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Schönheitsmasken oder Gesichter lebender Götter: Charakteristik der Großaufnahmen der amerikanischen Filmstars in den 20ern und 30ern als Plattformen eines Schönheitsideals

Title: Schönheitsmasken oder Gesichter lebender Götter: Charakteristik der Großaufnahmen der amerikanischen Filmstars in den 20ern und 30ern als Plattformen eines Schönheitsideals

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefalina Midialkou (Author)

Film Science
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Das Hollywood - Starsystem und die technische Entwicklung der Porträtfotographie Anfang des 20. Jahrhunderts produzierten im Kinofilm der 20er und 30er Jahre Großaufnahmen, die über eine spezifische ästhetische und technische Charakteristik verfügten. Diese Großaufnahmen lancierten die ökonomischen Ziele des Starsystems, die eine „Ikonisierung“ einiger auserwählten Stars bezweckten, welche sie zu ästhetischen und kulturellen Vorbildern des Volkes etablierte. Als Endprodukt dieses Prozesses wurden die steigernden Umsätze Hollywoods erzielt. Stars wurden zu Göttern auf Erde, die dem Zuschauer als solche dargestellt und von ihm ebenfalls wahrgenommen wurden, trotz seiner Erkenntnis, dass sie normale Menschen sind, die mit Hilfe des Mediums und der Presse eine surrealistische Persona verliehen bekommen. Der Kommunikationsprozess, im Rahmen dessen diese Suggerierung von der Seite des Hollywood - Starsystems und die Wahrnehmung seitens der Zuschauer stattfinden, hat tiefere anthropologische Wurzeln, die zu vergangenen Kulturen zurückführen, die ähnliche Prozesse provoziert haben. Die Adorierung der Kinostars erfolgte auf der Ebene einer Eigenschaft und immer in Bezug auf diese, nämlich der physischen Schönheit. Die physische Schönheit wurde zu Motiv und zugleich zu Instrument der Idealisierung einer Persona. Ihre mythische Funktion verlieh dem kinematographischen Bild das Vermögen zu einer besonderen Auswirkung auf die Zuschauer. Diese verspürten nicht nur das Bedürfnis nach Eskapismus, indem sie die surrealistisch schönen glänzenden Gesichter der Stars bewunderten, sondern auch den Wunsch diese zu imitieren, um ihren Zauber auch im eigenen alltäglichen Leben integrieren zu können. Im folgenden Kapitel wird die Problematik des Schönheitsbegriffs thematisiert, nämlich seine anthropologische und kulturelle Rolle. Anschließend wird im Kapitel 3 die Inszenierung der Schönheit anhand des Star - Phänomens im Film ausgeführt. Diese erfolgt auf der Plattform des Star - Gesichts, welches als ästhetisches Instrument schmink - und aufnahmetechnisch vor seiner Umsetzung konzipiert und vorbereitet wird. Diese Vorbereitung des Anlitzes, thematisiert im Kapitel 4, resultiert in einer Maske aus Schminke, die das organische Gesicht des Schauspielers vollkommen verdeckt und zum Zweck der Vermittlung eines Schönheitsideals eingesetzt wird.

(...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kulturelle und anthropologische Rolle menschlicher Schönheit

3. Inszenierung der menschlichen Schönheit im Film. Das Star - Phänomen zwischen Menschen und Gott

4. Hollywoods Schönheitsmasken als technische Mittel zur Beschaffung göttlicher Schönheit

4.1 schminktechnische Verarbeitung des Gesichts

4.2 verschönernde Aufnahmetechniken

5. Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ästhetische und technische Konstruktion von Filmstars in den 1920er und 1930er Jahren und analysiert, wie deren Großaufnahmen als Instrumente zur Etablierung eines idealisierten Schönheitsideals dienten, das den Stars eine göttliche Aura verlieh.

  • Die anthropologische und kulturelle Bedeutung menschlicher Schönheit.
  • Das Star-Phänomen als Vermittlung zwischen menschlicher Realität und göttlichem Ideal.
  • Technische Methoden der Bildgestaltung, insbesondere Schminktechniken und Weichzeichnungsverfahren.
  • Die Wechselwirkung zwischen der idealisierten Star-Persona und den Sehnsüchten des Publikums.

Auszug aus dem Buch

4.2 verschönernde Aufnahmetechniken

Kontrast- und kantenfreie Bilder wurden in den 20er und 30er Jahren vor allem mit Hilfe der Weichzeichnereffekte produziert. Die Weichzeichnungen wurden als Motiv der Kunstfotographie bzw. Porträtfotographie von der Zeit des Pictorialismus übernommen. Die Fotographie vor dem Pictorialismus hatte zum Ziel die Natur lediglich abzubilden, während die Pictorialisten die Vorstellung für eine Fotographie verfolgten, der ein künstlerischer Wert verliehen wird. Diese Fotographie versuchte durch das Weichzeichner - Verfahren die Natur nicht abzubilden, sondern zu interpretieren und somit die Kreativität der Kunst anzueignen, um durch Fotographien nicht die Realität widerzuspiegeln, sondern diese zu verarbeiten und neu darzustellen.

Diese Effekte wurden mit Hilfe von spezieller Beleuchtung sowie auch von diversen Filtern erreicht, die vor dem Kameraobjektiv gesetzt wurden und das Licht auf spezielle Art und Weise verstreuten. Weichzeichnereffekte wurden außerdem durch Dunst und Rauch, sowie Netze und Chiffon vor dem Kameraobjektiv hervorgerufen, die zur Diffusion des Fokuses führten und die Kanten abmilderten.

