In dieser Arbeit werden die Attraktivität des Pflegeberufs analysiert und mögliche Handlungsstrategien im Umgang mit dem Personalmangel aufgezeigt. Um die Attraktivität des Pflegeberufes zu analysieren, muss zunächst die Frage beantwortet werden, was einen Beruf attraktiv macht. Welche Berufe gelten zur heutigen Zeit als attraktiv und erstrebenswert. Hierzu wird der Pflegeberuf aus verschiedenen Sichtweisen beleuchtet. Es wird analysiert, wie Beschäftigte sich in ihrem Beruf sehen und wie zufrieden sie mit ihrer Berufswahl und der Ausübung ihrer Tätigkeit sind. Weiter wird herausgearbeitet, wie die Gesellschaft den Beruf der Pflegekraft einschätzt und welches Bild der Pflege in der Gesellschaft kursiert.
In diesem Zusammenhang wird ebenfalls die mediale Berichterstattung des Pflegesektors betrachtet. Inwieweit hat eine bestimmte Berichterstattung Einfluss auf die Wirkung eines Berufes in der Gesellschaft, und zu welcher Attraktivität führt eine entsprechende Berichterstattung der Medien? Es wird zudem der zentralen Frage nachgegangen, wie die Attraktivität des Pflegeberufs gesteigert werden kann. Die Grundannahme dieser wissenschaftlichen Arbeit ist, dass die geringe Attraktivität des Pflegeberufes ausschlaggebend für den vorherrschenden Personalmangel ist. Demnach kann durch eine Attraktivitätssteigerung eine Verringerung des Personalmangels erreicht werden.
Auf Grundlage der Erhöhung der Attraktivität des Pflegeberufes werden mögliche Handlungsstrategien zur Reduzierung der Personalknappheit herausgearbeitet. Es wird nach Möglichkeiten für Führungskräfte gesucht, vakante Stellen attraktiv zu gestalten und die vorhandenen Mitarbeiter zu halten. Ebenfalls wird aufgezeigt, wie Führungskräfte, Unternehmen und auch die Politik Handlungsstrategien anstreben können, um dem Personalmangel Einhalt zu gebieten. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser wissenschaftlichen Arbeit befindet sich die Welt mitten in der Pandemie durch das SARS-CoV-2. Aus diesem Grund können zum gegebenen Zeitpunkt bereits mögliche Einflüsse dieser Ausnahmesituation auf die Personalsituation in der Pflege analysiert und diskutiert werden. Ein Ausblick auf die Zukunft des Pflegesektors soll wichtige Meilensteine in der Entwicklung des Pflegeberufes aufzeigen und eine mögliche Tendenz der Personalsituation skizzieren.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DER PFLEGEBERUF UND SEINE SITUATION
2.1. GESETZLICHE RAHMENBEDINGUNGEN
2.2. DIFFERENZIERUNG PFLEGEKRÄFTE
2.2.1. Pflegefachkräfte
2.2.2. Pflegekräfte
2.3. DEMOGRAFISCHER WANDEL
2.4. PFLEGERISCHE TÄTIGKEITEN
2.4.1. Delegation
2.4.2. Erhöhter Pflegebedarf
2.4.3. allgemeine Herausforderungen des Pflegeberufes
2.5. IMAGE DER PFLEGE
3 PERSONALMANGEL IN DER PFLEGE
3.1. URSACHEN
3.1.1. DRG
3.1.2. Bezahlung
3.1.3. Work-Life-Balance
3.1.4. Image des Pflegeberufes
3.1.5. fehlender Nachwuchs
3.2. ROLLE DER POLITIK
3.3. ROLLE DER UNTERNEHMEN
3.4. FÜHRUNGSKRÄFTE
4 STEIGERUNG DER ATTRAKTIVITÄT DES PFLEGEBERUFES
4.1. HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN DER POLITIK
4.2. HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN DER UNTERNEHMEN
4.3. HANDLUNGSMÖGLICHKEITEN DER FÜHRUNGSKRÄFTE
5 AUSBLICK
5.1. EINFLUSS DER PANDEMIE 2020
5.2. DER PFLEGEBERUF IN DER ZUKUNFT
6 FAZIT
Zielsetzung und Themen
Die Bachelorarbeit analysiert die aktuelle Attraktivität des Pflegeberufs und untersucht deren Zusammenhang mit dem vorherrschenden Personalmangel, um daraus konkrete Handlungsstrategien für Politik, Unternehmen und Führungskräfte zur Steigerung der Attraktivität abzuleiten.
- Analyse der Ursachen für den Personalmangel im Pflegesektor
- Untersuchung des Berufsimages aus Sicht der Bevölkerung, der Medien und der Pflegenden selbst
- Bewertung des Einflusses von Rahmenbedingungen wie DRG, Bezahlung und Arbeitsbelastung
- Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten für verschiedene Verantwortungsebenen
Auszug aus dem Buch
2.4.1. Delegation
Ganz allgemein ist festzuhalten, dass sowohl Ärzte wie auch Pflegefachkräfte Tätigkeiten innehaben, die ausschließlich ihrer Berufsgruppe vorbehalten sind. Im engeren Sinne also nicht delegierbare Tätigkeiten. Des Weiteren gibt es aber eine Vielzahl an medizinischen Handlungen, die zwar einem Beruf zugeordnet werden können, aber durchaus delegierbar sind. Dokumentationen, Essensausgaben und -bestellungen, sowie Reinigungstätigkeiten gehören u.a. zu den pflegerischen Tätigkeiten, welche sich an z.B. Hilfs-, respektive Pflegehilfspersonal, delegieren lassen.
