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Politische Bildung. Inwieweit dürfen Lehrkräfte ihre eigene politische Meinung im Unterricht äußern?

Titel: Politische Bildung. Inwieweit dürfen Lehrkräfte ihre eigene politische Meinung im Unterricht äußern?

Hausarbeit , 2021 , 21 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Dominik König (Autor:in)

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Inwieweit dürfen Lehrkräfte ihre eigene politische Meinung im Unterricht äußern? Oder gibt es gar Situationen, in denen Lehrpersonen dazu angehalten sind, eine bestimmte politische Haltung vorzuleben und klar zu äußern? Die Hausarbeit soll dieser Leitfrage nachgehen.

Zuerst wird mit dem Beutelsbacher Konsens ein Grundsatz beschrieben, auf dem seit 45 Jahren Politikunterricht beruht und an dem sich auch die Bundeszentrale für politische Bildung bei ihrer Arbeit orientiert. Anschließend daran wird auf die Frankfurter Erklärung eingegangen, bei der sich renommierte Personen aus Fachdidaktik und Fachwissenschaft für eine zeitgemäße Entwicklung der politischen Bildung aussprechen. Danach wird der vom Land Baden-Württemberg eingeführte Leitfaden Demokratiebildung erläutert. Im fünften Kapitel werden kurz die rechtlichen Grundlagen, welche Lehrkräfte an deutschen Schulen unterstehen, umrissen. Auf den vorangegangenen Abschnitten aufbauend und zusammenführend, findet in Kapitel sechs die Beantwortung der Leitfrage, inwieweit Lehrkräfte ihre eigen politische Meinung im Unterricht äußern dürfen, statt. Das folgende Kapitel geht genauer auf besondere Situationen und Äußerungen ein, bei denen Lehrerinnen und Lehrer angehalten sind, eine gewisse politische Haltung zu zeigen. Im darauffolgenden Kapitel werden die gewonnen Erkenntnisse mit den Themen der Soziologievorlesung in Bezug gesetzt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beutelsbacher Konsens

3. Frankfurter Erklärung

4. Leitfaden Demokratiebildung

5. Rechtliche Grundlagen

6. Politische Meinungen von Lehrkräften

7. Umgang mit rechtsextremistischen Parteien in der Schule

8. Bezug zur Vorlesung Gesellschaftliche Bedingungen und Formen von Bildungsprozessen

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Leitfrage, inwieweit Lehrkräfte dazu berechtigt oder verpflichtet sind, ihre eigene politische Meinung im Unterricht zu äußern, und welche Rolle dabei professionelle Leitlinien und rechtliche Vorgaben spielen.

  • Beutelsbacher Konsens als zentraler Referenzrahmen der politischen Bildung
  • Weiterentwicklung durch die Frankfurter Erklärung
  • Umsetzung der Demokratiebildung an Schulen in Baden-Württemberg
  • Rechtlicher Rahmen und Neutralitätsgebot für Lehrkräfte
  • Professioneller Umgang mit rechtsextremistischen Parteien (AfD) im Unterricht
  • Politische Sozialisation Jugendlicher aus soziologischer Perspektive

Auszug aus dem Buch

6. Politische Meinungen von Lehrkräften

Vorangehend wurde der Beutelsbacher Konsens und der Leitfaden Demokratiebildung beschrieben, die die Grundlage für die politische Bildung innerhalb der Bundesrepublik Deutschland darstellen. Darüber hinaus wurde die Frankfurter Erklärung vorgestellt, die betont, dass durch die Veränderung in Politik und Gesellschaft, sich auch entsprechend die politische Bildung weiterentwickeln muss und nicht auf einem Minimalkonsens, zurückgehend auf das Jahr 1976, beruhen darf. Anschließend wurden kurz die rechtlichen Grundlagen und gesetzlichen Verpflichtungen, denen Lehrkräfte an Schulen unterstehen, erläutert. In diesem Abschnitt der Arbeit sollen nun die genannten Thesen und Leitlinien zusammengeführt und die Frage diskutiert werden, inwieweit Lehrkräfte ihre eigene politische Meinung im Unterricht äußern dürfen.

Nach wie vor herrscht unter Lehramtsstudierenden sowie Lehrerinnen und Lehrern die strikte Annahme, dass Lehrkräfte ihre eigene politische Meinung im Unterricht nicht äußern dürfen. Jedoch muss angenommen werden, dass jene Annahme auf einer Fehlinterpretation des Beutelsbacher Konsens beruht. Denn de facto gibt es ein Gebot zur vollständigen politischen Neutralität von Lehrkräften nicht (vgl. Wrase 2020, o. Pag. ). Das Indoktrinationsverbot und Kontroversitätsgebot werden fehlerhaft interpretiert. Was in Politik und Wissenschaft kontrovers ist, muss auch so im Unterricht von der Lehrperson dargestellt werden. Außerdem ist es verboten Schülerinnen und Schülern einzelne Meinungen aufzudrängen. Das Aufzeigen der eigenen als eine mögliche politische Meinung zu einem Thema steht nicht im Widerspruch zu den beiden Konsenspunkten. Wichtig dabei ist, dass die eigene Meinung auch als solche und nicht all allgemeingültige Meinung kommuniziert wird. Geschieht dies nicht und die eigene Meinung wird als allein gültig geäußert, so ist der Weg zur Indoktrination beschritten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung politischer Bildung in der Demokratie und Formulierung der Leitfrage zur politischen Meinungsäußerung von Lehrkräften.

