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Samuel P. Huntingtons Thesen über die Bedrohung des Westens durch den Islam im "Kampf der Kulturen" und die Kritik vor und nach dem 11. September 2001

Title: Samuel P. Huntingtons Thesen über die Bedrohung des Westens durch den Islam im "Kampf der Kulturen" und die Kritik vor und nach dem 11. September 2001

Intermediate Examination Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Alexander Demling (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Seit dem fünften Jahrhundert vor Christus, als Herodot in seinen "Historien" unter dem Eindruck der persischen Niederlage in den Perserkriegen die These vom zyklischen Auf- und Abstieg von Großmächten entwickelte, haben bedeutende historische Ereignisse immer wieder die Forschung im Bereich der Internationalen Beziehungen angeregt und veränderte weltpolitische Konstellationen zur Entwicklung neuer Theorien geführt. So war nach dem Ende des Kalten Krieges abzusehen, dass Politikwissenschaftler neue Prognosen darüber aufstellen würden, wie die Welt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion aussehen könnte. Die Aufsehen erregendste und bis heute am häufigsten rezipierte These dieser Zeit ist die vom "Kampf der Kulturen", die Samuel Huntington, Politologe an der Harvard University, 1993 in einem Artikel in der Zeitschrift "Foreign Affairs" und drei Jahre später in dem Buch "Kampf der Kulturen - Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert" formulierte. Huntingtons Befund, dass kulturelle Gegensätze die Weltpolitik nach Ende der Ost-West-Konfrontation bestimmen und den Westen in blutige Konfrontationen mit anderen Kulturen, allen voran dem Islam, verwickeln würde, führte zu einer über Jahre engagiert geführten Debatte in der wissenschaftlichen Welt und spaltete sie in Befürworter und entschiedene Kritiker des Paradigmas.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Bedeutung von Samuel Huntingtons "Kampf der Kulturen"

2. Huntingtons Thesen im Bezug auf die Bedrohung des Westens durch den Islam

2.1. "Zusammenprall" von Islam und Westen

2.2. Handlungsanweisungen an die Politik

3. Die Kritik an Huntingtons Thesen

3.1. Die Ungenauigkeit des Kulturbegriffes

3.2. Der Islam als einheitlicher Akteur

3.3. Der "Kampf der Kulturen" als sich selbst erfüllende Prophezeihung

3.4. Gegenargumente zum "Kampf der Kulturen" auf Basis empirischer Untersuchungen

3.5. Huntingtons Antwort auf die Kritik

4. Der 11. September 2001 als Testfall des "Kampfes der Kulturen"?

4.1. Huntingtons Bewertung der Terroranschläge

4.2. Die wissenschaftliche Reaktion auf die Einschätzung des 11. Septembers als "Kampf der Kulturen"

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die zentralen Thesen von Samuel P. Huntingtons Konzept des "Kampfes der Kulturen" und setzt diese in den Kontext der wissenschaftlichen Debatte sowie der Ereignisse rund um den 11. September 2001. Ziel ist es, die Gültigkeit der Huntingtonschen Prognosen durch Gegenüberstellung mit kritischen Perspektiven und empirischen Befunden zu prüfen.

  • Wissenschaftliche Einordnung und Bedeutung der Huntingtonschen Thesen
  • Analyse des "Zusammenpralls" zwischen Islam und Westen
  • Kritische Diskussion von Huntingtons Kulturbegriff und Akteurstypologie
  • Empirische Überprüfung der Konfliktthesen an der Bruchlinie
  • Bewertung der Anschläge vom 11. September im Kontext des Paradigmas

Auszug aus dem Buch

1. Zur Bedeutung von Samuel Huntingtons "Kampf der Kulturen"

Seit dem fünften Jahrhundert vor Christus, als Herodot in seinen "Historien" unter dem Eindruck der persischen Niederlage in den Perserkriegen die These vom zyklischen Auf- und Abstieg von Großmächten entwickelte, haben bedeutende historische Ereignisse immer wieder die Forschung im Bereich der Internationalen Beziehungen angeregt und veränderte weltpolitische Konstellationen zur Entwicklung neuer Theorien geführt. So war nach dem Ende des Kalten Krieges abzusehen, dass Politikwissenschaftler neue Prognosen darüber aufstellen würden, wie die Welt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion aussehen könnte.

Die Aufsehen erregendste und bis heute am häufigsten rezipierte These dieser Zeit ist die vom "Kampf der Kulturen", die Samuel Huntington, Politologe an der Harvard University, 1993 in einem Artikel in der Zeitschrift "Foreign Affairs" und drei Jahre später in dem Buch "Kampf der Kulturen - Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert" formulierte. Huntingtons Befund, dass kulturelle Gegensätze die Weltpolitik nach Ende der Ost-West Konfrontation bestimmen und den Westen in blutige Konfrontationen mit anderen Kulturen, allen voran dem Islam, verwickeln würde, führte zu einer über Jahre engagiert geführten Debatte in der wissenschaftlichen Welt und spaltete sie in Befürworter und entschiedene Kritiker des Paradigmas.

