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Die Kontroverse um die Tobin-Tax als entwicklungspolitische Finanzierungsquelle

Titel: Die Kontroverse um die Tobin-Tax als entwicklungspolitische Finanzierungsquelle

Seminararbeit , 2007 , 22 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Florian Seeger (Autor:in)

BWL - Wirtschaftspolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Seminararbeit befasst sich mit der Kontroverse um die so genannte Tobin-Steuer als entwicklungspolitische Finanzierungsquelle.

Zunächst wird hierbei Tobins Konzept kurz vorgestellt. Danach wird dargestellt, warum es Mitte der neunziger Jahre zu einer Renaissance dieses in den späten siebziger Jahren entwickelten Ansatzes gekommen ist. Schließlich wird zu beantworten versucht, ob die Tobin-Steuer die von ihren Befürwortern zugeschriebenen Erwartungen erfüllen kann, in dem sie hinsichtlich der Kriterien Finanzierungsfunktion, Lenkungsfunktion, technischer Durchsetzbarkeit sowie politischer Realisierbarkeit überprüft wird. Hierbei bedient sich der Autor den gegenwärtigen wissenschaftlichen Abhandlungen zu dieser Thematik, um so eine eigene Einschätzung vornehmen zu können. Als Weiterentwicklung des ursprünglichen Modells von Tobin soll die zweistufige Devisentransaktionssteuer des Frankfurter Wirtschaftswissenschaftlers Paul Bernd Spahn vorgestellt und kurz auf ihre Sinnhaftigkeit hin überprüft werden.

Mangels empirischer Daten wird schließlich das chilenische Modell einer Kapitalverkehrskontrolle betrachtet, dass mit einigen Abstrichen als die einzige realisierte Variante einer Tobin-Steuer betrachtet werden kann.

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass Tobins ursprüngliches Konzept bereits an dem Kriterium der politischen Realisierbarkeit scheitert und die Erfüllung der restlichen Kriterien zumindest in Frage gestellt werden kann. Schlussfolgerung dieser Seminararbeit ist, dass zur Mittelgewinnung für öffentliche Entwicklungsfinanzierung andere Quellen aufgetan werden sollten, da Devisentransaktionssteuern tendenziell ungeeignet sind, entsprechende Beträge zu generieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept der Tobin-Steuer

2.1 Die Wiederentdeckung der Tobin-Steuer

3. Anforderungen innovativer Finanzierungsquellen

3.1 Finanzierungsfunktion

3.2 nachhaltige Lenkungsfunktion

3.3 Technische Durchsetzbarkeit

3.4 Politische Realisierbarkeit

4. Mögliche Alternativen

4.1 Zweistufige Devisentransaktionssteuer („Spahn-Steuer“)

4.2 Mindestreservepflicht

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Eignung der Tobin-Steuer als Instrument zur Generierung öffentlicher Mittel für die Entwicklungsfinanzierung. Im Zentrum steht die wissenschaftliche Überprüfung, ob das Konzept den hohen Erwartungen hinsichtlich Finanzierungsleistung, Lenkungswirkung sowie technischer und politischer Umsetzbarkeit gerecht werden kann.

  • Analyse des ursprünglichen Tobin-Konzepts und dessen Renaissance als Finanzierungsquelle.
  • Bewertung der Tobin-Steuer anhand der Kriterien Finanzierungsfunktion, Lenkungsfunktion, technische Durchsetzbarkeit und politische Realisierbarkeit.
  • Untersuchung der Spahn-Steuer als zweistufige Weiterentwicklung des Modells.
  • Betrachtung der chilenischen Mindestreservepflicht als praktische Kapitalverkehrskontrolle.
  • Kritische Würdigung der Erfolgsaussichten für eine globale Implementierung.

Auszug aus dem Buch

3.3 Technische Durchsetzbarkeit

Was die technische Durchsetzbarkeit anbelangt, so sind die Ergebnisse nicht eindeutig. Einerseits besteht in den Industriestaaten eine technische und regulatorische Infrastruktur, die von der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) kontrolliert wird, womit grundsätzlich eine Erfassung einer Devisentransaktionssteuer erfolgen könnte (vgl. Wahl, Waldow, 2001: 11). Die Gefahr geht allerdings eher von den Ausweichreaktionen der Marktteilnehmer aus.

Viel schwerer wirkt somit die Tatsache, dass es zu einer massiven Umgehung der Steuer kommen könnte. Einfache Kassageschäfte, auf die Tobins ursprüngliches System abzielt, könnten relativ problemlos durch Derivate (Termingeschäfte, Swaps, Futures, Optionen) substituiert und somit die Steuer umgangen werden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es an Einfallsreichtum bei den großen, institutionellen Anlegern nicht mangelt. Ein weiteres Argument, dass bei der Ablehnung einer Devisentransaktionssteuer Tobinschen Vorbilds vorgebracht wird, ist der Hinweis auf mögliche Steuerhinterziehung sowie Umgehungsstrategien der internationalen Anleger, womit die Steuer sowohl Lenkungs- als auch Finanzierungsfunktion einbüssen würde. Sollte es nicht zu einer weltweiten Umsetzung kommen, so wird das entstehen von so genannten off-shore, d.h. Steueroasen als Finanzzentren begünstigt; vermutlich würde es zu großen Kapitalabzügen aus den Durchführungsländern kommen.

