Drop-out-Rate im Jugendleistungsport. Gründe für ein frühzeitiges Karriereende aussichtsreicher Jugendleistungssportler

Veranschaulicht am Beispiel des Österreichischen Leistungssport-Zentrums Südstadt


Forschungsarbeit, 2018

67 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsdefinitionen
2.1 Drop-out
2.2 Jugend
2.3 Leistungs- und Hochleistungssport

3 Drop-out im Jugendleistungssport
3.1 Wege zum Drop-out
3.2 Gründe für Drop-outs
3.2.1 Verletzungen, Leistungsstagnation und geringe Zukunftsperspektiven
3.2.2 Konflikte im sozialen und sportlichen Umfeld
3.2.3 Doppelbelastung durch Leistungssport und Ausbildung
3.2.4 Fehlende Motivation
3.2.5 Fehlende Freizeit und andere Interessen
3.2.6 Sonstige Gründe
3.3 Drop-out aus der Sicht der Sportmedizin
3.4 Geschlechtsspezifische Unterschiede
3.5 Folgen von Drop-out

4 Österreichisches Leistungssport-Zentrum Südstadt und Liese Prokop Privatschule
4.1 Geschichte des ÖLSZ Südstadt und der Liese Prokop Privatschule
4.2 Österreichisches Leistungssport-Zentrum Südstadt
4.2.1 Aufnahmeverfahren
4.2.2 Internat
4.2.3 Sportmedizinische B e t re u u n g
4.2.4 Austritt aus dem ÖLSZ Südstadt
4.3 Liese Prokop Privatschule

5 Empirische Untersuchung
5.1 Ablauf der Untersuchung und Ermittlung der Drop-out-Rate
5.2 Stichprobe
5.3 Auswertung und Aufbereitung der Daten
5.4 Fragebögen
5.4.1 Auswertung der Fragebögen
5.5 Interviews
5.6 Auswertung der Interviews
5.7 Drop-out-Rate im Österreichischen Leistungssport-Zentrum Südstadt
5.8 Vergleich mit anderen Drop-out Studien
5.8.1 Drop-out Studie über norwegische Leichtathleten
5.8.2 Dropout Untersuchung an Eliteschulen des Sports in Sachsen
5.8.3 Studie zu den Drop-out Ursachen im Judoleistungssport

6 Lösungsansätze um die Drop-out Rate zu minimieren
6.1.1 Konkrete Lösungsansätze für das ÖLSZ Südstadt

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

9 Abbildungsverzeichnis

10 Tabellenverzeichnis

11 Anhang

Abstract

In dieser Arbeit wird das Phänomen des sogenannten Drop-outs, des frühzeitigen Karriereendes aussichtsreicher Jugendleistungssportler näher betrachtet und die Gründe dafür erläutert.

Internationalen Studien zufolge scheiden 90% der Mädchen und 75% der Burschen im schwedischen Nachwuchsleistungssport innerhalb von fünf Jahren nach Beginn des Trainings aus. Nur einer von 90 jungen finnischen Leichtathleten, die im Alter von 11 bis 13 Jahren mit der Spezialisierung begonnen haben, hat zehn Jahre später das nationale Toplevel erreicht. Die Untersuchung am Österreichischen Leistungssport-Zentrum Südstadt zeigte, dass mehr als die Hälfte der Schüler des Abschlussjahrganges keinen Leistungssport mehr betreiben.

Die Ausstiegsgründe sind in allen Fällen sehr unterschiedlich, aber meist auf eine zu geringe Zukunftsperspektive, Verletzungen oder andere gesundheitliche Probleme sowie Motivationsprobleme zurückzuführen.

Warum die Drop-out-Rate von jungen Leistungssportler derart hoch ist und welche Maßnahmen gesetzt werden können um die Ausstiegsrate zu minimieren, wird in dieser Arbeit erläutert.

Vorwort

Die Idee zu dieser Arbeit hatte ich eines Tages während meines Trainings auf der Leichtathletikanlage des Bundessport- und Freizeitzentrums Südstadt. Ich beobachtete das Vereinstraining vieler junger und motivierter Leichtathleten auf der Sportanlage. Die Kinder hatten sichtlich Spaß daran sich zu bewegen und waren sehr motiviert, die Grundlagen der Leichtathletik zu erlernen. Als das Kindertraining vorbei war und die etwas älteren Jugendlichen ihr Training begannen, stellte ich fest, dass sich plötzlich deutlich weniger Sportler auf der Anlage befanden.

