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Ziele der Dokimasie. Analysen ausgewählter Reden des Lysias

Titel: Ziele der Dokimasie. Analysen ausgewählter Reden des Lysias

Hausarbeit , 2021 , 26 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Paul Schaller (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Dokimasie auseinander, wobei die Forschung ab der Reform des Ephialtes, 462 v. Chr., herausgestellt sein soll. Daraus ist zu schlussfolgern, dass die Dokimasie im Kontext einer "demokratischen" Ordnung erörtert wird und insbesondere der Zusammenhang zwischen der Gesellschaftsordnung sowie dem "formalen" Prozess der Dokimasie betrachtet werden soll. Konkret lautet die zugrunde liegende Fragestellung wie folgt: Welche Ziele verfolgte die Dokimasie nach der Reform des Ephialtes?

Zur Beantwortung der Forschungsfrage ist eine konkrete Beschreibung des Verfahrens der Dokimasie notwendig. Dabei sollen die verschiedenen Arten der Dokimasie, abhängig von den jeweiligen Positionen, ebenso Nennung finden. Eine zentrale Quelle dafür, stellt die Athenaion Politeia dar. Dies soll durch die quellenbasierte Erörterung der Fragestellung fortgesetzt werden. Dabei werden je zwei Verteidigungsreden beziehungsweise Anklagen analysiert, anhand derer Zusammenhänge zwischen der Organisation der Dokimasie sowie derer Ziele identifizierbar werden können. Hierbei sei genannt, dass die Ziele der Dokimasie nicht explizit erwähnt werden, sondern einerseits implizit aus den Fallanalysen hervorgehen und andererseits "Ansprüche" an die Beamten innerhalb der athenischen Demokratie erkennbar sind oder zumindest vermutet werden können.

Übergeordnete Relevanz für diesen Abschnitt der Arbeit haben ausgewählte Reden des Lysias. Des Weiteren ist die Quelle des Aischines von Bedeutung, welche verglichen beziehungsweise ergänzt werden kann durch Xenoph. Mem. Daraufhin sollen die gewonnen Erkenntnisse, unter Zuhilfenahme der bisher publizierten Forschungsliteratur, analysiert und verglichen werden. wobei außerdem eine Kategorisierung der Ziele der Dokimasie vorgenommen wird. Abgeschlossen wird die Arbeit durch eine kritische Reflexion der verwendeten Quellen sowie eine Kritik der Forschungsresultate.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Organisation der Dokimasie

2.1 Definition

2.2 Chronologie

2.3 Ablauf

2.4 Arten

3. Zusammenhang zwischen Organisation und Zielen der Dokimasie

3.1 Ansprüche an einen Beamten in der athenischen Demokratie

3.2 Fallanalysen – Dokimasiereden des Lysias

3.2.1 Verteidigung eines unbekannten Mannes

3.2.2 Verteidigung des Mantitheos

3.2.3 Anklage gegen Philon

3.2.4 Anklage gegen Euandros

3.2.5 Anklagen gegen Alkibiades – Gerichtsverhandlung

4. Ziele der Dokimasie

4.1 Politische Ziele der Dokimasie

4.2 Militärische Ziele der Dokimasie

4.3 Ziele der Dokimasie zur Überprüfung privater Umstände

4.4 Ziele der Dokimasie zur Überprüfung des Charakters

4.5 Bürokratische Ziele

4.6 Zusammenfassung

5. Ergebnisreflexion

5.1 Quellenkritik

5.2 Kritik der Forschungsergebnisse – Einordnung in die Forschung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verfahren der Dokimasie im Athen der klassischen Zeit nach der Reform des Ephialtes (462 v. Chr.). Ziel ist es, durch die Analyse ausgewählter Reden des Lysias die impliziten und expliziten Ziele dieses Überprüfungsprozesses zu identifizieren und den Zusammenhang zwischen der Organisation der Dokimasie und der Stabilität der athenischen Demokratie zu erörtern.

  • Strukturanalyse des offiziellen Dokimasieverfahrens gemäß Athenaion Politeia.
  • Untersuchung von Fallbeispielen anhand von Verteidigungs- und Anklagereden des Lysias.
  • Kategorisierung der Prüfkriterien (politisch, militärisch, familiär, charakterlich).
  • Quellenkritische Einordnung der Bedeutung der Dokimasie für das demokratische System Athens.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Verteidigung eines unbekannten Mannes

Der folgenden Analyse liegt eine Verteidigungsrede eines unbekannten Mannes zugrunde, welche auf bald nach 403 v. Chr. datiert wurde. Dabei ist nicht bekannt, für welches Amt die Dokimasie durchgeführt wird, allerdings ist überliefert, dass die Rede vor einem Dikasterion gehalten wurde.28

Zu Beginn der Rede formulierte der Redner Manipulationsvorwürfe und beteuerte dessen Unschuld, wahrscheinlich bezugnehmend auf zuvor formulierte Vorwürfe. Alsbald ging der Redner dazu über die Aufmerksamkeit auf die Anklagenden zu legen, wobei formuliert wurde, dass diese gelogen haben und der Redner zudem, fälschlicherweise, mit Vergehen der „Dreißig“ (Lysias, 25.2) in Verbindung gebracht wurde.29 Daraufhin argumentierte der Redner weiter:

„[…] Euer Auftrag jedoch besteht darin, denen, die nichts verbrochen haben, ihren gerechten Anteil an den bürgerlichen Rechten zu gewähren. Auf diese Weise erlangt ihr auch bei den bestehenden Verhältnissen die größte Zahl von Unterstützern“. (Lysias, 25.3).

