Es gibt viele gefährliche Situationen, denen Menschen täglich ausgesetzt sind. Diese treten in unterschiedlichsten alltäglichen Situationen auf, wie bei der Arbeit, bei Sportaktivitäten sowie beim Kontakt mit Suchtmitteln wie Alkohol oder Marihuana. Risiken einzugehen, das Für und Wider abzuwägen und sich bewusst für oder gegen gefährliche Situationen zu entscheiden, sind nicht nur für Heranwachsende wichtige Meilensteine in der Entwicklung.
In dieser systematischen Übersichtsarbeit wird anhand von 31 ausgesuchten Studien der Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit in Anbetracht der Big Five des Fünf-Faktoren-Modells und dem Risikoverhalten untersucht. Es konnte eine moderat positive Korrelation zwischen dem Persönlichkeitsfaktor Extraversion und Risikoverhalten sowie einen signifikant moderaten negativen Zusammenhang mit Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit und Risikoverhalten verzeichnet werden. Die Ergebnisse der Facetten Neurotizismus und Offenheit für Erfahrungen zeigten keine signifikanten Zusammenhänge. Des Weiteren wurden Ansätze der psychologischen Entscheidungsforschung in Studien mit einbezogen und teilweise konnten Korrelationen dessen bestätigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffliche Grundlagen
2.1 Der Begriff „Persönlichkeit“
2.1.1 Persönlichkeitstheorien
2.1.2 Fünf-Faktoren-Modell
2.1.3 Instrumente zur Erfassung der Big Five
2.2 Der Begriff „Risiko“
2.2.1 Prospect Theory
2.2.2 Instrumente zur Erfassung des Risikoverhaltens
2.3 Forschungsfrage und Hypothese
3 Methodologie
3.1 Auswahlkriterien
3.2 Systematische Übersichtsarbeit
3.3 Prozess der Studienauswahl
3.4 Einbezogene Studien
4 Ergebnisse
5 Diskussion
5.1 Interpretation der Ergebnisse
5.2 Grenzen der Arbeit
5.3 Praktische Implikationen
5.4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser systematischen Übersichtsarbeit besteht darin, den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen basierend auf dem Fünf-Faktoren-Modell (Big Five) und dem Risikoverhalten von Individuen zu untersuchen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Gibt es einen signifikanten Zusammenhang zwischen den Big Five des Fünf-Faktoren-Modells und Risikoverhalten?
- Analyse des Einflusses von Persönlichkeitsfaktoren auf unterschiedliche Risikodomänen.
- Evaluation von 31 relevanten Studien hinsichtlich ihrer methodischen Ansätze und Ergebnisse.
- Untersuchung von Zusammenhängen in Bereichen wie Fahrverhalten, Gesundheitsrisiken und Glücksspiel.
- Vergleich von Ansätzen der Persönlichkeitsforschung und psychologischer Entscheidungsforschung.
- Ableitung praktischer Implikationen für die Präventionsarbeit und zukünftige Forschungsansätze.
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Begriff „Persönlichkeit“
Ein zentraler Begriff im Kontext der Persönlichkeitsforschung ist „Trait“, wodurch beschrieben wird, dass gewisse Eigenschaften einer Person zeit- und situationsüberdauernd sind. Letztlich spiegeln diese sich in emotionalen und kognitiven Variablen, als auch im sichtbaren Verhalten wider. Eine transsituative Konsistenz im Verhalten eines Individuums ist jedoch nicht die Norm. Dieser Widerspruch ist in der Literatur als Persönlichkeits-Paradoxon geläufig. Dieses Paradoxon kann jedoch abgeschwächt werden, betrachtet man, dass Individuen oft unterschiedliche Verhaltensweisen zeigen, jedoch die Mehrheit in vergleichbaren Situationen ähnliches Verhalten aufweisen (vgl. Montag 2016).
Bezugnehmend schreibt Walter Mischel im Jahr 2004 „Obwohl zu gegebenen Zeitpunkten aktivierte Kognition(en) und Affekt(e) veränderlich sind, bleibt die Art und Weise, wie sie sich ändern, also die Sequenz und Muster der Aktivierung, stabil und stellt die stabile Organisation innerhalb des Systems dar“. (Montag 2016). Folglich sollte Persönlichkeit als dynamisches Konstrukt angesehen werden, welches auf verschiedene Situationen mit verschiedenen, innerhalb vergleichbarer Situationen, mit ähnlichen Verhalten begegnet (vgl. Montag 2016).
Um einen Bezugsrahmen für das Thema zu definieren, folgt nun eine Zusammenfassung ausgewählter Persönlichkeitstheorien sowie eine notwendige Betrachtung des Fünf-Faktoren Modells.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Risikowahrnehmung und -vermeidung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Risikoverhalten.
2 Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert theoretische Konzepte wie das Fünf-Faktoren-Modell, den Risikobegriff sowie die Prospect Theory und stellt gängige Erfassungsinstrumente vor.
3 Methodologie: Hier wird der methodische Prozess des systematischen Reviews beschrieben, inklusive der Auswahlkriterien und der Literaturrecherche in verschiedenen Datenbanken.
4 Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die Analyse der 31 ausgewählten Studien und ordnet diese nach der Operationalisierung des Risikoverhaltens.
5 Diskussion: Die Diskussion fasst die Ergebnisse zusammen, beleuchtet die Grenzen der vorliegenden Arbeit, leitet praktische Implikationen ab und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Risikoverhalten, Persönlichkeit, Fünf-Faktoren-Modell, Big Five, Neurotizismus, Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Risikowahrnehmung, Entscheidungsforschung, Prävention, Systematische Übersichtsarbeit, Gesundheitsverhalten, Glücksspielverhalten, Psychologische Diagnostik, Risikobereitschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht in Form einer systematischen Übersichtsarbeit, wie Persönlichkeitsmerkmale, konkret die „Big Five“, mit dem Risikoverhalten von Menschen in verschiedenen Lebensbereichen korrelieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt Themen wie riskantes Fahrverhalten, gesundheitsschädliche Verhaltensweisen (z. B. Rauchen, Alkoholkonsum), Glücksspiel und riskantes Sexualverhalten im Zusammenhang mit Persönlichkeitseigenschaften.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, ob es einen signifikanten Zusammenhang zwischen den fünf Hauptdimensionen der Persönlichkeit (Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrung, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit) und dem Risikoverhalten gibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit ist als systematisches Review konzipiert, das eine planvolle Suche und Auswertung von 31 einschlägigen empirischen Studien aus dem Zeitraum 1999 bis 2021 durchführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffe, Modelle) und einen Ergebnisteil, in dem die ausgewählten Studien detailliert hinsichtlich ihrer Methoden und Resultate analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Risikoverhalten, Fünf-Faktoren-Modell, Persönlichkeit, Big Five, Neurotizismus, Extraversion, Gewissenhaftigkeit und Risikoprävention.
Welche Rolle spielt die Extraversion für das Risikoverhalten laut dieser Arbeit?
Die Arbeit zeigt, dass Extraversion in vielen der untersuchten Studien moderat positiv mit Risikoverhalten assoziiert ist, was oft auf eine höhere Sensationslust und soziale Dominanz zurückgeführt wird.
Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit bezüglich der Gewissenhaftigkeit?
Gewissenhaftigkeit zeigt sich in den meisten Fällen als moderat negativer Prädiktor für Risikoverhalten, da gewissenhafte Individuen ihr Verhalten stärker kontrollieren und Risiken eher abwägen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Der Zusammenhang zwischen Risikoverhalten und Persönlichkeitsfaktoren. Eine systematische Übersichtsarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1153977