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Die Rolle der Medien in der Darstellung von deutschen Politikern seit 1900

Title: Die Rolle der Medien in der Darstellung von deutschen Politikern seit 1900

Term Paper , 2010 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Malte Dassau (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit der medialen Darstellung von Politikern seit dem neunzehnten Jahrhundert und beantwortet die Frage, welche Rolle die Entwicklung der Medien in diesem Prozess einnimmt.

Wie nutzten diese Politiker aus differenten Staatssystemen die Medien für ihre Darstellung? Welche Strategien verfolgten sie mit ihrer politischen Visualisierung, um politische Macht zu erhalten oder zu sichern? Dies sind Fragen, die im Kontext der technologischen Entwicklung der Medien in dieser Arbeit beantwortet werden sollen. Erst durch die Verbindung aller Kapitel werden Kontinuitäten beziehungsweise Diskontinuitäten in den Politikerdarstellungen deutlich. Die Verknüpfung ermöglicht einzelne Faktoren zu erkennen, die erstmals bei einer Politikerdarstellung auftreten und kontinuierlich bei nachkommenden Politikern weiterentwickelt und genutzt werden. Beispielhaft sollen die Politikerdarstellungen Wilhelm II., Hindenburgs, Hitlers, Adenauers, Schröders und schließlich Merkels Antwort auf die Fragen geben.

Politik und mediale Darstellung sind heutzutage nicht mehr voneinander zu trennen. Tagtäglich inszenieren sich die Politiker für ihre politischen Wähler in den Medien. Ohne politische Inszenierung können Politiker heute keine Wahl mehr gewinnen. Diese Tatsache des späten zwanzigsten Jahrhunderts ist Resultat eines langen Prozesses, der sich an verschiedenen Politikerdarstellungen im zwanzigsten Jahrhundert in Deutschland abzeichnete. Die Macht der Medien scheint stetig zugenommen zu haben und am Ende dieses Prozesses maßgeblicher Faktor für den Machtgewinn bzw. –erhalt geworden zu sein. Gleichzeitig zeigt sich ein stetiger Prozess, in dem sich die politischen Inhalte immer mehr von der Person ablösen und in den Hintergrund zu treten scheinen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Willhelm II. und Gerhard Schröder - Medienkaiser und Medienkanzler

3. Die Kraft des „Rettermythos“

3.1 Der „Rettermythos“ in der Weimarer Republik

3.2 Der „Marschall“ und der „Gefreite“

4. „Der Führer“ als erstes politisches Markenprodukt

5. Politiker der Werbeindustrie. Der Weg in die Mediengesellschaft

5.1 Konrad Adenauer als erstes Produkt der Werbeindustrie

5.2 Mit Gerhard Schröder zum deutschen „Politainment“

5.3 Angela Merkel: Die mediale Antiheldin?

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie deutsche Politiker verschiedener Epochen die Medien für ihre Selbstdarstellung nutzten, um politische Macht zu sichern, und wie sich dabei das Verhältnis zwischen politischer Inszenierung und medialer Realität im 20. Jahrhundert gewandelt hat.

  • Historische Entwicklung der politischen Inszenierung von Wilhelm II. bis Angela Merkel.
  • Die Entstehung und Instrumentalisierung von politischen Mythen (z.B. „Rettermythos“).
  • Der Wandel vom einfachen Politiker hin zum „Markenprodukt“ der Werbeindustrie.
  • Die Etablierung des „Politainments“ in der modernen Mediengesellschaft.
  • Die Rolle des technologischen Fortschritts für die mediale Macht von Politikern.

Auszug aus dem Buch

Die Kraft des „Rettermythos“

Die Vorstellung vom „Rettermythos“ vereint Hindenburg als historische Figur und die Schlacht von Tannenberg als historisches Ereignis. Im Sommer 1914 kam es zu einem Gefecht zwischen der russischen und der deutschen Armee südlich von Allenstein in Ostpreußen. Es endete mit einem Sieg der 8. Armee gegen die nach Ostpreußen eingedrungenen russischen Truppen. Dieses Ereignis bildet den Beginn des „Rettermythos“ um Hindenburg. Der Mythos verbreitete sich rasend schnell in der Bevölkerung und nach kürzester Zeit war die Befreiung Ostpreußens von den russischen Truppen das alleinige Verdienst Hindenburgs.

Doch noch mehr als der Sieg trug die „späte Revanche“ für die 1914 verlorene Schlacht bei Tannenberg gegen das Heer Polens und des Großfürsten von Litauen zur Entstehung des Mythos bei. Ganz bewusst wurde die gewonnene „Schlacht bei Allenstein“ deshalb auf Wunsch Hindenburgs in die „Schlacht bei Tannenberg“ unbenannt. Paul von Hindenburg wurde zum Verteidiger „ehemaligen deutschen Bodens“. Er wurde zum „Retter“ der deutschen Nation.

Interessant ist dabei, dass dieser Mythos trotz der entscheidenden Niederlagen der letzten zwei Jahre des ersten Weltkriegs, für die Hindenburg maßgeblich verantwortlich war, und trotz seines eigentlich sehr geringen Beitrags zum Sieg in der Schlacht bei Tannenberg in den Köpfen der deutschen Bevölkerung bis zur Zeit des Nationalsozialismus verankert hat. Die Menschen sahen in Hindenburg nicht das, was er war, sondern das, was er sein sollte: Ein Kaiserersatz und eine nationale Identitätsfigur. Sie wünschten sich Einheit in der durch Konflikte fragmentierten Gesellschaft. Außerdem suchte die Bevölkerung in einem neuartigen anonymen und weitgehend technisierten Krieg nach einem nationalen Kriegshelden, der die Hoffnung des Sieges verkörperte. Nur so kann der sich entwickelnde Hindenburg-Kult erklärt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Stellt die Forschungsfrage nach der medialen Inszenierung von Politikern und ihrer Rolle für den Machtgewinn im 20. Jahrhundert dar.

