In der folgenden Arbeit werden die Entstehung und die Entwicklung des Romans
zu Beginn des 19. Jahrhunderts behandelt. Ein besonderes Augenmerk wird hierbei auf die Wirkung des Romans die Gesellschaft gelegt. Themen die dabei angeschnitten werden sind u.a. auch die Entwicklung des Romans zum Massenmedium und die Intermedialität dieser neuen literarischen Gattung.
Im europäischen Vergleich war Deutschland im Zeichen der Aufklärung am Anfang des 18. Jahrhunderts weit zurück. Erst am Ende des Jahrhunderts fand auch hier der Anschluss an die Nachbarstaaten statt, wodurch soziale und vor allem kulturelle Veränderungen hervorgerufen wurden. Diese Entwicklung wurde in vielen Büchern und Zeitschriften begleitet und diskutiert – unter anderem auch in Romanen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Roman
2.1 Definition
2.2 Neuheiten des Romans
2.3 Entwicklung um 1800
2.4 Der Bildungsroman und seine Besonderheiten
2.5 Illustrationen im Roman als Zeichen von Intermedialität, Ästhetik und eigener Erzählung
2.6 Kritik am Roman des späten 18. Jahrhunderts
3 Der Roman wird zum Massenmedium
3.1 Die Autoren
3.2 Die Leser
3.3 Der Buchhandel
3.4 Alphabetisierung der Gesellschaft
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung des Romans um 1800 sowie dessen maßgebliche Auswirkungen auf die gesellschaftliche Struktur, wobei insbesondere die Rolle des Romans als Massenmedium im Fokus steht.
- Literarische Gattungsentwicklung des Romans um 1800
- Die Funktion des Romans als Massenmedium
- Wandel der Rolle von Autoren und Buchhandel
- Einfluss der Alphabetisierung auf die Leserschaft
- Intermediale Aspekte der Buchillustration
Auszug aus dem Buch
2.2 Neuheiten des Romans
Das Besondere am Roman waren die neuen narrativen Strukturen, gegenüber dem bisher bestehenden Epos. Die neue, hier zu findende Erzählhaltung führten zu einer besseren Veranschaulichung und Erklärung von Vorgängen innerhalb der Erzählung. Reflektierende und erklärende Passagen wurden somit als fester Bestandteil des Romans begriffen. „Inhaltlich können sie das Verhalten und die Psychologie der Handlungsfiguren betreffen, aber auch grundsätzliche Probleme aus allen Lebensbereichen – vom alltäglichen Leben bis zu den ‚Letzten Fragen’ von Philosophie und Religion.“ Neu für diese Art der Literatur war auch die Austauschbarkeit, Polyphonie und Verknüpfung einzelner Künste, wie beispielsweise Malerei, Naturwissenschaften oder Musik innerhalb eines Werkes.
Eine weitere Neuerung stellte zu dem das Fragmentarische und Offene dar. Während der Leser antiker Gedichte zwangsläufig einen fertigen Schluss am Ende der Geschichte erlebte, bestand beim Roman die Möglichkeit für ein offenes Ende oder eine Fortsetzung in einem weiteren Band. Nach Schlegel ist der Roman Entwicklungsliteratur und kann potentiell immer weiter geschrieben werden. Also lag die Bedeutung dieser neuen Art der Poetik in der extremen Abkehr von jeglichen Normen der Regelpoetik. Da sich der Dichter von nun an keinen lyrischen Konventionen mehr beugen musste, war es ihm möglich, seine Werke frei und nach eigenem Ermessen zu gestalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Romans um 1800 ein und skizziert das Forschungsinteresse an dessen gesellschaftlicher Wirkung.
2 Der Roman: Dieses Kapitel definiert den Roman als neue Gattung, beschreibt seine formalen Besonderheiten sowie die Rolle des Bildungsromans und setzt sich mit der zeitgenössischen Kritik auseinander.
3 Der Roman wird zum Massenmedium: Hier werden die veränderten Rahmenbedingungen für Autoren und Buchhandel sowie die Zunahme der Leserschaft durch Alphabetisierung analysiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie der Roman durch technische und gesellschaftliche Entwicklungen zur populärsten Literaturgattung aufsteigen konnte.
Schlüsselwörter
Roman, 1800, Literaturgeschichte, Massenmedium, Aufklärung, Bildungsroman, Buchhandel, Intermedialität, Leserschaft, Alphabetisierung, Gattungsentwicklung, Briefroman, Editionswesen, Unterhaltungsliteratur, Literaturgesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Aufstieg des Romans um 1800 von einer neuen, kritisierten Literaturform hin zu einem gesellschaftlich prägenden Massenmedium.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören die strukturelle Entwicklung der Gattung Roman, der Wandel des Buchmarktes, die Rolle der Autoren und Leser sowie der Einfluss gesellschaftlicher Alphabetisierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Roman durch veränderte narrative Strukturen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zur Leitmedien-Rolle im Bürgertum gelangen konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und medienkulturwissenschaftliche Analyse, die auf Sekundärliteratur und historischen Quellen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche und formale Analyse des Romans als Gattung sowie eine Untersuchung der ökonomischen und sozialen Faktoren, die seine Verbreitung als Massenmedium ermöglichten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Roman, 1800, Massenmedium, Buchhandel, Bürgertum und Intermedialität.
Warum wurde der Roman zu dieser Zeit kritisiert?
Kritiker, darunter auch Philosophen wie Hegel, sahen im Roman eine minderwertige Unterhaltungsliteratur, die im Vergleich zum Epos an Welttotalität mangelte und das Individuum der Realität unterwarf.
Welche Rolle spielten Illustrationen in den Romanen um 1800?
Illustrationen fungierten als Zeichen der Intermedialität und dienten als lehrendes Element, das den aufklärerischen Gedanken in der bürgerlichen Gesellschaft verstärken sollte.
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- Daniel Grüner (Author), 2007, Der Roman - Seine Entstehung und Entwicklung, sowie die Auswirkungen auf die Gesellschaft um 1800, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115282