Der Einfluss des Kommunikations-Modells nach Watzlawick, Beavin & Jackson und Ruth Cohns Interaktion auf das Kommunikations-Modell nach Schulz von Thun


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004
38 Seiten, Note: 2,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das themenzentrierte interaktionelle System
2.1 Einleitung
2.2 Axiome
2.3 Postulate
2.3.1 Sei deine eigene Chairperson
2.3.2 Störungen haben Vorrang
2.4 Hilfsregeln
2.5 Zusammenfassung

3. Kommunikationstheorie nach Watzlawick, Beavin & Jackson
3.1 Einführung
3.2 Grundbegriffe
3.3 Axiome
3.4 Folgerungen für einen therapeutischen Ansatz

4 Kommunikations-Modell nach Schulz von Thun
4.1 Das Kommunikationsquadrat (Vier-Ohren-Modell)
4.2 Das Innere Team
4.2.1 Die innere Pluralität des Menschen
4.2.2 Die innere Führung
4.2.3 Innere Teamkonflikte und inneres Konfliktmanagement
4.2.4 Aufbau der Persönlichkeit
4.2.5 Variation innerer Aufstellungen
4.2.6 Gehalt einer Situation

5 Zusammenschau

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Um die Kommunikations-Modelle von Friedemann Schulz von Thun in seinen diversen Aspekten zu verstehen, möchte ich die wesentlichen Einflüsse für sein Kommunikationsverständnis aufzeigen. Dabei nennt er selber Ruth Cohns themenzentriertes interaktionelles System (TZI) und Paul Watzlawicks systemische Kommunikations-Theorie als entscheidende Faktoren, die ihm halfen, sein eigenes Modell von Kommunikation zu entwickeln (Schulz von Thun, 2000, 2004).

Dabei bestand zu Ruth Cohn noch über das „Fachliche“ hinaus eine persönliche Beziehung, die von besonderer Hochachtung für die Arbeitsweise und das Werk der Psychotherapeutin geprägt war. So verlieh die Fachschaft Psychologie der Universität Hamburg Ruth Cohn am 30. November 1979 die Ehrendoktorwürde (wobei Friedemann Schulz von Thun die Laudatio hielt), um damit das hervorragende Lebenswerk von ihr auszuzeichnen. Ursprünglich Psychoanalytikerin, kam sie mit den (damals) neuen Erlebnistherapien und mit der Gestalttherapie (v.a. Fritz Perls) in Berührung, nachdem sie 1933 Berlin verlassen musste und über die Schweiz nach New York emigriert war. Dort entwickelte sie schließlich im Schmelztiegel der verschiedenen therapeutischen Richtungen ihre eigene Methode des gruppendynamischen Lernens (Schulz von Thun 2004).

Der Einfluss von Paul Watzlawick auf Friedemann Schulz von Thun mag auf den ersten Blick überraschen, da die theoretischen Ausgangspunkte recht verschieden zu sein scheinen. Seine wesentlichen Einsichten gewann Paul Watzlawick in seiner psychotherapeutischen Arbeit (u.a. mit schizophrenen Patienten), darüber hinaus lieferte er einige bedeutende Beiträge zum radikalen Konstruktivismus und zur Systemtheorie (wenngleich er mehr durch seine leicht lesbaren Veröffentlichungen von Vorlesungen wie z.B. „Vom Unsinn des Sinns oder vom Sinn des Unsinns“ bekannt wurde). Sobald man aber insbesondere die Bestseller „Miteinander reden“ (1,2,3) von Friedemann Schulz von Thun eingehender studiert, fällt einem der relativ häufige Verweis auf Paul Watzlawick deutlich auf. Im ersten Band von „Miteinander reden“ hebt Friedemann Schulz von Thun auch gleich zu Anfang hervor, dass sein Modell vor allem durch Karl Bühlers und Paul Watzlawicks sprach- und kommunikationstheoretische Vorstellungen inspiriert sei (Schulz von Thun, 2000).

In der vorliegenden Seminararbeit möchte ich den eigentlichen Gehalt und Ursprung seines pragmatischen Kommunikations-Modells etwas umfassender analysieren. Dazu werde ich zunächst die themenzentrierte Interaktion von Ruth Cohn und die systemische Kommunikations-Theorie von Paul Watzlawick vorstellen, bevor ich deren Bedeutung für das Kommunikations-Modell von Friedemann Schulz von Thun aufzeigen möchte.

