Effizienter Einsatz moderner Kommunikationstechnik bei B2B-Veranstaltungen

Analyse und Empfehlungen


Diplomarbeit, 2004
163 Seiten, Note: 1,85

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einführung

2 Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Funktionen der Technik
2.1.1 Verlauf der Einführung von Technik
2.1.2 Paradigmen
2.1.3 Technik als Wettbewerbsvorteil und Differenzierungsmerkmal
2.2 Einfluss der Technik
2.2.1 Einfluss der Technik auf Kommunikation
2.2.2 Einfluss der Technik auf die Gesellschaft
2.3 Anforderungen an die Technik und Kundenzufreidenheit
2.3.1 Anforderungen der Kunden und des Veranstalters an die Technik
2.3.2 Kundenzufriedenheit bei Veranstaltungen

3 Kommunikationstechnik der Vergangenheit und Gegenwart
3.1 Das Internet
3.1.1 Entwicklung und Auswirkung
3.1.2 Internetmessen
3.2 Der Overhead-Projektor
3.3 Der Beamer
3.4 Das Telefon
3.5 Der Pager
3.6 Messeinformationssysteme – Terminals

4 Ableitung der Kriterien
4.1 Ableitung anhand der theoretischen Vorüberlegungen
4.1.1 Erkenntnisse aus der theoretischen Vorüberlegung
4.1.2 Erkenntnisse aus der Vergangenheitsbetrachtung
4.2 Die Umfrage
4.2.1 Zielsetzung und Durchführung
4.2.2 Ergebnis
4.3 Das Modell

5 Kommunikationstechnik der Zukunft –Beurteilung aktueller Technik und Empfehlungen
5.1 WLAN
5.1.1 Grundlegende Funktionsweise
5.1.2 Der IEEE 802.11 Standard
5.1.3 Einsatz von WLAN bei Veranstaltungen
5.1.4 Fazit
5.2 Bluetooth
5.2.1 Grundlegende Funktionsweise
5.2.2 Einsatz von Bluetooth bei Veranstaltungen
5.2.3 Fazit
5.3 Infrarot
5.3.1 Grundlegende Funktionsweise
5.3.2 Einsatz von Infrarottechnik bei Veranstaltungen
5.3.3 Fazit
5.4 Mobilfunktechnologien
5.4.1 Das GSM-Netz
5.4.2 Die UMTS-Technologie
5.4.3 Satellitenfunk
5.4.4 Einsatz von Mobilfunktechnologie bei Veranstaltungen
5.4.5 Fazit
5.5 Der Personal Digital Assistent
5.5.1 Grundlegende Funktionsweise
5.5.2 Einsatz des PDA bei Veranstaltungen
5.5.3 Fazit
5.6 Walkie-Talkie Technik - WristCom
5.6.1 Grundlegende Funktionsweise
5.6.2 Einsatz der WristCom-Technik bei Veranstaltungen
5.6.3 Fazit
5.7 Die RFID-Technologie
5.7.1 Grundlegende Funktionsweise
5.7.2 Einsatz der RFID-Tags bei Veranstaltungen
5.7.3 Fazit

6 Rechtliche Überlegungen
6.1 Datenschutz bei vollkommener Digitalisierung des Besuchers
6.2 Datensicherheit in Netzwerken
6.3 Rechtliche Aspekte des Strahlenschutzes

7 Abschließende Betrachtung und Ausblick

Glossar

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Überraschungskurve

Abbildung 2: Entwicklung der Telekommunikationstechnik

Abbildung 3: Kundenzufriedenheit bei Veranstaltungen

Abbildung 4: Anzeige Modus Auflösungen

Abbildung 5: Erfolgsfaktoren der Technik der Vergangenheit

Abbildung 6: Misserfolgsfaktoren der Technik der Vergangenheit

Abbildung 7: Momentan verwendete Technik

Abbildung 8: Starker Einsatz in den nächsten fünf Jahren

Abbildung 9: Einfluss der Technik auf den Erfolg einer Veranstaltung

Abbildung 10: Grundvoraussetzung für eine Veranstaltung

Abbildung 11: Entscheidungskriterien für die Anschaffung von Technik

Abbildung 12: Allgemeines Modell zum Technikeinsatz

Abbildung 13: WLAN

Abbildung 14: Der Standard 802.11 und seine Erweiterungen:

Abbildung 15: Einsatzmöglichkeiten verschiedener Technik

Abbildung 16: PDA-Verkäufe

1 Einführung

Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit dem Einsatz moderner Kommunikationstechnik bei Veranstaltungen.

Diese Betrachtung wird auf Veranstaltungen im Sinne von Messen, Ausstellungen, Kongressen und Tagungen beschränkt. Marketing Events stellen durch den intensiven Einsatz aller verfügbaren Medien eine Sonderform dar, die gesondert betrachtet werden müsste. Sie werden in dieser Arbeit keine Berücksichtigung finden.

Besonders die technische Entwicklung der letzten Jahre sowie zukünftige Technik werden in diese Arbeit eingehen. Dabei handelt es sich vor allem um mobile Geräte und kabellose Kommunikation, doch auch verbesserte audiovisuelle Möglichkeiten sollen angesprochen werden. Diese Arbeit geht natürlich über das reine Beschreiben der bereits existierenden Techniken hinaus und wird den Einsatz von Technik unter dem Aspekt der Effizienz genauer beleuchten. Zu diesem Zweck sollen im Laufe der Arbeit Kriterien gefunden werden, anhand derer man den Einsatz dieser Technik als effizient und damit sinnvoll erachten kann.

Effizient ist der Einsatz dann, wenn die durch ihn entstandenen Mehrkosten durch eine bessere Zielerreichung gerechtfertigt werden können. Hier definiert sich Effizienz als eine erfolgreiche Veranstaltung unter einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis. Eine erfolgreiche Veranstaltung kann nach als eine Veranstaltung definiert werden, die zu einer hohen Kundenzufriedenheit führt. Der Kundenzufriedenheit wird die Veranstalterzufriedenheit gleichgesetzt. Dabei darf der Kostenfaktor nicht aus dem Auge gelassen werden. Denn gerade hier liegt die Gradwanderung zwischen Kundenutzen, Kosten und Qualität. Es bleibt die Frage, ob moderne Technik die Kundenzufriedenheit wirklich steigert oder ob sie lediglich als angenehm empfunden wird, ihr Fehlen allerdings nicht ins Gewicht fällt. Viele Anschaffungen sind für den Veranstalter und / oder Hallenbetreiber kostenintensiv und können oft nur z.T. auf die Besucher umgelegt werden. So ist ein Nutzen für den Kunden einer der obersten Prioritäten beim Einsatzes dieser Technik.

Die Vergangenheit weist einige Beispiele für erfolgreiche Techniken auf, die aus heutigen Veranstaltungen nicht mehr wegzudenken sind. Andere wurden vom Fortschritt überholt oder haben sich nicht durchsetzen können. Diese Arbeit wird einen Einblick in die Vielfalt der existierenden und der noch in der Entwicklungsphase befindlichen Technik geben.

Bewusst ausblenden will diese Arbeit Veranstaltungstechnik im Sinne von Funkmikrofonen, Scheinwerfern, Boxen, Bühnenaufbauten, Mischpulten oder Abspielgeräten. Diese werden lediglich peripher berührt, etwa bei Störungen zwischen Geräten. Diese Technik mit einzubeziehen würde eine detaillierte Betrachtung unmöglich machen.

Zu beachten ist bei dieser Arbeit der Einfluss, den die Technik auf die Kommunikation und die Veranstaltung allgemein hat. Es soll gezeigt werden, inwieweit Technik die Kommunikation und damit den Charakter der Veranstaltung verändert und wo sie unterstützen und weiterhelfen kann. Schließlich kann diese nicht dem Selbstzweck dienen, sondern muss in das Gesamtkonzept der Veranstaltung passen.

Da die Kommunikationstechnik und die Informationstechnik oft eng beieinander liegen und sich teilweise auch überschneiden, taucht der Begriff Informationstechnik des Öfteren in der Arbeit auf. Dies dient meist nur der Darstellung bestimmter Sachverhalte oder begründet sich in der Tatsache, dass viele Autoren Kommunikationsund Informationstechnik gleich setzen. Es sei aber darauf hingewiesen, dass der Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen in dieser Arbeit Beachtung findet und nicht verschwimmt.

Kommunikationstechnik ist die Technik, die es Menschen erleichtert, zu kommunizieren. Sie bezieht sich auf die direkte Kommunikation zwischen Personen, die unabhängig von Zeit und Raum passieren kann.

Als Informationstechnik werden im Allgemeinen Medien gesehen, die nicht der Kommunikation zwischen Menschen dienen, sondern lediglich den Informationsbedarf eines Menschen decken (z.B. TV, Radio). Wie sich allerdings am Computer, dem Internet und bestimmten Funktionen des Handys zeigen wird, überschneiden sich hier Kommunikationsund Informationsaspekte in ein und demselben Gerät.

Andere Autoren sehen weniger Unterschiede in beiden Techniken. So haben sie nach Bienert den gleichen Kern.[1] Meist werden beide Begriffe zusammen und synonym gebraucht.

Wichtig für diese Arbeit sind die verschiedenen Blickwinkel, aus denen der Technikeinsatz betrachtet werden soll. So wird in einigen Punkten von Veranstaltungsbeteiligten gesprochen. Damit sind Veranstalter, Besucher, Aussteller und Hallenbetreiber gemeint. Diese vier Gruppen werden teilweise zusammen, teilweise einzeln betrachtet. Je nach Technik und Themenbereich ist eine Unterscheidung sinnvoll. Auch in der zur Unterstützung der Arbeit durchgeführten Befragung fanden diese vier Gruppen Niederschlag.

Nachdem auch rechtliche Aspekte erklärt worden sind, wird diese Arbeit mit einer Bewertung der aktuellen Kommunikationstechnik und einem Ausblick abschließen.

2 Theoretische Vorüberlegungen

Dieses Kapitel soll eine Einführung in die Funktion und den Einfluss von Technik geben, wobei der Begriff Technik hier lediglich für Kommunikationstechnik im weiteren Sinne benutzt wird. Technikentwicklungen im maschinellen und industriellen Bereich werden aus diesem Grund hier ausgeblendet.

Zuerst wird die Funktion von Technik genauer betrachtet. Zu welchem Zweck sie existiert und wem sie dient. Das ist insofern von Bedeutung, da die Existenz von Technik oft als Selbstzweck gesehen wird. Das Verständnis der Funktionen von Technik ist wichtig, um zu erkennen, wo ihr Einsatz richtig und sinnvoll ist.

Zwei Aspekte erscheinen hier relevant: Der Verlauf der Einführung von Technik zum einen und Technik als Differenzierungsmerkmal zum anderen. Ein großer Teil der später besprochenen Technik ist neu und befindet sich in der Einführungsphase. Zu verstehen, welche Zyklen die Einführung durchläuft, hilft, den Einsatz der Technik zu bewerten. Hier wird auch auf Technikparadigmen eingegangen, um später beurteilen zu können, ob ein Paradigmenwechsel bevorsteht.

Technik als Differenzierungsmerkmal oder Wettbewerbsvorteil ist der aktuellen Diskussion entnommen. Gerade Veranstalter und Hallenbetreiber suchen nach Möglichkeiten, sich von anderen abzusetzen. Es wird hier besprochen, ob und wie Technik diese Differenzierung leisten kann.[2]

2.1 Funktionen der Technik

Helmut Brähler, Vorstandsvorsitzender der Brähler ICS AG, verwendet den Begriff Konferenztechnik, der im engeren Sinne lediglich Mikrofone, Dolmetscheranlagen, Abstimmungssysteme und Beschallungsanlagen beschreibt. Er definiert ihn als „Gesamtheit der auf Tagungen eingesetzten Medientechnik.“[3] Es werden auch immer wieder Techniken wie das Mobiltelefon oder das Internet von ihm angesprochen, was den Schluss zulässt, dass er diese auch unter Medientechnik fasst.[4]

Im Allgemeinen hat für Brähler Technik die Funktionen: Identifizieren, Mitteilen, Sprechen, Hören, Sehen, Agieren und der Datendokumentation. Dabei wird jeder Funktion ein unterschiedlicher Techniktyp zugeordnet. Sprechen und Hören schließt die einund mehrsprachige Diskussion und Beschallungsanlage ein, Sehen bezieht sich auf Präsentationstechnik, Agieren auf Abstimmungsund Interaktionstechnik und Dokumentation wird meist von au- ßerhalb der Tagungsräume vorgenommen.

Im Detail sind das somit die Personenidentifizierung mit Namensverwaltung, die Übertragung von öffentlichen Mitteilungen, persönliche Nachrichten mit Namensverwaltung, Diskussion mit und ohne Namenverwaltung und mit Wortmeldung, dezentrale Beschallung, zentrale Beschallung, Abstimmung und Interaktion mit bzw. ohne Namensverwaltung und Simultanübertragung. Man erkennt, dass Brähler sehr in seinem medientechnischen Kontext bleibt. Doch Punkte wie persönliche Nachrichten oder Interaktion sind prädestiniert für den Einsatz von Kommunikationstechnik. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Funktion von Technik nach Brähler auf eine Verstärkung der Interaktion mit dem Publikum hinausläuft.

Einen anderen, in mancher Hinsicht sehr philosophischen, Ansatz wählt Niels Albrecht. Er spricht davon, dass Technik das Leben vereinfachen soll. Technik sollte bei allen Vorgängen eingesetzt werden, die durch Technikeinsatz vereinfacht werden können. Damit dient Technik nur der Vereinfachung und hat keinen qualitätssteigernden Wert. Albrecht erwähnt nichts, dass der Einsatz von Technik etwas verändert, etwas Neues schafft.[5]

Eine zweite zentrale Aussage Albrechts ist, dass Technik den Stress minimieren soll. Diese Aussage gilt besonders für Veranstaltungen, auf denen Stress meist durch die vielen Menschen, Lärm, langes Laufen etc. vorhanden ist. In dieser Situation soll Technik Stress abbauen helfen und ihn nicht noch verstärken.

Abschließend stellt Albrecht fest, dass Technik früher Muskelkraft ersetzt hat, heute aber nun Geisteskraft ersetzt. Er lässt die Frage offen, inwieweit dies eintreten wird.

Das Ziel der Anwendung von Informationstechnik ist laut Bienert, „den potentiellen menschlichen Handlungsrahmen bei all jenen Vorgängen zu unterstützen, die für Informationen und deren Austausch eine signifikante Rolle spielen.“[6] Dabei dient Technik dazu, Informationen, ob nun zwischen Menschen oder zwischen Mensch und Maschine, ansprechend und gut verständlich zu präsentieren. Es ist dem System egal, woher die Information kommt. Dieser an sich selbstverständliche und auch in nicht elektronischen Medien vorhandene Aspekt gewinnt durch die Fülle der Daten, die Speicherkapazität und die Geschwindigkeit der Verbreitung eine neue Dimension. Technik erhöht die Anzahl der verschiedenen Informationen zum gleichen Thema. So werden Informationen vielfältiger und durch neue Medien auch mehr Menschen zu jeder Zeit verfügbar. Sie bleiben aber im Einzelnen weniger nachprüfbar. Wieder stehen hier Veranstaltungen in einem besonderen Spannungsverhältnis, denn Informationen sind oft Kern von Veranstaltungen. Werden sie aber irgendwann nicht mehr nachprüfbar, ist der Mehrwert der Informationsübermittlung in Frage gestellt.