Ein paar Tage später dachte ich wieder über das Erlebte nach und stellte fest, dass es bei den Nachwuchsleistungssportlern im Österreichischen Leistungssport-Zentrum Südstadt eine ähnliche Entwicklung gibt. Die jüngeren Sportler sind jeden Tag hoch motiviert beim Training und träumen von einer Karriere als Hochleistungssportler. Je älter die Sportler werden, desto geringer wird bei einigen die Motivation und ihre Bereitschaft alles für ihre einstigen Träume zu geben. Sie beenden schlussendlich ihre Karriere als Leistungssportler bevor sie die Liese Prokop Privatschule abschließen.

Ich betreibe selbst seit ungefähr fünfeinhalb Jahren aktiv Leistungssport und bin Mitglied des Österreichischen Leistungssport-Zentrums Südstadt sowie Schüler der Liese Prokop Privatschule. Da ich täglich mit der zuvor beschriebenen Problematik konfrontiert bin, hatte ich großes Interesse daran herauszufinden, warum einige meiner Kollegen frühzeitig ihre sportliche Karriere beenden.

Meinen besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle meiner Betreuerin Frau Prof. Dr. Karin Haußecker aussprechen, die mir bei offenen Fragen mit Anregungen und Tipps stets zur Seite stand.

Weiters möchte ich mich bei allen Teilnehmern an meiner empirischen Untersuchung, sowie bei Mag. Wolfgang Moser, dem Leiter des Österreichischen Leistungssport­Zentrums Südstadt und ADir. Herbert Lindner für die Unterstützung und Zurverfügungstellung diverser Daten bedanken.

1 Einleitung

„Eine Zunahme von Stressoren aufgrund von komplexen Anforderungen und Erwartungen, die erfüllt werden müssen, führt zu einer Disbalance zwischen den Fähigkeiten des Talents und den Anforderungen, die die jugendlichen Leistungssportler und Leistungssportlerinnen schlichtweg überfordern und Ängste auslösen, die in weiterer Folge zu einem Fluchtverhalten (Rückzug) und schließlich zu einem „Drop-out“ führen.“1

Leistungssportliche Karrieren sind durch eine Vielzahl von Faktoren geprägt. Einige wesentliche Entscheidungen können von den Athleten bewusst getroffen werden, andere Faktoren hingegen, wie zum Beispiel das Auftreten von Verletzungen, sind nicht beeinflussbar. Auf die wahrscheinlich schwierigste Entscheidung stößt jeder hoffungsvolle Nachwuchsathlet früher oder später mit Sicherheit einmal: Lohnt es sich wirklich Leistungssport auszuüben oder nicht?

Warum entscheiden sich jedoch viele junge talentierte Athleten gegen eine weitere Karriere als Leistungssportler und scheiden aus dem System aus?

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, herauszufinden wie hoch die Drop-out-Rate im Jugendleistungssport ist, welche Gründe es für das frühzeitige Beenden der Leistungssportkarriere vieler junger Sportler gibt und welche Maßnahmen dazu beitragen könnten, die Drop-out-Rate zu minimieren.

Die Arbeit besteht sowohl aus einem hermeneutischen, als auch aus einem empirischen Teil, in dem die Drop-out-Rate und die Ausstiegsgründe am Österreichischen Leistungssport-Zentrum Südstadt erforscht wurden.

Die Arbeit gliedert sich in insgesamt 7 Kapitel. Der Einleitung folgend werden im zweiten Kapitel zunächst die Begriffe Drop-out und Jugend definiert, sowie der Unterschied zwischen Leistungs- und Hochleistungssport erklärt. Das dritte Kapitel befasst sich mit dem Drop-out im Leistungssport. Anhand von Literaturquellen und von internationalen Studien werden der Weg zum Drop-out, die Gründe und Folgen dafür, geschlechtsspezifische Unterschiede und die Ausstiege aus Sicht der Sportmedizin erläutert. Im vierten Kapitel werden das Österreichische Leistungssport-Zentrum Südstadt sowie die Liese Prokop Privatschule vorgestellt, bevor es im fünften Kapitel um die empirische Untersuchung an diesen Institutionen geht. Im sechsten Kapitel werden mögliche Lösungsvorschläge zur Minimierung der Drop-out-Rate genannt. Das siebente und letzte Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und stellt sie der hierzu vorhandenen Literatur gegenüber.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass in der vorliegenden VWA ausschließlich die männliche Form verwendet wurde, um einen angenehmen Lesefluss zu gewährleisten.

2 Begriffsdefinitionen

2.1 Drop-out

Im Österreichischen Wörterbuch wird die Bezeichnung Drop-out allgemein für „jemand[en], der vor Erreichen des Ziels ausfällt (aufhört)“ 2 beziehungsweise für „jemand[en], der aus seiner sozialen Gruppe ausgebrochen, ausgestiegen ist“ 3 verwendet.

In der sportwissenschaftlichen Literatur wird dieser Begriff für Athleten verwendet, die ihre Karriere als Leistungssportler beziehungsweise als Hochleistungssportler vorzeitig, also vor dem Erreichen ihres voraussichtlichen Leistungshöhepunktes, beenden.4

Fröhlich und Würth definieren Drop-out folgendermaßen:

„Der Terminus Dropout [.] beschreibt den vorzeitigen, das heißt vor dem Erreichen der sportlichen Leistungsgrenze erfolgten Abbruch der sportlichen Karriere. Von Dropout ist dann zu sprechen, wenn der Athlet vor dem Abbruch mindestens ein Jahr in der Sportart, aus der der Ausstieg erfolgt, an regelmäßigem Training teilnahm und wettkampfsportlich aktiv war. Nach erfolgtem Dropout ist der Athlet in dieser Sportart nicht mehr oder maximal auf freizeitsportlichem Niveau aktiv.“5 6

Drop-out kann sowohl freiwillig, als auch unfreiwillig, wie zum Beispiel durch Verletzungen oder den Wechsel des Wohnortes, erfolgen. Nach dem Drop-out wendet sich die Person anderen, für sie essentielleren Zielen zu.6,7

Die Drop-out-Rate bezeichnet demnach das Verhältnis zwischen den Sportlern, die ihre Karriere frühzeitig beenden und denjenigen, die ihre sportliche Laufbahn erst nach dem Erreichen des Leistungshöhepunktes beenden.

Neben dem Dropout gibt es noch einen weiteren Aspekt der das vorzeitige Karriereende von Leistungssportlern beschreibt - das Retirement. Als Retirement wird der Rückzug aus dem Sport nach dem Erreichen des Leistungshöhepunktes des Athleten beschrieben. Retirements geschehen freiwillig und sind meist langfristig geplant, da der Athlet seine Ziele bereits erreicht hat.8 Der Begriff sei hier nur vollständigkeitshalber erwähnt und wird in der Arbeit nicht weiter behandelt, da er für die empirische Untersuchung nicht von Relevanz ist.

2.2 Jugend

Als Jugend wird der Lebensabschnitt zwischen der Kindheit und dem Erwachsenenalter bezeichnet. Die Jugend beginnt mit dem Eintreten der Geschlechtsreife und endet mit dem Aufbau der Persönlichkeitsstruktur sowie dem Finden der eigenen Identität. Die Altersbereiche sind in der Literatur sehr unterschiedlich definiert, reichen jedoch zumeist vom 12. bis zum 19. Lebensjahr.9

In dieser Arbeit wird der Begriff Jugend für Personen verwendet, die sich zwischen dem 14. und 19. Lebensjahr befinden. Damit wird jener Altersbereich abgedeckt, in dem sich die Jugendlichen im Regelfall im Österreichischen Leistungssport-Zentrum Südstadt und an der Liese Prokop Privatschule befinden.

2.3 Leistungs- und Hochleistungssport

In der Fachliteratur werden die Begriffe Leistungssport und Hochleistungssport häufig verwendet, allerdings findet man dafür kaum klare Definitionen und Abgrenzungen. Die Begriffe Hochleistungssport und Spitzensport werden in dieser Arbeit als Synonyme füreinander verwendet und beschreiben denselben Bereich.

Leistungssport zeichnet sich durch ein intensives Training mit dem Ziel, die eigene persönliche Leistung zu verbessern, aus. Dieses Ziel wird durch ein leistungssportliches Handeln des Athleten, wie zum Beispiel hartes Training und die Enthaltsamkeit von Genüssen wie Alkohol und Drogen, begleitet. Im Unterschied zum Hochleistungssport steht der Leistungssport aber nicht über allen anderen Lebensbereichen.10

Im Unterschied dazu definiert Emrich Hochleistungs- beziehungsweise Spitzensport wie folgt:

„Beim S. [Spitzensport] handelt es sich um ein soziales System, in dem alle Strukturen, die den Leistungssport insgesamt prägen, im Hinblick auf ihr Funktionalität zur Leistungssteigerung und/oder Sieg in internationaler Konkurrenz organisiert werden. Das Handeln der Sportler, die sich aus der Elite des Leistungssportes (vorrangig A-, B- und C-Kaderathleten) rekrutieren, ordnet sich diesem Systemziel weitgehend unter, so dass in der individuellen Perspektive die am Weltrekord ausgerichtete Leistungssteigerung und der Sieg in internationalen Konkurrenzen zur dominanten Handlungs- und Lebensperspektive in dieser Rolle auf Zeit (Spitzensportler) wird, der sich alle anderen Lebensbereiche unterordnen.“ 11

