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Die zweite Republik und der Nationalsozialismus ab 1995 in Österreich

Title: Die zweite Republik und der Nationalsozialismus ab 1995 in Österreich

Seminar Paper , 2007 , 18 Pages , Grade: 1

Autor:in: Edith Reinisch (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Summary Excerpt Details

Für Wissenschafter könnte es zu einer Lebensaufgabe werden, den Begriff Rechtsextremismus genau zu definieren. Die verschiedenen Gruppierungen sind zu vielfältig in ihren Zielen, Vorhaben und Charakteristika. Eine idealtypische, definitive und endgültige Definition zum Begriff Rechtsextremismus abzugeben ist demnach nicht möglich. Eine der meist verwendetsten Darstellungen der Grundstruktur von Rechtsextremismus stammt von Willibald I. Holzer. 1 Er ist der Meinung, dass Rechtsextremismus vor dem Hintergrund ideengeschichtlicher Entwicklungslinien und sozioökonomischer Funktionsspezifika als extreme Spielart des Konservativen erscheint, aber auch die Abgrenzung des Rechtsextremismus als Variante des Konservatismus aufgrund romantisierender Vergangenheitssicht zum Terminus „radikal“ hat für Holzer Wichtigkeit. In Rechtsextremismus wird aber kein Synonym zu Neonazismus, Neofaschismus oder Kryptofaschsimus gesehen. Neofaschismus ist vielmehr eine Form von Rechtsextremismus. Das ideologische Feindbild wird durch Rassen- und Fremdenhass (insbesondere gegen Türken, Juden und Farbige) aber auch durch Ablehnung von Sozialisten, Kommunisten, Studenten und Liberalen, Intellektuellen, Künstlern und kritischen Journalisten, Feministinnen, Freimaurern, nationalen Minderheiten, ja selbst ganzer Wissenschaften wie Psychologie, Soziologie, Politikwissenschaft und Zeitgeschichte geprägt.

2. Die Nähe der FPÖ zum Nationalsozialismus
2.1. Allgemein
Im sogenannten „Weisenbericht“, der nach dem umstrittenen Regierungseintritt der FPÖ im Jahr 2000 im Auftrag der „EU-14“ unter anderem die „Entwicklung der politischen Natur der FPÖ“ untersuchte, wird die FPÖ als „rechtspopulistische Partei mit extremistischer Ausdrucksweise“ beschrieben. 2 Das Frauenbild der FPÖ deckt sich ebenfalls mit rechtsextremen Vorstellungen: Die Frau muss ihre natürliche Rolle in der Familie finden und vor allem Kinder gebären und großziehen.

1 Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.): „Handbuch des Österreichischen Rechtsextremismus“; Wien, 1993; S. 11ff
2 Quelle: Wikipedia.org

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zum Begriff Rechtsextremismus

2. Die Nähe der FPÖ zum Nationalsozialismus

2.1. Allgemein

2.2. Jörg Haider

2.2.1. Eine Auswahl rechtsextremer, antisemitischer, rassistischer und europafeindlicher Äußerungen von Jörg Haider

2.3. Ernest Windholz

2.4. John Gudenus

2.5. Andreas Mölzer

2.6. Heinz-Christian Strache

3. Die Abspaltung des BZÖ – Eine Radikalisierung?

4. Geschichtliche Eckpfeiler zur Aufarbeitung der NS-Zeit

5. Das Gedenkjahr 2005

6. Rechtsextremismus seit den 90ern in Österreich

6.1. Bekannte Vertreter der rechtsextremen Szene

6.2. Aktuelle rechtsextreme Vereine, Zeitschriften in Österreich

8. Fazit

9. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die ideologische Nähe und die historische Verbindung zwischen der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) sowie deren Abspaltung BZÖ zum Nationalsozialismus ab 1995. Ziel der Arbeit ist es, durch die Analyse kontroverser Äußerungen führender Parteivertreter und die Aufarbeitung geschichtlicher Ereignisse aufzuzeigen, inwieweit rechtsextreme Tendenzen und eine Verharmlosung des NS-Regimes den politischen Diskurs in der Zweiten Republik prägen.

  • Analyse der rechtsextremen Weltanschauung prominenter FPÖ-Politiker
  • Untersuchung der Radikalisierungstendenzen durch die Abspaltung des BZÖ
  • Dokumentation öffentlicher Äußerungen und deren Einordnung in den rechtsextremen Kontext
  • Aufarbeitung der geschichtlichen Eckpfeiler zur NS-Zeit in Österreich
  • Darstellung aktueller rechtsextremer Strukturen, Vereine und Medien

Auszug aus dem Buch

1. Zum Begriff Rechtsextremismus

Für Wissenschafter könnte es zu einer Lebensaufgabe werden, den Begriff Rechtsextremismus genau zu definieren. Die verschiedenen Gruppierungen sind zu vielfältig in ihren Zielen, Vorhaben und Charakteristika. Eine idealtypische, definitive und endgültige Definition zum Begriff Rechtsextremismus abzugeben ist demnach nicht möglich. Eine der meist verwendeten Darstellungen der Grundstruktur von Rechtsextremismus stammt von Willibald I. Holzer. Er ist der Meinung, dass Rechtsextremismus vor dem Hintergrund ideengeschichtlicher Entwicklungslinien und sozioökonomischer Funktionsspezifika als extreme Spielart des Konservativen erscheint, aber auch die Abgrenzung des Rechtsextremismus als Variante des Konservatismus aufgrund romantisierender Vergangenheitssicht zum Terminus „radikal“ hat für Holzer Wichtigkeit.