2.1.1 Verlauf der Einführung von Technik

Es soll hier gezeigt werden in welchen Schritten die Einführung von Technik, ganz besonders der Kommunikationstechnik, sich vollzieht. Diese Betrachtung ist insofern von Bedeutung, als dass man einen generellen Verlauf der einzelnen Stufen des Einführungsprozesses beobachten könnte. Je nach Einführungsstufe und der Akzeptanz kann die Funktion und Bedeutung dieser Technik variieren. Ist sie zu Beginn nur ein angenehmes Tool, entwickelt sie sich vielleicht zu einer Führungstechnologie, die zu einem Paradigmenwechsel führt. Es stellt sich somit die Frage, ob es schon zu Beginn klare Anzeichen für den Erfolg einer Technik gibt: Wäre dies der Fall, so könnte frühzeitig entschieden werden, ob diese Technik zum Einsatz kommt oder nicht.

Von mehreren Autoren wird ein 3-Schritt-Modell zur Einführung neuer Technik gewählt. Als erstes beschreibt das 3-Schritt-Modell nach Malone und Rockart die Auswirkung der Technologie auf die Unternehmensbzw. Branchentechnologie:[7]

Im ersten Schritt ersetzt technische Koordination teilweise die menschliche. Darauf folgen zunächst einmal Rationalisierungseffekte und Kostensenkungspotenziale.

Im zweiten Schritt wird diese Technik verstärkt eingesetzt. Dadurch steigt auch die Koordination insgesamt. Dazu Malone und Rockart: „So beginnt ein Unternehmen beispielsweise eine Partnerschaft mit einem anderen, weit entfernten Unternehmen, deren [Aufbau und] Koordination bisher zu teuer erschien.“[8]

Im dritten und letzten Schritt wird das Unternehmen immer mehr durch koordinationsintensive Strukturen geprägt. Nun erlauben die gesunkenen Kosten Strukturen, die effizienter sind, zuvor aber aufgrund der hohen Koordinationskosten unrentabel und damit nicht wirtschaftlich waren. „Sie erfordern das Erkennen der neuen Chancen durch das Management und die aktive Umgestaltung des Unternehmens auch gegen die Widerstände, die jede eingespielte Struktur leistet.“[9]

Ein ähnliches Modell ist die von Reichwald und Möslein entwickelte „Überraschungskurve“[10]. Die erste Stufe ist hier die Substitution. Am Anfang einer neuen Technik steht meist der Glaube, diese Technik werde das Vorhandene komplett ersetzen. Weder die Möglichkeiten, noch die Risiken der Technik sind bekannt. So dachte man, dass der Computer das papierlose Büro ermöglichen oder Online-Messen die echten verdrängen könnten.

Die Revision dieses Glaubens erfolgt schon im zweiten Schritt, der Experimentierphase, in der die neue Technik angewandt und getestet wird. Die dabei auftretenden Überraschungen entstehen dadurch, dass neue Nutzungsmöglichkeiten einer Technik entdeckt werden.

Im dritten Schritt geschieht dann die eigentliche Innovation. Erst wenn die neue Technik verstanden und ihre Möglichkeiten und Beschränkungen erkannt sind, entwickeln sich neue Industrien, Branchen und Unternehmen, werden völlig neue Innovationen möglich.

Abbildung 3 zeigt die graphische Darstellung der Überraschungskurve.

Abbildung 1: Die Überraschungskurve

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bullinger, H.-J. / Zahn, E. (hrsg.); Dienstleistungsoffensive – Wachstumschance intelligent nutzen; (HAB)-Forschungsberichte, Band 10, Schäffer-Poeschel, Stuttgart; 1998; S. 143-160

Für das Internet sind die beiden ersten Schritte nach Bieberbach bereits geschehen, der dritte nur ansatzweise. So haben sich nur wenige Firmen auf Grund des Internets etablieren können, z.B. Ebay, Amazon oder Lycos. Alle diese Firmen gingen jedoch keinen revolutionär neuen Weg, sondern würden eher in alten Mustern verharren und neue Technologie mit diesen kombinieren.[11]

2.1.2 Paradigmen

Die obige Diskussion führt zu der Frage, wann sich eine Technik durchsetzt. Wovon hängt es ab und was geschieht mit der Wirtschaft und Gesellschaft, wenn eine Technik diese grundlegend verändert? Sprengt die Technik dann nicht ihre Funktion als unterstützende Kraft und wird selbst Motor und Antrieb von Entwicklung?

Die Paradigmentheorie erläutert diesen Sachverhalt sehr deutlich und zeigt, wie Technik entsteht, eingeführt wird und damit sich und ihre Umwelt verändert.

Paradigmen können unterschiedlich und vielfältig definiert werden. Hier soll lediglich auf das Technikparadigma und den Wechsel eben dieses eingegangen werden. Dazu dient die Definition des Paradigmas nach Kuhn: „Ein Paradigma ist, was die Mitglieder einer wissenschaftlichen Gemeinschaft gemeinsam als eine erfolgreiche Lösung von Problemen auffassen, die bisher von anderen wissenschaftlichen Vorschlägen nicht gelöst werden konnten.“[12]

Laut Freeman und Perez steht vor dem Paradigmenwechsel ein Wandel des „Technologie- Systems“. Darunter verstehen sie eine „weitreichende Änderung in der Technologie, die mehrere Branchen betrifft und sich auf neue Wirtschaftsektoren erstreckt.“[13] Von einem techno-ökonomischen Paradigmenwechsel sprechen sie dann, wenn der Wandel des Technologie-Systems so tief greifend ist, dass nicht nur mehrere Unternehmen davon betroffen sind sondern die gesamte Wirtschaft. Das Internet bietet hierfür das beste Beispiel. Zu Beginn beeinflusste es kaum mehr als die damit arbeitenden Wissenschaftler und das Militär. Mit der Zeit schlossen sich Universitäten an und Unternehmer wie Bill Gates entdeckten schon Mitte der 80er Jahre das neue Medium. Allerdings dauerte es fast 40 Jahre bis das Internet aus der gesamten Wirtschaft nicht mehr wegzudenken war. Somit wäre der Wandel vor dem Paradigma bereits in den 80ern geschehen, denn es entstanden neue Unternehmen und viele Wirtschaftzweige waren davon betroffen, doch erst in den letzten zehn Jahren wurde das Internet Bestandteil des täglichen Lebens und veränderte somit die Wirtschaft und nicht zuletzt die Gesellschaft.[14]

Auch Dr. Karl Steininger vom Institut für Volkswirtschaftslehre an der Universität Graz führt aus, dass technologische Umbrüche nur langsam erfolgen und die konkurrierenden Regime, auch Technologie-Systeme genannt, lange parallel existieren.[15] Frühzeitige Anwendung und das Sammeln von Erfahrungen werden erst durch die Existenz von Marktnischen möglich. Diese Erfahrungen können dann später zur Diffusion der neuen Technik beitragen und den Paradigmenwechsel einläuten. „Nur wenn einige vorangehen, kann die gesammelte Erfahrung zur weiteren Diffusion beitragen.“[16]

Laut Motz findet dieser Wechsel nicht abrupt sondern graduell statt. Trotzdem gehe dem eine „Krise struktureller Anpassung“ voraus. Das neue Paradigma muss sich selbst unter Beweis stellen. Es muss zeigen, dass es komparative Vorteile aufweist. Schlüsselfaktoren dabei seien unter anderem rapide fallende Kosten, ein schnell wachsendes Angebot und starke Anwendung des neuen Paradigmas in der Wirtschaft.[17]

Weiter erklärt Motz, dass der Paradigmenwechsel sich erst in den Medien vollzieht. Es wird demnach zuerst Schriftverkehr durch E-Mails und Fax ersetzt. Dies wird vor allen Dingen aufgrund der Effektivitätsund Effizienzsteigerung und der Kostenminimierung der neuen Medien gemacht. Somit sind diese neuen Medien quasi Vorboten des neuen Paradigmas. Mit der Zeit werden zunehmend mehr Bereiche des Unternehmens oder der ganzen Wirtschaft durch neue Medien ersetzt, bis sich ein Paradigmenwechsel vollzogen hat. Findet ein solcher Paradigmenwechsel statt, kann sich ein Unternehmen auf kurze oder lange Sicht dessen nicht erwehren.

