Welche Rolle spielt die IT bei vertikalen Anbietern?
Die IT bildet das Rückgrat der Supply Chain, da sie den schnellen Austausch von Abverkaufsdaten zwischen den Filialen und der Produktion ermöglicht, was für kurze Lead Times und eine effiziente Steuerung essentiell ist.
- Arbeit zitieren
- Jan Woiczik (Autor:in), 2015, Kritische Analyse der Erfolgsfaktoren von vertikalen Geschäftsmodellen in der Fashion-Branche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1152479