2. Willhelm II. und Gerhard Schröder - Medienkaiser und Medienkanzler: Vergleicht die mediale Selbstinszenierung von Wilhelm II. und Gerhard Schröder und arbeitet Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede heraus.

3. Die Kraft des „Rettermythos“: Analysiert, wie Hindenburg durch den Mythos der Schlacht von Tannenberg zur nationalen Identitätsfigur stilisiert wurde.

3.1 Der „Rettermythos“ in der Weimarer Republik: Untersucht die Genese des Hindenburg-Mythos und seine strategische Nutzung in Wahlkämpfen.

3.2 Der „Marschall“ und der „Gefreite“: Beschreibt die Instrumentalisierung des Hindenburg-Mythos durch die Nationalsozialisten zur Legitimation Hitlers.

4. „Der Führer“ als erstes politisches Markenprodukt: Zeigt auf, wie Hitler mit modernen Werbestrategien bewusst als politische Marke etabliert wurde.

5. Politiker der Werbeindustrie. Der Weg in die Mediengesellschaft: Thematisiert den Wandel zur Mediendemokratie, in der Politiker zunehmend wie Markenprodukte vermarktet werden.

5.1 Konrad Adenauer als erstes Produkt der Werbeindustrie: Analysiert den Wahlkampf von 1957 als Beginn der Nutzung von PR-Techniken und Meinungsforschung.

5.2 Mit Gerhard Schröder zum deutschen „Politainment“: Beschreibt die Verquickung von Politik und Showgeschäft im Zeitalter des dualen Rundfunks.

5.3 Angela Merkel: Die mediale Antiheldin?: Analysiert den Wandel Merkels vom anfangs „unbeholfenen“ Auftreten zur medienkonformen Inszenierung.

6. Fazit: Fasst zusammen, dass die mediale Inszenierung zum entscheidenden Faktor für Machtgewinn und -erhalt im 20. Jahrhundert geworden ist.

7. Literaturverzeichnis: Listet die verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen auf.

Schlüsselwörter

Politische Inszenierung, Medien, Machtgewinn, Rettermythos, Hindenburg, Adolf Hitler, Markenprodukt, Werbeindustrie, Mediengesellschaft, Konrad Adenauer, Gerhard Schröder, Politainment, Angela Merkel, Wahlkampf, politische Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung der medialen Selbstdarstellung deutscher Politiker im 20. Jahrhundert und der zunehmenden Bedeutung von Werbestrategien für den politischen Erfolg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Evolution der politischen Inszenierung, die Macht der Medien in unterschiedlichen Staatsformen, die Entstehung politischer Mythen und der Wandel des Politikers zum Markenprodukt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Strategien der politischen Visualisierung zu analysieren und zu erklären, wie Politiker durch die Nutzung von Medien Macht sichern und wie sich die „mediale Realität“ dabei konstituiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse politischer Darstellungen, Wahlkampfstrategien und der Rolle der Werbeindustrie im historischen Kontext, unter Einbeziehung wissenschaftlicher Literatur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert beispielhaft Politiker wie Wilhelm II., Hindenburg, Hitler, Adenauer, Schröder und Merkel im Hinblick auf ihre mediale Strategie und die technologischen Rahmenbedingungen ihrer Zeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Politische Inszenierung, Politainment, Rettermythos, Markenprodukt, Mediengesellschaft und Politische Kommunikation charakterisiert.

Welche Rolle spielte der technologische Fortschritt für Hindenburg?

Der Fortschritt in fotomechanischen Druckverfahren ermöglichte die massenhafte Verbreitung von Hindenburg-Bildern, was entscheidend zur Etablierung und Verankerung seines „Rettermythos“ im Volk beitrug.

Wie unterscheidet sich die mediale Strategie von Angela Merkel zu der von Gerhard Schröder?

Während bei Schröder große Gesten, Emotionalisierung und eine showartige Inszenierung im Vordergrund standen, setzte Merkel auf eine Strategie des Pragmatismus, der Rationalität und Sachbezogenheit, wobei sie ihr Privatleben stärker von der Öffentlichkeit abschirmte.

Warum wird Hitler als erstes „politisches Markenprodukt“ bezeichnet?

Hitler gilt als erstes politisches Markenprodukt, da die Nationalsozialisten bewusst moderne Werbetechniken, eine ständige Wiederholung visueller Motive und die gezielte Imagepflege (z.B. durch Heinrich Hoffmann) einsetzten, um ihn als Ikone zu etablieren.

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Details

Title
Die Rolle der Medien in der Darstellung von deutschen Politikern seit 1900
College
University of Flensburg
Grade
1,3
Author
Malte Dassau (Author)
Publication Year
2010
Pages
26
Catalog Number
V1152736
ISBN (PDF)
9783346580351
ISBN (Book)
9783346580368
Language
German
Tags
Geschichte Bilder Wahlplakate Wahlplakat Weimarer Republik Bundesrepublik Adenauer Kohl Schröder Merkel Hindenburg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Malte Dassau (Author), 2010, Die Rolle der Medien in der Darstellung von deutschen Politikern seit 1900, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1152736
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