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Sozialkapital und Regionalentwicklung

Title: Sozialkapital und Regionalentwicklung

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 18 Pages , Grade: 2

Autor:in: Anna Cwalian (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Diese Hausarbeit bearbeitet die Thematik des Sozialkapitals und ihrer Wirkung zur wirtschaftlichen Entwicklung einer Region. Sozialkapital als ein fördernder Faktor in der ökonomischen Entfaltung einer Region wurde in den letzten Jahrzehnten stets positiv bewertet, so zum Beispiel zur Jahrtausendwende von der Weltbank und der OECD. Gleichzeitig empfahlen diese bedeutenden Organisationen, dass es in die wirtschaftlichen und politischen Bilanzen aufgenommen werden sollte. Mit dieser Hausarbeit möchte ich auf die Frage eingehen, inwiefern Sozialkapital einen positiven Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung einer Region hat.
Im ersten Teil komme ich zu einer Definition von Sozialkapital, die ich anhand von Theorien der drei renommierten Wissenschaftler Fukuyama, Coleman und Putnam darstellen werde. Sie waren die Ersten, die Sozialkapital beschrieben haben und die ersten Versuche starteten, es zu messen. Anschließend zeige ich zwei Erfolgsgeschichten aus Italien und Brasilien, in denen Sozialkapital eine maßgebliche Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Regionen gespielt hat.
Im letzten Abschnitt dieser Hausarbeit möchte ich die Sichtweise von Udo Staber darstellen, der die bisherigen Bewertungen von Sozialkapital als zu allgemein und zu positiv kritisiert. Ihm fehlt es meistens an empirischer Genauigkeit, da die vorliegenden Studien sehr oft Ergebnisse und Rückschlüsse von scheinbar vergleichbaren Forschungen in ihre Messungsszenarien integrieren würden, die aber auf die individuellen Situationen nicht übertragen werden könnten. Seine innovativen Vorschläge, wie in der Zukunft Sozialkapital gemessen werden kann, um Ungenauigkeiten und Widersprüche in den Resultaten zu vermeiden, werde ich einzeln auflisten und vorstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sozialkapital – Definition

2.1. Sozialkapital nach Fukuyama

2.2. Sozialkapital nach Coleman und Putnam

3. Sozialkapital und regionalwirtschaftliche Entwicklung an einem Beispiel

3.1. Italien

3.2. Vale dos Sinos (Brasilien)

4. Kritik an bestehenden Theorien von Udo Staber

4.1. Kontextualisierung nach Staber

5. Fazit

6. Literaturliste

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung von Sozialkapital als Einflussfaktor auf die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen, wobei theoretische Ansätze kritisch hinterfragt und anhand von Fallbeispielen sowie der Kritik von Udo Staber analysiert werden.

  • Theoretische Grundlagen des Sozialkapitalbegriffs nach Fukuyama, Coleman und Putnam
  • Empirische Untersuchung der Rolle von Sozialkapital in Italien und Brasilien
  • Kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Messbarkeit von Sozialkapital
  • Notwendigkeit einer kontextspezifischen Forschung nach Udo Staber

Auszug aus dem Buch

3.1. Italien

Die schlechtere wirtschaftliche Entwicklung Süditaliens im Vergleich zu der Norditaliens begründet Putnam durch die unterschiedlichen historischen Voraussetzungen, die schon im Mittelalter ihren Ursprung hatten. Die Unterschiede zwischen Nord- und Süditalien im Zusammenhang mit bürgerlichen Sittsamkeiten und politischen Strukturen ließen sich schon im 12. Jahrhundert erkennen. (PUTNAM 1993, S.126) Wichtig zu erwähnen ist, dass der Norden durch horizontale Beziehungen geprägt ist, wogegen der Süden sich durch vertikale und hierarchische Strukturen auszeichnet.

In diesem Zusammenhang argumentiert Putnam, dass das Verhaltensmuster „Nicht kooperieren“ in Süditalien zu einer Internalisierung führte. Dies bewirkte die Entwicklung der kulturellen Muster Süditaliens, die bis zum heutigen Tag fortbestehen. Die Verbesserung institutioneller Rahmenbedingungen in Süditalien konnte ihre Wirkung nicht entfalten, weil die internalisierte Nichtkooperationsnorm, die in informellen Institutionen weitergegeben wurde, ein Hindernis bei der Steigerung der ökonomischen Leistungsfähigkeit und demokratischer Performanz war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Sozialkapital als Wirtschaftsfaktor ein und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.

