„Warum soll ich wählen gehen? Es verändert sich ja doch nichts!“ Solche und ähnliche
Aussagen werden in letzter Zeit häufiger getätigt als es den Politikern – und
auch uns Deutschen generell – wohl lieb sein dürfte. Sinkende Wahlbeteiligungen bis
hin zu negativen Rekorden belegen diesen Trend eindrucksvoll. Seit Jahren breitet
sich ein Phänomen namens »Politikverdrossenheit« bei uns aus. Der Gedanke nichts
mehr bewirken zu können, gepaart mit nicht endend wollender Kritik unseren Politikern
gegenüber prägt das Verhältnis von uns Deutschen zu unserer Politik und unseren
Politikern. Wie kann es nun in einer Staatsform wie der Demokratie, welche von
Lincoln einst als »Regierung des Volkes, durch das Volk, für das Volk« beschrieben
wurde zu einer solchen Stimmung kommen? Müsste nicht stattdessen – wohl wissend,
dass es uns hier bedeutend besser geht als den Menschen unter Diktaturen
oder im Kommunismus – schon fast eine Art Euphorie bezüglich politischer Partizipation
herrschen? Offensichtlich ist dies nicht der Fall und man kann hier wohl auch
ausnahmsweise nicht auf unsere typisch deutsche Eigenschaft alles schlechter zu
machen als es eigentlich ist, verweisen
[...]
Inhaltsverzeichnis
- Politische Partizipation - Wofür?
- Das Verhältnis der Deutschen zur Politik und ihren Gestaltern
- Die deutsche Politik ist starr geworden
- Die deutsche Politik steht drei grundlegenden Problemen gegenüber
- Auch die schauspielerische Leistung der Politiker verärgert zunehmend ihre Wähler
- Das zweite große Problem in Deutschland ist, laut Hans Herbert von Arnim, dass Probleme nicht oder nur unzureichend oder zu spät beseitigt werden
- Neben Personen spielen sodann auch die Organisation und der Ablauf, kurz die Institutionen, eine bedeutende Rolle bei der Lösung von Problemen
- Das führt mich zu folgender Problemstellung: Macht muss bekanntlich stets legitimiert und auch stets begrenzt werden
- ,,Berufspolitiker verfügen damit in ihrer Gesamtheit - als einzige Berufsgruppe überhaupt nicht nur über die gesetzlichen und finanziellen, sondern weitgehend auch über die ideologischen Bedingungen ihrer eigenen Existenz“
- Trotz dieser beunruhigenden Tatsachen will ich den Volksvertretern doch auch folgende Punkte zugute halten
- Die oben erwähnten Wahlversprechen und ihre beinahe regelmäßige Nicht - Einlösung bezeichnet Niklas Luhmann als notwendig
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text analysiert das Verhältnis der Deutschen zur Politik und beleuchtet die Ursachen für die zunehmende Politikverdrossenheit. Er untersucht die Herausforderungen, denen die deutsche Politik gegenübersteht, und hinterfragt die Rolle der Politiker und Institutionen in diesem Kontext.
- Die zunehmende Politikverdrossenheit in Deutschland
- Die Herausforderungen der deutschen Politik
- Die Rolle der Politiker und Institutionen
- Die Bedeutung von Macht und Legitimität
- Die Auswirkungen von Anspruchsinflationen auf die Politik
Zusammenfassung der Kapitel
Der Text beginnt mit einer Beschreibung der aktuellen Stimmung in Deutschland, die durch eine zunehmende Politikverdrossenheit geprägt ist. Der Autor stellt fest, dass die Wahlbeteiligung sinkt und die Deutschen zunehmend das Gefühl haben, dass ihre Stimme nicht gehört wird. Er führt dies auf die starre deutsche Politik und das Gefühl zurück, dass sich Politiker mehr um ihr eigenes Wohl als um die Interessen des Volkes kümmern.
Im weiteren Verlauf des Textes werden drei grundlegende Probleme der deutschen Politik identifiziert. Erstens wird die mangelnde Einflussnahme des Volkes auf die Politik kritisiert. Der Autor argumentiert, dass die Wähler nur bedingt Einfluss auf die Zusammensetzung der Parteien haben und dass die Politiker zunehmend ihre eigenen Interessen verfolgen. Zweitens wird die mangelnde Fähigkeit der Politik, Probleme zu lösen, kritisiert. Der Autor verweist auf die Tatsache, dass Vorschläge von Experten aus dem Wirtschaftsbereich oft abgelehnt werden, obwohl sie wertvolle Einblicke bieten könnten. Drittens wird die mangelnde Kontrolle der Macht durch das Volk kritisiert. Der Autor argumentiert, dass die Politiker über die Macht verfügen, die Institutionen zu kontrollieren und somit ihre eigene Existenz zu sichern.
Der Text schließt mit einer Analyse der Ursachen für die Politikverdrossenheit. Der Autor argumentiert, dass die Politiker in einer Zeit der Anspruchsinflationen leben und immer höhere Ansprüche erfüllen müssen, um ihre Macht zu erhalten. Er kritisiert die Tatsache, dass Politiker oft Wahlversprechen machen, die sie nicht einhalten können, und dass sie sich zunehmend der Verantwortung entziehen.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Politikverdrossenheit, die deutsche Politik, die Rolle der Politiker, die Institutionen, Macht und Legitimität, Anspruchsinflationen und die Herausforderungen der Demokratie. Der Text beleuchtet die Ursachen für die zunehmende Politikverdrossenheit in Deutschland und analysiert die Probleme, denen die deutsche Politik gegenübersteht.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Hauptgründe für die Politikverdrossenheit in Deutschland?
Als Gründe werden sinkende Wahlbeteiligungen, das Gefühl der Ohnmacht bei den Bürgern, starre politische Strukturen und eine zunehmende Kritik am Verhalten der Politiker genannt.
Wie wird die Rolle der Berufspolitiker im Text kritisiert?
Kritisiert wird, dass Berufspolitiker oft mehr Eigeninteressen verfolgen und über die finanziellen sowie gesetzlichen Bedingungen ihrer eigenen Existenz selbst entscheiden können.
Warum werden Wahlversprechen oft nicht eingehalten?
Der Text verweist auf Niklas Luhmann, der argumentiert, dass Wahlversprechen in einer Zeit der Anspruchsinflation notwendig sind, um Macht zu erlangen, auch wenn sie später oft nicht einlösbar sind.
Welche institutionellen Probleme werden identifiziert?
Es wird bemängelt, dass Probleme oft zu spät oder unzureichend gelöst werden und dass Expertenvorschläge (z.B. aus der Wirtschaft) häufig aus ideologischen Gründen abgelehnt werden.
Was bedeutet „Macht muss legitimiert und begrenzt werden“?
Dies bezieht sich auf die demokratische Notwendigkeit, dass politische Macht ständig durch das Volk kontrolliert werden muss, um Missbrauch und eine Entfremdung von den Bürgern zu verhindern.
- Quote paper
- B.A. Dominique Blümke (Author), 2006, Politische Partizipation - Wofür?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115695