Ersel Aydinli legt in seinem Werk "Assessing Violent Nonstate Actorness in Global Politics: A Framework for Analysis’’ dar, welchen Einfluss "violent non state actors’" als bedeutendste neue Form von politischen Akteuren im System der internationalen Politik spielen. Seine Analyse dieses Phänomens zeigt unter Erstellung eines analytischen
Frameworks das Potential, welches diese Akteure auf das internationale politische System ausüben können. Er gliedert dieses in die Aspekte Autonomie, Regeneration und Einfluss.
Diese Hausarbeit verfolgt die Absicht, die Rolle von "violent non state actors’" innerhalb des Krisengebietes Mali zu
untersuchen und im Besonderen die Rolle und Verbindung des in der Region florierenden Drogenhandels und Transits zu beleuchten, welcher die Destabilisierung der Region und das Wachstum der gewaltbereiten nicht staatlichen Akteuren gleichzeitig zu befeuern scheint.
Im dieser Arbeit zugrunde liegenden Seminar befassten wir uns im Schwerpunkt mit der internationalen Drogenökonomie und der politischen Dimension des internationalen Drogenhandels. Im Rahmen verschiedener Fallbeispiele wurde immer wieder deutlich, dass Drogenökonomie mehr als ein gesellschaftliches Problem darstellt und aufgrund der finanziellen Profite von enormer politischer Bedeutung sein kann.
Ziel dieser Arbeit ist es eben, dieses politische Potential anhand der Entwicklungen im westafrikanischen Staat Mali zu bemessen. Von daher soll der Anstieg der politisch motivierten Gewalt durch ,"non state actors’" und korrupte Staatsorgane mit der Entwicklungs- und Wachstumskurve des Drogenhandels und Transits in dieser Region gesetzt und analysiert werden. Um diese Beobachtung, bzw. Analyse darzustellen, wird eine qualitative Forschungsstruktur anhand bestehender Fachliteratur angestrebt. Mit einem hermeneutischen Erklärungsansatz sollen die Forschungsergebnisse zusammengeführt werden, um abschließend ein analytisches Fazit der Beziehungen zwischen VNSA’s und dem internationalen Drogentransit gezogen werden welche anhand des Frameworks von Aydinli vorbereitend dargestellt werden soll.
Gliederung
1.0 Einleitung
1.1 Zielsetzung und methodischer Vorgang
2.0 Historische Skizze Malis
3.0 Hauptteil
3.1 Leitfrage und Fragestellung
3.2 Definition von Violent Non State Actors
3.2.1 Autonomie
3.2.2 Repräsentation
3.2.3 Einfluss
3.3 Violent Non State Actors in Mali - AQIM
3.4 Der Zusammenhang von VNSA’s und Drogenökonomie in Nordmali
4.0 Zusammenfassende Betrachtung der Analyse
5.0 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von gewalttätigen nicht staatlichen Akteuren (VNSAs), insbesondere der Terrororganisation AQIM, im Kontext des Staatszerfalls in Mali und analysiert deren Verbindung zum florierenden internationalen Drogenhandel in der Region.
- Analyse der Rolle von VNSAs nach dem analytischen Framework von Ersel Aydinli.
- Untersuchung der historischen und politischen Ursachen der Destabilisierung Malis.
- Bewertung des Zusammenhangs zwischen Drogenökonomie und politisch motivierter Gewalt.
- Diskussion des Konzepts des "Narco-Terrorismus" am Fallbeispiel Nordmali.
- Kritische Reflexion internationaler Sicherheitsansätze und Lösungsstrategien.
