Die Debatte um eine neue Sprachbildung der Religionen - Dialog mit dem Mahayana: Wort - Logos - Schweigen


Hausarbeit, 2002
11 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Zusammenfassung des Textes2

3.Kommentar

4.Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit werde ich einen Abschnitt aus von Brcks und Whalens Werk

Buddhismus und Christentum bearbeiten. Das Buch als Ganzes gilt als ein uerst wertvoller Beitrag zur gegenwrtigen Begegnung zwischen den beiden Weltreligionen. Zur Bearbeitung habe ich einen Teil aus Die Debatte um eine neue Sprachbildung der

Religionen Dialog mit dem Mahayana gewhlt, namentlich Wort Logos Schweigen. Nach einer Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen des Textes, denen naturgem der grere Umfang zuteil werden wird und bei der ich die Gliederung des Kapitels nicht direkt bernehmen, sondern das Kapitel als einen, zusammenhngenden Text behandeln werde, folgt der letzte Teil, der meinen Kommentar beinhaltet.

Manche Diagramme sowie einige zentrale Aussagen des Textes habe ich unverndert bernommen, da ihr Inhalt stark komprimiert ist und Wesentliches gut veranschaulicht.

2. Zusammenfassung des Textes

Ein Kontinuum im buddhistisch christlichen Dialog ist das Verhltnis von Sprache und Wirklichkeit. Die Grundfrage lautet, wie das Christentum, das den Schwerpunkt auf das Wort ( logos ) legt, und der Buddhismus, der von der Unaussprechlichkeit des nirvana und der hchsten Wahrheit ausgeht, miteinander ins Gesprch kommen knnen.

Da insbesondere der Zen Buddhismus als Lehre auerhalb von Worten gilt, wird er exemplarisch fr den Buddhismus im Allgemeinen verwendet werden bei der Begegnung mit dem Christentum.

Abgesehen von verschiedenen Anstzen, religise Sprachen hinsichtlich ihrer spezifischen paternalistischen bzw. mtterlichen Sprachsymbole zu untersuchen, auf die ich hier nicht nher eingehen werde, geht eine der Grundfragen des Buddhismus darber hinaus, wenn sie das Problem behandelt, ob Sprache berhaupt Wahrheit ausdrcken kann.

Der Buddha lehrte, nirvana lasse sich nicht in Worte fassen: Da alles in Bewegung ist und in gegenseitiger Abhngigkeit voneinander existiert, ist Sprache nicht in der Lage, die Wirklichkeit adquat zu beschreiben.

Eingedenk dieser Tradition liee sich der Buddhismus ohne weiteres dem Schweigen, das Christentum jedoch dem Wort zuordnen.

Dieses Schweigen des Buddha ist jedoch nicht nihilistischer Natur, da er den mittleren Pfad zwischen Nihilismus und Eternalismus der Substanz lehrt. Eher sollte es heilspragmatisch verstanden werden, da es dem Buddha nicht darum ging, eine Interpretation der Welt zu geben, sondern vielmehr den Menschen einen Weg zur Befreiung aus der Illusion aufzuzeigen. Auch knnte man sagen, das Schweigen sei, vor dem Hintergrund der Flle der Wirklichkeit, schwanger mit Bedeutung, die auf ffnung warte.

Es sollte jedoch erwhnt werden, dass sich auch die christliche Tradition der Grenzen menschlicher Sprache durchaus bewusst war, wobei insbesondere die Ostkirche zu nennen ist. An dieser Stelle wenden sich die Autoren den Schwierigkeiten im christlich buddhistischen Dialog zu und suchen nach den Ursachen. Ein wesentlicher Grund fr das Ungleichgewicht zwischen beiden liegt in der Tatsache begrndet, das fr beide Partner Dialog Unterschiedliches bedeutet: Der Christ geht vom sokratischen Dialog aus (als Teil des

griechisch hellenistischen Erbes), in dem beide Partner miteinander eine bis dato unbekannte Lsung fr ein im Dialog selbst erst genau zu benennendes Problem suchen.

