Schillers Kantrezeption in seiner Theorie des Schönen: "Kallias oder über die Schönheit" und "Über Anmut und Würde"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

25 Seiten, Note: 1


Leseprobe

„Seine [Kants] Critik der Urtheilskraft, die ich mir selbst angeschafft habe, reißt mich hin durch ihren neuen lichtvollen geistreichen Inhalt und hat mir das größte Verlangen beygebracht, mich nach und nach in seine Philosophie hinein zu arbeiten“[1] So schreibt Schiller an Körner im Jahre 1791. Seit dem beginnt er, sich intensiv mit der Philosophie Kants auseinander zu setzen. Besonders mit der Kantischen Schönheitslehre beschäftigt er sich. Dabei soll aber vorab darauf hingewiesen werden, dass Kant in seiner Kritik der Urteilskraft, wie auch in seinen beiden Kritiken der reinen Vernunft und der praktischen Vernunft, in erster Linie an den Voraussetzungen menschlicher Erkenntnis interessiert ist. Er stellt die Frage, unter welchen Bedingungen der Mensch das Schöne erkennen kann und ob ein allgemeingültiges Geschmacksurteil möglich ist. Er kommt dabei zu dem Schluss, dass das Schöne nur subjektiv als solches wahrgenommen werden kann. Während sich Kant also auf das „Wie“ konzentriert, möchte Schiller das „Was“, das heißt: Die Beschaffenheit des Schönen untersuchen. Sein Anliegen ist es, ein objektives Prinzip für das Geschmacksurteil zu finden, das auf bestimmten Merkmalen der schönen Gegenstände beruht. Die Ergebnisse seiner Auseinandersetzung mit dem Schönheitsbegriff Kants finden ihren Ausdruck in dem Briefwechsel mit Körner, der unter dem Namen Kallias bekannt ist. „Kanten zum Trotz [will er] den Stein der Weisen […] finden [und] eine Theorie des Schönen unabhängig von aller Autorität […] gründen“[2]. Denn von „dieser Unvermeidlichkeit des Empirischen, von dieser Unmöglichkeit eines objektiven Prinzips für den Geschmack kann [er sich] noch nicht überzeugen.“[3] Dieses objektive Prinzip sucht Schiller in einer engen Verbindung von Schönheit mit Freiheit. Seine Ästhetik ist also eine Autonomieästhetik. In regem Gedankenaustausch mit Körner legt Schiller in den Kallias -Fragmenten die Grundlagen einer allgemeinen Schönheitstheorie, deren Erkenntnisse er in Über Anmut und Würde auf den Menschen überträgt. Auch wenn es fraglich bleibt, ob ihm eine Widerlegung Kants gelingt und ob das System seiner objektiven Schönheitstheorie kohärent ist, so haben seine Ideen dennoch einen großen Wert.

Was ist nun eigentlich das Schöne? Kant erarbeitet in seiner Kritik der Urteilskraft Schritt für Schritt eine Analytik des Schönen. Dabei kommt er auf einige wesentliche Merkmale. Zunächst grenzt er das Schöne von dem bloß Angenehmen auf der einen Seite und dem Guten auf der anderen Seite ab. Während das Wohlgefallen am Schönen ein reines und interesseloses ist, hängt es bei der Beurteilung des Angenehmen und des Guten von einem Interesse ab: Vom bloß Angenehmen unterscheidet sich das Schöne dadurch, dass es in gewisser Weise allgemein und notwendig gefällt und nicht wie dieses individuell und zufällig. Aber es hat die Unmittelbarkeit des Eindrucks mit ihm gemein. Das Angenehme „ist nicht ein bloßer Beifall, den ich ihm widme, sondern Neigung wird dadurch erzeugt“[4]. Mein Interesse daran ist also mit einem „Haben-Wollen“ verbunden. „Gut ist das, was vermittelst der Vernunft, durch den bloßen Begriff, gefällt. Wir nennen einiges wozu gut (das Nützliche), was nur als Mittel gefällt; ein anderes aber an sich gut, was für sich selbst gefällt. In beiden ist immer der Begriff eines Zwecks“[5] enthalten. Auch hier äußert sich demnach ein besonders Interesse.