2. Das themenzentrierte interaktionelle System

2.1 Einleitung

Die Idee zur themenzentrierten Interaktion entwickelte sich bei Ruth Cohn während ihrer Arbeit als Lehranalytikern (Psychoanalyse), als sie den Bedarf für „Gegenübertragungs-Workshops“ erkannte und im Verlauf dieser damals innovativen Seminare zu völlig neuen Einsichten hinsichtlich gruppendynamischer Arbeit kam. Selbst überrascht über den ungewöhnlichen Zuspruch und Erfolg ihrer sich gerade entwickelnden Vorgehensweise, versuchte sie sich über die Grundlagen ihres eigenen Arbeitens klar zu werden. Im Rückblick schreibt sie dazu: „Ich setze ein Thema oder deduziere es aus dem Gruppenprozeß. Ich beachte, was die Einzelnen sagen, und versuche dabei auch zu erfühlen, wie den Einzelnen zumute ist. Ich beschäftige mich selbst mit dem Thema, und manchmal erzähle ich den anderen, was ich darüber denke und weiß. Ich warte, ob und wie die TeilnehmerInnen dafür Interesse zeigen. Ich fördere Meinungs- und Gefühlsäußerungen, ähnlich wie in Therapie-Gruppen, nur gehe ich in diesen Themengruppen auf persönliche Probleme nicht länger ein, als es für die Einzelnen und für die Interaktion notwendig ist, um sich am Thema zu beteiligen. Wenn Störungen und starke Betroffenheiten jemanden behindern, sich auf die Gruppe und das Thema einzulassen, gebe ich diesen den Vorrang. Ich bin ein Mitglied wie alle anderen mit der zusätzlichen Funktion, die Arbeit, die Interaktion in der Gruppe und die Betroffenheiten und Störungen wahrzunehmen und mich einzusetzen, nach meinem Urteil oder meiner Intuition (Cohn, 1994, S. 352/53).

Wesentlich ist insbesondere eine ausbalancierte Gesamtkonstellation innerhalb der Gruppe zu erreichen. Dazu bedarf es eines gleichgewichtigen Aufeinander-Bezogen-Seins von Ich (Person) – Wir (Gruppe) – Es (Thema), die ihrerseits in den Globe (Umgebung) eingebettet sind. Das dynamische Gleichgewicht der Ich-Wir-Es-Faktoren zu fördern, lässt sich als Voraussetzung für eine erfolgreiche Interaktion in der Gruppe und optimalen Lösung des vorgegebenen Themas ansehen.

Ausgehend von dieser Gleichgewichtshypothese gründet sich die themenzentrierte Interaktion auf einigen grundlegenden Axiomen, Postulaten und Hilfsregeln, die den theoretischen Rahmen für dieses systemische Kommunikations-Modell darstellen. Dabei geht Ruth Cohn davon aus, dass ihre Axiome und Postulate „Klarstellungen existenzieller Phänomene sind und nicht auswechselbare Spielregeln” (Cohn, 1994, S. 356). Die Axiome bilden gewissermaßen das ethische Fundament für die spezifischen Kommunikationstechniken. Zwar könnten theoretisch die TZI-Techniken, Postulate und Hilfsregeln auch unabhängig von den Axiomen angewandt werden. Jedoch widerspräche eine manipulative oder gar demagogische Anwendung völlig der Intention von Ruth Cohn. Ihre persönliche Lebensgeschichte als jüdische Emigrantin während der NS-Zeit motivierte sie ja gerade dazu einen pädagogischen und politischen Ansatz zu wählen, der nicht wertneutral ist /Cohn, 1992….

2.2 Axiome

Folgende drei Axiome liegen einer themenzentrierten Interaktion zu Grunde:

1. Der Mensch als psycho-biologische Einheit und Teil des Universums. Autonomie durch Bewusstsein der Interdependenz.

Das bedeutet: Je mehr ich mir meiner Umwelt (Interaktionspartner) bewusst bin, desto eher kann ich auch meinen eigenen Standpunkt dazu entwickeln und zur Anwendung bringen. Personale und soziale Kompetenz beruht auf einem Wechselspiel zwischen mir und meinem Umfeld.

2. Ehrfurcht vor allem Lebendigen und seinem Wachstum. Respekt vor dem Wachstum bedarf persönlicher Bewertung und Entscheidung. Das Humane steht im Zentrum.

Diese Leitsätze dienen als ethischer Kompass um grundlegende Werte für ein humanes Leben zu gewährleisten.

3. Freie Entscheidung geschieht innerhalb innerer und äußerer Grenzen; Erweiterung dieser Grenzen ist möglich.

Entscheidungsfreiheit ist umso eher gegeben, je gesünder und intelligenter wir sind. Auch materielle Sicherheit und geistige Reife tragen dazu bei, dass wir unabhängig wählen und entscheiden. Meine geistige und physische Gesundheit führt somit zu einem erweiterten Handlungsspielraum und zu einem Bewusstsein unserer universellen Interdependenz, welche die Basis humaner Verantwortung ist (Cohn, 1974, 1994).

2.3 Postulate

Aus den Axiomen leitet Ruth Cohn noch zwei entsprechende Postulate ab, die sie als „Daseins-Postulate“ (Cohn, 1974, S.155) bezeichnet. Diese fordern die Realität als einzige Autorität anzuerkennen, während jegliche sonstigen Abhängigkeitsverhältnisse (Lehrer, Vorgesetzte, Gruppenleiter…) ihren absoluten Anspruch einbüßen. Dies betrifft aber nicht unbedingt die Autorität von Erwachsenen gegenüber Kindern. Selbstverständlich ist es unerlässlich, dass ein Erwachsener ein Kind vor dem Feuer und seinen Gefahren warnt und notfalls auch einschreitet (Cohn & Farau, 1984).

Im Vordergrund steht das Bewusstsein für die eigene Autonomie in Interdependenz zu meiner Umgebung. (Cohn, 1974).

1. Sei deine eigene Chairperson (Anm. d. A.: Neologismus von Ruth Cohn in Anlehnung an Chairman)

a) Sei Dir und Deinen inneren Gegebenheiten und Deiner Umwelt bewusst
b) Nimm jede Situation als Angebot für Deine Entscheidungen. Nimm und gib, wie Du es verantwortlich für Dich selbst und andere willst.

Meine eigene Chairperson zu sein bedeutet, dass ich mir meiner inneren Ambivalenz und Vielfalt bewusst bin. Ich sehe meine eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten und setze mich für meine Ziele ein, ohne mich anderen gegenüber rücksichtslos zu verhalten.

2. Störungen haben Vorrang.

Probleme sollten nicht verdrängt oder aufgeschoben werden. Ohne ihre Lösung wird der Wachstumsprozess gehemmt.

2.3.1 Sei deine eigene Chairperson

Zu Anfang einer interaktionellen Gruppenarbeit empfiehlt Ruth Cohn die Bedeutung von „Sei deine eigene Chairperson“ kurz allen Teilnehmern zu veranschaulichen.

Es bedeutet für sie eine eigenverantwortliche Position innerhalb der gegebenen Gruppe einzunehmen. Sich zu dem anstehenden Thema mit seinem persönlichen Erleben und Empfinden einzubringen und gegebenenfalls auch etwas Nebensächliches, Beiläufiges und scheinbar nicht zum Thema Passendes - für einen selbst aber Relevantes - zur Sprache zu bringen. Wenn jeder Teilnehmer einer Gruppe dies beherzige, sei eine authentische Atmosphäre möglich. Es gehe darum körperliches, soziales und psychisches Geschehen wahrzunehmen und entsprechend seiner Fähigkeiten zu agieren. Ich bin stets der „Vorsitzende meiner inneren Gruppe“ (Cohn, 1974, S.151), d.h. es liegt bei mir, wofür bzw. wogegen ich mich entscheide. Ob und inwiefern ich meine innere Befindlichkeit zum Ausdruck bringe, wähle ich selber in eigener Verantwortung.

Die eigene Chairperson zu sein, bedeutet sich selbst und andere wahrzunehmen und in gleicher Weise zu achten. Gegebene Tatsachen dergestalt zu respektieren, dass sich der persönliche Entscheidungsspielraum erhöht. So bin ich verantwortlich für mein Handeln und meine Anteilnahme, nicht aber für die des anderen. Ich kann lediglich anbieten, zu nehmen liegt bei dem Anderen. Meine Reifung besteht in der wachsenden Bewusstheit meiner Autonomie und Interdependenz und in der Aktionsbereitschaft, die daraus erwächst (Cohn, 1974, S.152).

Seine eigene Chairperson zu sein heißt auch das persönliche Potential im Rahmen des Möglichen zu realisieren. Dazu bedarf es eines Bewusstseins für das Miteinander in Lern- und Lebensprozessen, da ich mich selbst nur im Austausch mit anderen verwirkliche. Hierbei gilt es auch das Axiom der „Ehrfurcht vor dem Leben“ zu berücksichtigen, weil ich sonst (z.B. bei gewaltsamer bzw. manipulativer Durchsetzung eigener Interessen) die Verantwortung des Anderen für sich selbst (seine eigene Chairperson zu sein) nicht achte. Es geht also darum eine Mitte zu finden und „zwischen inneren und äußeren Gegebenheiten verantwortlich entscheiden“ (Cohn, 1974, S.153) zu können.