Kaminski geht in seiner Arbeit „Kinder und Jugendliche im Hochleistungssport“ genauer auf den Unterschied zwischen Leistungs- und Hochleistungssport ein. Für Kaminski besteht der Unterschied darin, dass ein Hochleistungssportler auf eine intensivere und bestimmtere Art und Weise trainiert als ein Leistungssportler. Ein Leistungsathlet versucht zwar sein Training auf ein gewisses Niveau anzuheben, um an nationalen und internationalen Wettkämpfen teilnehmen zu können, allerdings stellt er den Leistungssport nicht über alle anderen Lebensbereiche.12

Weiters nennt Kaminski folgende Bedingungen die einen Hochleistungssportler von einem Leistungssportler unterscheiden:

- Ein Hochleistungssportler stimmt sein gesamtes Training auf den Hochleistungssport ab und ordnet alle anderen Lebensbereiche den sportlichen Zielen unter.
- Er muss personenbezogene Voraussetzungen wie physische Bedingungen, ein gesteigertes Interesse für seinen Sport, sowie ausreichend Motivation mit sich bringen.
- Es müssen gewisse Rahmenbedingungen, wie ein möglichst kurzer Weg vom Wohnort zur Trainingsstätte und die Finanzierbarkeit des Sportes gewährleistet sein.
- Der Spitzenathlet muss dem großen Erwartungsdruck der Öffentlichkeit gewachsen sein und mit Medien und Fans umgehen können.13

Demnach liegt der Unterschied zwischen einem Leistungs- und einem Hochleistungssportler nicht nur am Trainingsumfang oder der Trainingsintensität, sondern ist auch an der persönlichen Einstellung und der Wertigkeit des Sportes im Leben des Athleten erkennbar.

Betrachtet man das auf der Webseite der Liese Prokop Privatschule definierte Ziel „die uns anvertrauten Jugendlichen [...] auf ihrem Weg zum Hochleistungssport [...] optimal zu fördern“ 14 unter dem Aspekt der oben angeführten Punkte, kommt man zu der Feststellung, dass es sich hier eigentlich nicht um eine Schule für Hochleistungssportler, sondern vielmehr um eine Schule für Leistungssportler handelt.

3 Drop-out im Jugendleistungssport

„Literaturrecherchen zeigen, daß es nicht den Hauptgrund für einen Karriereabbruch gibt. Statt dessen liegt jeweils eine Kombination von Faktoren vor. Das Dropout-Phänomen ist also nur multikausal zu verstehen, wobei sowohl (aus Athletenperspektive) internale als auch externale Faktoren wirksam werden können.“15

Drop-outs sind sehr unterschiedlich und individuell. Sie können nur als ein komplexer und vielschichtiger Prozess verstanden werden, der immer von mehreren Gründen und einer Vielzahl von Einflüssen abhängig ist. Es ist also kein Hauptausstiegsgrund festzumachen.16

Es ist kaum möglich eine exakte Drop-out-Rate im Nachwuchsleistungssport anzugeben. Dies liegt vor allem an den Unterschieden zwischen den einzelnen Sportarten, aber auch an den unterschiedlichen Herangehensweisen bisheriger Studien.

Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass die Drop-out Rate bei Jugendlichen im Alter von 17 Jahren am höchsten ist und dass Frauen allgemein eine höhere Abbruchquote als Männer zu verzeichnen haben.17 18

Durch die unzureichende institutionelle Unterstützung kommt es vor allem während des Überganges vom Nachwuchsleistungssport zum Leistungs- oder Hochleistungssport zu einem erhöhten Drop-out Risiko. Rund 80% der Drop-out Fälle treten während dieser Zeit auf.18,19

Allgemein kann man zwischen zwei Drop-out Kategorien unterscheiden. Einerseits gibt es die Sportler bei denen die internalen, andererseits diejenigen bei denen die externalen Faktoren überwiegen. Manche Athleten werden beispielsweise durch Verletzungen gezwungen, mit dem Leistungssport aufzuhören, während andere freiwillig ihre Karriere frühzeitig beenden.20

3.1 Wege zum Drop-out

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Problem der Drop-outs beginnt meist schon im frühen Jugendalter. Viele junge Nachwuchsleistungssportler leiden schon vor dem Eintritt in Nachwuchsleistungsmodelle unter mangelnden körperlichen, psychischen und sozialen Voraussetzungen.21

Durch ein zu frühes einseitiges, sportartspezifisches und zu wenig zukunftsorientiertes Training haben die jungen Leistungssportler nicht die Möglichkeit ihre Defizite zu beheben. Ohne Rücksicht auf die Dysbalancen und die steigende Gesamtbelastung der Jugendlichen zu nehmen wird die Belastung stetig gesteigert und es kommt häufig zu einer Überforderung. Durch schlechte Rahmenbedingungen wie beispielweise eine unzureichende Regeneration, kaum Kontakt zu Freunden, das Fehlen von notwendigen Rückzugsmöglichkeiten, einem immer größer werdenden Druck, den steigenden Erwartungen des Umfeldes, mangelnden schulischen Erfolgen sowie dem Auftreten von

