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Sterbehilfe in der aktuellen Diskussion in Deutschland. Eine kritische Betrachtung

Título: Sterbehilfe in der aktuellen Diskussion in Deutschland. Eine kritische Betrachtung

Trabajo , 2015 , 21 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Ute Corell (Autor)

Ciencias de la enfermería - Área especiales
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Ist es ethisch vertretbar, dass die Gesellschaft den letzten Wunsch eines Menschen, den Wunsch des Sterbens, verweigert?

In dieser Hausarbeit soll zunächst ein Blick auf das umfassende Verständnis des Begriffes "Sterbehilfe" geworfen werden. Die erlangten theoretischen Grundkenntnisse werden im Hinblick auf die Ausgangsfrage und mit besonderer Berücksichtigung der theologischen, juristischen und entwicklungspsychologische Perspektive analysiert. Diese komplexe Untersuchung wird die Basis für die ethische Diskussion der Ausgangsfrage bieten. Hier soll diskutiert werden, ob Sterbehilfe sündhaft oder erlösend ist. Aus den erworbenen Erkenntnissen soll in einer fachdidaktischen Analyse das Thema Sterbehilfe im Religionsunterricht erarbeitet werden. Abschließend wird ein Fazit gezogen, welches die gesamten Untersuchungsergebnisse und -erkenntnisse aufgreift.

Das Thema Sterben und Tod gehört zum physischen Leben genauso dazu wie die Geburt. Die Gesellschaft altert, die Zahl der Pflegefälle nimmt in den nächsten Jahren deutlich zu und folglich ist die Auseinandersetzung mit dem Tod unumgänglich. Zudem ist Sterben und Tod ein medial omnipräsentes Phänomen, mit dem wir im alltäglichen Medienkonsum ständig konfrontiert werden. Doch noch immer sind das Sterben und der Tod angst- und tabubesetzte Themen, die im privaten Nahbereich häufig aus Distanz betrachtet werden. Der Tod als ursprüngliche Familienangelegenheit wird heutzutage mit der Existenz von Krankenhäusern, Pflegeheimen und Hospizeinrichtungen aus dem privaten Nahraum hinaus in öffentliche Einrichtungen verlagert. Das Fehlen der Primärerfahrung führt immer mehr dazu, dass der Mensch im Allgemeinen versucht eine direkte Konfrontation mit dem Tod zu vermeiden. Die Unwissenheit über den Prozess des Sterbens birgt ein Potential an Angst vor Schmerz, Verlust und Ohnmacht. Besonders schwierig ist so die Akzeptanz des Verlustes von Menschen, die wir lieben.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sterbehilfe – eine Definition des Blickwinkels

2.1 Sterbehilfe – eine juristische Betrachtung

2.1.1 Aktuelle Diskussion der rechtlichen Lage in Deutschland zum Thema Sterbehilfe

2.2 Sterbehilfe – eine theologische Betrachtung

2.3 Sterbehilfe – eine entwicklungspsychologische Betrachtung

3 Sterbehilfe – eine ethische Herausforderung

3.1 Der Fall der Anne Schneider

3.2 Würde oder Leid – eine Gewissensfrage

4 Fachdidaktische Analyse

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit der Sterbehilfe in Deutschland unter Berücksichtigung juristischer, theologischer und entwicklungspsychologischer Perspektiven. Ziel ist es, die komplexe Fragestellung zu beleuchten, ob Sterbehilfe als sündhaft oder erlösend zu bewerten ist, und dabei den Stellenwert der persönlichen Gewissensentscheidung gegenüber gesellschaftlichen und religiösen Normen herauszuarbeiten.

  • Rechtliche Definition und Einordnung der Sterbehilfeformen in Deutschland
  • Theologische Analyse des Lebensschutzes und der Sterbebegleitung
  • Entwicklungspsychologische Betrachtung moralischer Urteilsbildung nach Lawrence Kohlberg
  • Ethische Reflexion anhand des Fallbeispiels Anne Schneider
  • Didaktische Aufbereitung des Themas für den schulischen Religionsunterricht

Auszug aus dem Buch

2.1 Sterbehilfe – eine juristische Betrachtung

„Sterbehilfe im strafrechtlichen Kontext ist in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen denkbar.“ Zunächst ist daher eine grundlegende Definition von Sterbehilfe notwendig. Sterbehilfe lässt sich aus juristischer Perspektive in vier Bereiche einteilen: aktive, passive und indirekte Sterbehilfe sowie assistierter Suizid.

Aktive Sterbehilfe ist die aus allen Motivationen entspringende gezielte aktive Lebensverkürzung eines Mitmenschen. Dieses Vorgehen ist strafbar. Falls kein explizites Verlangen des Sterbenden nachweisbar ist, wird aktive Sterbehilfe nach §212 des Strafgesetzbuches (StGB) als Totschlag eingestuft. Die Strafe ist ein bis zehn Jahre Freiheitsentzug. Falls eine Person aufgrund des ausdrücklichen und ernsthaften Wunsches zu der aktiven Sterbehilfe angetrieben wurde, wird strafmildernd nach § 216 StGB eine Tötung auf Verlangen angenommen. Die Strafe ist sechs Monate bis fünf Jahre Freiheitsentzug.

