Entwicklung und Entstehung der Impfstofflogistik. Coronavirus und andere Infektionen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2021

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

I. Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen der Impfstofflogistik
2.1 Historie der Entwicklung und Wesentliche Eigenschaften
2.2 Die Lieferkette der Impfstofflogistik für COVID-19
2.2.1 Aufbau und Stufen der Lieferkette

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Wichtige Aktivitäten zur Sicherung der medizinischen Versorgung

Abb. 2: Drei Modelle von Logistiklösungen für Distribution von COVID-Impfstoffen

Abb. 3: Lager-und Transportanforderungen entlang der Leiferkette am Beispiel empfindlicher Impfstoffe

Abb. 4: COVID-19-Impfquote (%) in Deutschland

Abb. 5: Anzahl der vollstöndig geimpften Menschen im Ländervergleich (Stand 19.05.2021)

1 Einleitung

In der heutigen, modernen Wirtschaft ist es üblich, dass eine schnelle und flexible Reaktionszeit gefragt ist. Logistik ist schon seit langem eins der wichtigsten Be­standteile des Wirtschaftlichen Handels und muss somit mit hohem Tempo der Entwicklung folgen. Im Zeitraum der menschlichen Existenz kommt es immer wieder zur Entstehung von den unterschiedlichsten Arten von Viren, Krankheiten und globalen Katastrophen, die das Leben des Individuums beeinflussen. Beson­ders in den genannten kritischen Situationen ist es wichtig, schnell zu reagieren um Handlungsmöglichkeiten nicht zu verpassen.

Seit knapp eineinhalb Jahren ist der Mensch mit einer der größten Infektionspan­demien betroffen. Der erste Fall einer COVID-19 Infektion wurde am 1. Dezem­ber 2019 weltweit offiziell bekannt gegeben. In Deutschland hat sich die Bekannt­machung des ersten Infizierten auf den 24. Januar 2020 belaufen, wobei die Pan­demie bis heute noch nicht bekämpft worden ist.1

Der Einsatz von zahlreichen Regelungen und Lösungsmöglichkeiten haben po­sitive Auswirkungen auf die Infektionszahlen gezeigt. Eine der effektivsten Ge­genmaßnahmen wird der Anwendung von COVID-19 Vakzine (Impfstoff) zuge­teilt.

Genau aus dem Grund, dass die Zukunft der Menschheit und der folgenden Ge­neration vom aktuellen Handeln abhängig ist, wird die Thematik heute als beson­ders wichtig und kritisch angesehen.

Die vorliegende Hauarbeit thematisiert die Logistik im Bereich Impfstoffe wobei die pharmazeutische und logistische Industrie und damit verbunden Prozesse analysiert werden.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Thematik „Impfstofflogistik“ auf aktuelle logisti­sche Vorgehensweise zu analysieren und über die wesentlichen Merkmale des Themas zu berichten.

Die Hausarbeit lässt sich in vier Abschnitte einteilen, wobei nach der Einleitung, im zweiten Kapitel die Grundlegende Historie und Entwicklung der Impfstofflogistik dargestellt wird. Es wird auf wesentliche Eigenschaften und Merkmale der Logistikart eingegangen.

Außerdem wird eine detaillierte Untersuchung von den jeweiligen Merkmalen und Eigenschaften durchgeführt, die mit der Impfstofflogistik in Verbindung stehen.

Kapitel drei widmet sich der aktuellen Praxisbezogenen Umwelt- und Industrie­lage in Verbindung mit den aus der Pandemie entstanden Herausforderungen für die Logistik. Dabei wird konkret über die Herstellung, den Transport und die La­gerungskonditionen von COVID-19-Impfstoff schwerpunktmäßig berichtet.

Nachfolgend wird beschrieben, wie die empirische Seite der vorliegenden Situa­tion sich über die Zeit entwickelt hat und welche Ergebnisse sich feststellen las­sen. Abschließend folgt eine Zusammenfassung der durchgeführten Analyse.

2 Grundlagen der Impfstofflogistik

2.1 Historie der Entwicklung und Wesentliche Eigenschaften

Seit Anfang der Menschenexistenz war es ein Problem, dass ca. jedes Jahrhun­dert es zur Entstehung eines gefährlichen und tödlichen Virus kam. Heute ist es üblich, dass die Zeitabschnitte für die Virenentstehung immer kleiner werden, und aktuell nicht mehr bei Jahrhunderten liegen, sondern bei Jahrzehnten.