Dr. Malte Möhr von Bertelsmann unterscheidet vier Paradigmenwechsel.[18]

Zuerst gab einen Wechsel zu manuellen Techniken, wie Handschrift oder Malerei. Dieser vollzog sich bereits zur Zeit der Chinesen und Phönizier. Dem folgte der Wechsel zur analogen Technik, den er mit dem Buchdruck, dem Telefon und der Fotografie beschreibt. Damit deckt er einen sehr großen Zeitraum als ein einziges Paradigma ab. Es schloss sich die digitale Technik mit digitalem Funk und digitalem Drucken an. Als letzten Paradigmenwechsel beschreibt er die digitale, individualisierte Technik, wie die mobile Kommunikation oder interaktive Programmgestaltung. Dieses Modell ist sehr einfach und kurz und die Zeitabstände zwischen den Paradigmenwechseln sind teilweise sehr groß. Buchdruck und das Telefon können als analoge Technik beschrieben werden, doch haben sich bei beiden Erfindungen Paradigmenwechsel in der Gesellschaft vollzogen, so dass kleine Schritte auch denkbar wä- ren.

Unabhängig davon zeigt auch Möhr, dass sich der Paradigmenwechsel beschleunigt. In diesem Model vollzogen sich zwei Paradigmenwechsel in weniger als 30 Jahren, die beiden vorhergehenden innerhalb von 3000.

Den Anfang der Kommunikationstechnik könnte man in dem ersten Brief sehen. Doch die Literatur sieht den Anfang in der Erfindung des Telegraphen. Abbildung 2 zeigt, wie sich die Kommunikationstechnik entwickelt und verändert hat. Es sind darin auch eindeutige Quantensprünge zu erkennen, wenn eine Technik plötzlich eine große Zahl neuer Geräte hervorbrachte.

Abbildung 2: Entwicklung der Telekommunikationstechnik

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Pribella / Reichwald / Goecke, 1996; in: Motz, Oliver; Strategisches Management, Kooperationen und der Einfluss von Informationsund Kommunikationstechnologien; Lang, Frankfurt a, Main, 1998; S. 144

Es ist anzunehmen, dass sich diese Entwicklung in der Zukunft fortsetzt und sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch beschleunigt.[19] Die Technologien werden mehr miteinander verbunden und Geräte mit multifunktionalen Funktionen ausgestattet sein. Gleichzeitig wird auch die Abhängigkeit von dieser Technik steigen, sie wird aus dem täglichen Leben noch weniger wegzudenken sein als heute. Feneyrol benutzt das Modell von Pribilla / Reichwald und fügt am Ende als Zukunftsaussicht an, dass es wahrscheinlich nur noch drei große Bereiche geben wird, und zwar Informationsservice, interaktiven Service sowie Fernsehund Radioservice. Weiter führt er aus, dass wir in Zukunft zunehmend vernetzte Technik nutzuen werden. Mit Bild telefonieren oder Bücher auf dem PDA lesen wären nur einige Beispiele denkbaren Nutzens.

Marcus Prabel geht ebenfalls davon aus, dass die Geräte in Zukunft kombiniert werden. So prognostizierte er eine Kombination zwischen Fernseher und Computer, die heute durch den breiten Einzug von TV-Karten gerade unter Studenten zum Teil schon vollzogen ist. Prabel sieht vier Hauptentwicklungstendenzen. Als erstes die schon angesprochene Geräte- Konvergenz, d.h. die Kombination von möglichst vielen Funktionen in einem Gerät. Als zweites die Miniaturisierung. Beispiele hiefür sind die Entwicklung der Laptops und der PDAs.![20] Die Simplifizierung der Bedienung ist der dritte Punkt. Es wird entscheidend sein, die immer leistungsstärkeren und umfangreicheren Geräte und Software-Programme leicht und einfach bedienen zu können. Der letzte Punkt spricht die virtuellen Welten an.

Schreiber führt aus, dass das 1997 noch brandaktuelle Thema der Schaffung künstlicher Welten, in die man mittels Cyberspace-Helm oder -Anzug eintauchen kann, wird heute kaum noch diskutiert. Es hat sich doch gezeigt, dass Menschen nach wie vor in reale Kaufhäuser gehen.[21]

Ebenso ist eine Kombination der Technologien Computer und TV genauso wahrscheinlich wie Computer und Handy – dort insbesondere die Internettechnologie.[22]

Obwohl Technik die Gesellschaft und Wirtschaft verändert, sind Veranstaltungsbeteiligte diesen Einflüssen nicht hilflos ausgeliefert, sondern sie können sich diese Veränderungen zu nutze machen.

2.1.3 Technik als Wettbewerbsvorteil und Differenzierungsmerkmal

Technik kann nicht zuletzt für den Veranstalter einen großen Vorteil bringen. Obwohl die Technik bei Veranstaltungen nicht direkt der Wertschöpfung der Messeund Kongressunternehmen dient, so gelten hierfür auch Grundsätze, wie für viele andere Firmen auch. Technik kann Differenzierung und Wettbewerbsvorteil sein, wenn sie effizient und vor allen Dingen rechtzeitig eingesetzt wird.

Nach Picot ist Technik zwangsläufig ein Teil der strategischen Unternehmensführung. Unter anderem führt er folgenden Grund dafür auf: Technologien stellen ein Mittel zur Bindung von Marktpartnern dar. Für Veranstalter heißt dies, dass Kundenwünsche wie WLAN-Anschlüsse etc. Grundvoraussetzungen für die Auswahl des Standortes sind. So können Standorte Kunden mit innovativen Ideen werben und sich somit von anderen absetzen. Hier stellt sich wie für jedes Unternehmen die Frage, ob sich die Investitionen lohnen, denn die technische Entwicklung beschleunigt sich.[23]

Dazu Motz: „Early-Moveroder First-Follower-Vorteile, wie sie vor Jahren noch möglich waren, sind aufgrund der rapiden Entwicklung von IuK-Technologien [Informationsund Kommunikationstechnologien] und der ihr innewohnenden Notwenigkeit der weitreichenden Diffusion heute kaum zu erzielen.“[24]

Picot führt aus, dass ein hohes Investitionsvolumen die Infrastruktur des Unternehmens beeinflusse. Es sei eine „Präjudiz-Entscheidung“, die sich auf nachfolgende Entscheidungen auswirke. Das wird besonders deutlich, wenn mit der Einführung bauliche Maßnahmen, wie die Verlegung von Kabeln oder Installation von Geräten einher gehen. Innovationseffekte seien ebenso ein Grund für die Einführung neuer Technik. Auf den ersten Blick scheint dies auf die Veranstaltungsbranche nicht anwendbar zu sein. Doch stechen zwischen älteren Zentren immer wieder hochtechnische Messeund Kongressstandorte hervor, die von ihren Innovationen profitieren. Fachkundigem Personal scheint der Arbeitsplatz attraktiver, die Mitarbeiter müssen sich mit der neuen Technik ständig auseinandersetzen und sind somit an der Weiterentwicklung des Unternehmens fortlaufend beteiligt.

