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Der Mythos der Medea und eine Analyse des Charakters

Title: Der Mythos der Medea und eine Analyse des Charakters

Seminar Paper , 2014 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ute Corell (Author)

Literature - General
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In dieser Hausarbeit werde ich zunächst den Mythosbegriff unter Einbezug der Darlegung durch Aristoteles näher untersuchen, um ihn daraufhin an dem Medea-Drama in seiner Ursprungsversion von Euripides sowie in seiner Rezeption von Gotter anzuwenden.

Ein kontinuierliches "Interesse an den Stoffen der Antike" ist dafür verantwortlich, dass Autoren aller Zeitepochen "auf mythische Namen zurück[greifen], auch wenn sie eigentlich eine ganz andere Geschichte erzählen wollen."
Von großem Interesse gilt die Erzählung um Medea, die viele Anknüpfungspunkte für unterschiedlichste Rezeptionen bietet. Ihrer Urfassung von Euripides hat sich im 18. Jahrhundert Gotter angenommen, um den Charakter der Medea auf individuelle Art zu beleuchten. Besonders Aristoteles betrachtet Rezeptionen mythischer Stoffe kritisch und definiert anhand der resultierenden Tragödien seinen eigenen Mythosbegriff.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mythos des Medea-Stoffes

3. Mythosbegriff nach Aristoteles

4. Charakteranalyse: Medea

4.1. Tragische Charaktere nach Aristoteles

4.2. Darstellung der Medea nach Euripides

4.3. Darstellung der Medea nach Gotter

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption des Medea-Mythos in den Werken von Euripides und Gotter unter Berücksichtigung der aristotelischen Dramenkonzeption, um zu analysieren, wie die Protagonistin in verschiedenen Epochen charakterisiert und in das tragische Gefüge eingebettet wird.

  • Historische Entwicklung des Mythosbegriffs von der Antike bis zur Aufklärung.
  • Analyse der Medea-Figur anhand der aristotelischen Kriterien für tragische Charaktere.
  • Gegenüberstellung der Medea-Darstellung bei Euripides und Friedrich Wilhelm Gotter.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen mythologischer Vorlage und individueller künstlerischer Gestaltung.
  • Einordnung der Medea-Rolle im Kontext gesellschaftlicher Rollenbilder und Emanzipation.

Auszug aus dem Buch

4.2. Darstellung der Medea nach Euripides

Euripides‘ Medea erfährt ihren Einstieg durch die Charakterisierung ihrer Amme. Die Amme präsentiert Medeas Vorgeschichte, präzisiert ihr aktuelles Problem um den Verrat des Mannes und nimmt zudem die folgende Handlung vorweg. Auf diese Weise kreiert sie einen Handlungsbogen, der es ermöglicht, im Folgenden „Raum für eine genauere Zeichnung der individuellen Charaktere“34 zu schaffen.

Die Amme beschreibt Medea als trauerndes, gekränktes Opfer ihres Mannes, die, „[s]eit sie von ihrem Gatten sich verstoßen sieht“35, „verzehrt in Tränen“36 den Tag verbringt. So bemitleidet Medea sich selbst, doch zudem erwächst in ihr Zorn gegen ihren Mann und ihre Kinder, sodass sie fluchend, „grimmig erbost, unversöhnbar groll[end] [und] von Leiden gefoltert“37 auftritt. Medea ist „so wild mit der Löwin Blick“38, doch sie schafft es, ihre Rachelust und ihren Zorneseifer zu bändigen und einen Plan zu entwickeln, der ihrer „Feinde drei ums Leben bringe, Vater, Braut und Ehgemahl“39. Sie weiß, dass Frauen „[i]n allem bösen […] höchst erfinderisch“40 sind, sodass sie rational einen „Racheplan“41 gestaltet, der ihren Mann zum „Opfer [ihrer] Zauberei“42 machen soll. Dennoch gerät Medea vor dem Mord an ihren Kindern in einen inneren Konflikt mit sich selbst. „Kraft und Mut entschwanden [ihr], als [sie] […] der Kinder heiteres Auge sah“43, „[d]och über [ihr] Erbarmen siegt des Zornes Wut“44. Letztendlich führt sie ihren Plan geschickt durch und beglückt sich an ihrem allein zurückbleibenden, gekränkten Mann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel des Mythosbegriffs im Zuge der naturwissenschaftlichen Aufklärung und führt in das Interesse an der Medea-Erzählung ein.

2. Mythos des Medea-Stoffes: Dieses Kapitel erläutert die Herkunft des Medea-Stoffes bei Euripides und die bedeutende Neuerung durch die Einführung des Kindermordes.

3. Mythosbegriff nach Aristoteles: Hier wird der aristotelische Mythosbegriff als poetisches Gestaltungsmittel und fundamentale Seele der Tragödie definiert.

4. Charakteranalyse: Medea: Eine detaillierte Analyse der Medea-Figur, wobei die theoretischen Vorgaben Aristoteles auf die Dramen von Euripides und Gotter angewendet werden.

5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Medea-Figur bei beiden Autoren den Kriterien Aristoteles weitgehend entspricht, jedoch durch historische Kontexte und individuelle Auslegungen ergänzt wird.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Arbeit verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Medea, Euripides, Gotter, Aristoteles, Mythos, Tragödie, Katharsis, Racheplan, Dramenkonzeption, Antike, Aufklärung, Emanzipation, Rollenbild, Heldenrolle, Gefühlswahnsinn

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die unterschiedliche literarische Gestaltung und Rezeption des antiken Medea-Mythos bei Euripides und Friedrich Wilhelm Gotter vor dem theoretischen Hintergrund der aristotelischen Poetik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Definition des Mythos, die tragische Charakterentwicklung, die gesellschaftliche Stellung der Frau sowie der Einfluss der jeweiligen Epoche auf die künstlerische Umsetzung.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin oder der Autor?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Figur der Medea durch die Einhaltung oder bewusste Abweichung von aristotelischen Normen als tragische Identifikationsfigur geformt wird.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen aus der Poetik des Aristoteles mit den Texten der Medea-Dramen konfrontiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Aristoteles und die spezifische Analyse der Medea-Darstellungen in den Werken von Euripides und Gotter.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere der Mythosbegriff, die Katharsis, der Racheplan der Medea, die Gattungsmerkmale der Tragödie sowie der historische Kontext der Aufklärung.

Wie unterscheidet sich Gotters Medea von der Euripides-Vorlage?

Gotter adaptiert den Stoff als Melodrama und rückt verstärkt die individuell-emotionalen Entscheidungen sowie den damaligen gesellschaftlichen Konflikt um das Rollenverständnis der Frau in den Fokus.

Welche Rolle spielt der Chor bei Euripides?

Der Chor fungiert bei Euripides als Mitwisser und spiegelt die gesellschaftliche Haltung wider, wandelt sich jedoch im Verlauf des Stücks von einer unterstützenden Kraft zu einer kritischen Instanz gegenüber Medeas Handeln.

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Details

Title
Der Mythos der Medea und eine Analyse des Charakters
College
University of Göttingen
Grade
2,0
Author
Ute Corell (Author)
Publication Year
2014
Pages
13
Catalog Number
V1153879
ISBN (eBook)
9783346545633
ISBN (Book)
9783346545640
Language
German
Tags
Rezeption antike Mythen Mythos Medea
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ute Corell (Author), 2014, Der Mythos der Medea und eine Analyse des Charakters, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1153879
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