Das wache Bewusstsein und die eigenständige Verantwortung des Teilnehmers sollen durch den Gruppenleiter aktiviert werden, damit dieser lernt „im Hier-und-jetzt Entscheidungen zu treffen“ (Cohn, 1974, S.153), die in Bezug zum „Dort-und-dann der Vergangenheit zum Dort-und-dann der Zukunft stehen“ (Cohn, 1974, S.153). Allein im Hier-und-jetzt ist es mir möglich mich auf Vergangenheit bzw. Zukunft zu beziehen und durch bewusste Reflexion der inneren Befindlichkeit und Werthaltungen selbst Einfluss auf das Geschehen zu nehmen.

2.3.2 Störungen haben Vorrang

Sobald in der Gruppe eine angespannte Situation entsteht, ist es Zeit das „Störungs-Postulat“ einzuführen. Dies bedeutet, dass Störungen, negativem Angespannt - Sein und starker Emotionalität ein Vorrang eingeräumt wird. Um lebendiges Lernen zu ermöglichen wird die Sprache des Herzens gesprochen. Menschliche Kommunikation lässt sich nicht auf sachlichen Austausch von Informationen reduzieren. Jedes einzelne Gruppenmitglied wird dabei wichtig genommen, da jedes Ich zur Interaktion der Gruppe als Ganzes beiträgt. Falls bei einem einzelnen Teilnehmer während der Gruppenarbeit unlösbare Konflikte mit sich selbst, der Gruppe bzw. dem Thema auftauchen, kann ihm empfohlen werden diese extern (z.B. durch therapeutische Behandlung oder Teilnahme an einer Gruppe, die sich mit einem für ihn vordringlichen Thema beschäftigt) zu lösen. Allerdings sollten nicht allzu leicht so genannte Sachzwänge zur Verdrängung von gruppeninternem Konfliktpotential vorgeschoben werden.

2.4 Hilfsregeln

Grundlegend für eine optimale Gruppenarbeit sind gewisse strukturelle Voraussetzungen wie z.B. Größe und Zusammensetzung der Gruppe, genügend Zeit (für vertieftes Arbeiten), ansprechende Räumlichkeiten und präzise Themenformulierung. Bei einer in TZI eingespielten Gruppe übernehmen verschiedene Personen die diversen organisatorischen Aufgabenbereiche. Die Diskussion benötigt einen Gruppenleiter, der für die dynamische Balance innerhalb des Gruppengeschehens zuständig ist. Darüber hinaus gibt es einige praktische TZI-Hilfsregeln, die entweder prinzipiell bzw. situationsspezifisch anwendbar sind.:

1. Vertritt Dich selbst in Deinen Aussagen; sprich per „Ich“ und nicht per „Wir“ oder per „Man“.

Wenn ich eine allgemeine Formulierung („Wir“ bzw. „Man“) vorschiebe, erliege ich leicht der Illusion von Projektionen (eigener Wünsche auf andere) und versäume so eine klare Differenzierung der Meinung einzelner Gruppenmitglieder. Auf diese Weise übergehe ich die Möglichkeit das kreative (vielleicht ungeahnte) Potential Einzelner wachzurufen, indem ich vorschnell auf einen scheinbaren Konsens zusteuere. Bisweilen dient eine allgemeine Formulierung („Wir“ bzw. „Man“) auch nur dazu, mich hinter einer vermeintlichen Mehrheit zu verstecken und dadurch der persönlichen Stellungnahme und Konfrontation zu entgehen.

2. Wenn Du eine Frage stellst, sage, warum Du fragst und was Deine Frage für Dich bedeutet. Sage Dich selbst aus und vermeide das Interview.

Eine echte Frage zeichnet sich dadurch aus, dass weiterführende Information eingefordert wird. Wenn die persönlichen Gründe für das Bedürfnis nach Information offen gelegt werden, lässt sich auch klarer darauf antworten. Fragen, die sich nicht auf Information beziehen, sind häufig strategische Ablenkungsmanöver (ob es dem Fragesteller bewusst ist oder nicht). Sie dienen eher der Auslotung von Hierarchie zwischen dem Fragenden und dem Befragten innerhalb der Gruppe. Demgegenüber sind persönliche Aussagen vorzuziehen, da sie auch entsprechende Resonanz zeitigen und dadurch die Lösung von Problemen ermöglichen.

3. Sei authentisch und selektiv in Deinen Kommunikationen. Mache Dir bewusst, was Du denkst und fühlst, und wähle, was Du sagst und tust.