Bereits ab 18. Jahrhundert hat die Menschheit mit unzähligen Viren zu kämpfen.

1. „Pocken“. Wann genau es mit der Krankheit angefangen hat, wird nicht berichtet. Eine Statistikführung wird dem 20. Jahrhundert zugerechnet, ab dem Zeitpunkt hat „Pocken“ mehr als 300.000.000 Menschen das Leben genommen. Eine Impfung gegen diese Krankheit wurde erst im Jahr 1967 erfunden und angewendet, womit die Epidemie beendet wurde.2
2. „Polio“. Die ersten Fälle der weniger tödlichen Krankheit wurden 1905 do­kumentiert. Die Anzahl der Opfer beläuft sich auf tausende, wobei der größte Anteil Kinder waren. Trotz, dass, in den 1950er eine Impfung er­funden wurde, wurde diese erst in den 1990er angewendet. Eine dermaßen langsame Impfprozesse, werden dem nicht optimierten Herstel­lungsprozess und fehlenden logistischen Kenntnissen zugerechnet.3
3. „Masern“ In den 1900 Jahren hat dieser Virus bis zu 2,6 Mio Opfer pro Jahr. Auch in diesem Fall wurde eine Lösung (Vakzin) in dem Jahr 1963 gefunden, aber aufgrund des menschlichen Unverständnisses und dem Willen geimpft zu werden, ist es dazu gekommen, dass der Virus auf ei­nem niedrigen Niveau weitergelebt hat. Das Hauptproblem war der Man­gel an Impfstoffen und an der medizinischen Infrastruktur, insbesondere an weit angelegten Orten.
4. „Malaria“. Eine weit bekannte Krankheit die bis heute zwar nicht zu 100% bekämpft wurde, aber immer wieder neue Maßnahmen getroffen werden um dagegen zu wirken. Jährlich werden um die 400.000 Todesfälle ge­zählt. Endgültige Lösung zur Bekämpfung dieses Viruses in Form eines Impfstoffes wurde bis heute nicht erfunden, wobei es an der Erfindung über mehr als 30 Jahren gearbeitet wird.4
5. „Ebolavirus“. Die Ebolafieber-Epidemie, die 2014 in mehreren westafrika­nischenLändern ausbrach und Anfang 2016 für beendet erklärt wurde, gilt nach der Zahl der erfassten Erkrankungen und Todesfälle als bisher (Stand Juni 2020) größte ihrer Art seit der Entdeckung des Ebolavi­rus 1976 mit knapp 11.316 Todesfälle. Bei Ausbruch der Epidemie stand kein Ebola-Impfstoff zur Verfügung. Angesichts der Schwere der Ebolafie­ber-Epidemie 2014 und der Gefahr auch für westliche Länder wurde die Entwicklung eines Impfstoffes forciert. Im Oktober 2014 wurde mit der Ver­fügbarkeit eines Impfstoffes für April 2015 gerechnet. Tatsächlich wurde erst 2018, zwei Jahre nach Ende der Epidemie, ein Impfstoff verfügbar.5

Basierend auf den obigen Informationen kann eine Schlussfolgerung gezogen werden. Das wichtigste für den Kampf gegen verschiedene Viren ist die Entwicklung eines Impfstoffs. Wichtig ist aber auch die korrekte und schnelle Lie­ferung, Lagerung und Verteilung des Impfstoffs.

Wie aus der Einleitung zu entnehmen, wird der Mensch Heute, seit knapp einein­halb Jahren mit einer der größten tödlichen Infektionspandemien betroffen. Der erste Fall einer COVID-19 Infektion wurde am 1. Dezember 2019 weltweit offiziell bekannt gegeben. In Deutschland hat sich die Bekanntmachung des ersten infi­zierten sich auf den 24. Januar 2020 belaufe, wobei die Pandemie bis heute noch nicht bekämpft worden ist.

Heute (Stand 05.2021), werden der weltweiten Statistik zu den Auswirkungen des COVID-19 Viruses die folgenden Daten bekannt gegeben:

- 162 Mio. Fälle
- 3,36 Mio. Todesfälle, davon 86 Tsd. In Deutschland (Platz 10)
- 1,38 Mrd. Impfdosen wurden verabreicht6

Auf weitere Details zur Empirischen Untersuchung wird in Kapitel Drei berichtet.

