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"Repräsentation" in Ernesto Laclaus theoretischen Arbeiten zur Hegemonie- und Diskurstheorie

Titel: "Repräsentation" in Ernesto Laclaus theoretischen Arbeiten zur Hegemonie- und Diskurstheorie

Seminararbeit , 2021 , 14 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: André Will (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In welcher Verbindung stehen Repräsentation und Populismus? Welches Prinzip legt Ernesto Laclau der Repräsentation zugrunde und in welcher Beziehung steht es zum Rest der Theorie? Diese Auswahl an Fragen stellen den Rahmen dar, in dem die vorliegende Arbeit das Repräsentationsverständnis von Laclau erkunden wird. „The crisis of representation […] is at the root of any populist, antiinstitutional outburst”. Unter anderem mit diesen Worten beschreibt Ernesto Laclau in seinem Buch „On Populist Reason“ die Verbindung zwischen Repräsentation und Populismus.

Die vielseitigen Beziehungen zwischen den Kernbegriffen stellen einerseits eine Fülle an Erklärungsansätzen und Möglichkeiten dar, andererseits erschaffen sie das Problem, dass man auf Begriffe, Konzepte und Probleme stößt, die man eigentlich schon angeführt haben müsste, um das gerade behandelte Problem verstehen zu können. Der rote Faden dieser Arbeit zieht sich daher durch Begriffe und Konzepte, die sich abwechseln und gegenseitig erklären. Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich daraus, dass Laclau seine Theorie über Jahrzehnte weiterentwickelt hat und die verwendeten Begriffe und Konzepte ebenfalls angepasst und weiter ausformuliert wurden. Die für diese Arbeit zentralen Begriffsauslegungen können in seinen frühen Werken womöglich anders gedeutet werden. Die vorliegende Arbeit hat daher das Ziel, eine möglichst vollständige und somit aktuelle Interpretation der Begriff darzustellen, ohne dabei den Rahmen dieser Arbeit zu sprengen.

Zu Beginn wird eine grundlegende (meta-)theoretische Einordnung vorgenommen. Sie wird die Grenzen abstecken und Laclaus Begriffsverständnis aus verschiedenen Perspektiven grob ausleuchten. Laclaus Kritik am Marxismus und konkurrierende Begriffsauslegungen stehen hier im Fokus. Das anschließende Kapitel geht auf die zentralen Begriffe Repräsentation, Populismus, Artikulation und kollektive Identität bzw. „das Volk“ ein. Kapitel 4 schließt mit einer Diskussion verschiedener Kritikpunkte, die unter anderem Laclaus Schreibstil und unscharfe Begriffsunterscheidungen behandelt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verortung von „Repräsentation“

3. Populismus, Repräsentation und das Volk

4. Kritik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein möglichst aktuelles und vollständiges Verständnis des Repräsentationsbegriffs in der Theorie von Ernesto Laclau zu entwickeln. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Repräsentation in den Kontext von Populismus, Artikulation und kollektiver Identitätsbildung eingebettet ist und welche ontologischen Kritikpunkte sich aus dieser theoretischen Perspektive ergeben.

  • Dekonstruktion des traditionellen, marxistisch geprägten Repräsentationsbegriffs
  • Die Rolle der Repräsentation bei der Konstruktion kollektiver Identitäten
  • Die performative Dimension von Populismus und Identitätsbildung
  • Wechselseitige Abhängigkeit von Repräsentation und Artikulationsprozessen
  • Auseinandersetzung mit zentralen Kritikpunkten, insbesondere in Bezug auf Souveränität und Ontologie

Auszug aus dem Buch

3. Populismus, Repräsentation und das Volk

Laclaus Repräsentationsbegriff ist tief in seine theoretischen Arbeiten zur Hegemonie- und Diskurstheorie eingearbeitet. Wie das vorherige Kapitel bereits andeutete, kann für sein Verständnis keine Definition à la „Repräsentation ist ...“ gegeben werden – zumindest, wenn man sich nicht ausgiebig mit seinen und verwandten Theorien beschäftigt hat. Das folgende Kapitel wird Repräsentation daher mit weiteren Begriffen und Prozessen seiner Werke in Verbindung setzen, um einen möglichst umfassenden Einblick in Laclaus Begriffsverständnis zu erhalten. Wie zu Beginn bereits erwähnt wurde, bedingen sich die Begriffserklärungen teilweise gegenseitig, weshalb eine strikte Reihenfolge in der folgenden Dekonstruktion nicht möglich ist. Das Kapitel wird daher die Konzepte Populismus, Artikulation und kollektive Identität abwechselnd ansprechen und in Verbindung zueinander setzen.

