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Aspekte der Wissensvermittlung in den Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe. "Die Metamorphose der Pflanzen" und "Metamorphose der Tiere"

Title: Aspekte der Wissensvermittlung in den Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe. "Die Metamorphose der Pflanzen" und "Metamorphose der Tiere"

Master's Thesis , 2019 , 69 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sinja Guth (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die Masterarbeit handelt von den Aspekten der Wissensvermittlung in den Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe. "Die Metamorphose der Pflanzen" und "Metamorphose der Tiere" werden dafür verwendet.

Die Struktur dieser Arbeit sieht vor, zunächst Goethes Gründe für die Wahl der Gendichtform als Vermittlungsmedium seiner naturwissenschaftlichen Studien zu erarbeiten. Darauf folgend wird Die Metamorphose der Pflanzen in den Fokus gestellt: Das heißt, es werden die Gattung „Elegie“, die intertextuellen Bezüge zu Ovids Metamorphosen sowie zu Goethes Aufsatz Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären vorgestellt. Anschließend erfolgt die Interpretation des Gedichts anhand der Frage, wie in ihm Goethes botanische Lehre vermittelt wird.

Mit dem zweiten Gedicht, der Metamorphose der Tiere, wird im daran anschließenden Kapitel auf die gleiche Weise verfahren: Das „Hexametergedicht“ wird in den historischen Kontext eingeordnet, die Bezüge zum Naturgedicht De rerum natura von Lukrez und zu Goethes Anatomieaufsatz Erster Entwurf einer allgemeinen Einleitung in die vergleichende Anatomie, ausgehend von der Osteologie5 (1795) werden herausgestellt und schließlich wird das Gedicht mit Blick auf die Art der Wissensvermittlung analysiert. Es folgt ein Kapitel, das die beiden Gedichte anhand der zuvor untersuchten Aspekte miteinander vergleicht. Abgerundet wird die Arbeit durch ein Fazit, das erstens die Ergebnisse.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext

1.2 Goethes naturwissenschaftlicher Werdegang

2. Goethes Naturstudien in den „Metamorphosegedichten“

2.1 Gründe für die „Darstellung der Naturlehre durch einen Poeten“

2.2 Wissensvermittlung in Goethes Die Metamorphose der Pflanzen

2.2.1 Die Elegie als Lehrgedicht

2.2.2 Goethe und Ovids Metamorphosen

2.2.3 Botanische Studien – Goethes Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären

2.2.4 Poetische Vermittlung der Pflanzenmetamorphose

2.3 Wissensvermittlung in Goethes Metamorphose der Tiere

2.3.1 Das Hexametergedicht als Lehrgedicht

2.3.2 Goethe und Lukrez‘ De rerum natura

2.3.3 Der osteologische Typus

2.3.4 Poetische Vermittlung der Tiermetamorphose

3. Vergleich der „Metamorphosengedichte“

3.1 Literarische Tradition

3.2 Vermittlung der wissenschaftlichen Inhalte

4. Fazit

4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse

4.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Johann Wolfgang von Goethe seine naturwissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Botanik und der vergleichenden Anatomie in den Gedichten "Die Metamorphose der Pflanzen" und "Metamorphose der Tiere" poetisch vermittelt und wie diese Werke in den Kontext seiner wissenschaftlichen Studien einzuordnen sind.

  • Analyse der Beweggründe für die Wahl der lyrischen Form zur Wissensvermittlung.
  • Untersuchung der intertextuellen Bezüge zu antiken Vorbildern (Ovid, Lukrez).
  • Vergleich der Vermittlungsstrategien in den beiden Lehrgedichten.
  • Erörterung des Verhältnisses von wissenschaftlicher Fachsprache und poetischer Darstellung.
  • Einordnung der Gedichte in Goethes naturwissenschaftliches Gesamtwerk und dessen Rezeption.

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung der Sinnesorgane für die Vermittlung der Pflanzenmetamorphose

Mithilfe der verschiedenen Sinnesorgane entsteht also ein visuelles, haptisches, akustisches und olfaktorisches Ensemble, das die Metamorphose der Pflanzen eindrücklich beschreibt. Die Vermittlung über die Sinnesorgane scheint zunächst auf die bessere Verständlichkeit der Elegie gegenüber ihrem Vorgänger, dem Aufsatz, abzuzielen. Damit ist sie ein Mittel, das die von Goethe beabsichtigte Vereinfachung der botanischen Studien realisiert.

