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Der „gesungene“ Mythos: soziopolitische Thematisierung und technische Inszenierung der amerikanischen Mythologie im klassischen Hollywood–Musical

Title: Der „gesungene“ Mythos: soziopolitische Thematisierung und technische Inszenierung der amerikanischen Mythologie im klassischen Hollywood–Musical

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefalina Midialkou (Author)

Communications - Movies and Television
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Das Genrekino innerhalb des Studiosystems Hollywoods differenziert seine Filme und gruppiert sie als Einheiten bestimmter Kategorien, die anhand ihrer spezifischen Charakteristik und kulturellen Funktion als autonome Genres gekennzeichnet werden. Jedes Genre konzipiert seine eigenen Konventionen, nach denen die ihm unterordneten Filme strukturiert werden und demnach über ein ähnliches narratives und technisches Gefüge verfügen. Die Überlegungen nach der Funktion dieser streng organisierten Konzipierung im Bereich des Kinos, also dieser Genre - Bildung, führt zu einer anderen Konstellation, die über ähnliche Charakterisierung verfügt und demzufolge womöglich eine ähnliche gesellschaftliche und kulturelle Rolle spielt, nämlich dieser des Mythos. Diese Hausarbeit ist konzipiert als ein Versuch, strukturelle und funktionale Parallelen zwischen Musical als Genrefilm und Mythos als kulturellem Phänomen festzustellen, sowie den Charakter ihrer Beziehung näher zu betrachten. Im Vorfeld werden die Begriffe des Filmgenres und des Genrefilmes erläutert, deren Charakteristika viele Anknüpfungspunkte zu denen des Mythos aufweisen. Anschließend wird das Musical als konkretes Produkt des Genrekinos, also als differenzierter Genrefilm charakterisiert. Eine faktische Verbindung zwischen Musical und Mythos lässt sich jedoch erst nach einer Definition und funktionalen Charakteristik des Mythos eruieren. Demzufolge wird eine figurative Analyse der symbiotischen Beziehung zwischen Musical und Mythos bezüglich politischen, kulturellen und sozialen Aspekten vollzogen, die eine deutliche Veranschaulichung der tatsächlichen narrativen und technischen Inszenierung und Thematisierung eines Mythos, bzw. einer amerikanischen Mythologie im klassischen Hollywood - Musical bewerkstelligt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Das Filmgenre: Definition

3. Charakteristik und Funktion des Genrefilms

4. Das Musical

4.1 Genrespezifik des Musicals

4.2 Filmmusical und Illusion

4.3 Die genrespezifische formale Struktur des Musicals

5. Charakteristik und Funktion des Mythos

5.1 Charakteristik, Ziele und Struktur des Mythos

5.2 Mythmaking und Filmmaking

5.3 Die Rolle des Mythos im Musical

5.3.1 Entertainment, Eskapismus, Utopie

5.3.2 Demystifizierung und Remystifizierung

6. Inszenierung und Vermittlung des Mythos in Syntax und Semantik des Musicals

6.1 Narrative Strategien und Montage

6.2 Funktionale Rolle der Filmfiguren

6.3 Musik und Tanz

7. Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die strukturellen und funktionalen Parallelen zwischen dem Genre des Hollywood-Musicals und dem Phänomen des Mythos. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie das klassische Hollywood-Musical soziopolitische Mythen technisch inszeniert und thematisiert, um gesellschaftliche Identifikation und Stabilität zu fördern.

  • Strukturelle Analyse des Hollywood-Musicals als Genrefilm
  • Funktionsweise des Mythos als soziales und kulturelles Steuerungsinstrument
  • Die Wechselbeziehung zwischen filmischer Illusion, Eskapismus und sozialer Realität
  • Syntaktische und semantische Inszenierung von Mythen durch Musik, Tanz und Narrative

Auszug aus dem Buch

Die genrespezifische formale Struktur des Musicals

Einfach ausgedrückt besteht das Filmmusical aus Tanz- und Musiknummern, die durch die und mit der Narrativität verbunden bleiben. Die Hauptfigur unterscheidet sich wesentlich von den Hauptfiguren in den anderen Filmgenres, da sie aus zwei Personen besteht, nämlich dem Mann und der Frau vereint in einem Liebespaar.

Die Darstellung komplettiert rhythmische Musik- und Tanznummern mit dem Realismus einer Spielhandlung. Dies wird von diegetischer Musik und Text in Form von Dialog unterstützt. Diese bisher erwähnten Entitäten der Semantik des Musicals werden von den folgenden syntaktischen Einheiten im Ganzen der Genrespezifik vervollständigt.

