Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Verunsicherungsstrategien im "Lalebuch". Eine Analyse des Spiels nach Johan Huizinga und Roger Caillois

Titel: Verunsicherungsstrategien im "Lalebuch". Eine Analyse des Spiels nach Johan Huizinga und Roger Caillois

Hausarbeit , 2021 , 38 Seiten , Note: 5,0

Autor:in: Katharina Sauder (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Arbeit ist eine Analyse des "Lalebuch", das 1597 in Strassburg erschienen ist. Der Fokus liegt hierbei auf dem Spiel, welches die Verunsicherungsstrategien und dadurch das Zusammenspiel von Realität und Fiktion im "Lalebuch" aufzeigt. Es soll außerdem gezeigt werden, dass das Verhalten der Lalen nicht auf einer kurzweiligen Absicht beruht, sondern seine Sinnhaftigkeit in der Verfolgung eines Spielwillens erhält. Die Lalen beginnen das Rollenspiel nicht zu ihrem reinen Vergnügen, sondern versuchen sich zu schützen und dem gemeinen Nutzen zu folgen, welcher im Folgenden noch einmal aufgegriffen wird. Das Spiel gibt ihnen diesen Schutz und Freiheit, was noch zu zeigen ist.

Um diese Analyse gezielt durchführen zu können, werden zunächst die Spieldefinitionen nach Huizinga und Caillois aufgearbeitet und in einer Gegenüberstellung eine praktisch anwendbare Definition erzeugt. Im gleichen Kapitel soll auch eine kurze Rekapitulation des Forschungsstandes und die Problematik der Lesarten geschildert werden. Daraufhin wird mit der bereits vorhandenen Theorie Verunsicherung im "Lalebuch" anhand geeigneter Kategorien aufgezeigt. Mit diesen Theorieteilen wird dann im Hauptteil das Lalebuch untersucht und speziell mit den erarbeiteten Kategorien und der erzeugten Definition das Spiel der Lalen betrachtet. Anschließend soll ein Fazit gezogen werden, in dem Aufschluss über das Zusammenspiel von Fiktion und Realität über die Spielhaftigkeit des lalischen Denkens und Handelns gegeben werden kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie zum Spiel

2.1 Das Spiel und die Kultur nach Huizinga

2.2 Caillois Kritik und Weiterführung

2.3 Zusammenführung und eigene Definition des Spieles

2.4 Forschungsüberblick

3 Verunsicherungsstrategien im Lalebuch

3.1 Erzähler und Autor

3.2 Raum und Zeit

3.3 Weisheit und der gemeine Nutzen

3.4 Wissen und Logik

3.5 Erzählen und Erzähltes

4 Das Spiel im Lalebuch

4.1 Das Spiel der Handlungen und das Erzählen vom Spiel

4.2 Sprache als Spiel

4.3 Das Lalespil

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das 1597 erschienene Lalebuch unter der Hypothese, dass das Verhalten der Lalen als ein komplexes Rollenspiel zu verstehen ist, welches als Strategie zur Identitätsbewahrung dient, jedoch letztlich in den Untergang führt. Die Forschung fokussiert sich dabei auf die Mechanismen der Verunsicherung, die durch das Zusammenspiel von Fiktion und Realität entstehen.

  • Analyse des Lalebuchs durch die Linse der Spieltheorie (Huizinga, Caillois).
  • Untersuchung von Verunsicherungsstrategien auf erzählerischer, logischer und sprachlicher Ebene.
  • Erarbeitung einer spieltheoretischen Definition, die auf die Lalen anwendbar ist.
  • Deutung der narrativen Struktur als "Lalespil", in dem sich Fiktion und Realität vermischen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Erzähler und Autor

Das Lalebuch wird von einem Erzähler ein Aabcdef / ect. derwegen mitgereyset / so wol der Reichsversamlung bey zuwohnen / als wegen Diensten / damit ich meinem Herrn verpflichtet vnd verhafftet gewesen (S. 5) aufgeschrieben. Auf dem Titelblatt wird der Name des Erzählers aufgegriffen:

A a b c d e f g h i k l m n o p q r s t u w x y z. Die Buchstaben so zu viel sindt/ Nimb autz/ wirff hinweg sie geschwindt/ Und was dir bleibt/ setz recht zusammen: So hastu detz Authors Namen (Titelblatt, S. 3).

Auf dieser Grundlage kann diskutiert werden, woher der Stoff für das Lalebuch stammt. Denn der Erzähler wird mit dem Autor gleichgesetzt, aber es wird noch auf weitere Autoren: autz unbekanten Authoren zusammen getragen / vnd autz Rohtwelscher in Deutsche Sprach gesetzt (Titelblatt, S. 3) verwiesen.