2. Sozialkapital – Definition: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Sozialkapitals anhand der theoretischen Modelle von Fukuyama, Coleman und Putnam.

3. Sozialkapital und regionalwirtschaftliche Entwicklung an einem Beispiel: Anhand der Regionen Italien und Vale dos Sinos wird aufgezeigt, wie Sozialkapital die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen kann.

4. Kritik an bestehenden Theorien von Udo Staber: Das Kapitel diskutiert die Kritik von Udo Staber an den bisherigen, oft inkonsistenten empirischen Studien zur Wirkung von Sozialkapital.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, Sozialkapitalforschung kontextbezogener durchzuführen.

6. Literaturliste: Die Literaturliste enthält alle im Rahmen der Arbeit verwendeten Quellen und Referenzen.

Schlüsselwörter

Sozialkapital, Regionalentwicklung, Wirtschaftsgeografie, Vertrauen, Kooperation, Cluster, Institutionen, Wettbewerbsfähigkeit, Udo Staber, Robert Putnam, James Coleman, Francis Fukuyama, Netzwerke, Kontextualisierung, Wirtschaftswachstum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Wirkung von Sozialkapital auf die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen und beleuchtet dabei sowohl klassische Theorien als auch aktuelle kritische Forschungsansätze.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Definition von Sozialkapital, seine Auswirkungen auf ökonomische Cluster-Strukturen und die methodische Kritik an der Messbarkeit dieses Phänomens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Einfluss von Sozialkapital auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Region zu bestimmen und zu klären, warum bisherige Forschungsergebnisse oft inkonsistent sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literatur- und Theorieanalyse sowie das Studium von Fallbeispielen, um die theoretischen Konzepte mit realen wirtschaftsgeografischen Entwicklungen zu vergleichen.

Was ist der Kerngehalt des Hauptteils?

Der Hauptteil behandelt die Konzepte von Fukuyama, Coleman und Putnam, illustriert diese durch Erfolgsbeispiele (Italien, Brasilien) und analysiert detailliert die systemkritischen Einwände von Udo Staber.

Was zeichnet die Arbeit inhaltlich aus?

Die Arbeit bietet eine fundierte Gegenüberstellung von traditioneller Sozialkapital-Theorie und modernen Anforderungen an eine kontextsensitive, empirische Wirtschaftsgeografie.

Wie unterscheidet sich das Sozialkapital in Nord- und Süditalien laut Putnam?

Putnam führt die Leistungsunterschiede auf historische Faktoren zurück: Der Norden ist durch horizontale Beziehungen und Vertrauen geprägt, während der Süden unter vertikalen, hierarchischen Strukturen leidet.

Was genau kritisiert Udo Staber an der bisherigen Forschung?

Staber bemängelt, dass die meisten Studien den jeweiligen Kontext vernachlässigen und Leistungsindikatoren unkritisch von anderen Forschungsfeldern übertragen, was zu verzerrten und nicht vergleichbaren Ergebnissen führt.

Welche Bedeutung hatte das Sozialkapital für die Entwicklung des Schuh-Clusters in Vale dos Sinos?

Sozialkapital diente zunächst als wichtige Grundlage für Kooperation und Aufbau, erlitt jedoch durch zunehmende Marktrationalität und den Eintritt externer Akteure eine Erosion.

Was ist mit "künstlich" geschaffenem Sozialkapital gemeint?

Im Gegensatz zum traditionellen Sozialkapital, das aus informellen, kulturellen Bindungen entsteht, bezeichnet dieser Begriff formalisierte Kooperationsstrukturen und absichtsvoll geschaffene Verpflichtungen.

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Details

Title
Sozialkapital und Regionalentwicklung
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Geographisches Institut)
Course
EVOLUTIONÄRE WIRTSCHAFTSGEOGRAPHIE
Grade
2
Author
Anna Cwalian (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V115269
ISBN (eBook)
9783640168521
ISBN (Book)
9783640168620
Language
German
Tags
Sozialkapital Regionalentwicklung EVOLUTIONÄRE WIRTSCHAFTSGEOGRAPHIE
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Cwalian (Author), 2008, Sozialkapital und Regionalentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115269
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