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Autonomes Fahren. Entscheidungsfindung im Lichte der Maschinenethik

Titel: Autonomes Fahren. Entscheidungsfindung im Lichte der Maschinenethik

Seminararbeit , 2021 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beabsichtigt, programmierte Entscheidungen autonomer Fahrzeuge in Dilemma-Situationen hinsichtlich ihrer moralischen und ethischen Vertretbarkeit zu analysieren. So wird zunächst die theoretische Grundlage geschaffen, indem die relevanten Begrifflichkeiten im Kontext der Maschinenethik definiert werden – insbesondere die Bedeutung von Moral sowie die Auffassungen unterschiedlicher normativer Ethiken – und zum anderen der Begriff respektive der Stand der technischen Entwicklung von automatisiertem Fahren erläutert wird. Aufbauend auf der theoretischen Konzeption wird abschließend das moralethische Gedankenexempel des Trolley-Problems im Kontext der Entscheidungsfindung autonomer Fahrzeuge definiert und mögliche Schadensszenarien unter ethischen Gesichtspunkten bewertet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinitionen im Kontext der Maschinenethik

2.1 Ethik und Moral

2.2 Autonomie und Kontrolle

2.3 Normative Bewertungsansätze maschinenethischer Positionen

2.3.1 Die utilitaristische Ethik des Konsequentialismus

2.3.2 Die Kantische Ethik in der Deontologie

3 Autonomes Fahren aus technischer Perspektive

4 Entscheidungsalternativen in Dilemma-Situationen

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die moralische und ethische Vertretbarkeit programmierter Entscheidungen autonomer Fahrzeuge in unvermeidbaren Dilemma-Situationen. Dabei werden theoretische Grundlagen der Maschinenethik mit dem aktuellen Stand der Technik des automatisierten Fahrens verknüpft, um das klassische Trolley-Problem auf moderne Verkehrsszenarien zu übertragen.

  • Grundlagen der Maschinenethik und ethische Begriffsklärungen
  • Ebenen von Autonomie und Kontrolle bei Mensch-Maschine-Interaktionen
  • Normative Bewertungsansätze: Utilitarismus versus Deontologie
  • Technische Klassifizierung des automatisierten Fahrens (Stufen 0-5)
  • Ethische Analyse von Dilemma-Szenarien und deren algorithmische Umsetzbarkeit

Auszug aus dem Buch

2.2 Autonomie und Kontrolle

Auf dem Entwicklungsweg hin zum vollautonomen Fahren der Stufe 5 (vgl. dazu Kapitel 3) übernimmt das Automobil immer mehr Aufgaben vom Fahrer und gewinnt somit stetig an Eigenständigkeit. Die Zunahme technischer Autonomie des Fahrzeugs führt potenziell zu einen Kontrollverlust des Fahrers. Die autonome Entscheidungsfindung des technischen Systems, die den Verlust der Kontrolle des Menschen bedingt, birgt darüber hinaus die Gefahr, dass der Mensch selbst an Autonomie verliert, wenn das Auto für ihn stellvertretend Entscheidungen trifft.13

Die Autoren Gransche, Shala, Hubig, Alpsancar und Harrach definieren in ihrem Projektbericht zu Mensch-Technik-Interaktionen drei Ebenen der Autonomie respektive der Kontrolle (siehe Abbildung 2-1).

Der erste Typ der Autonomie repräsentiert die Selbstgesetzgebung. Er beschreibt die Fähigkeit und Möglichkeit der Selbstrepräsentation von eigenformulierten respektive anerkannten oder abgelehnten moralischen Gesetzen und Normen. Das nicht mögliche Übertragen dieser Ebene auf die Technik und das Fahrzeug würde insoweit eine Entmündigung des Menschen darstellen, als die Formulierung eines Moralverständnisses an diese delegiert würde.15 Auf gleicher Ebene steht diesem Autonomiebegriff die normative Kontrolle gegenüber. Sie widmet sich der Fragestellung „was moralisch geboten, zulässig oder verboten ist“ 16. Sie setzt somit sowohl Persönlichkeit als auch Werteverständnis voraus.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Realität des automatisierten Fahrens ein und formuliert das Ziel, Dilemma-Situationen autonomer Fahrzeuge ethisch zu bewerten.

2 Begriffsdefinitionen im Kontext der Maschinenethik: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Ethik, Moral sowie Autonomie und erläutert normative Ansätze wie den Utilitarismus und die deontologische Ethik für Maschinen.

3 Autonomes Fahren aus technischer Perspektive: Hier wird der Stand der Technik anhand der sechs Automatisierungsstufen nach der Norm SAE J3016 erläutert und die Herausforderungen für die Sensorik und Datenverarbeitung dargestellt.

4 Entscheidungsalternativen in Dilemma-Situationen: Dieses Kapitel überträgt das Trolley-Problem auf ein konkretes Verkehrsszenario und diskutiert die ethischen Auswirkungen quantitativer Nutzenabwägungen im Vergleich zur deontologischen Pflichtenethik.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass bisher weder der Utilitarismus noch die Deontologie eine eindeutige, gesellschaftlich akzeptierte Handlungsalternative für unfallbedingte Dilemma-Situationen bieten können.

Schlüsselwörter

Maschinenethik, Autonomes Fahren, Utilitarismus, Deontologie, Trolley-Problem, Künstliche Intelligenz, Ethik, Moral, Entscheidungsfindung, Technikfolgenabschätzung, Mensch-Maschine-Interaktion, Algorithmen, Dilemma-Situation, Normative Bewertung, Verkehrssicherheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die moralische und ethische Vertretbarkeit von programmierten Entscheidungen autonomer Fahrzeuge in unausweichlichen Unfallszenarien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit verbindet maschinenethische Theorieansätze mit den technischen Entwicklungsstufen des autonomen Fahrens und reflektiert dies an Dilemma-Situationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu eruieren, inwieweit Entscheidungsalgorithmen autonomer Fahrzeuge moralisch vertretbar gestaltet werden können, wenn ein Unfall unvermeidbar ist.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Konzeption, definiert relevante Begriffe der Maschinenethik und wendet ethische Gedankenexperimente auf technische Fallbeispiele an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Ethik, die technische Klassifizierung autonomer Fahrzeuge und die ethische Bewertung von Kollisionsszenarien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen unter anderem Maschinenethik, Autonomes Fahren, Utilitarismus, Deontologie und das Trolley-Problem.

Wie unterscheidet sich die Selbstgesetzgebung von der operativen Kontrolle?

Die Selbstgesetzgebung betrifft die Ebene der moralischen Normsetzung und Werte, während die operative Kontrolle sich auf die unmittelbare technische Steuerung und den Mitteleinsatz im Fahrbetrieb bezieht.

Warum stellt das Trolley-Problem eine Herausforderung für autonome Fahrzeuge dar?

Das Problem zwingt dazu, vorab programmierte Entscheidungen über Menschenleben zu treffen, was ethische Fragen nach der Quantifizierbarkeit von Leben aufwirft.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Autonomes Fahren. Entscheidungsfindung im Lichte der Maschinenethik
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Lehrstuhl für Evangelische Theologie mit Schwerpunkt Sozialethik und neuere Theologiegeschichte)
Veranstaltung
Einführung in die Kulturethik
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1154970
ISBN (eBook)
9783346548023
ISBN (Buch)
9783346548030
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Maschinenethik Technikethik Autonomes Fahren Freiheitsgrade
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Autonomes Fahren. Entscheidungsfindung im Lichte der Maschinenethik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1154970
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Leseprobe aus  17  Seiten
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