Zieht man Goethes Definition einer „Idee“ hinzu, so wird darüber hinaus ersichtlich, dass der lyrische Sprecher die Metamorphose durch das sinnliche Anschauen als Idee darstellt: „Der Begriff ‚Idee‘ bezeichnet für Goethe eine in der Natur, in einer Vielzahl von Erscheinungen enthaltene, erfahrbare und in der Regel prozeßhafte, gesetzmäßige Einheit.“ In der Elegie wird folglich „die Metamorphose nach einem Urbild des der Pflanze innewohnenden Typus, ihrer Idee, […] ausgeführt“. Über das Gedicht wird so auch Goethes Vorstellung von einer Idee als abstrakte Erfahrung ausgedrückt.

Die Verwandlung der Pflanze vollzieht sich demnach sukzessive vor dem inneren Auge (Ohr, Nase und Tastsinn) der Geliebten und das entstehende geistige Bild realisiert sich genau wie die Metamorphose als stufenweise Abfolge. Somit „gelangen in dem Gedicht der Bildungsprozess der objektiven Natur und der Erkenntnisprozess des subjektiven Geistes zur Deckung.“ Der Beschreibungsprozess der Metamorphose findet seine verbale Entsprechung schließlich im vorletzten Vers – im „harmonischen Anschauen“:

Die heilige Liebe
Strebt zu der höchsten Frucht gleicher Gesinnungen auf,
Gleicher Ansicht der Dinge, damit in harmonischem Anschaun
Sich verbinde das Paar, finde die höhere Welt. (P, V. 77-80)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Goethes Aktualität als Naturforscher und legt den Fokus auf das Verhältnis von Wissenschaft und Dichtung in seinen Metamorphosegedichten.

1.1 Einordnung in den wissenschaftlichen Kontext: Dieses Kapitel skizziert bestehende Forschungsansätze zum Verhältnis von Wissen und Literatur in Goethes Werk.

1.2 Goethes naturwissenschaftlicher Werdegang: Es wird Goethes wissenschaftliche Entwicklung von der Grundbildung über sein Medizinstudium bis hin zu seinen botanischen und anatomischen Studien nachgezeichnet.

2. Goethes Naturstudien in den „Metamorphosegedichten“: Dieses Kapitel untersucht die grundlegenden Absichten Goethes bei der Darstellung seiner Naturforschung in poetischer Form.

2.1 Gründe für die „Darstellung der Naturlehre durch einen Poeten“: Hier werden die Beweggründe erarbeitet, warum Goethe seine wissenschaftlichen Ergebnisse in Gedichtform präsentierte, inklusive der Erweiterung des Rezeptionskreises.

2.2 Wissensvermittlung in Goethes Die Metamorphose der Pflanzen: Fokus auf das erste Gedicht, dessen Gattung, intertextuelle Bezüge und die botanische Lehre.

2.2.1 Die Elegie als Lehrgedicht: Analyse der antiken Form der Elegie und deren Anwendung durch Goethe als didaktisches Mittel.

2.2.2 Goethe und Ovids Metamorphosen: Darstellung der inhaltlichen und sprachlichen Bezüge zwischen Ovids Werk und Goethes Pflanzenelegie.

2.2.3 Botanische Studien – Goethes Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären: Betrachtung des wissenschaftlichen Aufsatzes als Grundlage des Gedichts und der zeitgenössischen Reaktionen.

2.2.4 Poetische Vermittlung der Pflanzenmetamorphose: Analyse der didaktischen Kommunikation und der Rolle der Sinne bei der Wissensvermittlung innerhalb des Gedichts.

2.3 Wissensvermittlung in Goethes Metamorphose der Tiere: Untersuchung des zweiten Gedichts und dessen Einbettung in Goethes anatomische Studien.

2.3.1 Das Hexametergedicht als Lehrgedicht: Einordnung der Gattung des Hexametergedichts in die Tradition des 18. Jahrhunderts.

2.3.2 Goethe und Lukrez‘ De rerum natura: Analyse der engen inhaltlichen Parallelen zwischen dem antiken Naturepos und Goethes Tiergedicht.

2.3.3 Der osteologische Typus: Erklärung der anatomischen Theorien Goethes (Kompensationsprinzip, Urform) und deren Spiegelung im Tiergedicht.

