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Gewaltfreie "Revolution" in Indien? Eine Analyse der revolutionären Qualität des indischen Unabhängigkeitskampfes

Title: Gewaltfreie "Revolution" in Indien? Eine Analyse der revolutionären Qualität des indischen Unabhängigkeitskampfes

Seminar Paper , 2020 , 15 Pages , Grade: 12

Autor:in: Anonym (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Bei der vorliegenden Facharbeit "Gewaltfreie 'Revolution' in Indien? - Eine Analyse der revolutionären Qualität des indischen Unabhängigkeitskampfes" handelt es sich um eine vollumfassende Analyse der Ereignisse hin zum 15 August 1947.
Die Facharbeit fokussiert sich auf die Revolutionstheorien Schieders und Davies und versucht anhand dieser die revolutionäre Qualität des indischen Unabhängigkeitskampfes zu bewerten.

Bei der Erarbeitung der ersten Informationen für meine kommentierte Bibliografie beschäftigte mich zunehmend die Frage, ob der indische Unabhängigkeitskampf als eine Revolution identifiziert wird oder werden könnte, besonders durch den Aspekt, dass der Weg in die Unabhängigkeit überwiegend gewaltlos verlief. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff "Revolution" nicht nur für politische, sondern für jede Art von Umwälzung oder Erneuerung verwendet und verliert somit an Bedeutung. Deswegen ist es diffizil eine tatsächliche Revolution als solche zu identifizieren. Da wir im Zuge der Bearbeitung der Französischen und der Amerikanischen Revolution Theorien erlernten, die genau auf die Beantwortung dieser Frage abzielten, kam die Idee auf, genau dies in meiner Seminararbeit zu untersuchen: die revolutionäre Qualität des indischen Unabhängigkeitskampfes anhand dieser Revolutionstheorien.

Somit beinhaltet meine Seminararbeit nicht nur die Unabhängigkeit Indiens an sich, sondern auch die vorherige Kolonialzeit und des Weiteren die Zeit nach der Erlangung der Unabhängigkeit, denn um die revolutionäre Qualität zu bewerten muss man diverse Ebenen und Zeiten betrachten. In meiner Facharbeit werde ich an den Revolutionstheorien Schieders und Davies die revolutionäre Qualität des indischen Unabhängigkeitskampfes bewerten und auf die Beantwortung der Frage abzielen, ob es sich bei dem indischen Unabhängigkeitskampf um eine gewaltfreie Revolution handelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in den indischen Unabhängigkeitskampf

3. Revolutionstheorien

3.1. Revolutionstheorie nach Theodor Schieder

3.2. Revolutionstheorie nach James C. Davies

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die revolutionäre Qualität des indischen Unabhängigkeitskampfes, indem sie den historischen Prozess anhand der Revolutionstheorien von Theodor Schieder und James C. Davies analysiert und kritisch hinterfragt, ob der Weg Indiens in die Unabhängigkeit als gewaltfreie Revolution bezeichnet werden kann.

  • Historische Analyse des indischen Unabhängigkeitskampfes von 1858 bis 1947
  • Anwendung der Revolutionstheorie nach Theodor Schieder
  • Anwendung des J-Kurven-Modells nach James C. Davies
  • Kritische Reflexion der Rolle von Gewalt und Unabhängigkeitsbestrebungen

Auszug aus dem Buch

3.1. Revolutionstheorie nach Theodor Schieder

Der 1908 geborene deutsche Historiker Theodor Schieder beschreibt 1973 in „Revolution und Gesellschaft – Theorie und Praxis der Systemveränderung“ seine Auffassung von einer Revolution. Dabei nennt er verschiedene Kategorien, Ereignisse und Faktoren, die bestimmen, ob es sich bei einem Ereignis um eine Revolution handelt.

Den ersten Aspekt, den der Historiker nennt, ist, dass der „Wandel […] sich […] eruptiv vollziehen [könne, also] in plötzlichen Entladungen und ,beschleunigten Prozessen‘, so z.B. nach vorgehenden krisenhaften Zuspitzungen“ (Schieder 1973: 13). Bei dem Blick auf den Weg Indiens in die politische Unabhängigkeit erkennt man weder eine plötzliche Entladung noch einen beschleunigten Prozess. Die Kronkolonie erkämpfte sich ihre Freiheit über Jahrzehnte hinweg. Und doch könnte man den 2. Weltkrieg als eine sogenannte krisenhafte Zuspitzung darstellen, denn schlussendlich war dieser Krieg und die damit verbundenen Probleme der Grund, weshalb Indien endlich unabhängig werden konnte. Der 2. Weltkrieg zog nämlich auch die Forderungen der USA mit sich, dass Indien sich vom Mutterland Großbritannien lösen solle, wie sie es selbst einst taten. Auch die auf den Weltkrieg folgende Inflation, die Hungerkatastrophe von 1943, bei denen viele Menschen ihr Leben verloren (Lütt 2012:81-87) und die nachlassende Loyalität der „bewaffneten Streitkräfte“ (Lütt 2012:87) entsprechen eben diesen geforderten krisenhaften Zuspitzungen, die einen Aspekt der Revolution darstellt.