Auch Porter[25] verweist auf die Möglichkeit, Technik könne als Wettbewerbsvorteil dienen. Er geht sogar soweit, als dass Technik ganze Branchenstrukturen verändern und zu einer Neuordnung des Wettbewerbs führen könne. Dabei sind wir wieder bei dem oben angesprochenen Paradigmenwechsel, der auch hier von Porter genannt wird. So scheinen innovative Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil zu besitzen, der in diesem Fall durch Kommunikationstechnik gekennzeichnet ist. Dieser Wettbewerbsvorteil ist nur gegeben, wenn ein Unternehmen zu den First-Movern gehört. Damit verbinden sich auch Risiken. Es könnte in eine Technik investiert werden, die sich nicht durchsetzt. Oder technologische Innovationen machen ein baldiges Erneuern der kürzlich installierten Geräte notwendig. Auch die Nutzung durch den Kunden kann falsch eingeschätzt werden. Wartet man dagegen ab, kann man beobachten, wie sich welche Technik durchsetzt und wie sie genutzt wird.[26]

Zudem besteht ein Informationsdefizit, in technischer und ökonomischer Hinsicht. Die Adaption und Diffusion der neuen Technik ist auch unbekannt. Wird sie sich durchsetzen oder wird sie von anderen Technologien ersetzt? Technik bewirkt außerdem einen Wandel (siehe Kapitel 2.1.1), der so tief greifend sein kann, dass er die Branche dahingehend verändert, dass das Unternehmen in seiner Existenz gefährdet ist. Messen sahen sich mit diesem Problem konfrontiert, als immer mehr Messen online vertreten waren und die Meinung aufkam, auf Messen zu verzichten und diese lediglich online abzuhalten[27]. (siehe Kapitel 3.1.2). So sind „Imitationsstrategien“[28] weniger risikobehaftet, denn man kann abwarten und beobachten, wie sich der Markt und die Technik entwickelt und so die Reibungsverluste der First- Movers verhindern. Allerdings schwindet dann der Wettbewerbsvorteil fast völlig. Es mag sein, dass man Aufträge und Buchungen verpasst hat, weil man mit der Installation wichtiger Technik gewartet hat, während andere Unternehmen ihre Vorteile nutzen konnten.

Die erfolgreiche Einführung eines neuen IuK-Systems muss hinsichtlich Effektivität und Effizienz klare Vorteile gegenüber dem alten System aufweisen. Effizient ist es laut Motz dann, wenn es für das Unternehmen und dessen Kunden Kostenvorteile aufweist. Effektiv ist es dann, wenn es die Zielerreichung vereinfacht. Das klar zu erkennen wird jedoch zunehmend schwieriger, da die „Abstände zwischen Innovation, Imitation und Substitution“[29] immer kleiner werden. Dadurch wird es natürlich sehr schwer, immer bei den First-Movers zu bleiben und es fehlt die Zeit, Vorund Nachteile der neuen Technik abzuwägen. Schnell kann Technik überholt sein oder durch andere ersetzt werden. Gerade für Messeund Kongressstandorte stellt sich hier die Frage, ob ein Wettlauf gegen die Zeit sinnvoll ist.

Dieser Frage widmet sich das unter anderem das Kapitel 5.

Zusammenfassend wurde festgestellt, dass die Einführung der Technik in drei Schritten verläuft. Zuerst wird getestet, was die neue Technik möglich macht. Dabei führen Überraschungen zu neuen Möglichkeiten der Nutzung einer Technik. Diese neuen Möglichkeiten erweitern das Einsatzgebiet der Technik. Sind diese Einsatzmöglichkeiten gravierend anders als bisherige, verändern sie die Wirtschaft und Gesellschaft und führen zu einem Paradigmenwechsel. Geschieht dies, ist es unmöglich, sich dieser Veränderung zu widersetzen. Sind die möglichen Anzeichnen eines Paradigmenwechsels erkannt oder ist ein Unternehmen von der Durchsetzung einer Technik überzeugt, so wird diese Technik zum Wettbewerbsvorteil.

Unternehmen, die sich früh eine Technik anschaffen, können attraktiver auf Kunden wirken und so mehr Kunden binden. Es besteht aber die Gefahr, dass die neue Technik überschätzt wird und sich nicht amortisiert. Gerade für kleinere Unternehmen kann Abwarten und Nachziehen von Vorteil sein.

2.2 Einfluss der Technik

Ziel dieses Kapitels ist es, den Einfluss der Technik auf die Kommunikation zu untersuchen. Da Veranstaltungen eine der wichtigsten Kommunikationsplattformen der Wirtschaft sind und ihr Sinn vordringlich in der Kommunikation und Informationsvermittlung liegt, muss der Einfluss von Technik untersucht werden. Beeinflusst Technik die Kommunikation in einer Weise, wie sie Veranstaltungen abträglich sein kann, muss von einem Einsatz abgeraten werden. Verstärkt oder erleichtert sie Kommunikation, kann sie hilfreich sein.

In einem zweiten Teil wird dieses Kapitel den Einfluss von Technik auf die Gesellschaft betrachten. Veranstaltungen sind von gesellschaftlichen Trends, der Politik und vielen anderen Faktoren abhängig, mehr als viele andere Branchen. So gelten gerade technische Innovationen oft als sehr fortschrittlich und werden, gesondert von ihrem eigentlichen Wert, von der Gesellschaft forciert.

2.2.1 Einfluss der Technik auf Kommunikation

Eine erste Definition des Kommunikationsbegriffs, der hier relevant ist, bietet Anne Börner. Sie sieht betriebswirtschaftliche Kommunikation als einen eher zielgerichteten, lösungsorientierten Prozess. Gerade hierdurch unterscheidet sich diese Art der Kommunikation von anderen. Hier geht es um einen Informationsaustausch, der immer ein Ziel vor Augen hat.[30] Kommunikation kann also definiert werden als „Prozess des zielbezogenen Austausches von Informationen.“[31] Neben vielen Theorien zur Kommunikation soll hier lediglich auf die unterschiedlichen Kommunikationsinhalte eingegangen werden. Diese Unterscheidung spielt eine Rolle bei der Anwendung von Technik, denn Technik ermöglicht diese Kommunikationsformen meist erst.

Reichwald beschreibt vier Arten des Informationstransfers, die unterschiedliche Anforderungen an die technischen Übertragungswege stellen.

Als erstes führt er die Sprachkommunikation auf. Diese beschreibt die personenbezogene face-to-face Kommunikation, die auch durch „fernmündliche Kommunikation“ wie z.B. Telefone erfolgen kann. Die Vorteile dieser Kommunikation liegen in der interaktiven Form, die sich besonders zur Lösung komplexer Probleme und Sachverhalte eignen. Diese Form der Kommunikation nimmt 25 % der betrieblichen Kommunikationen ein und ist die meistgenutzte Form der Kommunikation überhaupt.[32]

Die zweite Form ist die Textkommunikation. Sie ist der in Schriftstücken festgehalten sprachliche Inhalt. Zwei Drittel allen Informationsaustausches geschieht auf diesem Wege. Dies ist dann von Vorteil, wenn eine Dokumentation nötig wird, oder wenn große Informationsmengen aufgenommen und verarbeitet werden müssen. Außerdem besitzt die schriftliche Dokumentation den Vorteil, dass sie repräsentativ ist, das heißt durch Briefköpfe, Unterschriften etc. wird Schriftstücken eine besondere Bedeutungsschwere gegeben.

Bei der Datenkommunikation handelt es sich um die dritte Art der Kommunikation. Sie ist eine Form der Mensch-Maschinebzw. Maschine-Maschine-Kommunikation. Der Mensch stellt nur Daten bereit, die dann bearbeitet und archiviert werden können. Der Mensch steuert hier lediglich. Zu bemerken ist allerdings, dass dieser Bereich der Kommunikation stetig wächst und mittlerweile einen starken Anteil an der gesamten Kommunikation hat.