Zu den nicht delegierbaren Tätigkeiten bekräftigte der DBfK 2007 auch die entwickelten Grundsätze der American Nurses Association (ANA) und des National Council of State Boards of Nursing (NCSBN), in denen die Verantwortung der Pflegemaßnahmen klar beim Pflegefachpersonal liegen. Das Fachpersonal muss sich von der Eignung, Durchführung und dem Ergebnis der delegierten Tätigkeiten überzeugen. Ob eine Delegation an Assistenzpersonal stattfinden kann, muss die Pfk entscheiden. Dies erfolgt unter Abwägung des Zustandes des Patienten, der Qualifikation und Fähigkeit der Assistenz und der jeweils vorausgesetzten Kompetenzen (DBfK, Positionspapier, 2010, S. 2f). Hieraus lassen sich folgende Pflichten der Pflegefachkraft ableiten und zusammenfassen: Die delegierende Pflegende hat die Auswahl-, Anleitungs- und Überwachungspflicht, diese sind zu vergleichen mit den Pflichten des ärztlichen Personals.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Personalsituation im Pflegesektor und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der Attraktivitätssteigerung zur Reduzierung des Fachkräftemangels dar.
2 DER PFLEGEBERUF UND SEINE SITUATION: Dieses Kapitel beschreibt die historische Entwicklung, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Vielseitigkeit pflegerischer Tätigkeiten und deren Einfluss auf die Berufswahrnehmung.
3 PERSONALMANGEL IN DER PFLEGE: Hier werden die Ursachen des Fachkräftemangels untersucht, wobei insbesondere Arbeitsbedingungen, Bezahlung, Work-Life-Balance und das mediale Image analysiert werden.
4 STEIGERUNG DER ATTRAKTIVITÄT DES PFLEGEBERUFES: Dieses Kapitel präsentiert konkrete Handlungsstrategien für Politik, Unternehmen und Führungskräfte, um den Pflegeberuf nachhaltig attraktiver zu gestalten.
5 AUSBLICK: Der Ausblick analysiert den Einfluss der Covid-19-Pandemie auf das System Pflege und wagt eine Prognose zur zukünftigen Entwicklung des Berufsstandes.
6 FAZIT: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der Analyse zusammen und bekräftigt die Notwendigkeit einer konsequenten Umsetzung der entwickelten Strategien.
Schlüsselwörter
Pflegeberuf, Fachkräftemangel, Attraktivitätsanalyse, Handlungsstrategien, Personalmanagement, Arbeitsbedingungen, Work-Life-Balance, Pflegekammer, Personalsituation, Pflegefachkraft, Gesundheitssystem, Berufsimage, Mitarbeiterführung, Tarifvertrag, Demografischer Wandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Attraktivität des Pflegeberufs und deren direkten Zusammenhang mit dem aktuellen Fachkräftemangel in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen, das Image des Berufs in der Gesellschaft und Medien, sowie die spezifischen Belastungsfaktoren im Arbeitsalltag wie Schichtdienst und Personalmangel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass eine Steigerung der Attraktivität die notwendige Voraussetzung ist, um den Personalmangel mittel- bis langfristig zu reduzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse aktueller Statistiken sowie medienwissenschaftlicher Erkenntnisse zur Berichterstattung über den Pflegesektor.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Ursachen für den Fachkräftemangel (wie DRG-System, Bezahlung, Arbeitsdruck) detailliert analysiert und anschließend konkrete Handlungsmöglichkeiten für die Politik, Arbeitgeber und Führungskräfte definiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Personalknappheit, Professionalisierung, Arbeitszufriedenheit, Work-Life-Balance und die Rolle der Politik bei der Gestaltung des Gesundheitssystems.
Warum ist das Image des Pflegeberufs laut der Arbeit so problematisch?
Das Image leidet besonders unter einer reißerischen medialen Darstellung, die meist nur Probleme thematisiert, während die breite Bevölkerung den Beruf zwar als wichtig und krisensicher ansieht, ihn aber dennoch nicht als attraktive Karriereoption empfiehlt.
Welche Rolle spielen Führungskräfte bei der Attraktivitätssteigerung?
Führungskräfte tragen durch ihren Führungsstil, die Förderung der Work-Life-Balance und die Wertschätzung der Mitarbeiter eine entscheidende Verantwortung für die Motivation und Bindung des Pflegepersonals an das Unternehmen.
- Quote paper
- Justus Pohle (Author), 2021, Der Pflegeberuf in Deutschland. Eine Attraktivitätsanalyse und mögliche Handlungsstrategien im Umgang mit Personalmangel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1156333