Selbständig zu handeln und zu entscheiden, bedarf vorhergehender Prüfung verschiedener Handlungsoptionen. Dabei sollte ich gewahr sein, inwiefern mich Konformitätsdruck bzw. verinnerlichte (z.B. elterliche) Werthaltungen beeinflussen. Ich sollte in der Lage sein meine eigenen Prioritäten zu setzen, die jedoch nicht allein spontaner Stimmung, sondern vielmehr bewusster Reflexion zuzuschreiben sind. Wenn das, was ich sage selektiv und authentisch ist, schaffe ich eine Vertrauensbasis, die auch anderen Gruppenteilnehmern ermöglicht sich nicht verstellen zu müssen. Dadurch verlaufen die interaktionellen Kommunikationsprozesse innerhalb der Gruppe reibungsloser und vor allem auch ergebnisreicher.

4. Halte Dich mit Interpretationen von anderen so lange wie möglich zurück. Sprich stattdessen deine persönlichen Reaktionen aus.

Eine direkte persönliche und nicht interpretierende Reaktion hilft dem Anderen das eigene Feedback anzunehmen. Sobald ich eine sachliche Aussage wie z.B.: „Ich brauche Zeit zum Nachdenken…“ in einer Weise wie z.B. : „Du redest zuviel…“ formuliere, versperre ich dem Anderen die Möglichkeit auf meinen Vorschlag („Stille“) einzugehen.

5. Sei zurückhaltend mit Verallgemeinerungen

Verallgemeinerungen können der Zusammenfassung eines ausgiebig besprochenen Themas dienen oder einleitend ein neues Feld eröffnen. Zur falschen Zeit – z.B. in der Hitze des Gefechts – töten sie jedoch den Esprit einer spannungsgeladenen Diskussion.

6. Wenn Du etwas über das Benehmen oder die Charakteristik eines anderen Teilnehmers aussagst, sage auch, was es Dir bedeutet, dass er so ist wie er ist (d.h. wie Du ihn siehst).

Durch Beachtung dieser Regel vermeide ich das Sündenbock-Syndrom. Meine persönliche Meinung von einer Person darf nicht den Status allgemeiner Gültigkeit beanspruchen. Wenn ich aber die Motive für meine Sicht darlege, gebe ich dem Angesprochenen die Möglichkeit mich zu verstehen und einen Dialog zu führen.

7. Seitengespräche haben Vorrang. Sie stören und sind meist wichtig. Sie würden nicht geschehen, wenn sie nicht wichtig wären (Vielleicht wollt ihr uns erzählen, was ihr miteinander sprecht?).

Möglicherweise entstehen Seitengespräche aufgrund mangelnder Einbindung in die Gruppe, da andere Teilnehmer die Diskussion dominieren. Die „Schwätzer“ könnten ihre persönlichen Ansichten der Gruppe zugänglich machen (sofern sie zum Thema gehören) und dadurch in produktiver Weise zum dynamischen Gruppen-Prozess beitragen.

8. Nur einer zur gleichen Zeit bitte.

Es erleichtert die Konzentration der Gruppe auf ein Thema, wenn der jeweilige Sprecher von allen Beteiligten akustisch verstanden wird.

9. Wenn mehr als einer gleichzeitig sprechen will, verständigt euch in Stichworten, über was ihr zu sprechen beabsichtigt.

Durch kurzes Brain-storming dessen, was aktuell die einzelnen Teilnehmer einer Diskussion bewegt, kommt jedes Anliegen zur Sprache. Die einzelnen Teilnehmer fühlen sich gehört und es kann in der Gruppe entschieden werden, was und in welcher Reihenfolge besprochen werden soll.

[...]

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Der Einfluss des Kommunikations-Modells nach Watzlawick, Beavin & Jackson und Ruth Cohns Interaktion auf das Kommunikations-Modell nach Schulz von Thun
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Pädagogische Psychologie)
Veranstaltung
Grundlagen effektiver Teamarbeit
Note
2,5
Autor
Jahr
2004
Seiten
38
Katalognummer
V115585
ISBN (eBook)
9783640170494
ISBN (Buch)
9783656035053
Dateigröße
710 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einfluss, Kommunikations-Modells, Watzlawick, Beavin, Jackson, Ruth, Cohns, Interaktion, Kommunikations-Modell, Schulz, Thun, Grundlagen, Teamarbeit
Arbeit zitieren
M.A. Axel Pathe (Autor), 2004, Der Einfluss des Kommunikations-Modells nach Watzlawick, Beavin & Jackson und Ruth Cohns Interaktion auf das Kommunikations-Modell nach Schulz von Thun, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115585

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