Der Energiesektor in Deutschland ist mit einem Anteil von 83% (2020) der größte Emittent von Treibhausgasen und trägt somit erheblich zum Klimawandel bei (UBA 2021). Im Rahmen der Energiewende, muss eine Umstrukturierung zugunsten von erneuerbaren Energieträgern bewältigt werden, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren und so einen Beitrag zur nachhaltigen Transformation zu leisten. Um dieser Zielsetzung nachzugehen, ergeben sich auch für die Regionalplanung viele Tätigkeitsfelder. Wie die Planung mit dieser Aufgabe umgeht und ob die regulatorischen Rahmenbedingungen ausreichen um die Herausforderungen der Planung zu bewältigen, wird im weiteren Verlauf auf Grundlage der folgenden These diskutiert: „Es bedarf einer Anpassung des regulatorischen Rahmens zum Ausbau von Windenergie, damit die Regionalplanung ihren Aufgaben nachkommen und so einen Beitrag zur nachhaltigen Transformation leisten kann“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Thesendiskussion
3. Fazit
4. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Regionalplanung bei der nachhaltigen Transformation des Energiesektors und untersucht die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Windenergie an Land. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern eine Anpassung dieser Rahmenbedingungen notwendig ist, um die Planungssicherheit zu gewährleisten und die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen.
- Notwendigkeit der großen nachhaltigen Transformation
- Rolle des Energiesektors beim Klimaschutz
- Aufgaben und Instrumente der Regionalplanung
- Herausforderungen der Konzentrationszonenplanung
- Regulatorische Hürden und Rechtsunsicherheiten beim Windkraftausbau
Auszug aus dem Buch
2. Thesendiskussion
Die Notwendigkeit des Ausbaus der erneuerbaren Energien ergibt sich aus der Einhaltung der Pariser Klimaziele, einen Anstieg der globalen Temperatur von 1,5°C nicht zu überschreiten. Damit das Ziel erreicht werden kann, müssen die Industrieländer ihre Emissionen bis 2050, im Verhältnis zum Basisjahr 1990 um 80 bis 95% Prozent reduzieren (BMU 2018, S.19). Trotz der Zielumsetzung werden Sektoren, wie unter anderem die Industrie und Landwirtschaft weiterhin eine Restgröße an Emissionen produzieren. Daher rückt der Energiesektor bei der Einsparung von Treibhausgasen in den Fokus (UBA 2012). Um diesen Forderungen gerecht zu werden lautet die Zielsetzungen der Bundesregierung, dass der in Deutschland erzeugte und verbrauchte Strom bis 2050 zu 100% klimaneutral sein soll (BMVI 2020). Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Ausbau der Windenergie, welche annähernd die Hälfte der benötigten Energie onshore und offshore produzieren soll.
Zur Bewältigung der (Klima-)Krise bedarf es einer „wirksamen politischen Steuerung unter Einbeziehung zahlreicher raumwirksamer Akteure“ (HOFMEISTER & WARNER 2021, S. 7). Neben dem gefordertem, gestaltenden Staat sind damit die Tätigkeitsfelder der Raum- und Umweltplanung gemeint. Deren Zuständigkeit ergibt sich daraus, dass Folgen des Klimawandel wie beispielsweise Extremwetterereignisse einen direkten Einfluss auf den von der Planung beplanten Raum haben. Die Dringlichkeit der planerischen Reaktion auf aktuelle und zukünftige Ereignisse wurde im Rahmen der 36. Ministerkonferenz für Raumordnung verdeutlicht. In diesem Zusammenhang wurde der Handlungsauftrag an die Raumordnung durch den Beschluss des „Handlungskonzeptes der Raumordnung zur Vermeidungs-, Minderungs- und Anpassungsstrategien im Hinblick auf die räumlichen Konsequenzen des Klimawandels“ konkretisiert (SCHMITT 2016, S. 10). Die Raumordnung ist aufgrund ihres fach- und gebietsübergreifenden Aufgabenverständnisses dazu in der Lage planerisch einerseits auf die Klimafolgen zu reagieren (Klimaanpassung) und andererseits zur Vermeidung von weiteren Klimakatastrophen beizutragen (Klimaschutz).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Dringlichkeit der globalen Klimakrise und die daraus resultierende Notwendigkeit einer nachhaltigen Transformation des Energiesektors, insbesondere in Deutschland.
2. Thesendiskussion: Hier werden die regulatorischen Rahmenbedingungen und die Rolle der Regionalplanung bei der Bereitstellung von Flächen für Windenergieanlagen kritisch analysiert und die damit verbundenen planerischen Herausforderungen diskutiert.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer Anpassung des regulatorischen Rahmens durch den Bund, um die Steuerungsfähigkeit der Regionalplanung zu sichern.
4. Literatur: In diesem Kapitel werden alle verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Grundlagen der Arbeit aufgelistet.
Schlüsselwörter
Klimawandel, Energiewende, Windenergie, Regionalplanung, Nachhaltige Transformation, Flächensicherung, Konzentrationszonenplanung, Raumordnung, Klimaschutz, Planungssicherheit, Treibhausgasemissionen, Erneuerbare Energien, Regulierungsrahmen, BauGB, ROG
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die regulatorischen Hindernisse beim Ausbau der Windenergie an Land und analysiert, inwieweit die Regionalplanung unter den aktuellen Bedingungen ihren Beitrag zur nachhaltigen Transformation leisten kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Klimaschutzziele, die Steuerungswirkung der Regionalplanung, rechtliche Rahmenbedingungen wie das BauGB und das ROG sowie die Problematik der Flächenausweisung für Windkraftanlagen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob der regulatorische Rahmen angepasst werden muss, damit die Regionalplanung ihre Aufgaben beim Windenergieausbau erfüllen und einen Beitrag zur nachhaltigen Transformation leisten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoriebasierte Analyse und Diskussion auf Basis aktueller Gesetzesvorgaben, fachpolitischer Stellungnahmen und wissenschaftlicher Literatur zur Raumordnung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Notwendigkeit des Windenergieausbaus zur Erreichung der Klimaziele sowie mit der Analyse der verschiedenen Planungsinstrumente (Vorranggebiete, Eignungsgebiete) und den auftretenden Rechtsunsicherheiten in der Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Regionalplanung, Windenergie, Klimawandel, Nachhaltige Transformation, Konzentrationszonenplanung und Planungssicherheit.
Warum gibt es laut Autor vermehrt Rechtsunsicherheiten in der Planung?
Rechtsunsicherheiten entstehen durch eine Kontroverse zwischen der „negativ“-Planung und der Privilegierung von Vorhaben, was in der Vergangenheit zu zahlreichen Klagen und Aufhebungen von Regionalplänen geführt hat.
Welche Forderung stellt der Autor im Fazit?
Der Autor fordert eine verbindliche Anpassung des regulatorischen Rahmens auf Bundesebene, die im Raumordnungsgesetz (ROG) verankert werden muss, um der Regionalplanung eine klare Grundlage für die Flächenbereitstellung zu geben.
Welche Rolle spielt die 2%-Flächenvorgabe?
Die Arbeit weist darauf hin, dass bisher nur etwa 0,9% der Fläche für Windenergie ausgewiesen wurden, während mindestens 2% erforderlich sind, um die ambitionierten Ausbauziele der Bundesregierung zu erreichen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Nachhaltige Transformation durch den Ausbau der Windenergie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1152615