Verletzungen kommt es zu einem erhöhten Stresspotential. Der immer größer werdende Stress führt zu Wahrnehmungsproblemen und der Spaß am Leistungssport geht schließlich verloren. Es kommt zu Motivationsproblemen, einer

Leistungsstagnation und die Verletzungshäufigkeit steigt an. Um aus dieser belastenden Situation zu entkommen, entscheiden sich viele junge Sportler für einen Ausstieg aus dem Leistungssport.22

3.2 Gründe für Drop-outs

In der sportwissenschaftlichen Literatur existiert eine Vielzahl an Studien über das Drop­out Phänomen und die Ursachen dafür. Vergleicht man die bislang durchgeführten Studien, so fällt auf, dass sie sich in ihrer Herangehensweise, in ihren Untersuchungskriterien und ihren Ergebnissen teilweise deutlich unterscheiden. Dennoch kristallisieren sich folgende fünf Faktoren heraus, die als ausschlaggebend für Drop-outs von Jugendleistungssportlern betrachtete werden können:

- Verletzungen, Leistungsstagnation und geringe Zukunftsperspektiven
- Konflikte im sozialen und sportlichen Umfeld
- Doppelbelastung durch Leistungssport und Ausbildung
- Fehlende Motivation
- Fehlende Freizeit und andere Interessen

Im Folgenden werden nun die oben genannten Drop-out Gründe genauer erläutert.

3.2.1 Verletzungen, Leistungsstagnation und geringe Zukunftsperspektiven

Drop-outs von jungen Leistungssportlern sind sehr häufig mit dem Auftreten schwerer Verletzungen und anderer gesundheitlicher Probleme, einer Stagnation der sportlichen Leistung, zu geringen Zukunftsperspektiven und einem Mangel an professioneller medizinischer Betreuung verbunden.23

Es ist anzunehmen, dass ein Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Verletzungen und der Stagnation der Leistungen besteht. Die häufigsten Verletzungen sind Ermüdungsbrüche, Bänderrisse sowie Muskelzerrungen. Verletzungen sind oft auf eine zu frühe Spezialisierung auf eine Sportart, ein unausgewogenes und monotones Training, unzureichende Aufwärmübungen und innere Ursachen wie hormonelle Störungen und Stoffwechselstörungen zurückzuführen.24

Viele langwierige und schwere Verletzungen lassen die Ausübung von Leistungssport auch nach der scheinbar vollständigen Genesung gar nicht mehr zu und zwingen junge Leistungssportler oft zu einem unfreiwilligen und frühzeitigen Abbruch ihrer Karriere.

3.2.2 Konflikte im sozialen und sportlichen Umfeld

Soziale Faktoren spielen ebenfalls eine enorme Rolle bei der Entscheidung eines Athleten für oder gegen eine Karriere als Leistungssportler.

Ein gutes soziales Klima, sowie eine offene Beziehung zu Eltern und Freunden wirken sich positiv auf die Entwicklung der jungen Sportler aus. Studien zeigen allerdings auch, dass ein negatives soziales Umfeld sowie die unbefriedigte beziehungsweise fehlende Unterstützung nahestehender Personen die leistungssportliche Karriere negativ beeinflussen können.25

Zudem können Konflikte mit Freunden, dem Partner oder mit Familienmitgliedern, desolate Familienverhältnisse wie etwa eine Scheidung sowie der Tod einer nahestehenden Person ebenfalls zu einem Drop-out führen.26

Weiters spielt eine positive und offene Beziehung zum Trainer eine wichtige Rolle. Einige Studien stellen fest, dass eine angespannte Beziehung innerhalb des Trainingsumfeldes und insbesondere Konflikte mit dem Trainer entscheidende Gründe für ein Drop-out sein können. Vor allem nach negativen Erlebnissen ist es für die Athleten wichtig, die Unterstützung und den notwendigen Rückhalt des Trainers zu bekommen.27

Die meisten vom Drop-out betroffenen jugendlichen Sportler haben zum Zeitpunkt ihres Austrittes den Mittelpunkt ihres sozialen Umfeldes im Bereich des Elternhauses. In diesem Alter wirkt sich die Einstellung der Familienmitglieder gegenüber dem Leistungssport enorm auf die Entscheidungen der jungen Athleten aus. Fehlende Akzeptanz und Anerkennung für die erbrachten Leistungen, übermäßiger Leistungsdruck, zu hohe Erwartungen sowie mangelnde Unterstützung durch die Familie können ebenfalls ausschlaggebende Gründe für einen Austritt sein.28