Hier stellt sich die Frage, wer denn nun der Autor ist und ob ein solcher überhaupt existiert. Angenommen, der Erzähler sei identisch mit dem Autor, so besteht dessen Leistung nicht darin, die Geschichten erfunden zu haben, sondern dass er sie ohn alle Ordnung / nur wie sie jhm zugeflogen [...] in Eyl auffgezwackt / etlicher massen in ein Ordnung gebracht / vnd folgender Massen verzeichnet (S. 9) hat. Dem Erzähler kommt demnach eine Ordnungsfunktion zu, wodurch er allerdings die Geschichte beeinflussen kann. Die Vermittlung des Erzählten ist von seiner Ordnung abhängig. Das heisst, dass das Verständnis der Geschichte vom Erzähler beeinflusst werden kann und er folglich eine Erzählermacht besitzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Lalebuch und Darlegung der These, dass das Handeln der Lalen als strukturiertes Rollenspiel zu interpretieren ist.

2 Theorie zum Spiel: Erläuterung der Spieltheorien von Huizinga und Caillois sowie deren Synthese zu einer für das Lalebuch anwendbaren Definition.

3 Verunsicherungsstrategien im Lalebuch: Untersuchung, wie der Erzähler, Raum, Zeit und die Sprache zur gezielten Verunsicherung der Leserschaft eingesetzt werden.

4 Das Spiel im Lalebuch: Anwendung der erarbeiteten Kriterien auf die verschiedenen Spielebenen des Werkes, insbesondere auf Handlungen und Sprache.

5 Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der These, dass die Verunsicherungsstrategien als spielerische Elemente fungieren und das Lalebuch als komplexes, pluralistisch deutbares Werk ausweisen.

Schlüsselwörter

Lalebuch, Spieltheorie, Verunsicherungsstrategien, Rollenspiel, Narrheit, Fiktion, Realität, Erzählanalyse, Huizinga, Caillois, Sprachspiel, Identität, Utopie, Lalespil, Narratives Konstrukt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit analysiert das Lalebuch als ein Werk, das durch bewusste Verunsicherungsstrategien und ein komplexes System aus fiktiven und realen Ebenen charakterisiert ist, wobei das Handeln der Lalen als spielerischer Akt begriffen wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft literaturwissenschaftliche Fragestellungen mit der Spieltheorie, insbesondere im Kontext von Rollenverhalten, Sprache, Autorinstanzen und dem Verhältnis von Vernunft zu Narrheit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass das Verhalten der Lalen nicht bloß irrational ist, sondern einer eigenen, spielerischen Logik folgt, die durch eine spezifische "Spielabsicht" konstituiert wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch geleitete Textanalyse, die auf den Spieldefinitionen von Roger Caillois und Johan Huizinga basiert, um das Lalebuch in einem neuen methodischen Rahmen zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Verunsicherungsstrategien (Kapitel 3) und die konkrete Analyse des Spiels auf den Ebenen von Handlungen, Sprache und Narration (Kapitel 4).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind das "Lalespil", die "Verunsicherungsstrategie", das Spannungsfeld von "Fiktion und Realität" sowie die "Spieltheorie" als analytisches Werkzeug.

Wie definiert die Autorin "Spiel" im Kontext der Lalen?

Das Spiel wird als Auseinandersetzung mit Realität und Fiktion verstanden, die ein spezifisches, nur im Spielkontext sinnhaftes Denken erfordert und auf einer bewussten Initiation sowie der Absicht zu spielen basiert.

Warum ist das "Lalespil" für das Verständnis der Arbeit so bedeutend?

Es dient als begrifflicher Schlüssel, der das gesamte Werk als eine inszenierte, spielerische Fiktion ausweist, in der selbst der Erzähler durch ironische Brüche die Authentizität des Geschehens infrage stellt.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verunsicherungsstrategien im "Lalebuch". Eine Analyse des Spiels nach Johan Huizinga und Roger Caillois
Hochschule
Universität Zürich
Note
5,0
Autor
Katharina Sauder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
38
Katalognummer
V1154536
ISBN (eBook)
9783346550774
ISBN (Buch)
9783346550781
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lalebuch Spiel Callois Huizinga Analyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Sauder (Autor:in), 2021, Verunsicherungsstrategien im "Lalebuch". Eine Analyse des Spiels nach Johan Huizinga und Roger Caillois, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1154536
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  38  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum