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Ethik und Soziale Arbeit: Was soll ich tun als Sozialpädagoge / Sozialarbeiter?

Title: Ethik und Soziale Arbeit: Was soll ich tun als Sozialpädagoge / Sozialarbeiter?

Term Paper , 2008 , 18 Pages

Autor:in: Steffen Ernst (Author)

Social Work
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Was soll ich tun? Der kantische Ausruf klingt fast schon banal und gewinnt eigentlich immer mehr an Bedeutung.
Man kann heute annehmen, dass wir Menschen hier in einer sich immer stärker ausdifferenzierenden Gesellschaft leben,
die auch mit einer Individualisierungstendenz des einzelnen Menschen einhergeht und nicht zuletzt durch den stetigen
Erkenntniszuwachs der Menschheit immer umfangreicher werden wird. Der Blick auf die Welt in der wir leben, stellt
auch historisch gesehen eine sich verändernde und wachsende Anzahl von individuellen und gesellschaftlichen
Handlungsmöglichkeiten fest. Der Soziologe Beck diagnostiziert die moderne Gesellschaft als eine „Risikogesellschaft“
die den Menschen keine Sicherheiten mehr garantieren kann
Wir finden heute beispielsweise kaum noch eine „Normalfamilie“, welche mehrere hundert Jahre als quasi einzige
gesellschaftlich legitimierte Lebensform galt. Ehemals typische Geschlechterrollen und Klassenzugehörigkeiten die
vielleicht manchen Menschen sogar eine gewisse Sicherheit boten, lösen sich auf. Auch verändern sich Familienformen
seit über 200 Jahren, mit einer Funktionsabgabe an Institutionen wie Schule und Arbeitsplätze mit neuen Anforderungen
wie die Zunahme des Wunsches nach Harmonie und Befriedigung der emotionalen Bedürfnisse innerhalb der Familie.2
Es eröffnen sich andere Möglichkeiten der Lebens und
Handlungsformen die vorher nicht denkbar gewesen wären.
Tradierte Gewohnheiten der Menschen verändern sich oder sind plötzlich nicht mehr notwendig. Neue Anforderungen
an Begriffe wie Moral, Werte und Normen entstehen. Somit lassen sich auch nicht mehr so einfach aus der Bibel, von
Traditionen oder etwa aus den Theoriegeschichten für diese, teils neuen, vielfältigen Bedingungen und
Wahlmöglichkeiten direkte Handlungsanweisungen ableiten.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Begriffserläuterungen zur Sozialen Arbeit

1.1 Gemeinsame Wurzeln der Sozialarbeit/Sozialpädagogik

1.2 Sozialarbeit

1.3 Sozialpädagogik

1.4 Zusammenfassung

2. Ethische Grundbegriffe

2.1 Einteilung nach Frankena

2.2 Deontologische Begriffe

2.3 Wertbegriff „gut“

3. Haupttypen der Ethik

3.1 Deontologische Ethik

3.1.1 Immanuel Kant

3.1.2 Diskursethik

3.2 Teleologische Ansätze

3.2.1 Utilitarismus

4. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit geht der grundlegenden ethischen Frage „Was soll ich tun?“ im Kontext der professionellen Sozialen Arbeit nach. Ziel ist es, durch eine philosophische Fundierung von Moralbegriffen und ethischen Haupttypen (deontologisch und teleologisch) Orientierung für das komplexe berufliche Handeln zu bieten, das sich häufig in Spannungsfeldern zwischen Individuum, Gesellschaft und institutionellen Anforderungen bewegt.

  • Historische Einordnung der Begriffe Sozialarbeit und Sozialpädagogik
  • Ethische Reflexion von Handlungsentscheidungen in der Praxis
  • Differenzierung zwischen deontologischen und teleologischen Ethikkonzeptionen
  • Analyse des Utilitarismus und der Diskursethik im sozialarbeiterischen Kontext
  • Erarbeitung der ethischen Urteilsfähigkeit von Fachkräften

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Immanuel Kant

Kant vertritt die Auffassung, dass der Mensch die Welt nicht so erkennt wie sie wirklich ist, sondern so wie sie sich dem Einzelnen darstellt. Die Ursachen dafür sind unsere Sinne und unser Verstand. In seiner Kritik der reinen Vernunft legt er dar, dass die Erkenntnis des Menschen auf a priorischen Vorstellungsformen (unabhängig von der Erfahrung) beruht, im Rahmen derer der Mensch Sinnesdaten überhaupt nur wahrnehmen kann (Raum und Zeit). Der Verstand ist für ihn das Vermögen zu urteilen, Wir können damit unsere Sinneseindrücke in Form von Begriffen, aufgrund von Erfahrungen beurteilen und Einordnen. Der Verstand konstruiert somit unsere Wirklichkeit.

Vernunft ist nach Kant das (theoretische) Vermögen der Einheit der Verstandesregeln unter Prinzipien (Ursache Wirkung), und ihre Aufgabe ist es entsprechend, die vom Verstand konstituierte Wirklichkeit „unter die höchste Einheit des Denkens“ zu bringen. Andererseits ist die Vernunft das (praktische) Vermögen der Ideen (Vernunftbegriffe). In diesem Gebrauch ist die Vernunft regulativ, indem sie das Wollen und Handeln der Menschen bestimmt. Die Grundregel der praktischen Vernunft ist der kategorische Imperativ: Man soll stets so handeln, dass der eigene Handlungsgrundsatz (Maxime) jederzeit zu einem allgemeinen Gesetz werden könne und man darf den anderen niemals nur als Mittel, sondern muss ihn immer auch als Zweck in sich behandeln (Rehfus 2003; 665).

Oder anders ausgedrückt, praktische Vernunft ist das Vermögen, aus sich heraus dem unbedingten Wert Rechnung zu tragen, den sie selbst darstellt, weil sie aus sich heraus zwecksetzend sein kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffserläuterungen zur Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel differenziert zwischen Sozialarbeit und Sozialpädagogik, betrachtet deren historische Wurzeln und fasst ihre Bedeutung als Praxis der Sozialen Arbeit zusammen.

2. Ethische Grundbegriffe: Hier werden die verschiedenen Typen der Ethik – normativ, deskriptiv und metaethisch – definiert und die deontologischen Begriffe sowie der Wertbegriff „gut“ erläutert.

3. Haupttypen der Ethik: Dieses Kapitel stellt die deontologische Ethik (mit Fokus auf Kant und Diskursethik) sowie teleologische Ansätze (insbesondere den Utilitarismus) gegenüber und analysiert deren Relevanz für sozialarbeiterisches Handeln.

4. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung reflektiert die ethische Notwendigkeit in der Sozialen Arbeit, um das tägliche Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle reflektiert zu bewältigen.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Ethik, Moral, Deontologie, Teleologie, Utilitarismus, Diskursethik, kategorischer Imperativ, professionelles Handeln, Verantwortung, Sozialhilfe, Jugendhilfe, Reflexionsfähigkeit, Doppelmandat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die ethischen Grundlagen, die das berufliche Handeln in der Sozialen Arbeit leiten, und setzt sich mit der Frage auseinander, wie Fachkräfte in ethisch relevanten Situationen fundierte Entscheidungen treffen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Unterscheidung von Sozialarbeit und Sozialpädagogik, grundlegende Ethikkonzepte und die Anwendung philosophischer Theorien auf konkrete soziale Arbeitsfelder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Stärkung der ethischen Reflexionsfähigkeit von Sozialarbeitern und Sozialpädagogen, um diese als Hintergrundwissen in die professionelle Praxis zu integrieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine philosophisch-theoretische Analyse, bei der ethische Grundlagentexte (Kant, Mill, Diskursethik) für den Kontext der Sozialen Arbeit operationalisiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung der Sozialen Arbeit, die Darstellung ethischer Grundbegriffe sowie die eingehende Diskussion deontologischer und teleologischer Ethiktypen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Ethik, Soziale Arbeit, Moral, Deontologie, Utilitarismus und professionelles Handeln definiert.

Wie definiert der Autor das Spannungsfeld des Sozialarbeiters?

Der Autor beschreibt das sogenannte „Doppelmandat“ zwischen der notwendigen Hilfe für Klienten und dem gesetzlichen Auftrag zur Kontrolle oder Einmischung, beispielsweise bei Kindeswohlgefährdung.

Welche Rolle spielt die Diskursethik nach Habermas und Apel in der Arbeit?

Die Diskursethik dient als Modell, um ethische Normen nicht einseitig, sondern in einem rationalen und gleichberechtigten Diskurs zwischen den Beteiligten zu begründen, was beispielhaft auf die Hilfeplanung in der Jugendhilfe übertragen wird.

Warum wird der Utilitarismus als „potentielle Gefahr“ eingestuft?

Der Utilitarismus birgt die Gefahr, dass im Namen eines gesamtgesellschaftlichen Nutzens gegen das Wohl des Einzelnen entschieden wird, was dem Grundanspruch der Sozialen Arbeit entgegenstehen kann.

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Details

Title
Ethik und Soziale Arbeit: Was soll ich tun als Sozialpädagoge / Sozialarbeiter?
College
University of Siegen
Author
Steffen Ernst (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V115522
ISBN (eBook)
9783640185887
ISBN (Book)
9783640187928
Language
German
Tags
ETHIK SOZIALE ARBEIT Sozialpädagoge Sozialarbeiter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Steffen Ernst (Author), 2008, Ethik und Soziale Arbeit: Was soll ich tun als Sozialpädagoge / Sozialarbeiter?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115522
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