Eltern und Geschwister mit einer Leistungssportvergangenheit oder nahestehende Personen die gerade selbst aktiv im Leistungs- oder Hochleistungssport tätig sind können den jungen Sportlern beratend zur Seite stehen und sie bei schwierigen Entscheidungen unterstützen.29

3.2.3 Doppelbelastung durch Leistungssport und Ausbildung

Die Doppelbelastung durch Leistungssport und beruflicher Ausbildung stellt für viele Sportler ein enormes Problem dar. Die optimale spitzensportliche Höchstleistungsphase fällt in den meisten Sportarten mit der Lebensphase der schulischen beziehungsweise beruflichen Ausbildung zusammen. Dies führt in vielen Fällen zu Zeit- und Koordinierungsproblemen und anschließend sehr häufig zum Drop-out.30

Das Problem besteht darin, dass von den jungen Sportlern einerseits ein enormes Engagement bei der Ausbildung, andererseits Höchstleistungen auf sportlicher Ebene gefordert werden. Durch den Mangel an Zeit und ein oft sehr schlechtes Zeitmanagement ist es für heranwachsende Hochleistungssportler sehr schwierig Ausbildung und Leistungssport zu vereinbaren.31

Aus diesem Grund ist es wichtig die außersportlichen Aktivitäten der Leistungssportler, wie die schulische oder berufliche Ausbildung, in die Trainings- und Wettkampfplanung miteinzubeziehen.32

3.2.4 Fehlende Motivation

Athleten bleiben aktiv im Leistungssport, solange sie erfolgreich sind, ihre gesetzten Ziele erreichen und regelmäßig Wettkämpfe gewinnen beziehungsweise eine zufriedenstellende Platzierung erreichen. Sportler mit einer negativen Leistungsentwicklung erfahren einen Mangel an Motivation und ein geringes Selbstwertgefühl, was häufig zum Drop-out führt.28

Sportler die das Trainings- und Wettkampfumfeld als langweilig empfinden, verlieren ihr Interesse und ihre Motivation und scheiden früher aus dem Leistungssport aus als andere. Diese fehlende Motivation wird oft durch eine zu frühe Spezialisierung auf eine Sportart und die Monotonie des Trainings hervorgerufen.29

Weiters zeigt sich, dass Athleten, die früher aus dem Leistungssport ausscheiden, mehr Stress und Angst in Trainings- und Wettkampfsituationen zeigten, als jene Sportler die nicht frühzeitig austreten. Werden die gesetzten Ziele nicht erreicht und entwickeln sich neue Interessen, lässt die intrinsische Motivation der Sportler nach. Aufgrund der hohen Anforderungen, des enormen Zeitaufwandes und des Wettbewerbsdrucks überwiegen oft die Vorteile des Drop-outs.30

3.2.5 Fehlende Freizeit und andere Interessen

„Das Ausleben bisher unentwickelter Interessen und Fähigkeiten und der Drang, neue Arbeits- und Freizeitbereiche für sich zu erschließen und intensiv soziale Kontakte zu pflegen oder eine Beziehung aufzubauen, ist ein zentraler Grund für die Beendigung der Laufbahn.“31

Viele junge Leistungssportler erleben einen starken Interessenskonflikt im Spitzensport. Der Wunsch nach mehr Freizeit, mehr Zeit mit Freunden zu verbringen oder anderen Aktivitäten und Interessen nachzugehen ist ein entscheidender Grund, warum viele junge Sportler schon frühzeitig ihre Karriere beenden.32

Des Weiteren können fehlende Rückzugsmöglichkeiten um Abstand vom Leistungssport zu bekommen, sowie die eingeschränkte Möglichkeit, die Freizeit selbst zu gestalten ebenfalls zum Drop-out führen.33

Die fehlende Möglichkeit auch andere Sportarten auszuüben, spielt für viele junge Leistungssportler eine große Rolle und ist ein häufiger Drop-out Grund. Viele Sportler äußern den Wunsch sich nicht nur auf eine Sportart zu spezialisieren, sondern viele verschiedene Sportarten zu betreiben.34

3.2.6 Sonstige Gründe

Weitere Gründe, die ausschlaggebend für die Entscheidung eines Sportlers für oder gegen eine Karriere als Leistungssportler sind, sind die verpflichtende Teilnahme am Grundwehrdienst, sowie Ehe und Familie. Viele Sportler finden es normal aus dem Leistungssport auszusteigen, wenn sie zu arbeiten beginnen oder eine Familie gründen.35

Des Weiteren können schlechte und mangelhafte Trainingsbedingungen, eine schlechte Erreichbarkeit der Trainingsmöglichkeiten sowie finanzielle Probleme ebenfalls zum Drop-out führen.