Die Narrativität alterniert zwischen der weiblichen und der männlichen Figur des Liebespaares und spezifiziert sie axiologisch mit unterschiedlichen Eigenschaften und Werten. Diese werden zunächst gegenübergestellt und anschließend vereint. Die Vereinigung der Hauptfiguren im Bund der Liebe kongruiert mit der Auflösung der Story. Durch Tanz und Musik werden Werte wie Liebe, Freude und Zusammenhalt pathetisch zelebriert. Der Musik wird eine erzählende und vor allem sinnstiftende Funktion zugeschrieben, die den emotionalen Zustand des Zuschauers beeinflusst und diesen der Figuren verrät. Das Bild wird dabei von der Musik dominiert und geführt. Konflikte und Widersprüche werden thematisiert nur um aufgehoben und gelöst zu werden, was abgeleitet von dem amerikanischen Mythos zu der positiven Pointe bzw. zur Vereinigung im Bund des Paares resultiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Darstellung der Problemstellung und der Zielsetzung, strukturelle Parallelen zwischen Musical und Mythos als kulturelles Phänomen zu untersuchen.

2. Das Filmgenre: Definition: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Genrebegriff bei Casetti, Schatz und Altman, unter besonderer Berücksichtigung der rituellen und ideologischen Funktion.

3. Charakteristik und Funktion des Genrefilms: Analyse der narrativen und axiologischen Grundlagen des Genrefilms, insbesondere der wiederkehrenden Muster und des Starsystems.

4. Das Musical: Charakterisierung der Genrespezifik, Subgenres und der Bedeutung von Illusion im Filmmusical.

5. Charakteristik und Funktion des Mythos: Erläuterung des Mythos als semiologisches System und Strukturinstrument zur kulturellen Problemlösung.

6. Inszenierung und Vermittlung des Mythos in Syntax und Semantik des Musicals: Untersuchung der technischen und narrativen Mittel (Montage, Figurenrollen, Musik/Tanz), durch die das Musical Mythen vermittelt.

7. Schlussteil: Zusammenfassende Betrachtung der Rolle des Musicals als Instrument der sozialen Integration und Harmonisierung durch den Mythos.

Schlüsselwörter

Hollywood-Musical, Filmgenre, Mythos, Mythmaking, Ideologie, Ritual, Eskapismus, Utopie, Narrativität, Semantik, Syntax, Genre-Theorie, Soziale Integration, Liebespaar, Amerikanische Mythologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Hollywood-Musical als Genre dazu beiträgt, den „amerikanischen Mythos“ zu konstruieren und filmisch zu vermitteln, um soziale Harmonie und Werte zu festigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Definition von Filmgenres, die Theorie des Mythos (nach Lévi-Strauss und Barthes) sowie die spezifische filmtechnische Umsetzung von Unterhaltung und Illusion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie das Musical durch formale Mittel (Tanz, Gesang, Montage) und narrative Strukturen eine symbiotische Beziehung zum Mythos aufbaut, um gesellschaftliche Konflikte ideologisch zu lösen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche und filmtheoretische Analyse, basierend auf strukturalistischen Ansätzen (Lévi-Strauss) und genretheoretischen Modellen (Rick Altman, Thomas Schatz).

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Filmgenres, die Charakteristik des Mythos, die spezifische formale Struktur des Musicals sowie die Analyse von Montage und Figurenrollen als Mittel der Mythenvermittlung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Genre-Theorie, Mythos, Ideologie, Illusion, Eskapismus, Utopie, soziale Integration und narrative Ökonomie.

Welche Bedeutung hat die „Dualität“ im Musical laut dieser Untersuchung?

Die Arbeit betont, dass das Musical auf einer dualistischen Struktur basiert, die Gegensätze (wie Arbeit vs. Entertainment oder Realität vs. Utopie) inszeniert, um sie am Ende im Bund der Ehe oder einer gemeinschaftlichen Aufführung harmonisch aufzulösen.

Wie wird das Phänomen der „Demystifizierung“ im Musical interpretiert?

Die Autorin erläutert unter Rückgriff auf Jane Feuer, dass durch Blicke hinter die Kulissen (Demystifizierung) zwar die Machart kurz enttarnt wird, dies jedoch durch eine anschließende Remystifizierung kompensiert wird, um die utopische Wirkung des Musicals für das Publikum zu wahren.

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Details

Title
Der „gesungene“ Mythos: soziopolitische Thematisierung und technische Inszenierung der amerikanischen Mythologie im klassischen Hollywood–Musical
College
Free University of Berlin  (Filmwissenschaft)
Course
Genrekino
Grade
1,3
Author
Stefalina Midialkou (Author)
Publication Year
2008
Pages
31
Catalog Number
V115688
ISBN (eBook)
9783640170753
ISBN (Book)
9783640172726
Language
German
Tags
Mythos Thematisierung Inszenierung Mythologie Hollywood–Musical Genrekino
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefalina Midialkou (Author), 2008, Der „gesungene“ Mythos: soziopolitische Thematisierung und technische Inszenierung der amerikanischen Mythologie im klassischen Hollywood–Musical, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115688
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