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Das politische System der Republik Belarus

Title: Das politische System der Republik Belarus

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martin Reiher (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Mit der Osterweiterung der Europäischen Union ist ein Staat zum Nachbarn geworden, der vorher viel ferner schien und bisher höchsten als Transitland für russische Gaslieferungen bekannt war: die Republik Belarus. Während in einigen Nachfolgestaaten der Sowjetunion demokratische Systeme etabliert wurden, entwickelte sich das im deutschsprachigen Raum oft noch als „Weißrussland“ bezeichnete Land in eine andere Richtung.
Belarus unter dem seit 1994 regierenden Präsidenten Lukaschenko wird in Presse und Literatur oft als „letzte Diktatur Europas“ bezeichnet und so soll in dieser Hausarbeit untersucht werden, ob sich das politische System der Republik Belarus als autoritär einordnen lässt.
Dazu wird zunächst ein grober Überblick über die theoretische Debatte um die Einordnung bzw. Typologisierung politischer Systeme gegeben. Neben der Vorstellung verschiedener Konzepte der Transformationsforschung wird besonders auf das Autoritarismus-Konzept von Juan Linz eingegangen. Abschließend erfolgt eine Einordnung des politischen Systems von Belarus nach Linz und ergänzend die Einordnung nach anderen Konzepten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

ÜBERBLICK ZUR THEORETISCHE DEBATTE

AUTORITARISMUS NACH JUAN LINZ

DAS POLITISCHE SYSTEM VON BELARUS

BEGRENZTER PLURALISMUS IN BELARUS

ELITENREKRUTIERUNG

OPPOSITION

NICHTREGIERUNGSORGANISATIONEN

ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das politische System der Republik Belarus unter Präsident Lukaschenko, um festzustellen, ob es nach den Kriterien des Autoritarismus-Konzepts von Juan Linz als autoritäres Regime klassifiziert werden kann. Ziel ist es, die spezifischen Mechanismen der Herrschaftsausübung zu analysieren und den Demokratisierungsprozess in Belarus zu bewerten.

  • Theoretische Grundlagen der Transformationsforschung und Autoritarismus-Konzepte
  • Analyse des politischen Systems in Belarus
  • Untersuchung des begrenzten Pluralismus durch Elitenrekrutierung
  • Rolle und Status der Opposition im politischen Gefüge
  • Einfluss und Repression von Nichtregierungsorganisationen

Auszug aus dem Buch

Autoritarismus nach Juan Linz

Den Begriff des Autoritarismus als eigenen Typus politischer Herrschaft gibt es seit den 1970er Jahren. Bis dahin hatte man die Herrschaftstypen lediglich in Demokratien und Nicht-Demokratien oder wie der Staatsrechtler Loewenstein in Autokratie und Konstitutionalismus eingeteilt. Juan Linz schuf einen dritten Typen, das „autoritäre Regime“. Die neue Dreiteilung der politischen Systeme weist den „Vorteil auf, die qualitativen Differenzen innerhalb von Nicht-Demokratien zu betonen“ (Wiest, S.3). So kann einerseits der Typus des Totalitarismus besser von der Autokratie abgegrenzt werden und anderseits lassen sich unter dem Typus des autoritären Regimes besser die sehr unterschiedlichen Formen autoritärer Herrschaft zusammenfassen.

Juan Linz benennt als die drei wesentlichen Merkmale zur Unterscheidung politischer Herrschaftsformen die Ausprägung des politischen Pluralismus, den Grad der politischen Mobilisierung der Massen und das Vorhandensein von Mentalitäten oder ausgearbeiteter Ideologien. Liegen eine geringe Mobilisierung, ein begrenzter Pluralismus und Mentalitäten statt Ideologien vor, handelt es sich nach Linz um ein autoritäres Regime. Seinen Definitionsansatz sieht Linz vor allem als Unterscheidung zu „Systemen mit kompetitiven Demokratien als auch in Abgrenzung zum Idealtypus eines totalitären Systems“ (Linz, S.129).

Linz konzentriert sich mit seinem Konzept „auf die Ausübung und Organisation von Macht“ (Linz, S.130). Sein Autoritarismus-Konzept lässt politische Inhalte und Ziele weitgehend außen vor und hinterfragt die Verknüpfung der Macht mit der Gesellschaft, die Glaubens- und Wertesysteme und die Rolle der Bürger im politischen System. Linz bezeichnet diese Form der politischen Herrschaft bewusst als „autoritäre Regime“ statt autoritäre Regierungen, „um die relativ geringe Eigenständigkeit und Abgegrenztheit politischer Institutionen anzudeuten“ (Linz, S.130).