Ein wichtiger Grund für die Langlebigkeit der Diskussion über den "Kampf der Kulturen" waren zweifelsohne die Terroranschläge des 11. Septembers 2001. Der islamistisch motivierte Angriff auf das World Trade Center und das Pentagon als Symbole des wirtschaftlich und militärisch aggressiven und universalistischen USA schienen ein Vorbote eines künftigen Kulturkrieges zu sein und rückten Huntington in den Augen vieler in die Rolle der düstere Wahrheiten verkündenden Kassandra. Wer glaubte, die wissenschaftliche Kritik an dem Werk würde nun in Anbetracht schockierender empirischer Evidenz verstummen, wurde enttäuscht. Nicht nur sahen sich viele Gegner durch die Terroranschläge keinesfalls widerlegt, sogar Samuel Huntington selbst warnte davor, sie als Testfall für den Kampf der Kulturen zu sehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zur Bedeutung von Samuel Huntingtons "Kampf der Kulturen": Einführung in den historischen Kontext der Theoriebildung und Darstellung der wissenschaftlichen Rezeption Huntingtons nach dem Kalten Krieg.

2. Huntingtons Thesen im Bezug auf die Bedrohung des Westens durch den Islam: Erläuterung der Huntingtonschen Begriffe von Kultur und Zivilisation sowie seiner Analyse des Islams als Herausfordererkultur.

3. Die Kritik an Huntingtons Thesen: Zusammenfassung der wissenschaftlichen Einwände, die von der Schwammigkeit des Kulturbegriffs bis hin zu empirischen Widerlegungen der Konfliktprognosen reichen.

4. Der 11. September 2001 als Testfall des "Kampfes der Kulturen"?: Untersuchung, wie die Terroranschläge das Paradigma beeinflussten und wie Huntington sowie die wissenschaftliche Gemeinschaft diese Ereignisse bewerteten.

5. Fazit: Abschließende kritische Würdigung des Huntingtonschen Modells als politisches Instrumentarium im Vergleich zu empirischen Realitäten.

Schlüsselwörter

Samuel Huntington, Kampf der Kulturen, Islam, Westen, Zivilisation, Bruchlinienkriege, Weltpolitik, 11. September, Terrorismus, Kulturbegriff, Internationale Beziehungen, Indigenisierung, Geopolitik, Wissenschaftliche Kritik, Weltordnungsmodell

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das weltpolitische Paradigma von Samuel P. Huntington und dessen Behauptung, dass nach dem Kalten Krieg kulturelle Identitäten anstelle von Ideologien die primären Konfliktursachen darstellen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen den Kulturbegriff, die Rolle des Islams als vermeintlicher Gegenspieler des Westens, die wissenschaftliche Kritik an Huntingtons Theorie sowie die Interpretation der Ereignisse des 11. Septembers 2001.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Argumente Huntingtons kritisch zu beleuchten und anhand empirischer Gegenpositionen zu prüfen, ob sein Modell als verlässliche Grundlage für die Analyse internationaler Konflikte taugt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Literaturarbeit, die Huntington’sche Thesen mit kritischen Fachbeiträgen US-amerikanischer und internationaler Autoren vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Huntingtonschen Thesen, eine detaillierte Auseinandersetzung mit der fachwissenschaftlichen Kritik und eine fallbasierte Untersuchung der Ereignisse nach dem 11. September 2001.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kampf der Kulturen, Zivilisation, Geopolitik, Internationale Beziehungen und Kritik am Zivilisationsparadigma beschreiben.

Wie bewertet Huntington selbst den 11. September im Kontext seiner Theorie?

Huntington bezeichnete die Anschläge als einen begrenzten Zusammenstoß fundamentalistischer Strömungen, sah jedoch darin auch Aspekte seiner Theorie, wie das historische Unbehagen der islamischen Welt gegenüber westlicher Dominanz, bestätigt.

Warum kritisieren andere Wissenschaftler Huntingtons Definition des "Kulturkreises" Islam?

Kritiker bemängeln, dass der Islam als einheitlicher Akteur dargestellt wird, obwohl er intern stark fragmentiert ist und innerislamische Konflikte häufiger auftreten als interzivilisationäre.

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Details

Title
Samuel P. Huntingtons Thesen über die Bedrohung des Westens durch den Islam im "Kampf der Kulturen" und die Kritik vor und nach dem 11. September 2001
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Course
Proseminar
Grade
2,0
Author
Alexander Demling (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V115379
ISBN (eBook)
9783640169580
ISBN (Book)
9783640172269
Language
German
Tags
Samuel Huntingtons Thesen Bedrohung Westens Islam Kampf Kulturen Kritik September Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Demling (Author), 2008, Samuel P. Huntingtons Thesen über die Bedrohung des Westens durch den Islam im "Kampf der Kulturen" und die Kritik vor und nach dem 11. September 2001, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115379
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