Als letztes erwähnt Reichwald die Bildkommunikation. Dabei kann man zwischen Festund Bewegtbild unterscheiden. In erster Linie sind damit Graphiken, Bilder und Zeichnungen gemeint. Doch sie geht mittlerweile darüber hinaus. Sie überschneidet sich im Bereich von Video-Konferenzen mit den anderen Kommunikationsarten. Sie ist sozusagen die Visualisierung der Kommunikation.

Je nach Art der Kommunikation wird andere Kommunikationstechnik benötigt. So beeinflusst nicht nur die Technik die Kommunikation, sondern die Kommunikation bestimmt die einzusetzende Technik. Allerdings wird diese Bestimmung erst durch Einführung neuer Systeme möglich. Im Folgenden soll gezeigt werden wie sich Innovationen in der Technik auf die Kommunikation auswirken und was sich verändert.

Rüdiger Weingarten spricht von einer „technisierten Kommunikation“[33]. Damit meint er, dass einzelne Komponenten aus dem Kommunikationsprozess isoliert und nach dem Prinzip des kleinsten Kraftmaßes optimiert werden. Bislang betreffe diese Optimierung folgende Komponenten:

1. Die Kommunikationspartner müssen sich nicht mehr an ein und demselben Ort aufhalten, um zu kommunizieren. Seit dem Schriftverkehr und später der Telefontechnik ist diese Grundvoraussetzung für Kommunikation nicht mehr existent.
2. Es entfällt die zeitliche Abfolge der kommunikativen Handlung. Dazu ist ein anderes Speichermedium als das menschliche Gedächtnis nötig. Die Schrift oder der Computer.
3. Weingarten stellt auch in Frage, ob überhaupt zwei Menschen beteiligt sein müssen, aufgrund der Interaktion zwischen Mensch und Maschine
4. Eine Weiterentwicklung ziele auf die Technisierung der kognitiven Prozesse ab. Das heißt, denken und handeln wird mehr und mehr technisiert.

Weingarten stellt somit die These auf, dass Technik Kommunikation fast ersetzen kann. Diese besonders in den 70er und 80er Jahren oft gesehene Gefahr wird heute von kaum einem Autor mehr gesehen. Es wird vielmehr die unterstützende Kraft der Technik, wie in Kapitel

2.1.1 beschrieben, gesehen. Bienert dazu: „Die klassische EDV bemüht sich um eine Unterstützung des Informationsprozesses, der aus den die Realität repräsentierenden Daten durch Verdichtung und Abstraktion Inhalte, Wissen und intellektuelle Einsichten liefert.“[34]

Die allgemeinen Aussagen zum Einfluss der Technik kommen damit alle zum Schluss, dass sich Technik und Kommunikation gegenseitig beeinflussen und verändern. Inwieweit das auf Veranstaltungen im speziellen angewendet werden kann, zeigt sich bei Nixdorf[35].

Laut ihm kann Technik helfen, Besucher in das Geschehen interaktiv einzubeziehen. Damit verändert, nach Bernd Nixdorf, Technik die Kommunikation auf Veranstaltungen in der Weise, dass alle Teilnehmer einbezogen werden können. Damit ist eine völlig neue Qualität der Kommunikation erreicht. Mit dem Satz: “You told me and I forgot; You showed me and I saw; You involved me and I remembered”[36] macht er klar, dass Lernerfolge nur durch Einbeziehung der Teilnehmer erfolgen kann. So wird sich der Arzt bei einem Ärztekongress besser an die Wirkung eines neuen Medikamentes erinnern können, wenn er bei der Präsentation einbezogen worden ist.

Das "lernpsychologische Optimum"[37], bei dem sich die Hoffnung auf Erfolg und Furcht vor

Misserfolg die Waage halten, hilft bei Interaktionen. Immer wenn vom Teilnehmer eine Entscheidung verlangt wird, setzt er sich mit dieser auseinander, er visualisiert das Ergebnis und kann so später zu jedem beliebigen Zeitpunkt darauf zurückgreifen.

Diesen Einfluss auf das Lernen beschreibt auch Marcus Prabel. Er stellt die These auf, dass sich sowohl das gesamte Lehrund Lernprogramm der Gesellschaft, als auch der kulturelle Bereich, ändern wird. So wie Nixdorf sieht auch Prabel den Einfluss der Technik darin, dass sie den Einzelnen stärker an der Willensbildung teilhaben lässt. Prabel erläutert dies an der politischen Willensbildung, bei der jeder Bürger interaktiv durch Technik in den Prozess einbezogen ist.[38]

Dieser Einfluss lässt sich auf die Kommunikation bei Veranstaltungen übertragen. Mehr noch, wenn Menschen es gewohnt sind, immer in Entscheidungsprozesse interaktiv einbezogen zu sein, werden sie bei Veranstaltungen die dafür nötige Technik voraussetzen.

Durch Kommunikationstechniken wie Telefon und Handy wird Kommunikation immer schneller, reibungsloser und komfortabler. Aber damit wächst auch – bei einem steigenden Kommunikationsbedürfnis – die Informationsflut, der wir uns täglich gegenüber sehen.[39] Nach Vries ist diese Informationsflut nur noch mit Hilfe von Informationsund Kommunikationstechnik zu bewältigen – obwohl sie mitunter auch ein Produkt dieser Technik ist. Telekommunikation beeinflusse in entscheidendem Maße Unternehmen: „Telekommunikation bestimmt immer stärker die Kommunikations-, Organisationsund Vermarktungsstrategien besonders erfolgreicher Unternehmen.“[40] So mussten insbesondere Messen sich um die Jahrtausendwende mit dem Problem der Internetmessen auseinander setzen und neue Wege und Strategien entdecken, um ihre Position zu sichern.[41]

So kommen wir zu drei Haupteinflüssen der Technik bei Veranstaltungen:

Zum Ersten vereinfacht sie die Kommunikation und erweitert die Möglichkeiten der Nutzung, die zuvor nicht realisierbar gewesen wäre. Zum Zweiten bezieht sie alle Teilnehmer interaktiver in das Geschehen ein. Und drittens beeinflussen Informationsflut und Telekommunikation die Strategien. Klar wird aber auch, dass Technik lediglich einen unterstützenden Charakter hat und den Grundcharakter einer Veranstaltung nicht wesentlich verändert.

2.2.2 Einfluss der Technik auf die Gesellschaft

In der 150 jährigen Geschichte der Kommunikationstechnik veränderte sich unsere Gesellschaft rasanter und grundlegender als je zuvor.[42] Diese Veränderungen haben Einfluss auf alle Gebiete des Lebens und sind aus diesem Grund auch für diese Arbeit relevant. Wenn Technik die Gesellschaft verändert und die Wirtschaft nur ein Subsystem dieser Gesellschaft ist, müssen sich alle Veränderungen in der Gesellschaft auch auf die Wirtschaft auswirken.[43] Dazu kommt, dass gerade Veranstaltungen gesellschaftlichen Trends unterliegen.[44] Sie repräsentieren oft das Neueste an Design, Kunst und - nicht zuletzt - Technik. Ebenso sind Veranstaltungen auch Kräften wie Politik, Recht und gesamtwirtschaftlicher Lage unterworfen. Kongressund Messezentren werden aufgrund politischen Willens gebaut, es fehlt eine Rechtsprechung für Lärmschutz bei Rockkonzerten und vieles mehr. So stehen Veranstaltungen in engen Verhältnis zu diesen Faktoren.