Ergänzend beschrieb der Redner, dass er den Staat finanziell unterstützt habe, woraufhin geschlussfolgert wurde, dass der Staat damit auch ihn unterstützen solle. In diesem Zusammenhang wurde ergänzt, dass den Anschuldigungen bezüglich der Straftaten während der Herrschaft der 30 Tyrannen keine stichhaltigen Belege folgten. Dabei wiederholte der Redner den Vorwurf, dass die Anklagenden versuchen würden, sich selbst aus der Verantwortung zu nehmen, was zu weiterer Destabilisierung der Ordnung führen würde.30 Daraufhin leitete der Redner seine weitere Argumentation ein, welche begründen sollte, dass er keine destabilisierenden Aktivitäten ausführte:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert die Fragestellung nach den Zielen der Dokimasie nach der Reform des Ephialtes und erläutert die methodische Herangehensweise anhand von Fallbeispielen.

2. Organisation der Dokimasie: Erläutert die Definition, Chronologie, den formalen Ablauf sowie die verschiedenen Arten des Prüfungsverfahrens im antiken Athen.

3. Zusammenhang zwischen Organisation und Zielen der Dokimasie: Analysiert die Anforderungen an Beamte und untersucht konkrete Fallbeispiele in den Reden des Lysias, um Rückschlüsse auf die Intention der Prüfung zu ziehen.

4. Ziele der Dokimasie: Führt die Analyseergebnisse zusammen und kategorisiert die Ziele in politische, militärische, private, charakterliche und bürokratische Aspekte.

5. Ergebnisreflexion: Bietet eine kritische Einordnung der verwendeten Quellen (Aristoteles, Lysias, Xenophon) sowie eine abschließende Bewertung der erzielten Forschungsergebnisse.

Schlüsselwörter

Dokimasie, athenische Demokratie, Lysias, Reform des Ephialtes, Beamtenprüfung, Athenaion Politeia, politisches System, Charakterprüfung, Bürgertum, antike Geschichte, Fallanalyse, Rechtsordnung, soziale Solidarität, militärische Leistungen, Amtsantritt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem antiken athenischen Prüfungsverfahren, der sogenannten Dokimasie, und deren Funktion innerhalb des demokratischen Systems nach der Reform des Ephialtes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die organisatorischen Abläufe der Dokimasie, die in den Reden des Lysias greifbaren Anforderungen an Amtsträger sowie die politischen und moralischen Ziele dieses Überprüfungsprozesses.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die spezifische Fragestellung zu beantworten, welche Ziele mit der Dokimasie verfolgt wurden und wie diese zur Stabilisierung der athenischen Demokratie beigetragen haben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine quellenbasierte Erörterung, bei der primäre Quellentexte, insbesondere Verteidigungs- und Anklagereden des Lysias, analysiert und mit der Forschungsliteratur sowie der Athenaion Politeia abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Organisation, die Analyse von fünf spezifischen Fallbeispielen aus den Reden des Lysias sowie eine systematische Kategorisierung der Ziele der Dokimasie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Dokimasie, athenische Demokratie, Lysias, Reform des Ephialtes und Beamtenprüfung.

Wie bewertet der Autor die Zuverlässigkeit der Quellen?

In der Ergebnisreflexion stuft der Autor die Athenaion Politeia als relativ authentisch ein, während die Reden des Lysias zwar historisch wertvoll sind, aber aufgrund seiner Parteinahme als Demokrat quellenkritisch differenziert betrachtet werden müssen.

Welche Rolle spielten "private Umstände" bei der Überprüfung?

Wie in den Fallanalysen deutlich wird, war die Überprüfung privater Umstände, insbesondere die Haltung gegenüber den eigenen Eltern und die finanzielle Unterstützung der Familie, ein zentrales Indiz für die gesellschaftliche Solidarität und Eignung eines Kandidaten.

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Details

Titel
Ziele der Dokimasie. Analysen ausgewählter Reden des Lysias
Note
1,0
Autor
Paul Schaller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
26
Katalognummer
V1152953
ISBN (PDF)
9783346572493
ISBN (Buch)
9783346572509
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ziele dokimasie analysen reden lysias
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Paul Schaller (Autor:in), 2021, Ziele der Dokimasie. Analysen ausgewählter Reden des Lysias, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1152953
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Leseprobe aus  26  Seiten
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