Im Allgemeinen wird berichtet, dass Pandemieausläufe und Auswirkungen mit Logistischen Herausforderungen verbunden sind. Dies betrifft beispielsweise die Zustellung in Folge nicht richtig ausgestellter Infrastruktur. Mit Blick auf das eben genannte Gründen ist es wichtig, sich mit der Impfstofflogistik auseinander zu setzen.

Wesentliche Merkmale, die in der Impfstofflogistik eine große Rolle spielen wer­den sich auf die folgenden Aspekte eingrenzen:

- Temperaturregime der Lieferkette
- Die Rolle der Lieferkettendauer
- Bestandsverwaltung in der Impfstofflogisitik

Im nächsten Schritt, werden die obengenannte Themenbereiche genauer analy­siert, wobei auf Besonderheiten der Lieferkette des COVID-19 Impfstoffes einge­gangen wird.

2.2 Die Lieferkette der Impfstofflogistik für COVID-19

2.2.1 Aufbau und Stufen der Lieferkette

Globale Krisenfälle im Bereich der öffentlichen Gesundheit bringen gewaltige lo­gistische Herausforderungen mit sich. Nachfragespitzen infolge von großflächi­gen Krisensituationen und Lieferengpässe, wie sie zum Beispiel durch temporäre Werkschließungen (Lockdowns) verursacht werden, können die Bereitstellung dringend benötigter Versorgungsgüter erheblich erschweren. Die Pandemie hat medizinische Produkte wie persönliche Schutzausrüstung (PSA), die vorher als Massenware galten, zum kostbaren Gut gemacht und wesentliche Schwachstel­len in den Liefersystemen für diese Produkte aufgedeckt. Auf dem Höhepunkt der ersten Welle der Corona Pandemie führte der gewaltige Druck auf die welt­weite Lieferketten zu einem bedeutenden Mangel an PSA. Diese Güter in ausrei­chender Menge und Qualität zum Endverbraucher zu bringen ist jedoch von höchster Bedeutung - nicht nur für Patienten und Gesundheitsdienstleister, son­dern auch für Regierungen, Pharmaunternehmen und Hersteller von medizini­scher Ausrüstung.7

Für die Situation in die der Virus die Welt geführt hat, war die Logistikindustrie nicht vorbereitet. Da im Fall von COVID-19-Impfstoffen, eine schnelle und wirk­same Lösung gesucht war, wurden jegliche Studienphasen teilweise übersprun­gen. Um bei dermaßen wichtigen Mitteln nicht ein Risiko einzugehen, werden besonders strenge Temperaturanforderungen von bis zu -80°C gestellt, damit die Wirksamkeit während des Transports und der Lagerung zu erhalten. Dies bedeu­tet für bestehende medizinische Versorgungsketten ganz neue logistische Her­ausforderungen, da üblicherweise die Distribution von Impfstoffen bei einer Tem­peratur von circa 2 bis 8°C erfolgt.8

Dies bedeutet für bestehende medizinische Versorgungsketten ganz neue logis­tische Herausforderungen, da üblicherweise die Distribution von Impfstoffen bei einer Temperatur von circa 2 bis 8°C erfolgt.

Seit Dezember 2020 beschäftigt sich DHL mit dem Flugtransport von Impfstoffen, wobei die erste Lieferung nach Israel durchgeführt wurde. Im folgenden Schritt wird untersucht, wie DHL den Transport von hochtemperaturempfindlichen Impf­stoffen effektiv gestalten kann.

Von DHL wird berichtet, dass in unterschiedlichsten Lieferketten rund

- 200.000 Paletten-Transporte
- 15 Mio. Lieferungen in Kühlboxen sowie
- 15.000 Flüge

für die weltweite Versorgung mit Impfstoffen erforderlich ist.

Dabei wird die Lieferkette auf sechs zentrale Stationen aufgeteilt:

1. Bedarfsermittlung und -schätzung
2. Sourcing
3. Beschaffung
4. Inbound-Logistik
5. Allokation
6. Distribution

Anmerkung der Redaktion: Diese Abbildung wurde aus urheberrechtlichen Gründen entfernt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wichtige Aktivitäten zur Sicherung der medizinischen Versorgung 9

Um jede der Aktivitäten / Stationen zu erläutern wird im folgendem durch Aufzäh­lungspunkte auf die wichtigsten Herausforderungen stichpunktartig aufgewiesen.