Nach Feneyrol beeinflusst gerade die (Tele-)Kommunikationstechnik diese Bereiche und wird dies in der Zukunft noch in verstärktem Maße tun.[45] 1992 machte Telekommunikation noch 5 % des BIP Westeuropas aus. Heute sind es bereits über 10 %.[46] Das bedeutet eine Verdopplung der Bedeutung in zehn Jahren. In den Vereinigten Staaten ist der Anstieg noch höher. 1998 machte Telekommunikation weltweit 720 Mrd. US$ aus. Davon erwirtschaftete dieser Sektor 255 Mrd. US$ allein in Westeuropa. Interessant ist dabei, dass der Markt für Services rund um Telekommunikation wächst und bald stehen Service und Technik im Verhältnis 6:1.[47]

Laut Vries wächst der Telekommunikationsmarkt doppelt so stark wie alle anderen Märkte. Auch die Anforderungen an den Arbeitnehmer, technisch mehr versiert zu sein, nehmen zu. Allerdings hat sich dieses Wachstum in den letzten Jahren merklich abgekühlt.[48] Nichts desto trotz zeigt es, wie groß die Rolle der Kommunikationstechnik in unserer Gesellschaft ist. Gerade die Kommunikationstechnik wirkt sich stark auf andere Branchen aus, da die entwickelte Technik in allen Bereichen des privaten wie des wirtschaftlichen Lebens zum Einsatz kommt. So sind Entwicklungen dieses Marktes immer auch Anzeichen für den Einsatz dieser Technik. Der Rückgang des Verkaufs an Handys in den Jahren 2002-2003 zeigt, dass der Markt gesättigt ist und dieses Medium mittlerweile selbstverständlich geworden ist.[49]

Technische Veränderung stellt eine große Herausforderung dar, weil sie die Lebensverhältnisse schneller verändert, als Menschen diese mit ihren vorhandenen Erkenntnismodellen begreifen und verarbeiten können.[50] Das greift wiederum auf die Paradigmentheorie des Kapitels 2.1.2 zurück.

Anne Börner hingegen leitet aus verschiedenen Ansichten zum Einfluss von Technik auf die Gesellschaft die These ab, dass sich „aus der Entwicklung der Informationsund Kommunikationstechnologie sowohl Chancen, als auch Risiken ergeben, die je nach Art der Nutzung der Technologie realisiert bzw. vermieden werden können.“ Somit hängt das Risiko beim Einsatz einer Technik stark von der Art der Nutzung ab.[51]

Vor Risiken warnt auch Marcus Prabel, der viele Auswirkungen der Technik auf die Gesellschaft sieht, der sich aber nicht zu einer positiven oder negativen Beurteilung der Lage entscheiden kann. Er sieht aber definitiv die Gefahr der Zeitund Kommunikationsüberflutung. Das heißt, dass die Personen in scheinbar ständig weniger werdender Zeit mehr Informationen filtern und verarbeiten müssen.[52] Auf die angesprochenen Gefahren der Schaffung von Scheinwelten und dem Suchtpotenzial der neuen Medien soll hier verzichtet werden, denn sie sind nicht relevant für den Veranstaltungsbereich.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass verschiedene Autoren mehrere Arten der Kommunikation beschreiben. Diesen verschiedenen Arten muss Kommunikationstechnik angepasst sein. Technik und Kommunikation beeinflussen sich somit gegenseitig. Es wurden weiter drei Haupteinflüsse der Technik gefunden: Vereinfachung, Interaktion und Strategiebeeinflussung.

2.3 Anforderungen an die Technik und Kundenzufreidenheit

Der Einfluss auf die Gesellschaft ist ebenfalls stärker geworden. Besonders stark betonen mehrere Autoren die immer größer werdende Informationsflut. Inwieweit sich die Beeinflussung in der Zukunft verstärkt, können die Autoren nicht schlüssig beantworten. Anforderungen an die Technik und Kundenzufriedenheit Nachdem die Funktionen und Einflüsse von Technik untersucht worden sind, sollen nun die Anforderungen des Messeund Kongresskunden an die Technik untersucht werden. Es stellt sich die Frage, was der Kunde verlangt und für was er bereit ist, mehr Geld als zuvor zu zahlen. Diese Betrachtung fließt später maßgeblich in die Empfehlungen ein.

2.3.1 Anforderungen der Kunden und des Veranstalters an die Technik

Brähler betrachtet lediglich Konferenzen und Tagungen, was sich jedoch teilweise auch auf Messen übertragen ließe. Laut ihm haben Tagungsteilnehmer zwei Hauptanforderungen an die Technik einer Tagung oder Konferenz.[53]

Das erste ist die Tagungsstätte. Dort möchte der Besucher Tagungsräume vorfinden, in denen er sich in einer freundlichen Atmosphäre „ohne Stress treffen und sich jederzeit ohne technische Hemmschwellen interaktiv austauschen kann.“[54] Diese Interaktion bezieht sich zum einen auf die Face-to-Face-Kommunikation, zum anderen auf die Telekommunikation via Telefon, Internet und Handy.

Als zweites muss eine Kommunikationstechnik einfach handhabbar sein, sie muss zuverlässig arbeiten, eine optimale Sprachwiedergabe und eine gut lesbare Visualisierung bieten. Als Besucher einer Tagung ist man meist unter Zeitdruck. So fehlt die Zeit sich lange in die Bedienung einer komplizierten Technik einzuarbeiten. Stattdessen wird auf den Einsatz dieser Technik verzichtet und auf altbewährte Methoden zurück gegriffen.

Zu beachten ist , dass laut einer Studie der Universität Erlangen-Nürnberg mit der NürnbergMesse GmbH das Telekommunikationsangebot nur für 14% der Besucher einer Messe eine entscheidende Rolle für den Erfolg einer Messe spielen. Nichts desto trotz unterstützen viele Techniken auch andere Aspekte des Messeerfolgs aus Kundensicht. So steht die Pflege der bestehenden Geschäftbeziehungen mit 82,1 % mit an erster Stelle. Um dies zu erreichen, können viele Kommunikationstechnologien hilfreich sein. So scheint der Einsatz von Technik dem Kunden nicht unmittelbar bewusst zu sein, kann aber trotzdem die Kundenzufriedenheit erhöhen, falls Messeziele des Kunden besser, einfacher oder schneller erreicht werden können.[55]

Der Hallenbetreiber oder Veranstalter hat nach Brähler andere Anforderungen und Wünsche, die Technik in einem Veranstaltungsort betreffend. Sie sollte fürdie Teilnehmer bedienerfreundlich sein. Die Bedienung durch die Techniker muss ebenfalls einfach sein. Wichtig ist auch eine hohe Betriebssicherheit sowie einfache Wartung und Reparatur, wenn möglich, durch das eigene Personal. Weiter fordert Brähler eine zweijährige Vollgarantie und eine mindestens acht Jahre andauernde Kompatibilitätsgarantie, die gerade bei innovativen und modernen Techniken wichtig ist. Die Lebenserwartung des Systems sollte nicht weniger als zwölf Jahre betragen und eine Verfügbarkeit von Ersatzteilen sollte die ganze Zeit gewährleistet sein.[56]

Ergänzungsmöglichkeiten der Systeme durch Zumietung oder Kauf müssen ebenfalls gegeben sein, sowie eine garantierte Verfügbarkeit eines 24h-Mietservices. Es müssen Weiterbildungen für das Personal seitens des Herstellers und des Serviceanbieters angeboten werden. Schließlich sind sie es, die die Technik letzten Endes bedienen oder andere in deren Bedienung einarbeiten.

Ähnlich argumentiert auch Kanngiesser. Für ihn kommen aus Sicht des Betreibers bzw. Veranstalters einer Veranstaltung folgende fünf Kriterien in Betracht:[57]

Als erstes nennt er die Zukunftssicherheit der Investition, was bedeutet, dass das Verfahren sowie das Gerät lange verfügbar sein müssen, bis sich die Investition amortisiert. Es nützt dem Investor nichts, wenn er ein Gerät kauft, das nach einem Jahr schon wieder nicht mehr dem neusten Stand entsprichtdas nicht mehr funktioniert, weil dessen Betrieb eingestellt wurde (z.B. das Satellitennetz von Iridium, für das Satelliten ins All geschossen wurden, dann aber das Netz nur kurzfristig zur Erfüllung der Verpflichtungen und Vermeidung von Schadensersatzforderungen aufrecht erhalten wurde.[58])

Die Übertragungssicherheit ist der zweite Punkt. Hier ist es wichtig, dass das Netz immer funktioniert. Gerade bei neu eingeführten Techniken muss dieSicherheit quittierbarsein, da Störungen in der Anfangsphase häufig sind.

