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Quentin Tarantino als Produkt und Produzent in der postmodernen Popkultur

Title: Quentin Tarantino als Produkt und Produzent in der postmodernen Popkultur

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 36 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Arno Schumacher (Author)

Film Science
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Im Jahr 2002 ist es zehn Jahre her, dass Quentin Tarantino mit seinem Debüt Reservoir Dogs zuerst Festivalbesucher in den USA und dann das Kinopublikum auf der ganzen Welt zu begeistern wusste. Sowohl bei Kritikern als auch bei Zuschauern rief Tarantino mit seinem Gangsterfilm Lobpreisungen und positive Reaktionen hervor. Kontrovers diskutiert wurde aber der Einsatz stilisierter Gewalt, die manche Kritiker in keiner Weise nachzuvollziehen in der Lage waren. Nach seinem in Cannes mit der goldenen Palme ausgezeichneten 1994er Nachfolger Pulp Fiction, der ihn endgültig in aller Munde und auf die Bühne des Shrine Auditoriums in Los Angeles brachte, folgte bis jetzt nur Jackie Brown (1997). Nichtsdestotrotz ist Tarantino zu so etwas wie einer jungen, amerikanischen Legende geworden: vom kleinen Angestellten in einer Videothek zum Oscarpreisträger. In der Mitte der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts war er in der Lage, einen eigenen Stil in Hollywood zu etablieren und damit unzählige Nachahmer auf der ganzen Welt auf den Plan zu rufen. Er zeigte aber auch zahlreichen Nachwuchsregisseuren, dass es durchaus möglich ist, auch ohne einen großen Namen zu haben, einen Film auf die Beinen zu stellen.
Doch was ist das besondere an Quentin Tarantino? Was zeichnet ihn aus und was unterscheidet ihn von anderen Regisseuren seiner Generation? War es so, dass die übersättigte Hollywoodindustrie am Anfang der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts geradezu nach jemandem wie Tarantino gierte und etwas Neues brauchte, auf das sie sich stürzen konnte? Und ist das, was Tarantino in seinen Filmen zelebriert, überhaupt so neu, oder haben es die Zuschauer hier nicht vielmehr mit einem Filmliebhaber und Kenner der Popkultur des zwanzigsten Jahrhunderts erster Güte zu tun, der es geschafft hat, sich selbst hinter (und auch vor) eine Filmkamera zu bringen und von dort aus seine Art der Rezeption, hauptsächlich von Filmen und Musik, in die Kinosäle auf der ganzen Welt zu spiegeln?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Postmoderne und der Film

2.1. Erläuterung des Begriffes „Postmoderne“ und dessen Bedeutung

2.1.1. Der Postmoderne-Begriff nach David Bordwell

2.1.2. Der Postmoderne-Begriff nach Mike Sandbothe und Jean-Francois Lyotard

2.2. Quentin Tarantino als postmoderner Filmemacher

2.2.1. Tarantino als Teil und Produkt der amerikanischen Populärkultur

2.2.2. Tarantinos Trademarks

3. Quentin Tarantinos True Romance

3.1. Plotstruktur und Aufbau von True Romance

3.2. True Romance und seine Einflüsse

3.3. Charakterkonstitution in True Romance

4. Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Arbeitsweise von Quentin Tarantino im Kontext der postmodernen Populärkultur, insbesondere die Frage, ob sein kreatives Schaffen als eine Form von „Sampling“ bezeichnet werden kann oder ob neue Begriffe für seinen spezifischen Erzählstil erforderlich sind. Im Fokus steht dabei die Analyse der Drehbuchstrukturen und Charakterkonstruktionen anhand ausgewählter Filme.

  • Analyse von Tarantinos Erzählstil und seiner Stellung als postmoderner Filmemacher.
  • Untersuchung der Struktur und narrativen Techniken in seinen Drehbüchern.
  • Kontrastive Analyse von "True Romance" (Drehbuch von Tarantino, Regie von Tony Scott).
  • Erörterung der Bedeutung von Zitaten, Referenzen und dem Phänomen der Doppelreferenz.

Auszug aus dem Buch

3.1. Plotstruktur und Aufbau von True Romance

Anhand des Aufbaus von True Romance lässt sich ein Charakteristikum eines Tarantino-Scripts besonders gut verdeutlichen: die Struktur des Drehbuchs. Eine ganz entscheidende Information ist dabei die Tatsache, dass sich der Film nach Tarantinos Originaldrehbuch ganz anders entwickelt hätte als er es in seiner jetzigen Form tut.