Das Gefühl der Lust hingegen, das wir bei der Betrachtung des schönen Gegenstandes empfinden, resultiert aus einem besonderen Gemütszustand. Das Wohlgefallen, das wir empfinden unterscheidet sich von dem Wohlgefallen am Guten und dem am Angenehmen deshalb, weil die beiden Erkenntnisvermögen, die Einbildungskraft und die Vernunft, bei der bloßen Vorstellung des Gegenstandes harmonisch in freiem Spiel miteinander stehen. Die Wirkung, die das Schöne auf uns ausübt ist keine andere als ein erleichtertes Spiel der beiden Vermögen, der Einbildungskraft auf der einen und des Verstandes auf der anderen Seite. Das Schöne belebt beide Vermögen gleichzeitig zu einhelliger Tätigkeit (§ 9 KU). Die bloße Vorstellung des Objektes ist primär und liegt vor aller Erkenntnis. Keines der Vermögen verspürt ein besonderes Interesse: „Daher ist das Geschmacksurteil bloß kontemplativ, d.i. ein Urteil, welches, indifferent in Ansehung des Daseins eines Gegenstandes, nur seine Beschaffenheit mit dem Gefühl der Lust und Unlust zusammenhält.“[6]

Es ist deshalb ästhetisch, weil es nicht auf einem logischen Erkenntnisurteil beruht, sondern auf einer Empfindung, nämlich dem Gefühl der Lust oder Unlust. Folglich kann das Schöne nur subjektiv als solches wahrgenommen werden. Eine Empfindung nämlich, die vor aller Erkenntnis liegt und nur auf dem harmonischen Verhältnis von Einbildungskraft und Verstand beruht, kann nur auf das empfindende Subjekt bezogen werden. Das Gefühl der Lust oder Unlust sagt nur etwas über die Beschaffenheit der Vorstellung aus, jedoch nichts über die des Objektes. Dieses rein Subjektive der Vorstellung ist die „Zweckmäßigkeit also, die vor dem Erkenntnisse eines Objekts vorhergeht, ja sogar, ohne die Vorstellung desselben zu einem Erkenntnis brauchen zu wollen“[7], das heißt also: Es ist eine Empfindung, die vor jeder Erkenntnis liegt, damit auch vor einer Begriffsbildung oder einer Verknüpfung von Begriffen. Deshalb ist sie unabhängig von Begriffen. Sie äußert sich entweder in Lust oder Unlust. Lust empfinden wir dann, wenn sich die Vorstellung als zweckmäßig für ein harmonisches Verhältnis der beiden Erkenntnisvermögen erweist und damit eine Erleichterung des Erkenntnisvorgangs mit sich bringt.

Wenn Kant auch betont, dass es folglich kein objektives Prinzip des Geschmacks geben kann (§ 34 KU), so hebt er das Schöne dennoch von dem Angenehmen dadurch ab, dass er ihm eine gewisse Allgemeingültigkeit zugesteht. Er nennt sie subjektive Allgemeingültigkeit. Diese leitet er daraus ab, dass der schöne Gegenstand mit der Funktionsweise der menschlichen Vernunft im Einklang steht. Der Gemütszustand in der gegebenen Vorstellung muss allgemein mitteilbar sein, weil jedermann die gleichen Vorraussetzungen mitbringt: Die Art der Vorstellung, das heißt der Erkenntnisvorgang, ist auch bei einem Geschmacksurteil bei jedem Menschen die gleiche. Wenn es auch subjektiv ist, „so gründet es sich [doch] auf der subjektiven formalen Bedingung eines Urteils überhaupt.“[8] Dieser Gemütszustand muss demnach allgemein mitteilbar sein. „Auf jener Allgemeinheit aber der subjektiven Bedingungen der Beurteilung der Gegenstände gründet sich allein diese allgemeine subjektive Gültigkeit des Wohlgefallens, welches wir mit der Vorstellung des Gegenstandes, den wir schön nennen, verbinden.“[9]