3.3 Drop-out aus der Sicht der Sportmedizin

Aus sportmedizinischer Sicht liegen die Drop-out Gründe vor allem an der viel zu frühen Spezialisierung in einigen Sportarten, an der fehlenden langfristigen Trainingsplanung sowie an der fehlenden Anpassung des Trainings an den individuellen Trainingszustand, das Trainingsalter und das biologische Alter des Athleten. Dadurch kommt es vermehrt zu einer inadäquaten Trainingssteigerung, zum Übertraining und einer Überbelastung des Körpers sowie zu Überlastungssyndromen und anderen Verletzungen.41

Als weiterer Gründe für die hohe Drop-out-Rate werden die mangelnde Berücksichtigung der aeroben Leistungsfähigkeit, der Regenerationsfähigkeit sowie das Fehlen von regelmäßig durchgeführten, standardisierten Sport- und Wettkampftauglichkeitsuntersuchungen genannt.42

3.4 Geschlechtsspezifische Unterschiede

Es ist festzustellen, dass die Drop-out-Rate allgemein bei Mädchen höher als bei Burschen ist. Dies liegt unter anderem an der unterschiedlichen körperlichen Entwicklung von Mädchen und Burschen. Viele Mädchen können nach der Pubertät nicht mehr ihr volles Leistungspotential abrufen. Durch eine zu frühe Spezialisierung und durch eine zu intensive Trainingsbelastung kann es zu einer Stagnation der Leistung und anschließend zum Drop-out kommen.43

Ein weiterer Grund, für die höhere Drop-out-Rate bei Mädchen, liegt im traditionellen Muster der Geschlechterrollen in der Gesellschaft. Es besteht oftmals die Erwartung, dass Mädchen mit zunehmendem Alter mehr weibliche Eigenschaften und Werte zeigen sollten. Die Rolle als Leistungssportlerin ist aber durch Aggressivität, Kühnheit und ein hohes Leistungsniveau gekennzeichnet und entspricht nicht den idealen einer jungen Frau.44

3.5 Folgen von Drop-out

Das plötzliche Karriereende von Leistungs- und Hochleistungssportlern kann viele negative Folgen für den betroffenen Sportler mit sich bringen. Die Frage warum es mit dem Sport nicht mehr geklappt hat beschäftigt den Athleten ebenso wie die Frage wie es nun weitergeht.45

Spitzensportler sind in gewisser Art und Weise wirtschaftliche Produkte. Durch Fans, Sponsoren und vieles mehr erhält der Sportler seine Identität, seinen Status und somit auch seine Lebensgrundlage. Durch das plötzliche Ende der Karriere wird dem Athleten die Lebensgrundlage genommen und es kommt zu einem Entzug von materiellen und sozialen Ressourcen. Die Folgen dieser Verluste können bis hin zur Apathie, Depressivität und sozialen Isolation führen.36

Weiters erfährt der Athlet eine Veränderung der Identitätswahrnehmung. Freunde sind oft nicht mehr erreichbar und der Sportler hat das Gefühl, dass seine zuvor erbrachten sportlichen Leistung nicht anerkannt werden. Der Sportler muss versuchen sich neue Ziele zu setzten und sich eine neue Identität aufzubauen. Durch die erbrachten Leistungen bekam der Sportler Lob und Zuneigung und sein Selbstbewusstsein wurde damit gestärkt. Bei vielen Drop-out Fällen kommt es durch das Wegfallen dieser Zuneigung zu einer Minderung des Selbstwertgefühles, einem Selbsthass, höheren Krankheitsraten und zum Alkohol- und Drogenkonsum. Des Weiteren kommt es zu einer emotionalen Veränderung und die Frage nach dem Sinn des Lebens rückt für den ehemaligen Sportler in den Vordergrund.37

Betrachtet man das Sportverhalten der Sportler nach dem Ausstieg, so lassen sich zwei Arten von Drop-outs unterscheiden. Einerseits gibt es die Drop-out Fälle, bei denen die Betroffenen nach dem Ende ihrer Karriere weiterhin einer sportlichen Betätigung nachgehen, sei es in der selben Sportart, nur nicht mehr auf einem leistungssportlichen Niveau, oder sei es in einer anderen Sportart. In der Drop-out Forschung werden diese Personen als Flukturierer bezeichnet. Andererseits gibt es die echten Drop-out Fälle, bei denen die Athleten ihre sportliche Aktivität komplett abbrechen.38

4 Österreichisches Leistungssport-Zentrum Südstadt und

Liese Prokop Privatschule

Das Österreichische Leistungssport-Zentrum Südstadt (ÖLSZ Südstadt) und die Liese Prokop Privatschule für Hochleistungssportler (LPPS) befinden sich auf dem Gelände des Bundessport- und Freizeitzentrums Südstadt (BSFZ Südstadt).