Meines Erachtens kann lediglich das Argument, dass die Tobin-Steuer durch Hinterziehung umgangen werden kann, nicht überzeugen. Theoretisch ist es möglich jede Steuer zu hinterziehen und keine Regierung der Welt würde auf die Einführung einer Steuer verzichten, nur weil sie die kriminelle Energie der Individuen zur Geltung bringen würde (vgl. Wahl, Waldow 2001: 13)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der wachsenden Diskrepanz zwischen globalem Entwicklungsfinanzierungsbedarf und real verfügbaren Mitteln sowie Vorstellung der Tobin-Steuer als Lösungsansatz.

2. Das Konzept der Tobin-Steuer: Einführung in James Tobins ursprüngliche Idee zur Wechselkursstabilisierung und dessen Wiederentdeckung als entwicklungspolitisches Instrument.

3. Anforderungen innovativer Finanzierungsquellen: Detaillierte Prüfung der Tobin-Steuer anhand der vier Kernkriterien Finanzierung, Lenkung, Technik und politische Realisierbarkeit.

4. Mögliche Alternativen: Analyse alternativer Ansätze wie der zweistufigen Spahn-Steuer und der chilenischen Mindestreservepflicht als Lösungsmodelle für Finanzmarktinstabilitäten.

5. Zusammenfassung und Fazit: Abschließende Bewertung, dass die Tobin-Steuer aufgrund ihrer Schwächen in der politischen Realisierbarkeit und Effektivität keine geeignete Lösung zur Entwicklungsfinanzierung darstellt.

Schlüsselwörter

Tobin-Steuer, Entwicklungsfinanzierung, Finanzmarktstabilität, Devisentransaktionen, Spahn-Steuer, Kapitalverkehrskontrollen, Mindestreservepflicht, Finanzierungsfunktion, Lenkungsfunktion, politische Realisierbarkeit, Globalisierung, Finanzkrisen, internationale Finanzarchitektur, Spekulation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Debatte um die Tobin-Steuer und prüft deren Potenzial als innovative Finanzierungsquelle für die internationale Entwicklungshilfe.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Es werden das Konzept der Tobin-Steuer, die Mechanismen der Finanzmarktregulierung, die politischen Hürden internationaler Steuern sowie alternative Ansätze zur Kapitalverkehrskontrolle thematisiert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, ob die Tobin-Steuer die ihr zugeschriebenen Erwartungen an die Finanzierungs- und Lenkungsfunktion erfüllen kann und ob sie politisch umsetzbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor führt eine literaturbasierte Analyse aktueller wissenschaftlicher Abhandlungen durch, um das Konzept kritisch zu evaluieren und eine eigene Einschätzung vorzunehmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die vier Anforderungskriterien (Finanzierung, Lenkung, Technik, Politik) detailliert diskutiert sowie alternative Konzepte wie die Spahn-Steuer und das chilenische Modell gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Tobin-Steuer, Entwicklungsfinanzierung, Finanzmarktstabilität, Devisentransaktionen und politische Realisierbarkeit.

Warum wird die politische Realisierbarkeit als das Hauptproblem identifiziert?

Weil eine wirksame Tobin-Steuer eine globale und gleichzeitige Einführung erfordert, was angesichts nationaler Interessen und der Tendenz zu Steueroasen politisch derzeit nicht konsensfähig ist.

Kann die chilenische Mindestreservepflicht als echte Alternative zur Tobin-Steuer gelten?

Sie gilt als eine Art der Kapitalverkehrskontrolle, die dem Tobin-Konzept nahekommt, jedoch in der Wirkung begrenzt ist und primär die nationale Autonomie stärkt, statt als globales Finanzierungsinstrument zu dienen.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Kontroverse um die Tobin-Tax als entwicklungspolitische Finanzierungsquelle
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Veranstaltung
Entwicklungspolitisches Blockseminar
Note
2,3
Autor
Florian Seeger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
22
Katalognummer
V115398
ISBN (eBook)
9783640169689
ISBN (Buch)
9783640172306
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kontroverse Tobin-Tax Finanzierungsquelle Entwicklungspolitisches Blockseminar
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Seeger (Autor:in), 2007, Die Kontroverse um die Tobin-Tax als entwicklungspolitische Finanzierungsquelle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115398
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Leseprobe aus  22  Seiten
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