2. Beutelsbacher Konsens: Historische Herleitung und Darstellung der drei Grundprinzipien, die bis heute als Konsens für die politische Bildung gelten.

3. Frankfurter Erklärung: Vorstellung eines interdisziplinären Vorschlags für eine zeitgemäße, kritisch-emanzipatorische politische Bildung vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Umbrüche.

4. Leitfaden Demokratiebildung: Erläuterung des in Baden-Württemberg implementierten Konzepts zur Förderung demokratischer Kompetenzen bei Schülern.

5. Rechtliche Grundlagen: Untersuchung der rechtlichen Rahmenbedingungen und Pflichten von Lehrkräften bezüglich Neutralität und Menschenrechten.

6. Politische Meinungen von Lehrkräften: Zusammenführung der Thesen und Diskussion der zentralen Forschungsfrage zur Zulässigkeit politischer Äußerungen im Unterricht.

7. Umgang mit rechtsextremistischen Parteien in der Schule: Analyse des Umgangs mit dem Spannungsfeld zwischen Demokratieerziehung und dem Gebot zur politischen Zurückhaltung gegenüber Parteien.

8. Bezug zur Vorlesung Gesellschaftliche Bedingungen und Formen von Bildungsprozessen: Einordnung der Ergebnisse in soziologische Erkenntnisse zur politischen Sozialisation Jugendlicher.

9. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfrage unter Berücksichtigung der vorangegangenen Kapitel.

Schlüsselwörter

Politische Bildung, Beutelsbacher Konsens, Frankfurter Erklärung, Leitfaden Demokratiebildung, Neutralitätsgebot, Indoktrinationsverbot, Kontroversitätsgebot, politische Meinungsäußerung, Lehrprofessionalität, politische Sozialisation, AfD, Partizipation, Demokratieerziehung, politische Mündigkeit, soziologische Bildungsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und unter welchen Bedingungen Lehrkräfte an deutschen Schulen ihre eigene politische Meinung im Unterricht äußern dürfen, ohne gegen professionelle oder rechtliche Standards zu verstoßen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Beutelsbacher Konsens, die Frankfurter Erklärung, der baden-württembergische Leitfaden zur Demokratiebildung, das Neutralitätsgebot sowie die soziologische Perspektive auf die politische Sozialisation von Jugendlichen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Inwieweit dürfen Lehrkräfte ihre eigene politische Meinung im Unterricht äußern?“ Das Ziel ist die Klärung dieses Spannungsfeldes für die pädagogische Praxis.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer theoretischen Auseinandersetzung mit fachdidaktischen, rechtlichen und soziologischen Grundlagen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen und aktuellen Leitlinien politischer Bildung, rechtliche Vorgaben für Lehrkräfte und diskutiert den Umgang mit politisch kontroversen Themen sowie rechtsextremistischen Parteien im Schulalltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Politische Bildung, Demokratieerziehung, Neutralitätsgebot, Beutelsbacher Konsens und politische Sozialisation.

Welche Rolle spielt der Beutelsbacher Konsens heute noch?

Er bildet nach wie vor den zentralen Referenzrahmen für die pädagogische Praxis in der politischen Bildung und ist Grundlage für Bildungspläne sowie didaktische Leitprinzipien.

Wie sollte eine Lehrkraft auf rechtsextremistische Parolen reagieren?

Laut der Arbeit sind Lehrkräfte verpflichtet, sich gegen rechtsextremistische und rassistische Äußerungen zu positionieren, da sie auch einen Erziehungsauftrag zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung haben.

Ist politische Neutralität für Lehrkräfte möglich?

Die Arbeit argumentiert, dass eine vollkommene Neutralität de facto nicht möglich ist und Lehrkräfte durch ihre Vorbildfunktion sowie ihren Erziehungsauftrag ohnehin zur Positionierung für demokratische Werte angehalten sind.

Warum wird der Leitfaden Demokratiebildung in Baden-Württemberg hervorgehoben?

Weil er ein ganzheitliches Konzept bietet, das über einzelne Fachunterrichte hinausgeht und Demokratieerziehung als verpflichtende Aufgabe in allen Schularten und Fächern verankert.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Politische Bildung. Inwieweit dürfen Lehrkräfte ihre eigene politische Meinung im Unterricht äußern?
Hochschule
Pädagogische Hochschule Freiburg im Breisgau
Note
2,0
Autor
Dominik König (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
21
Katalognummer
V1152982
ISBN (eBook)
9783346542885
ISBN (Buch)
9783346542892
Sprache
Deutsch
Schlagworte
politische Bildung politische Meinung im Unterricht Beutelsbacher Konsens Meinung von Lehrkräften
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik König (Autor:in), 2021, Politische Bildung. Inwieweit dürfen Lehrkräfte ihre eigene politische Meinung im Unterricht äußern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1152982
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Leseprobe aus  21  Seiten
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