Schiller hingegen ist dieser bloße „Anspruch auf Allgemeingültigkeit“ nicht genug. Sein Ziel - und auch das Körners - ist es, eine tatsächlich objektive Begründung des Schönen transzendentalphilosophisch zu entwickeln, gleichzeitig aber durch empirische Grundsätze zu erweitern. Auf diese Weise will er dem Subjektivismus Kants entgegenarbeiten. Er glaubt den Ursprung des Geschmacks nicht allein im Subjekt suchen zu dürfen und möchte deswegen diejenige Beschaffenheit in den Gegenständen erkennen, die uns veranlasst, Lust zu empfinden. Dabei will er allerdings nicht wie die Rationalisten wirkungsorientiert nach konkreten Merkmalen (Regelmäßigkeit, Klarheit, moralische Zweckmäßigkeit ...)[10] suchen, um eine objektive, vom Gefühl unabhängige Definition zu erhalten. Denn er will das Schöne nicht aus Begriffen oder aus dem Verstand abgeleitet wissen. Er ist sich nämlich mit Kant einig, dass die Quelle des Schönen nur in der sinnlichen Wahrnehmung liegen kann. Ebenso wenig will er zulassen, dass das Schöne einzig und allein subjektiv sei, wie es Kant vertritt, oder auch die Empiristen bzw. Sensualisten nachzuweisen glauben. Die Sensualisten betonen zwar, wie Schiller, die Zugehörigkeit der Schönheit zur sinnlichen Welt, negieren aber die Möglichkeit der Objektivität. Ihnen zufolge beruht die Erfahrung von Schönheit lediglich auf individuell-affektiven Aspekten. Schillers hochgestecktes Ziel ist es, eine eigene vierte Möglichkeit zu entwerfen und damit das Schöne sinnlich-objektiv zu bestimmen.

„Entweder man erklärt es [das Schöne] objektiv oder subjektiv; und zwar entweder sinnlich-subjektiv (wie Burke u.a.) oder subjektiv-rational (wie Kant), oder rational-objektiv (wie Baumgarten, Mendelssohn und die ganze Schar der Vollkommenheitsmänner), oder endlich sinnlich-objektiv“[11]

Und er glaubt, sein Ziel bereits erreicht zu haben, denn er schreibt an Körner am 21. Dezember 1792: „Über die Natur des Schönen ist mir viel Licht aufgegangen, so daß ich Dich für meine Theorie zu erobern glaube. Den objektiven Grundsatz des Schönen, der sich eo ipso auch zu einem objektiven Grundsatz des Geschmacks qualifiziert und an welchem Kant verzweifelt, glaube ich gefunden zu haben.“[12]

