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Digitaler Protest während der Pandemie. Die Vernetzung und Aktivierung Schweizer Corona-Maßnahmen-SkeptikerInnen

Titel: Digitaler Protest während der Pandemie. Die Vernetzung und Aktivierung Schweizer Corona-Maßnahmen-SkeptikerInnen

Masterarbeit , 2021 , 98 Seiten , Note: 5.75

Autor:in: Kim Pittet (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit gibt Einblick in die noch relativ unerforschte Gegenöffentlichkeit der Corona-Maßnahmen-SkeptikerInnen aus der Schweiz. Das Internet und vor allem die Sozialen Medien werden seit längerem immer mehr zu zentralen Orten für politische Information, Diskussion und Meinungsbildung. Auf der Basis von 12 qualitativen Interviews wird analysiert, wie sich Gegenöffentlichkeiten online vernetzen und wie sich daraus ein (digitaler) politischer Aktivismus formt. Die Arbeit stellt sich des Weiteren der Frage, wie sich politische Proteste in der Online-Welt von derjenigen offline unterscheiden. Aus den qualitativen Interviews werden unterschiedliche Kommunikationstypen abgeleitet.

Ziel der vorliegenden Studie ist es, ein möglichst ganzheitliches Bild der Kommunikation von Corona-Maßnahmen-SkeptikerInnen von der Vernetzung hin zum politischen Aktivismus aufzuzeigen. Dabei liegt vor allem die Qualität der Kommunikation im Fokus, wobei das breite Spektrum und nicht einzelne Details beleuchtet werden, um einen umfassenden Überblick zu erhalten. Die beiden übergeordneten Forschungsfragen lauten dabei wie folgt: Wie gestalten sich die Vernetzung und der Aktivismus von Schweizer Corona-Maßnahmen-SkeptikerInnen, um am politischen Diskurs teilzuhaben? Welche Rolle spielt dabei der politische Protest online und offline? Vor allem das Zusammenspiel der beiden Faktoren Vernetzung und Aktivierung in Bezug auf die Kommunikation im Internet als neue Form der Partizipation steht hier im Fokus.

Um den beiden aufgestellten Forschungsfragen nachzugehen, wird zuerst ein theoretischer Überblick über die politische Partizipation und dessen Wandel durch das Internet vorgestellt. Ebenfalls wird die Entstehung von politischen Gegenöffentlichkeit erläutert. Danach wird genauer auf den digitalen Protest eingegangen und die Vernetzung sowie der digitale Aktivismus auf unterschiedliche Aspekte beleuchtet. Daraus und aus dem zusammengestellten Forschungsstand werden anschließend unterschiedliche forschungsleitende Fragen abgeleitet. Im Methodenteil wird die Entstehung der semistrukturierten Befragung erläutert und die Interviews mit 12 ProbandInnen durchgeführt. Abschließend erfolgt die Auswertung und die Diskussion der Ergebnisse, danach wir ein Fazit gezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Politische Partizipation im Wandel

2.1 Die deliberative Öffentlichkeit nach Habermas

2.2 Politische Partizipation im Internet

2.3 Entstehung von Teil‐ und Gegenöffentlichkeit

3. Der digitale Protest

3.1 Vernetzung von Gegenöffentlichkeiten

3.1.1 Dimensionen der Vernetzung

3.1.2 Kommunikationskanäle

3.2 Digitaler Aktivismus von Gegenöffentlichkeiten

3.2.1 Partizipationsmöglichkeiten

3.2.2 Kommunikationsgestaltung

4. Gegenöffentlichkeit am Beispiel der Corona‐Krise

5. Forschungsstand und forschungsleitende Fragen

5.1 Vergleichsstudien im Bereich der Massnahmen‐Kritik

5.2 Vergleichsstudien im Bereich der Vernetzung

5.3 Vergleichsstudien im Bereich des digitalen Aktivismus

5.4 Herausarbeitung forschungsleitender Fragen

6. Methode

6.1 Stichprobe

6.2 Operationalisierung

6.3 Pretest

6.4 Rekrutierung, Datenerhebung und ‐auswertung

7. Ergebnisse und Diskussion

7.1 Eigenschaften

7.2 Massnahmen

7.3 Vernetzung

7.4 Aktivismus

7.5 Ausarbeitung verschiedener Typen

8. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich Schweizer Corona-Massnahmen-SkeptikerInnen vernetzen und politisch aktivieren, um am öffentlichen Diskurs teilzuhaben, wobei das Hauptaugenmerk auf der Rolle von digitalem und analogem Protest im Kontext der Pandemie liegt.