2.3.4 Poetische Vermittlung der Tiermetamorphose: Analyse der Sprecherinstanz und des Einsatzes der Muse als Vermittlungsmedium im Tiergedicht.

3. Vergleich der „Metamorphosengedichte“: Gegenüberstellung der beiden Gedichte hinsichtlich literarischer Tradition und Vermittlungsmethodik.

3.1 Literarische Tradition: Vergleich der gattungsspezifischen Einordnung von Elegie und Hexametergedicht in der Literatur des 18. Jahrhunderts.

3.2 Vermittlung der wissenschaftlichen Inhalte: Synthese der Erkenntnisse über die didaktischen und sprachlichen Strategien zur Wissensvermittlung in beiden Texten.

4. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse bezüglich der Synthese von Wissenschaft und Dichtung bei Goethe.

4.1 Zusammenfassung der Ergebnisse: Rekapitulation der Hauptargumente zur poetischen Naturlehre.

4.2 Ausblick: Überlegungen zur Anwendung der Untersuchungsmethodik auf weitere Werke wie "Howards Ehrengedächtnis" oder "Die Wahlverwandtschaften".

Schlüsselwörter

Goethe, Metamorphose der Pflanzen, Metamorphose der Tiere, Naturforschung, Lehrgedicht, Wissenschaft, Dichtung, Botanik, Anatomie, Wissensvermittlung, Elegie, Hexameter, Ovid, Lukrez, Anschauung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Masterarbeit befasst sich mit der Schnittstelle von Naturwissenschaft und Literatur in Goethes zwei zentralen "Metamorphosengedichten". Sie analysiert, wie Goethe wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Botanik und Tieranatomie poetisch aufbereitet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Kernbereichen gehören die Geschichte der Lehrdichtung, die Rezeption antiker Vorbilder (insbesondere Ovid und Lukrez) und Goethes eigenes Verständnis von naturwissenschaftlicher Anschauung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ergründen, warum Goethe die Gedichtform wählte, um komplexe wissenschaftliche Studien zu vermitteln, und wie erfolgreich diese Vermittlung durch poetische und sprachliche Gestaltungsmittel gelingt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Vergleich der Gedichte mit Goethes wissenschaftlichen Fachaufsätzen, eine Einordnung in den literarhistorischen Kontext sowie eine detaillierte Untersuchung rhetorischer und poetologischer Mittel kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die "Metamorphose der Pflanzen" und danach die "Metamorphose der Tiere" separat auf ihre Vermittlungsstrategien hin untersucht. Daran schließt sich ein direkter Vergleich beider Werke an.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit dreht sich maßgeblich um Begriffe wie "Metamorphose", "Anschauung", "Lehrgedicht", "Synthese von Wissenschaft und Dichtung" sowie "anthropologische Wende".

Warum spielt der "Aufsatz" im Vergleich zu den Gedichten eine so große Rolle?

Die Fachaufsätze bilden die wissenschaftliche Grundlage. Die Arbeit zeigt, dass die Gedichte zwar populärwissenschaftlich leichter zugänglich sind, für ein vollständiges Verständnis jedoch oft der Kontext der zugrunde liegenden wissenschaftlichen Studien erforderlich ist.

Welche Rolle spielt die Muse in Goethes "Metamorphose der Tiere"?

Die Muse fungiert als poetisches Vermittlungsmedium. Sie garantiert laut dem Text, dass die Lehre frei von künstlicher Sentimentalität bleibt und unterstützt die Vermittlung eines objektiven Naturverständnisses, das zugleich ästhetisch geformt ist.

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Details

Title
Aspekte der Wissensvermittlung in den Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe. "Die Metamorphose der Pflanzen" und "Metamorphose der Tiere"
College
University of Freiburg
Grade
2,0
Author
Sinja Guth (Author)
Publication Year
2019
Pages
69
Catalog Number
V1152535
ISBN (eBook)
9783346543073
ISBN (Book)
9783346543080
Language
German
Tags
aspekte wissensvermittlung gedichten johann wolfgang goethe metamorphose pflanzen tiere
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sinja Guth (Author), 2019, Aspekte der Wissensvermittlung in den Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe. "Die Metamorphose der Pflanzen" und "Metamorphose der Tiere", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1152535
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