Heterogenität in der Schule. Modelle zum Umgang mit Heterogenität in der Schule


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006
14 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt:

1. Einleitung

2. Umgangsstrategien mit Heterogenität
2.1. Modelle zum Umgang mit Heterogenität
2.1.1. Das Separierungs-, Anpassungs- und Ergänzungsmodell
2.1.2. Die Koedukationsdebatte
2.1.3. Die interkulturelle Debatte
2.1.4. Die Integrationsdebatte
2.2. Integrative Bewältigung von Heterogenität in der Schule Ebenen

3. Hans Brügelmann: Heterogenität, Integration, Differenzierung. Empirische Befunde – Pädagogische Perspektiven
3.1. Heterogenität – Wer oder was ist normal?
3.2. Homogene Gruppen - möglich und wünschenswert?
3.3. Differenzierung und Integration in heterogenen Lerngruppen

4. Zusammenfassung

5. Literaturangaben

1. Einleitung

Lernen Schüler erfolgreicher in heterogenen oder homogenen Lerngruppen? Kann man überhaupt homogene Lerngruppen schaffen und wie erfolgreich ist dann das Lernen? Wie lassen sich heterogene Lerngruppen gestalten? Welche Modelle sind sinnvoll sowie gut in Schulen umzusetzen? Diese Fragen werden in den Reihen der Pädagogen sowie in der Bildungspolitik immer wieder aufgegriffen und debattiert.

Allgemein gefasst beschreibt ‚Heterogenität’ die Unterschiedlichkeit der einzelnen Elemente einer Menge hinsichtlich eines oder mehrerer Merkmale. In Bezug auf die Schule verstehen wir darunter die einzelnen Lerngruppen, genauer gesagt die Klassen, in denen Schüler und Schülerinnen mit den unterschiedlichsten Merkmalen gemeinsam lernen. Formen der Heterogenität können zum Beispiel das gemeinsame Lernen von Jungen und Mädchen, körperlich und geistig beeinträchtigter mit durchschnittlich talentierten Lernenden, sowie das gemeinsame Lernen von Schülern unterschiedlicher Altersgruppen oder kultureller Hintergründe sein.

Obgleich unser deutsches Schulsystem sich vor allem um die Schaffung homogener Lerngruppen bemüht, setzen sich eine Vielzahl von Pädagogen dafür ein, dass die alten Konzepte des dreigliedrigen Schulsystems, der Abgrenzung der Schüler bezüglich ihres Alters, ihrer Begabung etc. überdacht werden.

In unserem Referat wollen wir daher die folgenden Fragen diskutieren: Welche Umgangsstrategien mit Heterogenität und zur Bewältigung der Heterogenität gibt es? Ist die vom deutschen Bildungssystem angestrebte Einteilung in homogene Lerngruppen überhaupt erstrebenswert und umsetzbar?

2. Umgangsstrategien mit Heterogenität

2.1. Modelle zum Umgang mit Heterogenität

Der Umgang mit Heterogenität in der Schule ist ein viel diskutiertes Thema unter den Pädagogen. Andreas Hinz stellt in seinem Buch „Heterogenität in der Schule“ (1992) drei verschiedene Modelle vor, die den Umgang mit heterogenen Lerngruppen skizzieren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 6.1: Strategien im Umgang mit Heterogenität im Feld der Schule[1]

2.1.1. Das Separierungs-, Anpassungs- und Ergänzungsmodell

Das erste Modell ist das Separierungsmodell, welches auf einer Theorie der Andersartigkeit basiert und darüber hinaus Maßnahmen fordert, die der Verschiedenheit entsprechen und diese fördern. Das zweite Modell, das Anpassungsmodell, ist auf einer Theorie der Gleichheit begründet. Es fordert und fördert die Gleichheit durch die Ausblendung der Verschiedenheit bzw. durch die Minimierung dieser, indem es die Abweichenden gezielt fördert. Das letzte der drei Modelle ist das Ergänzungsmodell. Diesem Modell ist ein dialektisches Verständnis von Gleichheit und Verschiedenheit zu Grunde gelegt. Es bemüht sich um die Förderung von Verschiedenheit in Gemeinsamkeit. Alle drei Modelle berücksichtigen die Koedukationsdebatte, die interkulturelle Debatte sowie die Integrationsdebatte.

2.1.2. Die Koedukationsdebatte

Was kann man tun um Mädchen und Jungen am Besten zu fördern? In Bezug auf das Separierungsmodell wird durch die radikalfeministische Position die Verschiedenheit von Mädchen und Jungen herausgestellt. Als Konsequenz daraus hält sie Mädchenschulen, wie z.B. das Michaelis-Mädchen-Gymnasium in Paderborn, die frei vom Einfluss der Jungen sind, für erforderlich.

Im Rahmen des Anpassungsmodells wird eine konservative und verdrängende Position eingenommen, die alle grundsätzlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei Seite legt. Zwei Konsequenzen ergeben sich daraus: (a) Das Männliche wird als normal angesehen und dient somit als Orientierungsmöglichkeit oder (b) Durch eine spezielle Förderung von Mädchen soll die Bevorzugung der Jungen z.B. in einzelnen Fächern wie Mathematik und Physik endgültig abgeschafft werden.

Die dialektische Position im Rahmen des Ergänzungsmodells weiß um die durch gesellschaftliche Ungleichheiten vorliegenden Benachteiligungen der Mädchen im Schulsystem. In einer gemeinsamen Schule soll die Verschiedenheit der Geschlechter in Gemeinsamkeit gefördert werden, so dass ein einheitlicher Maßstab, der ein Geschlecht besonders fördert, wegfällt.

[...]


[1] Hinz, Andreas. Heterogenität in der Schule. Hamburg: Curio Verlag Erziehung & Wissenschaft, 1992, S. 399.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Heterogenität in der Schule. Modelle zum Umgang mit Heterogenität in der Schule
Hochschule
Universität Paderborn
Veranstaltung
Berufsfeld Lehrer/in
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V115295
ISBN (eBook)
9783640165933
Dateigröße
367 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heterogenität, Schule, Modelle, Umgang, Berufsfeld, Lehrer/in
Arbeit zitieren
Ulrike Miske (Autor), 2006, Heterogenität in der Schule. Modelle zum Umgang mit Heterogenität in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115295

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