Einer der wesentlichen Punkte, in denen Schiller Kant widerspricht, ist die Lokalisierung des Urteilsvermögens. Kant teilt in seiner Transzendentalphilosophie die Gebiete der Philosophie in das der theoretischen und das der praktischen Vernunft. In seiner Kritik der reinen Vern unft beschäftigt er sich mit dem Verstand und mit dem Problem des Erkennens überhaupt. Er nennt diesen Teil seiner philosophischen Erörterung Naturphilosophie, weil sie mit reinen Verstandes- oder Naturbegriffen operiert und sich auf die Natur, das heißt auf die Sinnenwelt, bezieht, welche den Gesetzen der Kausalität unterworfen ist. Dort lokalisiert er das Erkenntnisvermögen, das der Gesetzgebung des Verstandes unterstellt ist. In der Kritik der praktischen Vernunft behandelt er Fragestellungen der Ethik, des Wollens und des Handelns. Er nennt diesen Teil die Moralphilosophie. Hier sind es die Freiheitsbegriffe, die maßgeblich sind, denn die praktische Vernunft bezieht sich auf das Reich des Intelligiblen, in welchem der Mensch vollkommen frei, das heißt nur seinen eigenen Gesetzen – den Gesetzen der Vernunft - unterworfen, ist. Das zugehörige Vermögen bezeichnet er als Begehrungsvermögen. Doch neben diesen beiden Vermögen erkennt Kant noch ein weiteres: „Allein in der Familie der oberen Erkenntnisvermögen gibt es doch noch ein Mittelglied zwischen dem Verstande und der Vernunft. Dieses ist die Urteilskraft“[13]. Wenn also der Verstand der Sitz der Erkenntnis ist, die Vernunft der Sitz des Willens und des Handelns, dann ist die Urteilskraft der Sitz des Gefühls. Kant schreibt ihr das Gefühl der Lust und Unlust zu, das zwischen dem Erkenntnisvermögen und dem Begehrungsvermögen besteht. Die Urteilskraft „ist das Vermögen, das Besondere als enthalten unter dem Allgemeinen zu denken.“[14] Dabei kann sie bestimmend sein, sofern sie vom Allgemeinen ausgeht und das Besondere darunter einordnet, oder auch reflektierend, wenn sie zu dem Besonderen das Allgemeine finden soll. Während sich die bestimmende Urteilskraft der Gesetze des Verstandes bedient, benötigt die reflektierende ein eigenes Prinzip: nämlich das Prinzip der „Zweckmäßigkeit der Natur in ihrer Mannigfaltigkeit.“[15] Da diese Prinzipien nur durch die Anwendung von Begriffen denkbar sind, ordnet Kant die Urteilskraft – zwar als eigenständiges drittes Vermögen, aber dennoch - der theoretischen Vernunft zu.

Hier weicht Schiller in seiner Theorie von Kant ab. In den Kallias-Briefen schreibt er am 8. Februar 93 an Körner:

„Ich vermute, Du wirst aufgucken, dass Du die Schönheit unter der Rubrik der theoretischen Vernunft nicht findest […] sie ist gewiß nicht bei der theoretischen Vernunft anzutreffen, weil sie von Begriffen schlechterdings unabhängig ist; […] und [da] es außer der theoret(ischen) V(ernunft) keine andere als die praktische gibt, so werden wir sie hier wohl suchen müssen, und auch finden.“[16]

Für Schiller gibt es zwei Gründe, die ihn veranlassen, die Schönheit in der praktischen Vernunft zu suchen. Er stimmt zum einen mit Kant in der Feststellung überein, dass das Schöne ohne Begriff gefalle.[17] Wenn es nun also von Begriffen unabhängig ist, dann gibt es für Schiller keinen Grund, weshalb Schönheit der theoretischen Vernunft zugeordnet werden sollte. Ein zweiter Punkt ist Schillers Forderung nach einer Verbindung zwischen Schönheit und Freiheit. Für ihn ist Freiheit oder Freiheitähnlichkeit die wahre Bedingung für Schönheit. Für den Freiheitsgedanken ist jedoch in der theoretischen Vernunft, die ja einzig und allein auf Naturbegriffen beruht und deshalb dem Kausalitätsprinzip unterworfen ist, kein Platz. Kant siedelt die Freiheit allein in der praktischen Vernunft an, wo sie das Wollen und das Handeln regiert. Wenn Schiller eine notwendige Verbindung zwischen der Schönheit und der Freiheit sucht, so muss er demnach für letztere Platz schaffen, indem er die Kantische Dreiteilung der obersten Erkenntnisvermögen aufhebt und sie durch den bloßen Dualismus von theoretischer und praktischer Vernunft ersetzt, indem er das bei Kant noch weitgehend selbständige dritte Vermögen, die Urteilskraft, ganz anders als dieser, den Gesetzen der praktischen Vernunft unterstellt.