Auszug aus dem Buch
3.2 Definition von ,,Violent Non-state Actors’’
Das Phänomen der Verschiebung von Machtstrukturen im polity Bereich, ist nach Avdinli einer der schwerwiegenden Veränderungen im internationalen politischen System der Neuzeit, über deren Langzeitauswirkungen auf das internationale System aufgrund der Neuheit dieses Phänomens, noch nicht viel bekannt ist und von daher die Relevanz und Anwendbarkeit bestehender, klassischer politischer Theorien und Schulen im internationalen System in Frage zu stellen vermag (vgl. Aydinli 2015:425). Der Gegenstand dieser Verschiebung, so genannte ,,non state actors’’, sollen auch Gegenstand dieser Hausarbeit sein und bedarf daher einer genaueren Kategorisierung und Betrachtung innerhalb dieses Abschnittes der Arbeit. Staaten bildeten in der bisherigen Forschung der internationalen Beziehungen einen festen Referenzpunkt mit mehr oder minder immer gleich ausgeprägten, bzw. zu analysierenden Merkmalen und Analysekriterien. In Bezug auf nicht staatliche Akteure, im weiteren Verlauf dieser Arbeit als NSA (non state actors) und VNSA (violent non state actors) bezeichnet, verfügt die gegenwertige Forschung jedoch bei weitem noch nicht über ähnlich umfassende Kategorisierungsmerkmale zur Analyse ihrer Erscheinungsform und Handlungsweisen (vgl. Aydinli 2015:425). Von daher ist es Aydinli’s Absicht gewesen, mit dem dieser Arbeit zugrunde liegenden Werk ein ,,Framework’’, also einen Analyserahmen zur Untersuchung und Kategorisierung von NSA’s im speziellen VNSA’s zu erstellen. Dieser Rahmen wurde in die Aspekte Autonomie, Repräsentation und Einfluss gegliedert und soll im Folgenden als grundlegendes Analysewerkzeug dieser Arbeit porträtiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Einführung in das Thema der VNSAs und Darstellung der Zielsetzung sowie der methodischen Herangehensweise der Arbeit.
2.0 Historische Skizze Malis: Darstellung der politischen Entwicklungsgeschichte Malis seit der Unabhängigkeit bis zum Ausbruch der Krise 2012.
3.0 Hauptteil: Analyse der VNSAs, insbesondere AQIM, unter Anwendung des Frameworks von Aydinli sowie Untersuchung der Drogenökonomie in Nordmali.
4.0 Zusammenfassende Betrachtung der Analyse: Synthese der Forschungsergebnisse zur Verbindung von Drogenhandel und Terrorismus unter dem Begriff des Narco-Terrorismus.
5.0 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Krisensituation und kritische Reflexion zukünftiger Lösungsansätze.
Schlüsselwörter
Mali, VNSA, AQIM, Drogenökonomie, Narco-Terrorismus, Staatszerfall, Sahelzone, internationale Politik, Sicherheitspolitik, Machtverschiebung, Terrorismus, Drogenschmuggel, politische Gewalt, Aydinli, Staatsordnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Destabilisierung Malis durch gewalttätige nicht staatliche Akteure und deren Verbindung zum internationalen Drogenhandel.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das politische System Malis, die Charakterisierung nicht staatlicher Akteure nach Aydinli und der Einfluss der Drogenökonomie auf regionale Sicherheitsstrukturen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu bestimmen, wie der Drogenmarkt den Aufstieg von VNSAs beeinflusst und inwiefern dies die Staatsentwicklungsprozesse in Mali konkret gefährdet.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine qualitative Forschungsstruktur basierend auf Fachliteratur unter Anwendung eines hermeneutischen Erklärungsansatzes verfolgt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition von VNSAs, die Fallstudie zu AQIM und die Analyse der Verknüpfung von VNSAs mit der regionalen Drogenökonomie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mali, VNSA, Drogenökonomie, Staatszerfall und Narco-Terrorismus definieren.
Welche Rolle spielt AQIM im Kontext der malischen Krise?
AQIM fungiert als bedeutender gewalttätiger Akteur, der staatliche Strukturen unterwandert, lokale Gebiete kontrolliert und sich durch Drogen- und Waffenschmuggel finanziert.
Warum wird das Konzept des Narco-Terrorismus in der Arbeit als "Zweckbündnis" bezeichnet?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Kooperation zwischen Drogenhändlern und Terroristen nicht auf geteilter Ideologie, sondern auf rein wirtschaftlicher Zweckmäßigkeit und operativen Gemeinsamkeiten basiert.
Welche Kritik übt der Autor an den aktuellen Sicherheitsmaßnahmen?
Der Autor kritisiert den Fokus auf rein militärische "Hard-Security"-Ansätze und plädiert für multidimensionale Ansätze, die sozio-ökonomische und infrastrukturelle Probleme in den Fokus rücken.
- Arbeit zitieren
- M.A. Political Sience Henri Uhlig (Autor:in), 2020, Die Rolle von VNSA und der weltweiten Drogenökonomie. Über die Bedeutung des Drogenhandels für die Finanzierung des Terrorismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1156400