In der vorliegenden Proseminararbeit soll ausgehend von der Definition des englischen Merkantilismus untersucht werden, wie der englische Staat den Grundstein für seine spätere Position als so genannte erste See- und Handelsmacht der Welt legen und ausbauen konnte. Im Zentrum dieser Arbeit stehen dabei die Bestrebungen des englischen Staates zur Erschaffung und Stärkung der eigenen Wirtschafts- und Handelskraft.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Definition des englischen Merkantilismus
2. England zu Beginn der frühen Neuzeit
3. Der frühe Merkantilismus
3.1. Die Sicherung des eigenen Handels
3.2. Handelsgesellschaften als Motor der Staatswirtschaft
4. Der Navigation Act
4.1. Entstehung und Inhalt
4.2. Bedeutung und Wirkung
5. Auswertung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie der englische Staat durch merkantilistische Wirtschaftspolitik im 16. und 17. Jahrhundert den Grundstein für seine spätere Position als führende See- und Handelsmacht legte und seine Handelskraft gegenüber europäischen Konkurrenten stärkte.
- Definition und theoretische Grundlagen des englischen Merkantilismus
- Die wirtschaftliche Ausgangslage Englands zu Beginn der frühen Neuzeit
- Die Sicherung des Außenhandels durch protektionistische Maßnahmen
- Die Rolle privilegierter Handelsgesellschaften als staatlicher Wirtschaftsmotor
- Analyse des Navigation Act von 1651 und dessen Auswirkungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Sicherung des eigenen Handels
War der englische Handel zu Beginn der Neuzeit noch hauptsächlich durch fremde Kaufleute bestimmt, so änderte sich dies im Laufe des 16. Jahrhunderts zunehmend. Erfolgte der Handel im Mittelalter nur zwischen einzelnen Städten im Inland wie auch im Ausland, durch von den städtischen Gilden gestützte Schutzzollpolitik, so ist besonders in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Veränderung hin zu einer nationalen Politik deutlich zu erkennen. Englands erster und für das englische Merkantilismusverständnis wohl wichtigster Schritt war die Rückgewinnung des eigenen Außenhandels.
Mitte des 16. Jahrhunderts betrug der Gesamtwert der englischen Exporte kaum eine Million Pfund und immer noch entfiel ein Großteil davon auf fremde Kaufleute. So gingen allein etwa 42% des ausgeführten Tuchs und 54% der Häute durch die Hände der Hanse, sie beherrschte auch fast die gesamte Wachseinfuhr nach England. Bezeichnend für die schwierige Lage der englischen Wirtschaft war ebenfalls, dass die englische Krone ihre Staatsanleihen in Antwerpen aufnahm, da das eigene Land noch zu arm war.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Englands Weg von einem Agrarstaat zur Handelsmacht und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Stärkung der englischen Wirtschafts- und Handelskraft.
1. Definition des englischen Merkantilismus: Dieses Kapitel erläutert den Merkantilismus als Wirtschaftspraxis der Absolutismus-Zeit und fokussiert auf die aktive Handelsbilanz sowie protektionistische Maßnahmen Englands.
2. England zu Beginn der frühen Neuzeit: Hier wird der Status Englands als Agrarstaat beschrieben, der anfangs stark von ausländischen Kaufleuten und Rohstoffexporten abhing.
3. Der frühe Merkantilismus: Das Kapitel analysiert die Rückgewinnung des Außenhandels durch das Verdrängen ausländischer Kaufleute und die Etablierung mächtiger Handelsgesellschaften.
4. Der Navigation Act: Dieses Kapitel untersucht die Entstehung und die weitreichenden politischen sowie wirtschaftlichen Folgen der Navigationsakte für den englischen Seehandel.
5. Auswertung: Die Auswertung fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die merkantilistische Außenhandelspolitik maßgeblich zum Aufstieg Englands zur Weltmacht beitrug.
Schlüsselwörter
Merkantilismus, England, Außenhandel, Handelsbilanz, Navigation Act, Handelsgesellschaften, Protektionismus, Kolonialmacht, Seehandel, Wirtschaftspolitik, Frühe Neuzeit, Monopol, Handelsgesellschaft, Tuchhandel, Absolutismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die englische Wirtschaftsgeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts und die gezielten Maßnahmen des Staates, um das Land von einem Agrarstaat in eine führende Handelsmacht zu verwandeln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die merkantilistische Theorie, die Etablierung staatlich privilegierter Handelsgesellschaften sowie die protektionistische Gesetzgebung, insbesondere die Navigationsakten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu untersuchen, wie der englische Staat den Grundstein für seine spätere globale See- und Handelsdominanz durch den Aufbau einer starken eigenen Handelskraft legte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung zeitgenössischer Fachliteratur und der Auswertung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen dieser Epoche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Merkantilismus, die Darstellung der Ausgangslage Englands, die Verdrängung ausländischer Konkurrenz und die detaillierte Analyse der Auswirkungen des Navigation Act.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Merkantilismus, England, Außenhandel, Navigationsakte und Handelsgesellschaften.
Warum spielte der Navigation Act eine so bedeutende Rolle?
Er diente als Schutzmaßnahme für die englische Schifffahrt und den Schiffbau und zielte darauf ab, den niederländischen Zwischenhandel systematisch auszuschalten.
Welche Funktion hatten die Handelsgesellschaften?
Sie ermöglichten als monopolistische Fernhandelsunternehmen die Erschließung neuer Märkte, sicherten die Finanzkraft der Krone durch Darlehen und dienten als Instrumente zur kolonialen Expansion.
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- Raik Dowedeit (Author), 2007, Der Reichtum liegt im Außenhandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115615