In Rechtsextremismus wird aber kein Synonym zu Neonazismus, Neofaschismus oder Kryptofaschismus gesehen. Neofaschismus ist vielmehr eine Form von Rechtsextremismus. Das ideologische Feindbild wird durch Rassen- und Fremdenhass (insbesondere gegen Türken, Juden und Farbige) aber auch durch Ablehnung von Sozialisten, Kommunisten, Studenten und Liberalen, Intellektuellen, Künstlern und kritischen Journalisten, Feministinnen, Freimaurern, nationalen Minderheiten, ja selbst ganzer Wissenschaften wie Psychologie, Soziologie, Politikwissenschaft und Zeitgeschichte geprägt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zum Begriff Rechtsextremismus: Das Kapitel erläutert die Schwierigkeit einer präzisen Definition des Rechtsextremismus und grenzt diesen von verwandten Begriffen wie Neonazismus ab.

2. Die Nähe der FPÖ zum Nationalsozialismus: Hier werden die ideologischen Verbindungen und kontroversen Äußerungen führender FPÖ-Politiker wie Haider, Windholz, Gudenus, Mölzer und Strache analysiert.

3. Die Abspaltung des BZÖ – Eine Radikalisierung?: Dieses Kapitel untersucht die Folgen des Parteitags in Knittelfeld und die damit verbundene innerparteiliche Radikalisierung.

4. Geschichtliche Eckpfeiler zur Aufarbeitung der NS-Zeit: Der Text beleuchtet den gesellschaftlichen und politischen Umgang mit der NS-Vergangenheit sowie die Rolle der Historikerkommission.

5. Das Gedenkjahr 2005: Eine Übersicht über die erinnerungspolitischen Ereignisse und Jubiläen im Jahr 2005 in Österreich.

6. Rechtsextremismus seit den 90ern in Österreich: Darstellung bekannter Akteure sowie aktiver Vereine und Medien der rechtsextremen Szene.

8. Fazit: Eine abschließende Betrachtung der Entwicklung des Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in der Gesellschaft.

9. Literatur: Auflistung der verwendeten Print- und Onlinequellen.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, FPÖ, BZÖ, Jörg Haider, Heinz-Christian Strache, Nationalsozialismus, Antisemitismus, Rassismus, Deutschnationalismus, Österreich, Geschichtsrevisionismus, Neonazismus, politische Radikalisierung, Wehrmacht, Gedenkjahr 2005.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung rechtsextremer Tendenzen und der Nähe zum Nationalsozialismus innerhalb der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) und des BZÖ seit 1995.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Ideologie führender FPÖ-Politiker, den Auswirkungen der Parteispaltung BZÖ sowie der gesellschaftlichen Aufarbeitung der NS-Zeit in Österreich.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie rechtsextremes Gedankengut und die Verharmlosung des NS-Regimes durch prominente Politiker den öffentlichen Diskurs in Österreich beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von politischen Aussagen, Medienberichten, Gerichtsurteilen und historisch-politischen Dokumenten sowie dem Rückgriff auf einschlägige Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil dokumentiert detailliert die Äußerungen und politischen Aktivitäten von Personen wie Jörg Haider, John Gudenus oder Heinz-Christian Strache und analysiert die Rolle rechtsextremer Organisationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Rechtsextremismus, FPÖ, Nationalsozialismus, Antisemitismus, Radikalisierung und historische Aufarbeitung sind die zentralen Begriffe.

Welche Rolle spielt die „Ostküste“ in der Rhetorik von Jörg Haider?

Die „Ostküste“ wird im Text als antisemitischer Code bzw. verschämtes Synonym für „Weltjudentum“ identifiziert, das Haider in Interviews verwendete.

Warum wurde die Abspaltung des BZÖ von der FPÖ als Radikalisierung wahrgenommen?

Die Abspaltung folgte auf den internen Machtkampf beim Knittelfelder Parteitag 2002, der laut Analyse zu einem Rechtsruck und einer zunehmend rechtspopulistischen bis rechtsextremen Rhetorik führte.

Welche Bedeutung kommt dem Gedenkjahr 2005 zu?

Das Jahr 2005 diente als Anlass für eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Zweiten Republik, einschließlich der Markierung ehemaliger Zonengrenzen und dem Nachdenken über Frieden und Freiheit.

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Details

Title
Die zweite Republik und der Nationalsozialismus ab 1995 in Österreich
College
University of Innsbruck  (Politikwissenschaft)
Course
Feindbilder und Vorurteile in Österreich
Grade
1
Author
Edith Reinisch (Author)
Publication Year
2007
Pages
18
Catalog Number
V115314
ISBN (eBook)
9783640167531
ISBN (Book)
9783640187911
Language
German
Tags
Republik Nationalsozialismus Feindbilder Vorurteile
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Edith Reinisch (Author), 2007, Die zweite Republik und der Nationalsozialismus ab 1995 in Österreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115314
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