Die Weichzeichnungen fungierten als ästhetische Ergänzung zu den Schminktechniken. Während das Make - up die Natürlichkeit oder andernfalls die Rollenmaske der Gesichter erzielt, hat der Weichzeichner zum Ziel die Bilder kinematographisch akzeptabel zu gestalten, wobei die Gesichter der Schauspieler natürlich und nicht zurechtgeschminkt aussehen. Die funktionale Fusion dieser zwei Instrumentarien rief milde, konturenüberstrahlende Großaufnahmen hervor, die in der Filmgeschichte auch als soft style of cinematography bekannt sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Hollywood-Starsystem und die technische Entwicklung der Porträtfotografie ein, die durch Großaufnahmen eine "Ikonisierung" von Stars als moderne Götterfiguren bewirkte.

2. Kulturelle und anthropologische Rolle menschlicher Schönheit: Dieses Kapitel beleuchtet Schönheit als anthropologisches Phänomen und untersucht die psychologischen sowie soziologischen Aspekte des Verlangens nach dem Schönen, ausgehend von Theorien von Darwin und Freud.

3. Inszenierung der menschlichen Schönheit im Film. Das Star - Phänomen zwischen Menschen und Gott: Hier wird analysiert, wie der Film das menschliche Gesicht als Plattform für ästhetische Normierungen nutzt und eine intensive, fast religiöse Kommunikationsebene zwischen Star und Zuschauer aufbaut.

4. Hollywoods Schönheitsmasken als technische Mittel zur Beschaffung göttlicher Schönheit: Dieses Kapitel befasst sich mit den konkreten technischen Mitteln, durch die Stars durch Schminke und spezielle Aufnahmetechniken in makellose Schönheitsideale verwandelt wurden.

4.1 schminktechnische Verarbeitung des Gesichts: Fokus auf der Verwendung von Make-up zur Gestaltung des Gesichts nach einem spezifischen Schönheitsideal, welches das organische Gesicht in eine "Maske" verwandelt.

4.2 verschönernde Aufnahmetechniken: Untersuchung des Einsatzes von Weichzeichnern, Filtern und Lichtführung, um Kanten und Alterungsprozesse zu kaschieren und eine ätherische Bildwirkung zu erzeugen.

5. Schlussteil: Das Kapitel resümiert, dass die Großaufnahme als semantische Einheit fungiert, um ein Schönheitsideal zu kommunizieren, das dem Zuschauer Erfolg, Schönheit und Teilhabe an einer "sozialen Religion" verspricht.

Schlüsselwörter

Hollywood, Starsystem, Großaufnahme, Schönheitsideal, Ikonisierung, Filmgeschichte, Anthropologie, Ästhetik, Weichzeichnung, Schminktechnik, Star-Phänomen, Porträtfotografie, Glamour, visuelle Kultur, Kinogeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ästhetischen und technischen Mittel des Hollywood-Starsystems der 1920er und 1930er Jahre, die eingesetzt wurden, um Stars als übermenschliche Schönheitsideale zu inszenieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung deckt die kulturelle Bedeutung von Schönheit, die psychologische Wirkung des Star-Phänomens und die filmtechnische Konstruktion von Gesichtern in Großaufnahmen ab.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu zeigen, wie das Hollywood-Kino durch technische Manipulation des Gesichts eine "göttliche" Ästhetik schuf, die das Publikum faszinierte und beeinflusste.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine kulturwissenschaftliche und filmtheoretische Analyse, ergänzt durch Bezüge zur Psychologie und Theologie, um die Wirkung der Star-Bilder zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Inszenierung der Stars als "Götter", den Einsatz von Make-up zur Erschaffung einer Maske sowie die Anwendung von Weichzeichnereffekten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Hollywood, Starsystem, Großaufnahme, Schönheitsideal, Ikonisierung und Ästhetik.

Warum spielt die Religion in der Analyse der Star-Inszenierung eine Rolle?

Die Arbeit zieht Parallelen zwischen der religiösen Verehrung Gottes und der Faszination für Filmstars, die als "lebende Götter" eine moderne soziale Religion bilden.

Inwiefern beeinflussten technische Aspekte das Aussehen der Stars?

Da frühe Filmrollen nicht farbgetreu waren, mussten Stars stark geschminkt werden, während Weichzeichner genutzt wurden, um Konturen zu glätten und ein ätherisches, kantenfreies Bild zu erzeugen.

Welche Rolle spielt die "Maske" in der Arbeit?

Die "Maske" bezeichnet die durch Schminke und Kameratechnik erzeugte, idealisierte Oberfläche des Gesichts, die das eigentliche organische Gesicht verbirgt und den Star als zeitlose Ikone etabliert.

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Details

Title
Schönheitsmasken oder Gesichter lebender Götter: Charakteristik der Großaufnahmen der amerikanischen Filmstars in den 20ern und 30ern als Plattformen eines Schönheitsideals
College
Free University of Berlin  (Filmwissenschaft)
Course
Großaufnahme/Gesicht
Grade
1,3
Author
Stefalina Midialkou (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V115690
ISBN (eBook)
9783640170760
ISBN (Book)
9783640172733
Language
German
Tags
Schönheitsmasken Gesichter Götter Charakteristik Großaufnahmen Filmstars Plattformen Schönheitsideals Großaufnahme/Gesicht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefalina Midialkou (Author), 2008, Schönheitsmasken oder Gesichter lebender Götter: Charakteristik der Großaufnahmen der amerikanischen Filmstars in den 20ern und 30ern als Plattformen eines Schönheitsideals, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115690
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