Der klassische Zen Dialog hingegen ist nicht sokratisch, sondern ein Frage und Antwort

Spiel, ein mondo , bei dem es stets um den einen Zweifel und die eine Lsung fr den existenziellen Widerspruch geht: Trotzdem alle Menschen die ursprngliche Erleuchtung oder die Buddha Natur inne haben, wissen sie dies nicht. Die Grundfrage lautet also: Warum ist das Offensichtliche nicht offensichtlich?

Hier liegt der wesentliche Grund fr die Schwierigkeit des Dialogs zwischen beiden: Der Christ mchte sokratisch dialogisieren, der Zen Buddhist hingegen will den Dialog, zur geistigen Vertiefung des Christen, in ein mondo transformieren.

Nicht die Reduktion auf einen Bereich jenseits von Sprache, sondern dieser selbstaufhebende Gebrauch von Sprache (die Nicht Sprache) ist die Herausforderung des Zen Buddhisten an das Christentum. ( Lai/ von Brck S.416 o.)

Nichtsdestotrotz gibt es Versuche, die Sprachen der Bibel und des mondo zu vereinen.

Der bekannteste stammt von Kadowaki, seines Zeichens Theologieprofessor, Jesuitenpater und Zen Meister in einem.

Er regt an, die Bibel mit dem Krper zu lesen, wodurch seine Reflexionen ber biblische Passagen durchaus an mondos bzw. koans erinnern. Er rechtfertigt seine auf Zen basierende Art und Weise die Bibel zu lesen mit der Aussage, dass ein Gott jenseits aller Worte alle Worte hinter sich lassen und aufgeben knne. (Lai/ von Brck S.417 u.)

Hierbei erinnert er an das mystische Christentum, das ja auch das Formlose hinter der Form kenne. Insbesondere Meister Eckhart sei an dieser Stelle genannt.

Kadowakis Absicht ist nicht, eine neue Sprache zu schaffen, sondern die buddhistische und die christliche Sprache miteinander zu verbinden.

Nun tritt die Frage auf, ob es mglich ist, zwei Sprachen miteinander zu kombinieren, ohne dass eine neue, dritte entstehe. Kadowaki meint hierzu, die Lsung jener Frage sei nicht in philosophischer Manier zu lsen, sondern allein durch Praxis beantwortbar.

Im Gegensatz zu den meisten Zen Buddhisten jedoch hlt er eine qualitative Unterscheidung zwischen Mensch und Gott aufrecht.

Zen erscheint, im Vergleich mit dem strker verbal geprgten Christentum, als eher mystische Tradition. Jan van Bragts Aussage, dass es im Zen mehr innere Verbindung zwischen

metaphysischer Spekulation, religiser Praxis und mystischer Erfahrung gebe als im Christentum, findet die Zustimmung der beiden Autoren.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Debatte um eine neue Sprachbildung der Religionen - Dialog mit dem Mahayana: Wort - Logos - Schweigen
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Evangelische Theologie)
Veranstaltung
Der Begriff der Religion im Buddhismus
Note
1
Autor
Jahr
2002
Seiten
11
Katalognummer
V11536
ISBN (eBook)
9783638176712
ISBN (Buch)
9783640827244
Dateigröße
351 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Rolle der Sprache im Christentum und Buddhismus. In wie weit ist sie geeignet, religiöse Inhalte zu vermitteln... 178 KB
Schlagworte
Debatte, Sprachbildung, Religionen, Dialog, Mahayana, Wort, Logos, Schweigen, Begriff, Religion, Buddhismus
Arbeit zitieren
Marc Hanke (Autor), 2002, Die Debatte um eine neue Sprachbildung der Religionen - Dialog mit dem Mahayana: Wort - Logos - Schweigen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11536

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