Assistierter Suizid oder „Beihilfe zur Selbsttötung" ist das zur Verfügung stellen einer tödlichen Substanz durch Angehörige, Ärzte, Pfleger oder sonstige Personen. Der Betroffene nimmt selbstständig diese Substanz zur Selbsttötung ein. Die beteiligten Personen können nach §323c StGB für unterlassene Hilfeleistung mit bis zu einem Jahr Freiheitsentzug belangt werden. Menschen sind in Notsituationen zu Hilfeleistungen, in diesem Fall zu Wiederbelebungsversuchen, verpflichtet. Zudem wird Ärzten aufgrund des Standesrechts, organisiert durch die Ärztekammer, die Durchführung eines assistierten Suizids verboten. Allerdings weisen die Landesärztekammern diesbezogen keine Einheitlichkeit in der Formulierung des Verbotes auf und schaffen dadurch mögliche Grauzonen. Eine weitere Einschränkung gegen den assistierten Suizid schafft das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Nach §29 wird die unerlaubte Herstellung, Ein- und Ausfuhr oder in Verkehrbringung von Betäubungsmitteln strafrechtlich verfolgt und mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Tabuthema Sterben in einer alternden Gesellschaft und führt in die moralische Fragestellung der Sterbehilfe ein.

2 Sterbehilfe – eine Definition des Blickwinkels: In diesem Kapitel werden die juristischen Kategorien der Sterbehilfe sowie theologische und entwicklungspsychologische Grundlagen definiert und analysiert.

3 Sterbehilfe – eine ethische Herausforderung: Das Kapitel diskutiert den Fall von Anne Schneider und die resultierende Gewissenskonflikte zwischen individueller Autonomie und ethischen Prinzipien.

4 Fachdidaktische Analyse: Hier wird die Relevanz und methodische Umsetzung des Themas Sterbehilfe im Rahmen des gymnasialen Religionsunterrichts erläutert.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine ethische Entscheidung zur Sterbehilfe ein zutiefst individueller Akt ist, der sich einer pauschalen Bewertung entzieht.

Schlüsselwörter

Sterbehilfe, Aktive Sterbehilfe, Assistierter Suizid, Patientenverfügung, Ethik, Theologie, Menschenwürde, Rechtslage, Moralische Entwicklung, Lawrence Kohlberg, Palliativmedizin, Hospizarbeit, Selbstbestimmung, Religionsunterricht, Gewissensentscheidung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Betrachtung der Sterbehilfe-Debatte in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt, ob Sterbehilfe ethisch vertretbar ist oder moralischen Werten widerspricht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen, die theologische Positionierung der Kirche, die entwicklungspsychologische Einordnung der Urteilsbildung sowie die praktische Umsetzung im Bildungsbereich.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, eine differenzierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen, die aufzeigt, dass die Frage nach Sterbehilfe nicht allgemeingültig beantwortet werden kann, sondern eine individuelle Gewissensentscheidung erfordert.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse bestehender Gesetze, kirchlicher Texte und des entwicklungspsychologischen Stufenmodells von Lawrence Kohlberg, um eine ethische Argumentationsbasis zu bilden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine juristische Definition der Sterbehilfeformen, eine theologische Betrachtung der biblischen Sicht auf das Sterben sowie eine Untersuchung ethischer Dilemmata mittels Kohlbergs Stufenmodell.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Sterbehilfe, Menschenwürde, Selbstbestimmung, ethischer Konflikt, Gewissensentscheidung und Palliativmedizin.

Wie wird der Fall von Anne Schneider ethisch eingeordnet?

Der Fall dient als prominentes Beispiel für den Konflikt zwischen kirchlicher Lehre und persönlicher Lebensrealität bzw. der Liebe zu Angehörigen, was zu einer Tabuverletzung führt.

Warum ist die fachdidaktische Analyse ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit?

Die Analyse verdeutlicht, dass die Auseinandersetzung mit dem Tod als universellem Bestandteil des Lebens in der Schule notwendig ist, um Schülern bei der Identitätsbildung und bei der ethischen Urteilsbildung zu unterstützen.

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Detalles

Título
Sterbehilfe in der aktuellen Diskussion in Deutschland. Eine kritische Betrachtung
Universidad
University of Göttingen
Calificación
1,7
Autor
Ute Corell (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
21
No. de catálogo
V1153873
ISBN (Ebook)
9783346545756
ISBN (Libro)
9783346545763
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sterbehilfe Sünde Erlösung sterben Tod
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ute Corell (Autor), 2015, Sterbehilfe in der aktuellen Diskussion in Deutschland. Eine kritische Betrachtung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1153873
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