In welcher Beziehung aber steht die Idee der Freiheit zur Schönheit? Und wie kann sich Freiheit in der Welt der Erscheinung äußern, wo sie doch ein reiner Verstandesbegriff ist? Schiller stellt nun eine Untersuchung über die Struktur des ästhetischen Gegenstandes an. Sein Ziel ist es, die Analogie dieser Struktur zu der Idee der Freiheit zu beweisen. Das objektive Merkmal des schönen Gegenstandes liegt ihm zufolge nicht in seiner Materie, sondern in seiner Form. Diese Form aber wird von der praktischen Vernunft, dem Sitz der Urteilskraft also, deshalb als schön empfunden, weil sie ihre eigene Form widerspiegelt. Was ist also die Form der praktischen Vernunft? Um Schillers Argumentationslinie zu verstehen, wollen wir uns zuerst verdeutlichen, wie er die Schönheit auf die praktische Vernunft zurückführt, indem er versucht, deren Funktionsweise zu analysieren.[18] Er erkennt zwei Hauptfunktionen, die jeweils der theoretischen bzw. der praktischen Vernunft zugeordnet werden können: „ Die V(ernunft) verbindet entweder Vorstellung mit Vorstellung zur Erkenntnis (theoretische Vernunft), oder sie verbindet Vorstellungen mit dem Willen zur Handlung (praktische Vernunft).“[19] Dabei erkennt er für die theoretische Vernunft wiederum zwei Unterfunktionen: eine konstitutive, die gesetzgebend wirkt, und eine regulative, die lediglich eine „als ob“ - Beziehung herstellt. Aufgrund einer Symmetrievorstellung kommt Schiller zu dem Schluss, dass wohl auch in der praktischen Vernunft eine regulative Funktion vorhanden sein muss. Nun definiert er das Erkennen als eine Übereinstimmung mit der Form der theoretischen Vernunft. Was ist nun das Ergebnis von einem Handeln im Einklang mit der Form der praktischen Vernunft? Das freie Handeln. Damit glaubt Schiller also das Prinzip, oder die Form, der praktischen Vernunft erkannt zu haben, nämlich das Prinzip der Freiheit. Die Selbstbestimmung gilt ihm als oberstes Prinzip (Schiller nennt es auch „Existenz aus bloßer Form“[20] ). Die „neu-entdeckte“ Funktion der praktischen Vernunft gibt jetzt der Urteilskraft Raum, die dann als eine regulative Funktion eine als-ob-Relation fordert. Das Geschmacksurteil wird etwas als schön empfinden, wenn es der Form der praktischen Vernunft entspricht. Die Form der praktischen Vernunft aber ist laut Schiller die Idee des freien Handelns, also der Autonomie. Daraus schließt er, dass folglich jeder Gegenstand schön ist, der so scheint, als ob (regulativ) er frei wäre.

Wie kann nun ein Gegenstand frei erscheinen? Nur dadurch, dass die Vernunft die Autonomie in den Gegenstand „hineindenkt“. Daraus wird ersichtlich, dass Schiller noch in einem weiteren Punkt nicht mit Kant übereinstimmt. Während Kant sowohl den Verstand als auch die Vernunft von dem Geschmacksurteil ausgeschlossen haben will, da er jenes als vor jeglicher Erkenntnis liegend bezeichnet, so kann für Schiller das Gefühl nicht das einzige Kriterium der Beurteilung des Schönen sein. Denn sowohl die Vernunft, als auch der Verstand haben am Prozess des ästhetischen Urteils teil. „Sie [die praktische Vernunft] leiht dem Gegenstande (regulativ, und nicht, wie bei der moralischen Beurteilung, konstitutiv) ein Vermögen, sich selbst zu bestimmen, einen Willen, und betrachtet ihn alsdann unter der Form dieses seines Willens (ja nicht ihres Willens, denn sonst würde das Urteil ein moralisches werden).“[21] Das ästhetische Urteil kann als eine Projektion der Subjektivität in den Gegenstand aufgefasst werden. Damit also gelangt Schiller zu seinem berühmten Ausspruch: „Schönheit also ist nichts anders als Freiheit in der Erscheinung.“[22] In seiner Schrift Über Anmut und Würde formuliert er den Prozess des ästhetischen Urteils noch deutlicher: man soll sich erinnern,

[...]


