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Antipolitisches Denken in Deutschland im diachronen Vergleich

Norbert Elias – Zwischen „Zivilisation und Gewalt“

Title: Antipolitisches Denken in Deutschland im diachronen Vergleich

Presentation (Elaboration) , 2008 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Tobias Meints (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die folgende Referatausarbeitung setzt sich mit dem scheinbar dualistischen Verhältnis zwischen Zivilisation und Gewalt auseinander. Der zugrunde liegende Primärtext ist das Kapitel „Zivilisation und Gewalt“ aus dem Werk „Studien über die Deutschen – Machtkämpfe und Habitusentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert“ von Norbert Elias.
In dem vorliegenden Kapitel beschäftigt sich Elias mit der Pazifizierung der Gesellschaft, zeigt den zugrunde liegenden Prozess auf und analysiert unter diesem Aspekt Epochen der deutschen Geschichte.

Die nachfolgende Ausarbeitung beginnt mit der Darstellung des allgemeinen intra- und interstaatlichen Pazifizierungsprozesses sowie der Analyse des Verhältnisses von Zivilisation und Gewalt.
Anschließend werden verschiedene Epochen der deutschen Geschichte unter diesen Gesichtspunkten vergleichend dargestellt und untersucht. Neben der Zeit der Gründung des Deutschen Reiches, auch die Kriegsbegeisterung zu Beginn des Ersten Weltkrieges, die Zeit der Weimarer Republik und die Zeit des aufkommenden Terrorismus in der Bundesrepublik. Das Fazit fasst die Ergebnisse abschließend zusammen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie von Zivilisation und Gewalt

2.1 Gesellschaftliche Pazifizierung

2.1.1 Individuelle Pazifisierung

2.1.2 Inter- und Intrastaatliche Pazifizierung

3. Beispiele innerhalb der deutschen Geschichte

3.1 Die Gründung des Deutschen Reiches

3.2 Der Erste Weltkrieg und die Kriegsbegeisterung

3.2.1 Die „Etablierten-Außenseiter-Theorie“

3.3 Weimar und die Gründung der Freikorps

3.3.1 Freikorps in Deutschland

3.2.2 Freikorps und der Kampf im Baltikum

3.4 Bundesdeutscher Terrorismus

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Zivilisation und Gewalt auf Basis der soziologischen Theorien von Norbert Elias, mit einem besonderen Fokus auf den diachronen Vergleich deutscher Epochen.

  • Prozess der gesellschaftlichen und individuellen Pazifizierung
  • Die Rolle des Gewaltmonopols und interstaatliche Konflikte
  • Einfluss nationaler Krisenerfahrungen auf die Entstehung von Terrorismus
  • Transformation des Bürgertums und Identitätsbildung im historischen Wandel
  • Die „Etablierten-Außenseiter-Theorie“ als Analysemethode gesellschaftlicher Spannungen

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Freikorps und der Kampf im Baltikum

Den vielen perspektivlosen Offizieren, denen die Verkleinerung der Wehrmacht die Chance auf eine neue Anstellung zunichte gemacht hatte, bot das Ersuchen von deutschbaltischen Gutsherren eine Aussicht auf eine bessere Zukunft. Ihnen wurde Siedlungsland versprochen, wenn sie im Gegenzug den organisierten Kampf gegen die russische Vormachtstellung aufnehmen würden. So zogen die Freikorps, deren Mitglieder in dem Feldzug „die Lösung aller Bindungen an eine versinkende, verrottete Welt [sahen], mit der echte Krieger keine Gemeinsamkeiten mehr haben konnte“, ins Baltikum und kämpften dort für eine Angliederung der Ostprovinzen und nicht zuletzt für standesgemäßes Siedlungsland für sich selbst.