  • Struktureller Wandel politischer Partizipation durch das Internet
  • Entstehung und Vernetzung von Gegenöffentlichkeiten im digitalen Raum
  • Formen des digitalen Aktivismus bei Massnahmen-Kritikern
  • Verhältnis von digitaler Vernetzung zu realen Protestformen
  • Qualitative Analyse der Kommunikationsstrategien von skeptischen Akteuren

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Partizipationsmöglichkeiten

Der soeben beschriebene digitale Aktivismus zeigt sich in unterschiedlichen Handlungen, so beispielsweise dem Klick-Aktivismus, Hashtag-Aktivismus, Kampagnen-Aktivismus, Tech-Aktivismus und Hacktivismus. Die Geschwindigkeit der digitalen Entwicklung erschwert es, klare Trennlinien zwischen den verschiedenen Formen des digitalen Aktivismus zu ziehen, weshalb sie jeweils keine klar voneinander abgrenzbaren Idealtypen darstellen (Fielitz & Stämmer, 2020). Generell lässt sich jedoch laut Rauscher (2018) beobachten, dass soziale Protestströmungen digitale Mittel wie Hashtag oder Memes nutzen, um Forderungen zu formulieren, Aufmerksamkeit zu generieren und Anliegen zu verbreiten. Vor allem solche visuelle Mittel lassen ein Gefühl der direkten Verbundenheit und das Bedürfnis nach Partizipation aufkommen (Juris, 2012; Rauscher, 2018). Wallner (2018) geht deshalb davon aus, dass sich die partizipative Funktion des Internets längerfristig ausweiten und neue Ausdrucksformen der politischen Kommunikation hinzukommen werden.

So bieten beispielsweise Kurzvideos und Internet-Memes neue Beteiligungsmöglichkeiten, wobei sie sich von den Beteiligungsplattformen in Form und Inhalt unterscheiden (Wallner, 2018). Auch Shifman (2014) bezeichnet Memes als Erweiterung an Partizipationsmöglichkeiten in einer Demokratie, denn hierbei können Bürger ihre politischen Ansichten auf eine neue und doch leicht zugängliche Art ausdrücken. Auf ein solches Bild folgt oftmals ein Diskussionsfaden, so beispielsweise in Form von Kommentaren, wobei jedoch die Rezipienten einen Bezug zum Ursprungsbild oder -zitat haben müssen, da sie sonst den Kontext nicht verstehen (Moskoop & Heller, 2013).

Im Folgenden soll nun auf einige wenige der unzähligen Partizipationsformen eingegangen werden. Aufgrund der grossen Relevanz für die vorliegende Arbeit werden der Klick-Aktivismus, der Hashtag-Aktivismus, der Meme-Aktivismus sowie der Kampagnen-Aktivismus genauer erläutert. Dabei ist zu berücksichtigen, dass diese ihre Wirksamkeit erst in Kombination entfalten, denn sie versuchen alle, einen diskursiven Wandel in ihren jeweiligen Kommunikationsräumen herbeizuführen und politische Handlungsfähigkeit darzustellen (Fielitz & Stämmler, 2020).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die wachsende Bedeutung von Online-Medien für die politische Kommunikation und Partizipation und identifiziert das Forschungsdefizit bezüglich der Vernetzung von Minderheiten am Beispiel der Corona-Pandemie.

2. Politische Partizipation im Wandel: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Wandel politischer Teilhabe, ausgehend von Habermas’ deliberativer Öffentlichkeit bis hin zur Transformation durch digitale Netzwerke und soziale Medien.