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob das politische System von Belarus als autoritär einzustufen ist, und skizziert den Aufbau der Untersuchung.

ÜBERBLICK ZUR THEORETISCHE DEBATTE: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Ansätze der Transformationsforschung und diskutiert verschiedene Konzepte wie verminderte Subtypen der Demokratie sowie hybride Regime.

AUTORITARISMUS NACH JUAN LINZ: Hier werden die zentralen Merkmale des Autoritarismus-Konzepts von Juan Linz, insbesondere der begrenzte Pluralismus, vorgestellt und theoretisch begründet.

DAS POLITISCHE SYSTEM VON BELARUS: Es folgt eine Darstellung der staatlichen Strukturen, der Rolle des Präsidenten Lukaschenko und der Machtkonzentration in der Präsidialadministration.

BEGRENZTER PLURALISMUS IN BELARUS: Dieses Hauptkapitel analysiert empirisch die Kooptierung von Eliten, die Situation der Opposition und die Handlungsspielräume von Nichtregierungsorganisationen.

ELITENREKRUTIERUNG: Dieser Abschnitt beschreibt, wie durch ständigen Austausch von Funktionsträgern eine unabhängige Hausmacht innerhalb der Elite verhindert wird.

OPPOSITION: Hier wird die prekäre Lage der außerparlamentarischen Opposition und die systematische Behinderung politischer Alternativen untersucht.

NICHTREGIERUNGSORGANISATIONEN: Dieser Teil befasst sich mit den Repressionen gegenüber zivilgesellschaftlichen Akteuren und der Verstaatlichung vormals unabhängiger Bereiche.

ZUSAMMENFASSUNG: Das Fazit bestätigt die Einordnung von Belarus als autoritäres Regime nach Linz und diskutiert mögliche zukünftige Anknüpfungspunkte für die Europäische Union.

Schlüsselwörter

Belarus, Alexander Lukaschenko, Autoritarismus, Juan Linz, begrenzter Pluralismus, politische Transformation, Demokratie, Autokratie, Elitenrekrutierung, Opposition, Nichtregierungsorganisationen, Präsidialsystem, Regimesystem, politische Kultur, Repression.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische System der Republik Belarus unter Präsident Alexander Lukaschenko, um zu klären, ob es sich dabei um ein autoritäres Regime handelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die theoretische Einordnung autoritärer Herrschaft, die Machtkonzentration in Belarus und der Nachweis eines begrenzten Pluralismus durch verschiedene politische Mechanismen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet, ob sich das politische System von Belarus anhand des Autoritarismus-Konzepts von Juan Linz erfolgreich als autoritär einordnen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis der Systemtheorie und Transformationsforschung durchgeführt, wobei insbesondere das Konzept des begrenzten Pluralismus nach Juan Linz angewandt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil untersucht die Elitenrekrutierung, den Umgang mit der Opposition und den Status von Nichtregierungsorganisationen, um den begrenzten Pluralismus in Belarus empirisch zu belegen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Belarus, Lukaschenko, Autoritarismus, begrenzter Pluralismus, Elitenrekrutierung und Transformationsforschung.

Warum wird die Elitenrekrutierung als Indikator für Autoritarismus gewertet?

Die ständige, vom Präsidenten gesteuerte Kooptierung verhindert, dass sich eigenständige Machtzentren bilden können, was ein Kernmerkmal des begrenzten Pluralismus nach Linz darstellt.

Wie schätzt der Autor die Zukunft der EU-Beziehungen zu Belarus ein?

Der Autor sieht in der wirtschaftlichen Abhängigkeit und Energieproblematik mögliche Anknüpfungspunkte für die EU, um über verstärkte Kooperationen Fortschritte beim Grundrechtschutz einzufordern.

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Details

Title
Das politische System der Republik Belarus
College
University of Potsdam  (Dozentur für Internationale und vergleichende Politik)
Course
Autoritäre Regime im 21. Jahrhundert
Grade
1,3
Author
Martin Reiher (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V115275
ISBN (eBook)
9783640169306
ISBN (Book)
9783640168651
Language
German
Tags
Republik Belarus Autoritäre Regime Weißrussland Lukaschenko
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Reiher (Author), 2008, Das politische System der Republik Belarus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115275
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