Das hat vor allem etwas damit zu tun, dass es sich bei True Romance um Tarantinos erstes Drehbuch handelt und er sich, nachdem er jahrelang erfolglos versucht hatte, das Projekt selber zu verwirklichen, entschloss, das Drehbuch zu verkaufen.

In seinem Entwurf erzählt Tarantino die Geschichte in einer ähnlichen Form wie bei Reservoir Dogs, also hier bereits nach dem Muster „Answers First, Questions Later“.

Beginnen wir am Anfang. In Tony Scotts Film wird eine lineare Erzählweise verfolgt. Zu Beginn wird Clarence (Christian Slater) eingeführt. Es wird gezeigt, wie er in einer Bar versucht, eine etwas abgehalftert wirkende, nicht mehr ganz junge Dame davon zu überzeugen, ihn in ein Sonny Chiba–Triple Feature zu begleiten. Als sie dankend ablehnt, geht er alleine. Im Kino setzt sich kurz nach Beginn der Vorstellung ein junges Mädchen neben ihn, Alabama (Patricia Arquette). Die Beiden sehen sich, nachdem sie ihn mit Popcorn überschüttet hat, die drei Filme gemeinsam an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Phänomens Tarantino und Formulierung der Fragestellung bezüglich seiner Einordnung in die Postmoderne und der Verwendung von Sampling-Techniken.

2. Die Postmoderne und der Film: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Postmoderne-Begriff und Analyse von Tarantino als prägendes Beispiel für postmoderne Filmpraxis.

3. Quentin Tarantinos True Romance: Detaillierte Fallstudie zur Drehbuchstruktur, zu filmischen Einflüssen und zur spezifischen Charakterkonstitution in Tarantinos Werken.

4. Schlusswort: Synthese der Ergebnisse und kritische Reflexion über die Angemessenheit des Begriffs „Sampling“ für die Arbeitsweise Tarantinos.

Schlüsselwörter

Quentin Tarantino, Postmoderne, Populärkultur, Filmtheorie, Drehbuchstruktur, True Romance, Sampling, Doppelreferenz, Erzählweise, Independent Cinema, Reservoir Dogs, Pulp Fiction, Charakterkonstitution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Quentin Tarantinos filmisches Schaffen unter dem Aspekt der Postmoderne und untersucht, wie er Referenzen und Strukturen nutzt, um eigenständige Werke zu kreieren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Postmoderne im Film, der Einfluss der Populärkultur auf Tarantinos Stil sowie die spezifische Drehbuchstruktur seiner Filme.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Hauptfrage ist, ob Tarantinos Methode der Filmarbeit als "Sampling" betrachtet werden kann oder ob alternative Konzepte wie die "Doppelreferenz" seinen Stil besser beschreiben.

Welche methodischen Ansätze werden verwendet?

Der Autor führt eine literaturwissenschaftlich und medienkulturell fundierte Analyse durch, wobei er Drehbücher und Filme (insbesondere "True Romance") vergleichend betrachtet.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Definition der Postmoderne, der Einordnung Tarantinos in dieses Paradigma und einer detaillierten Analyse von "True Romance".

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind postmoderner Filmemacher, "Answers First, Questions Later"-Struktur, Doppelreferenz, Genrereflektion und Charakterkonstitution.

Warum ist "True Romance" ein zentrales Fallbeispiel?

Obwohl Tarantino hier nur das Drehbuch schrieb und nicht Regie führte, erlaubt der Vergleich mit der Regiearbeit von Tony Scott eine präzise Identifikation von Tarantinos spezifischer Handschrift.

Was bedeutet "Mexican Standoff" im Kontext der Arbeit?

Der Autor nutzt diesen Begriff, um eine wiederkehrende visuelle und strukturelle Inszenierung von Konfliktsituationen in Tarantinos Filmen zu beschreiben und deren Bezug zur Filmgeschichte aufzuzeigen.

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Details

Title
Quentin Tarantino als Produkt und Produzent in der postmodernen Popkultur
College
University of Hamburg  (Institut für Germanistik II)
Course
Sampling (als Verfahren und Form der Wirklichkeitskonstitution
Grade
1,7
Author
Arno Schumacher (Author)
Publication Year
2002
Pages
36
Catalog Number
V11551
ISBN (eBook)
9783638176811
Language
German
Tags
Quentin Tarantino Produkt Produzent Popkultur Sampling Verfahren Form Wirklichkeitskonstitution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arno Schumacher (Author), 2002, Quentin Tarantino als Produkt und Produzent in der postmodernen Popkultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11551
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