3. Der digitale Protest: Es wird analysiert, wie digitale Vernetzung und Aktivismus als Instrumente für Gegenöffentlichkeiten dienen, wobei der Fokus auf Dimensionen der Vernetzung und verschiedenen Strategien des Online-Aktivismus liegt.

4. Gegenöffentlichkeit am Beispiel der Corona‐Krise: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Konzepte der Gegenöffentlichkeit direkt mit der gesellschaftlichen Situation während der COVID-19-Pandemie in der Schweiz.

5. Forschungsstand und forschungsleitende Fragen: Es wird ein Überblick über bestehende Studien zu Massnahmen-Kritik und Vernetzung gegeben, um daraus die zentralen Forschungsfragen der Masterarbeit abzuleiten.

6. Methode: Der Methodenteil beschreibt das qualitative Vorgehen mittels semistrukturierter Interviews, die Auswahl der Stichprobe sowie die anschliessende Transkription und inhaltliche Auswertung der Daten.

7. Ergebnisse und Diskussion: In diesem Kapitel werden die Interviewergebnisse präsentiert, diskutiert und mit der theoretischen Literatur in Bezug gesetzt, einschliesslich der Typologisierung der Probanden.

8. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über Vernetzung und Aktivismus der Skeptiker zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige weiterführende Forschung.

Schlüsselwörter

Digitale Vernetzung, Politischer Protest, Corona-Pandemie, Gegenöffentlichkeit, Politischer Aktivismus, Soziale Medien, Partizipation, Deliberative Demokratie, Klick-Aktivismus, Framing, Systemkritik, Online-Mobilisierung, Digitale Kommunikation, Gesellschaftlicher Diskurs, Qualitative Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit?

Die Arbeit untersucht die Vernetzung und politische Aktivierung von Menschen in der Schweiz, die den staatlichen Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisch gegenüberstehen.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Mittelpunkt stehen die Nutzung digitaler Medien zur Organisation von Protesten, die Entstehung von Gegenöffentlichkeiten und die psychologischen sowie sozialen Motive hinter der Vernetzung Gleichgesinnter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein ganzheitliches Bild davon zu zeichnen, wie sich diese Skeptiker vernetzen, welche digitalen Kommunikationskanäle sie nutzen und welche Rolle dabei der politische Protest (online wie offline) spielt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine qualitative Forschungsmethode gewählt, die auf 12 semistrukturierten Leitfadeninterviews basiert, welche anschliessend mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Partizipation und digitalem Protest, die Analyse des Forschungsstandes sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse aus den Interviews.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere digitale Vernetzung, Gegenöffentlichkeit, digitaler Aktivismus, politischer Protest und medienkritische Diskursführung.

Welche Rolle spielt die "Couch-Demo" in den Ergebnissen?

Die Arbeit zeigt, dass die Probanden den Begriff „Couch-Demo“ als ineffektiv betrachten, da sie der physischen Präsenz und Masse bei analogen Demonstrationen eine deutlich höhere politische Wirkung zuschreiben.

Wie unterscheidet sich die Nutzung von Messengern zu sozialen Medien laut der Untersuchung?

Messenger werden primär für die agile, direkte Vernetzung und Gruppenkommunikation genutzt, während soziale Medien eher zur Information oder zur Verbreitung eigener Inhalte in einem größeren Netzwerk dienen.

Ende der Leseprobe aus 98 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Digitaler Protest während der Pandemie. Die Vernetzung und Aktivierung Schweizer Corona-Maßnahmen-SkeptikerInnen
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)  (DCM)
Note
5.75
Autor
Kim Pittet (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
98
Katalognummer
V1154334
ISBN (PDF)
9783346558633
ISBN (Buch)
9783346558640
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Corona Massnahmenskeptiker Aktivismus Digitaler Aktivismus Politische Partizipation Deliberative Öffentlichkeit Gegenöffentlichkeit Corona-Massnahmen-Skeptiker Covid 19 Vernetzung Partizipation Deliberation Corona-Skeptiker
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kim Pittet (Autor:in), 2021, Digitaler Protest während der Pandemie. Die Vernetzung und Aktivierung Schweizer Corona-Maßnahmen-SkeptikerInnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1154334
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Leseprobe aus  98  Seiten
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