[1] Schiller, Friedrich. Brief an Körner vom 3.3.1791. zitiert nach:

Koopmann, Helmut: Kleinere Schriften nach der Begegnung mit Kant. In : Schiller-Handbuch. (1998)Hg. Helmut Koopmann. Stuttgart: Kröner. S. 575 - 585

[2] Brief von Körner vom 4. Februar 1793. In: Friedrich Schiller. Kallias oder über die Schönheit. Über Anmut und Würde. (1999). Bibl. Ergänzte Auflage 1994. Hg. Klaus L. Berghahn, Ditzingen: Reclam.. S.7

[3] Brief von Schiller vom 25. Januar 1793. In: Friedrich Schiller. Kallias oder über die Schönheit. Über Anmut und Würde.(1999). Bibl. Ergänzte Auflage 1994. Hg. Klaus L. Berghahn, Ditzingen: Reclam.. S.5

[4] [Kant: Kritik der Urteilskraft, S. 65. Die digitale Bibliothek der Philosophie, S. 28708 (vgl. Kant-W Bd. 10, S. 119)]

[5] [Kant: Kritik der Urteilskraft, S. 66. Die digitale Bibliothek der Philosophie, S. 28709 (vgl. Kant-W Bd. 10, S. 119)]

[6] [Kant: Kritik der Urteilskraft, S. 70. Die digitale Bibliothek der Philosophie, S. 28713 (vgl. Kant-W Bd. 10, S. 122)]

[7] [Kant: Kritik der Urteilskraft, S. 43. Die digitale Bibliothek der Philosophie, S. 28686 (vgl. Kant-W Bd. 10, S. 99-100)]

[8] [Kant: Kritik der Urteilskraft, S. 216. Die digitale Bibliothek der Philosophie, S. 28859 (vgl. Kant-W Bd. 10, S. 217)]

[9] [Kant: Kritik der Urteilskraft, S. 87. Die digitale Bibliothek der Philosophie, S. 28730 (vgl. Kant-W Bd. 10, S. 132-133)]

siehe auch: „der Geschmack, als subjektive Urteilskraft, enthält ein Prinzip der Subsumtion, aber nicht der Anschauungen unter Begriffe, sondern des Vermögens der Anschauungen oder Darstellungen (d.i. der Einbildungskraft) unter das Vermögen der Begriffe (d.i. den Verstand), sofern das erstere in seiner Freiheit zum letzteren in seiner Gesetzmäßigkeit zusammenstimmt“ [Kant: Kritik der Urteilskraft, S. 217. Die digitale Bibliothek der Philosophie, S. 28860 (vgl. Kant-W Bd. 10, S. 217-218)]

[10] Latzel, Sigbert: Die ästhetische Vernunft. Bemerkungen zu Schillers „Kallias“ mit Bezug auf die Ästhetik des 18.Jahrhunderts. In: Literaturwissenschaftliches Jahrbuch (Görresgesellschaft) N.F. 2 (1961), S. 31 – 40. In: Friedrich Schiller. Zur Geschichtlichkeit seines Werkes. (1975) Hg. Klaus L. Berghahn. Kronberg: Scriptor Verlag GmbH & Co KG. S. 243

[11] Schiller, Friedrich: Brief an Körner vom 25. Jan. 93. In: In: Friedrich Schiller. Kallias oder über die Schönheit. Über Anmut und Würde. Bibl. Ergänzte Auflage 1994. Hg. Klaus L. Berghahn, Ditzingen: Reclam. 1999. S. 5/6

[12] Schiller, Friedrich. Brief an Körner vom 21.Dez.1792. zitiert nach:

Berghahn, Klaus L.: Nachwort. In: Friedrich Schiller. Kallias oder über die Schönheit. Über Anmut und Würde. Bibl. Ergänzte Auflage 1994. Hg. Klaus L. Berghahn, Ditzingen: Reclam. 1999. S. 160

[13] [Kant: Kritik der Urteilskraft, S. 21. Die digitale Bibliothek der Philosophie, S. 28664 (vgl. Kant-W Bd. 10, S. 85)]

[14] [Kant: Kritik der Urteilskraft, S. 24. Die digitale Bibliothek der Philosophie, S. 28667 (vgl. Kant-W Bd. 10, S. 87)]

[15] [Kant: Kritik der Urteilskraft, S. 26. Die digitale Bibliothek der Philosophie, S. 28669 (vgl. Kant-W Bd. 10, S. 89)].