4.1 Geschichte des ÖLSZ Südstadt und der Liese Prokop Privatschule

Das ÖLSZ Südstadt wurde unter dem Namen Sport-Leistungsmodell Südstadt im Frühjahr 1975 eröffnet. Am 03.09.1975 zogen die ersten Sportler in das Internat am Geländes des BSFZ Südstadt ein. Im Gründungsjahr waren 22 Schüler aus vier Sportarten und fünf HSNS-Angehörige (Heeressport- und Nahkampfschule) im Internat untergebracht.39

Zunächst besuchten die Schüler des Sport-Leistungsmodelles noch die Regelschulen im Umkreis des Internates. In Spitzenzeiten verteilten sie sich auf bis zu zehn verschiedene Schulen und 25 Klassen.40

„Sportlich besonders begabten jungen Menschen soll die Möglichkeit geboten werden, eine allgemeinbildende höhere Schule oder eine berufsbildende mittlere Schule zu besuchen. Unter Berücksichtigung der bestmöglichen Förderung der sportlichen Ausbildung und der Teilnahme an Wettkämpfen sollen die Schülerinnen und Schüler zur Reifeprüfung beziehungsweise zur Abschlussprüfung gelangen.“ 41

Mit diesem Ziel wurde zu Beginn des Schuljahres 1985/86 der Schulversuch „Oberstufenrealgymnasium für Leistungssportler“ und zu Beginn des Schuljahres 1986/87 der Schulversuch „Handelsschule für Leistungssportler“ gestartet.42

[...]


1 Wörz, 2012, S. 9

2 Österreichischer Bundesverlag, 2009, S. 168

3 ebd., S. 168

4 vgl. Bußmann, 1995, S. 49

5 Fröhlich & Würth, 2003, S. 27

6 vgl. Munzert, 2003, S. 154

7 vgl. Pranke, 2007, S. 29

8 vgl. Baron-Thiene, 2014, S. 28

9 vgl. Scheid, 2003, S. 283f.

10 vgl. Emrich, 2003, S. 343

11 ebd., S. 491

12 vgl. Kaminski, Mayer, & Ruoff, 1984, S. 60f.

13 vgl. ebd., S. 60f.

14 Österreichisches Leistungssportzentrum - Südstadt, 2014

15 Bußmann, 1997, S. 49

16 vgl. Enoksen, 2011, S. 20

17 vgl. ebd., S. 22

18 vgl. Schober, 2014, S. 41

19 vgl. Bocek, 2011, S. 6

20 vgl. Enoksen, 2011, S. 20

21 vgl. Wörz, 2012, S. 12

22 ebd., S. 13

23 vgl. Enoksen, 2011, S. 33

24 vgl. ebd., S. 33f.

25 vgl. ebd., S. 21

26 vgl. Wörz, 2012, S. 8

27 vgl. Enoksen, 2011, S. 37

28 vgl. Enoksen, 2011, S. 21

29 vgl. ebd., S. 35

30 vgl. ebd., S. 36

31 Abraham, 1986, S. 128

32 vgl. Enoksen, 2011, S. 22

33 vgl. Wörz, 2012, S. 10

34 vgl. Enoksen, 2011, S. 38

35 vgl. ebd., S. 38

36 vgl. ebd., S. 8

37 vgl. ebd., S. 9

38 vgl. Albert, 2010, S. 71f.

39 vgl. Prokop, 1995, S. 16f.

40 vgl. ebd., S. 17

41 Liese Prokop Privatschule, 2011, S. 12f.

42 vgl. ebd., S. 12

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten

Details

Titel
Drop-out-Rate im Jugendleistungsport. Gründe für ein frühzeitiges Karriereende aussichtsreicher Jugendleistungssportler
Untertitel
Veranschaulicht am Beispiel des Österreichischen Leistungssport-Zentrums Südstadt
Note
1,0
Jahr
2018
Seiten
67
Katalognummer
V1156566
ISBN (Buch)
9783346558299
Sprache
Deutsch
Schlagworte
VWA, Vorwissenschaftliche Arbeit, Drop-out-Rate, Jugendleistungssport, empirisch, hermeneutisch, Abschlussarbeit (Schule), ÖLSZ Südstadt, LPPS, Österreich
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Drop-out-Rate im Jugendleistungsport. Gründe für ein frühzeitiges Karriereende aussichtsreicher Jugendleistungssportler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1156566

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