Das nächste Kriterium lautet, dass es sich um einen „abrupten […] [Vorgang handelt, wobei] der institutionelle, rechtliche und personelle Zusammenhang einer neuen historischen Phase mit der hervorgehenden gewaltsam unterbrochen“ (Schieder 1973:13) wird. In Indien war dies nicht der Fall. Es lag kein abrupter Vorgang vor. Wie vorherig genannt vollzog sich der Weg hin zur Unabhängigkeit schleppend und in einem weiten Zeitfenster. Die Inder versuchten bereits vor der Fremdherrschaft ihre Freiheit zu erringen, wie man am Aufstand von 1857/58 erkennen kann.(Lütt 2012: 38-41) Auch wurde keine Phase durch Gewalt unterbrochen, denn die Anwendung von Gewalt im indischen Unabhängigkeitskampf war einerseits sehr gering, da der passive Widerstand nach dem Vorbild Ghandis viel Anerkennung und Zuspruch fand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert das Interesse der Autorin an Revolutionen und die daraus resultierende Forschungsfrage, ob der indische Unabhängigkeitskampf aufgrund seiner gewaltlosen Züge als Revolution klassifiziert werden kann.

2. Einführung in den indischen Unabhängigkeitskampf: Dieses Kapitel gibt einen historischen Überblick über die britische Kolonialherrschaft in Indien, die Entstehung des Indian National Congress und die verschiedenen Kampagnen unter der Führung von Mahatma Ghandi bis zur Erlangung der Unabhängigkeit 1947.

3. Revolutionstheorien: Hier werden die Theorien von Theodor Schieder und James C. Davies vorgestellt, um sie anschließend methodisch auf den indischen Unabhängigkeitskampf anzuwenden.

3.1. Revolutionstheorie nach Theodor Schieder: Das Kapitel prüft die Kriterien Schieders, wie eruptiven Wandel, Gewalt und institutionelle Umbrüche, im Kontext der indischen Unabhängigkeitsbewegung und ordnet sie als prozessuale Revolution ein.

3.2. Revolutionstheorie nach James C. Davies: Anhand des J-Kurven-Modells wird untersucht, ob eine plötzliche Rezession nach einer Wachstumsphase die indische Unabhängigkeit auslöste, was im Fazit des Kapitels eher verneint wird.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass der Begriff Revolution nicht uneingeschränkt auf Indien zutrifft, da es sich primär um Unabhängigkeitsbestrebungen mit revolutionärem Charakter handelte.

Schlüsselwörter

Indien, Unabhängigkeitskampf, Revolutionstheorie, Theodor Schieder, James C. Davies, Mahatma Ghandi, Satyagraha, Britische Kolonialherrschaft, Indian National Congress, J-Kurve, Gewaltlose Revolution, Dekolonialisierung, Rebellion, Systemveränderung, Politische Krise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob der indische Unabhängigkeitskampf aus politikwissenschaftlicher und historischer Sicht als eine "Revolution" bezeichnet werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit beleuchtet die Geschichte der indischen Kolonialzeit, die politischen Strategien des Indian National Congress sowie die theoretische Definition von Revolutionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob es sich bei dem indischen Prozess zur Unabhängigkeit um eine gewaltfreie Revolution handelt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es erfolgt eine vergleichende Analyse, bei der die historische Entwicklung Indiens an den Revolutionstheorien von Theodor Schieder und James C. Davies gespiegelt wird.

Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick und eine systematische Anwendung der Kriterien von Schieder und Davies auf die indischen Ereignisse.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter dieser Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Indien, Unabhängigkeitskampf, Revolutionstheorie, J-Kurve, Satyagraha und Dekolonialisierung.

Warum hält die Autorin den Begriff "Revolution" für den indischen Fall für problematisch?

Da der Prozess über einen langen Zeitraum verlief, kaum abrupten Charakter hatte und maßgeblich durch politische Aushandlung statt durch gewaltsamen Umsturz geprägt war.

Welche Bedeutung kommt dem J-Kurven-Modell in dieser Analyse zu?

Das Modell wird genutzt, um zu prüfen, ob die Unabhängigkeit aus einer Enttäuschung nach einer wirtschaftlichen Wachstumsphase resultierte, was für Indien jedoch nicht bestätigt werden konnte.

Welche Rolle spielte Mahatma Ghandi für die Bewertung der Revolution?

Ghandi wird als zentrale Leitfigur analysiert, dessen Methode des passiven Widerstands (Satyagraha) zwar einen revolutionären Charakter hatte, aber nicht der klassischen Vorstellung eines gewaltsamen revolutionären Umsturzes entsprach.

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Details

Title
Gewaltfreie "Revolution" in Indien? Eine Analyse der revolutionären Qualität des indischen Unabhängigkeitskampfes
Grade
12
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
15
Catalog Number
V1153886
ISBN (eBook)
9783346545602
ISBN (Book)
9783346545619
Language
German
Tags
Indien Revolution Analyse Revolutionstheorien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, Gewaltfreie "Revolution" in Indien? Eine Analyse der revolutionären Qualität des indischen Unabhängigkeitskampfes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1153886
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