In seinem Roman „Die Geächteten“ zeigt der Mitverschwörer bei der Ermordung Rathenaus, Ernst von Salomon, eine typische Offizierslaufbahn dieser Zeit auf – Von der Offizierslaufbahn im kaiserlichen Heer, über die Mitgliedschaft in einem Freikorps und der Teilnahme am Baltikum-Feldzug, bis hin zum Beitritt zu einer konspirativen Terrororganisation. Elias erweitert diesen Werdegang durch einen fünften Punkt, den Beitritt zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Hitlers Aufstieg fußt nicht zuletzt auf eben dieser Entwicklungslinie und den Mitgliedern der Freikorps.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das dualistische Verhältnis von Zivilisation und Gewalt ein und legt das Werk von Norbert Elias als theoretisches Fundament der Untersuchung fest.

2. Theorie von Zivilisation und Gewalt: Dieses Kapitel erläutert den Prozess der gesellschaftlichen und individuellen Pazifizierung sowie die Bedeutung des staatlichen Gewaltmonopols.

3. Beispiele innerhalb der deutschen Geschichte: Anhand verschiedener Epochen, von der Reichsgründung bis zum Terrorismus der Bundesrepublik, wird die theoretische Anwendung auf historische Ereignisse demonstriert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und reflektiert die bleibende Relevanz von Generationskonflikten und Sinnsuche für das Entstehen gesellschaftlicher Gewalt.

Schlüsselwörter

Zivilisation, Gewalt, Norbert Elias, Pazifizierung, Gewaltmonopol, Deutsche Geschichte, Freikorps, Terrorismus, Etablierte-Außenseiter-Theorie, Sinnsuche, Gesellschaftsstruktur, Generationenkonflikt, Doppelbindereffekt, Weimarer Republik, Staatlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen Zivilisation und Gewalt unter Rückgriff auf die sozialwissenschaftlichen Studien von Norbert Elias.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Prozess der staatlichen Gewaltmonopolisierung, die psychologische und soziale Genese von Terrorismus sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher Umbrüche auf Individuen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Unzufriedenheit und eine empfundene Sinnlosigkeit bei Teilen der Gesellschaft in gewaltsame Aktionen münden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine diachrone Vergleichsmethode genutzt, um theoretische Konzepte an historischen Fallbeispielen der deutschen Geschichte zu überprüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische historische Epochen wie die Reichsgründung, den Ersten Weltkrieg, die Freikorps-Ära der Weimarer Republik und den bundesdeutschen Terrorismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Pazifizierung, Gewaltmonopol, Etablierte-Außenseiter-Theorie, Terrorismus, Sinnsuche und gesellschaftlicher Wandel sind zentrale Begriffe.

Welche Rolle spielt die „Etablierten-Außenseiter-Theorie“ in der Analyse?

Sie erklärt, wie Machtverschiebungen zwischen verschiedenen sozialen Gruppen, etwa nach dem Ersten Weltkrieg, zu extremen Reaktionen und Feindbildkonstruktionen führen.

Warum spielt die Sinnsuche für die Entstehung von Terrorismus eine Rolle?

Die Arbeit argumentiert, dass das Gefühl einer aussichtslosen Zukunft oder fehlender gesellschaftlicher Teilhabe junge Menschen dazu bewegen kann, gegen das bestehende System zu rebellieren.

Wie unterscheidet sich der Terrorismus der Weimarer Republik von dem der Bundesrepublik?

Während sich der Hass der Freikorps primär gegen die junge Republik und die Arbeiterschaft richtete, rebellierte die APO/Terrorismus-Szene der 60er Jahre gegen das konservative Establishment.

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Details

Title
Antipolitisches Denken in Deutschland im diachronen Vergleich
Subtitle
Norbert Elias – Zwischen „Zivilisation und Gewalt“
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,0
Author
Tobias Meints (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V115662
ISBN (eBook)
9783640215584
ISBN (Book)
9783640215744
Language
German
Tags
Antipolitisches Denken Deutschland Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Meints (Author), 2008, Antipolitisches Denken in Deutschland im diachronen Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115662
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