Das zu Beginn angeführte Zitat, „the crisis of representation […] is at the root of any populist, anti-institutional outburst”, deutet den theoretischen Kontext bereits an. Laclaus Begriffsverständnis entspringt der Verbindung von Populismus und der Krise des Transformismus, also der Unfähigkeit eines Systems, die Widerstände gegen sich zu befrieden, indem Antagonismen zu Positionen innerhalb des Systems umgewandelt werden. Da sich diese theoretischen Annahmen auf liberal-demokratische Systeme beziehen, kann der beschriebene Zustand kurz auch als Krise der Repräsentation bezeichnet werden. Diese Verbindung lässt erkennen, dass Laclaus Definition von Populismus eine zentrale Rolle für das Verständnis von Repräsentation spielt. „Populismus“ ist demnach eine analytische Kategorie, um „the nature and logic of the formation of collective identities“ zu verstehen. Die Begriffe „Repräsentation“ und „Populismus“ sind in seiner Theorie eng miteinander verknüpft und bieten wechselseitig Erklärungskraft, die zur Beleuchtung und Aufschlüsselung des jeweils anderen genutzt werden muss. „Muss“ daher, weil sich beide Begriffe auf unterschiedliche Aspekte des selben Phänomens beziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung nach Laclaus Repräsentationsverständnis ein und verortet das Thema im Kontext seiner Diskurstheorie sowie der Debatte um Populismus.

2. Verortung von „Repräsentation“: Dieses Kapitel bettet Laclaus Theorie in die aktuelle politikwissenschaftliche Diskussion ein, insbesondere in den „constructivist turn“, und grenzt seinen Ansatz vom klassischen marxistischen Verständnis der Repräsentation ab.

3. Populismus, Repräsentation und das Volk: Hier werden die Konzepte Populismus, Artikulation und Identitätsbildung analysiert, um zu zeigen, wie das „Volk“ als Effekt eines performativen Repräsentationsprozesses konstituiert wird.

4. Kritik: Dieser Abschnitt diskutiert die von Lasse Thomassen formulierten Kritikpunkte, die sich mit ontologischen Fragen, der Unschärfe von Laclaus Schreibstil sowie dem Problem der Souveränität des Benennenden befassen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Repräsentation bei Laclau nicht als einseitiger Akt, sondern als dynamischer und wechselseitiger Artikulationsprozess verstanden werden muss.

Schlüsselwörter

Ernesto Laclau, Repräsentation, Populismus, Diskurstheorie, Hegemonie, Identitätsbildung, Artikulation, Kollektive Identität, Konstruktivismus, Äquivalenzkette, Leerer Signifikant, Performativität, Marxismus, Ontologie, Politische Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Repräsentationsverständnis in den theoretischen Arbeiten von Ernesto Laclau und beleuchtet, wie dieser Begriff in seiner Diskurstheorie und Hegemonieanalyse verankert ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die performative Konstruktion kollektiver Identitäten, die Beziehung zwischen Populismus und Repräsentation sowie die Kritik an essentialistischen Sichtweisen auf politische Prozesse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, eine möglichst aktuelle und kohärente Interpretation des Repräsentationsbegriffs bei Laclau zu liefern, ohne dabei die Komplexität seiner über Jahrzehnte entwickelten Theorie zu vereinfachen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit bedient sich einer dekonstruktiven Analyse der Theoriearbeiten Laclaus, um Begriffe in ihrem jeweiligen theoretischen Kontext und ihren wechselseitigen Abhängigkeiten neu zu bestimmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Verortung, eine Analyse der Verbindung von Populismus, Artikulation und dem „Volk“ sowie eine kritische Diskussion der Argumentation mittels existierender Forschungsliteratur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Populismus, Repräsentation, Diskurstheorie, Artikulation, leere Signifikanten und die Konstruktion des Volkes charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Laclaus Verständnis der Repräsentation von der klassischen Auffassung?

Im Gegensatz zur klassischen marxistischen Sichtweise, die Repräsentation als bloße Spiegelung existierender Klasseninteressen begreift, betrachtet Laclau Repräsentation als konstitutiven, performativen Prozess, der erst Identitäten und Interessen schafft.

Warum ist die Unterscheidung zwischen „concept and name“ bei Laclau so wichtig?

Diese Unterscheidung verdeutlicht, dass „name“ (der Name) im Gegensatz zu einem „concept“ (transparentes Wesen) performativ wirkt und somit aktiv zur Konstitution des Benannten beiträgt.

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Details

Titel
"Repräsentation" in Ernesto Laclaus theoretischen Arbeiten zur Hegemonie- und Diskurstheorie
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
2,0
Autor
André Will (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
14
Katalognummer
V1154309
ISBN (PDF)
9783346554611
ISBN (Buch)
9783346554628
Sprache
Deutsch
Schlagworte
repräsentation ernesto laclaus arbeiten hegemonie- diskurstheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
André Will (Autor:in), 2021, "Repräsentation" in Ernesto Laclaus theoretischen Arbeiten zur Hegemonie- und Diskurstheorie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1154309
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Leseprobe aus  14  Seiten
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