- Bedarfsermittlung und -schätzung. Fehlender Gesamtüberblick über Bestände und damit verbundene problematische Bedarfsprognosen.
- Sourcing und Beschaffung. Große Nachfrage an Testkits und Schutz­ausrüstung stellt Abhängigkeit von Ausländischen Bezugsquellen, insbe­sondere China. Ständige Suche nach qualifizierten lokalen Anbietern und Kontaktknüpfung. Schnelle Steigerung der Produktion wirkt sich auf die Produktqualität aus. Fehlendes Know-how und Lieferantenkontakte.
- Allokation (Zuteilung). Lücke zwischen Angebot und Nachfrage führt zur komplexen Zuteilung. Wobei die Intransparenz der Bestände es verschärft
- Inbound-Logistik & Distribution. Engpässe, Zollabwicklung und knappe Luftfrachtkapazitäten

Wenn Regierungen die Gesamtverantwortung für die Koordination durchgängi­ger Lieferketten übernehmen, sind aus logistischer Sicht zwei Tätigkeitsfelder be­sonders bedeutsam: die Inbound-Logistik und die Distribution. Im Zusammen­hang mit der PSA-Versorgung im Zuge von Corona hatten Regierungen mit ver­schiedenen Transportproblemen zu kämpfen. Im Wettrennen um PSA erfolgte die Beschaffung hauptsächlich nach dem Push-Prinzip, um ausreichende Men­gen zu gewährleisten. Das führte zu einem Angebot, das in puncto Quantität, Qualität und Lieferzeit unvorhersehbar war.

Um alle die oben genannte Probleme logistisch zu behandeln, wurden von DHL drei Modelle für Distribution von COVID-19 Impfstoffen entwickelt. Diese werden auf der kommenden Seite vorgestellt.

Wenn es an die Impfstoffverteilung geht, müssen Entscheidungen über die Ge­staltung der betreffenden Supply Chain getroffen werden. Es werden drei durch­gängige Logistikmodelle definiert, aus denen Pharmaunternehmen und öffentli­che Stellen für die Distribution fertiger Impfstoffdosen auswählen können (Abbil­dung 2). Die Eignung dieser Modelle hängt von den Temperaturanforderungen, Transportstrecken und Mengen sowie von Faktoren wie Kosten, Vorlaufzeiten, Lagerkapazitäten und Verfügbarkeit von Verpackungen und Ausrüstung ab. All diese Parameter können sich bei den einzelnen Impfstoffen unterscheiden und müssen bei der Auswahl des geeigneten Modells berücksichtigt werden.

[...]


1 Vgl. Bundesministerium für Gesundheit, (2021): Logistische Fragen

2 Vgl. Kaiser, M. (1949).

3 Thieme. G, (2016).

4 Umlauf. R (2016).

5 Werner S. (2018).

6 R. Radtke, (2021): Impfungen gegen das Coronavirus nach Ländern weltweit 2021

7 Vgl. DHL, (2020): Resilienz in Pandemien

8 Vgl.: Endemann. M, (2021).

9 Quelle Abbildung 1: https://www.dpdhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2020/covid-19-impf- stoffe-dhl-studie-gibt-auskunft-fuer-erfolgreiche-zusammenarbeit-oeffentlicher-privater-sek- tor.htm

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Entwicklung und Entstehung der Impfstofflogistik. Coronavirus und andere Infektionen
Hochschule
Hochschule Bochum
Note
1,3
Autor
Jahr
2021
Seiten
25
Katalognummer
V1153648
ISBN (eBook)
9783346551344
ISBN (Buch)
9783346551351
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Logstik, Impfstofflogistik, Impfstoffe, COVID-19 Impfstoff, Corona, Coronavirus Impfstoffe, Entwicklung der Impfstoffe, Vakzin, Vakzination, Biontech, Astra Zenca, Kühlkette, COVID-19 Logistik, DHL Impfstoffe
Arbeit zitieren
Uladlen Burunou (Autor:in), 2021, Entwicklung und Entstehung der Impfstofflogistik. Coronavirus und andere Infektionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1153648

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