[16] Schiller, Friedrich: Kallias oder über die Schönheit. Fragment aus dem Briefwechsel zwischen Schiller und Körner. In: Friedrich Schiller. Kallias oder über die Schönheit. Über Anmut und Würde. Bibl. Ergänzte Auflage 1994. Hg. Klaus L. Berghahn, Ditzingen: Reclam. 1999. S.15

[17] „ Nun hat Kant darin offenbar recht, dass er sagt, das Schöne gefalle ohne Begriff;“ Brief vom 8. Februar 93 an Körner In: Schiller, Friedrich: Kallias oder über die Schönheit. Fragment aus dem Briefwechsel zwischen Schiller und Körner. In: Friedrich Schiller. Kallias oder über die Schönheit. Über Anmut und Würde. Bibl. Ergänzte Auflage 1994. Hg. Klaus L. Berghahn, Ditzingen: Reclam. 1999. S.11

„Das Schöne ist das, was ohne Begriffe, als Objekt eines allgemeinen Wohlgefallens vorgestellt wird“

[Kant: Kritik der Urteilskraft, S. 74. Die digitale Bibliothek der Philosophie, S. 28717 (vgl. Kant-W Bd. 10, S. 124)]

[18] nach Latzel, Sigbert: Die ästhetische Vernunft. Bemerkungen zu Schillers „Kallias“ mit Bezug auf die Ästhetik des 18.Jahrhunderts. In: Literaturwissenschaftliches Jahrbuch (Görresgesellschaft) N.F. 2 (1961), S. 31 – 40. In: Friedrich Schiller. Zur Geschichtlichkeit seines Werkes. (1975) Hg. Klaus L. Berghahn. Kronberg: Scriptor Verlag GmbH & Co KG. S. 247

[19] Schiller, Friedrich: Brief an Körner vom 8.Feb. 93. In: In: Friedrich Schiller. Kallias oder über die Schönheit. Über Anmut und Würde. Bibl. Ergänzte Auflage 1994. Hg. Klaus L. Berghahn, Ditzingen: Reclam. 1999. S. 13

[20] Schiller, Friedrich: Brief an Körner vom 18.Feb. 93. In: In: Friedrich Schiller. Kallias oder über die Schönheit. Über Anmut und Würde. Bibl. Ergänzte Auflage 1994. Hg. Klaus L. Berghahn, Ditzingen: Reclam. 1999. S. 23

[21] Schiller, Friedrich: Brief an Körner vom 8.Feb. 93. In: In: Friedrich Schiller. Kallias oder über die Schönheit. Über Anmut und Würde. Bibl. Ergänzte Auflage 1994. Hg. Klaus L. Berghahn, Ditzingen: Reclam. 1999. S. 16

[22] Schiller, Friedrich: Brief an Körner vom 8.Feb. 93. In: In: Friedrich Schiller. Kallias oder über die Schönheit. Über Anmut und Würde. Bibl. Ergänzte Auflage 1994. Hg. Klaus L. Berghahn, Ditzingen: Reclam. 1999. S. 18

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Schillers Kantrezeption in seiner Theorie des Schönen: "Kallias oder über die Schönheit" und "Über Anmut und Würde"
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Philosophisches Institut II)
Veranstaltung
Hauptseminar: Schillers Ästhetik
Note
1
Autor
Jahr
2003
Seiten
25
Katalognummer
V11545
ISBN (eBook)
9783638176774
ISBN (Buch)
9783638641920
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schillers, Kantrezeption, Theorie, Schönen, Kallias, Schönheit, Anmut, Würde, Hauptseminar, Schillers
Arbeit zitieren
Sarai Jung (Autor), 2003, Schillers Kantrezeption in seiner Theorie des Schönen: "Kallias oder über die Schönheit" und "Über Anmut und Würde", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11545

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