Doch nicht nur die Sicherheit im Sinne der fehlerfreien Kommunikationsmöglichkeit, sondern auch die Sicherheit des Inhaltes, also der Schutz vor Missbrauch, ist hoch einzustufen. Was Ulrich Kanngiesser schon 2001 erkannte ist heute zu einem heiß diskutierten Thema geworden.

Viertens muss der Empfang messbar sein. Die Nachricht darf weder verloren gehen, noch von einem nicht autorisierten Empfänger abgerufen werden. Gerade bei WLAN und Bluetooth ist dies wichtig, weil sich zunehmend Unternehmenskommunikation auf elektronischem Wege abspielt. Die Email ersetzt den Brief und es wird erwartet, dass sie ebenso selbstverständlich ankommt.[59]

Als letztes wird ein flächendeckendes Netz gefordert. Kanngiesser geht hier nur vom Handygebrauch aus, doch lässt sich diese Voraussetzung auch problemlos auf WLAN und Bluetooth erweitern. Funklöcher in Kongressund Messezentren können dem Kunden unangenehm auffallen. Wenn ein WLAN-Netz versprochen ist, wird auch erwartet, dass überall auf dem Gelände oder in der Halle empfangen werden kann.

Der Nutzer jeder Technik, insbesondere der Kommunikationstechnik, kann bei der Einführung dieser Technik Geduld zeigen. Es ist ihm klar, dass die Technik nicht überall und immer zu Verfügung steht. Als der Beamer Anfang der 80er Jahre Einzug in deutschen Kongressund Messezentren hielt kam diese Technik nur für bestimmte Veranstaltungen in Frage, da es schwierig war ihn aufzubauen und lange im Voraus gemietet werden musste, denn wenige Verleiher hatten ihn im Programm.[60] War keiner vorhanden, fand man sich mit dem O- verhead-Projektor oder eine Diashow ab. Doch je länger die Technik existiert, desto anspruchsvoller wird der Nutzer. Was er zuvor akzeptiert und mit der Neuheit der Technik verbunden hat, wird dann lästig und erfüllt seine Erwartung nicht mehr. Heute ist es selbstverständlich, dass ein Beamer in den Räumen angebracht wird oder dass er schnellstmöglich aufegbaut werden kann. Auch die Verwendung mehrerer Beamer ist keine Seltenheit mehr. Das Fehlen dieses Gerätes ist heute unverständlich und wird von vielen Kunden nicht toleriert.[61]

Ein gutes Beispiel ist der Eventkongress 2003 in Aachen. Der Vertreter von Vok-Dams stellte einige Events seiner Firma vor, und wollte zur Verdeutlichung ein paar Videoclips einspielen. Der Beamer war zu alt, um den Film abzuspielen. Folien als Ersatz konnten hier nicht helfen und der Vortrag war ohne den Film schwer zu verstehen. Das Problem wurde gelöst, doch zeigt es die Selbstverständlichkeit mit der ein Beamer erwartet wird.

Als weiteres Kriterium gibt Feneyrol die Qualität an. Neben der Verfügbarkeit an jedem Ort zu jeder Zeit sieht er Qualität als wichtigstes Kriterium an. . Das reibungslose Funktionieren, gute Bildund Tonqualität, leise Lüfter und eine schnelle Kommunikationsverbindung sind Kriterien, die für den Nutzer wichtig sind. Das Beispiel des Beamer zeigt das wiederum deutlich. Waren diese Geräte zu Anfang sehr groß , hatten drei Bildröhren (rot, blau und grün), machten sehr viel Lärm und boten eine eher bescheidene Bildqualität gemessen am heutigen Standard, sind heute ganz andere Geräte im Einsatz. Die modernen Geräte passen in einen Aktenkoffer, sind kaum noch hörbar und bestechen mit Lichtund Bildqualität, die den Einsatz bei Tageslicht erlauben.[62]

Doch bei all dem dürfen die Kosten nicht vergessen werden. Er spiele zwar eine Rolle, aber eine untergeordnete, so Feneyrol, denn die Qualität steht an erster Stelle. Gerade bei der grundlegenden Technik wie Telefon, Präsentationsmedien etc. stehen Qualität und Verfügbarkeit im Vordergrund. Doch räumt er ein, dass dies nur in bestimmten Grenzen gilt. Der Preis erreicht ein Limit, über das der Nutzer nicht mehr gehen will. Darunter bestehe aber Spielraum.

2.3.2 Kundenzufriedenheit bei Veranstaltungen

Dieses Kapitel soll eine Definition der Kundenzufriedenheit bei Veranstaltungen liefern. Im Verlauf der Arbeit wird öfters darauf zurück gegriffen, da der Einsatz der Technik nur dann von Nutzen ist, wenn der Kunden diesen als Vorteil empfindet.

Kundenzufriedenheit ist eines der wichtigsten Ziele von Veranstaltungen![63]

Schwierig dabei gestaltet sich die Literaturauswahl, da über Kundenzufriedenheit und Erfolgsfaktoren, besonders aus der Sicht der Veranstalter noch nicht viel geschrieben wurde. Deshalb soll hier zuerst auf die allgemeine Kundenzufriedenheitstheorie eingegangen werde, von der dann auf die Kunden von Veranstaltungen geschlossen werden kann.

Hier sollen zwei Sichtweisen gezeigt werden. Zum einen die Sicht der Veranstalter und Hallenbetreiber, die in diesem Kontext ähnliche Ziele haben, und auf der anderen Seite Aussteller, als Kunden einer Messe. Die Sicht der Besucher wird hier nicht zusätzlich beleuchtet, da deren Zufriedenheit Grundvorrausetzung für Aussteller und Veranstalter ist. Wie die Kundezufriedenheit der Besucher durch Technik gesteigert werden kann, wird im Verlauf der Arbeit gezeigt.

In seinem Buch über Kundenzufriedenheit beschreibt Armin Töpfer zwei Dimensionen der Kundenzufriedenheit.[64]

In der ersten Dimension ist Kundenzufriedenheit als Befriedigen oder Übertreffen von Kundenwünschen definiert. Im vorliegenden Kontext würde das bedeuten, dass der Besucher Erwartungen an die Veranstaltung und deren Technik mitbringt. Diese können vom Veranstalter im Voraus beeinflusst, müssen dann aber während der Veranstaltung erfüllt werden.

Die zweite Dimension ist die der Kundenbindung. Für Töpfer ist dies eines der Hauptaufgaben der Kundenzufriedenheit. Es ist viel teurer, einen neuen Kunden zu gewinnen als einen alten Kunden wieder zu aktivieren. Das lässt sich auch auf Veranstaltungen übertragen. Als Veranstalter ist es einfacher, Besucher und Aussteller einer erfolgreichen Veranstaltung wieder einzuladen, als neue zu akquirieren.

Simon und Homburg teilen diese Ansicht: „Kundenzufriedenheit bildet damit einen der wichtigsten Pfeiler des langfristigen Geschäftserfolges.“[65] Dasie Abbildung 3 zeigt die Kundezufriedenheit schematisch dargestellt. Daraus kann ein auf die Veranstaltungsbranche zugeschnittenes Bild entwickelt werden.

Abbildung 3: Kundenzufriedenheit bei Veranstaltungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Simon, Hermann; Homburg, Christian (Hrsg.); Kundenzufriedenheit: Konzepte – Methoden – Erfahrungen; Gabler; Wiesbaden; 1997; S. 20

Bei hoher Kundezufriedenheit, kommen Besucher und Aussteller wieder zur Veranstaltung und werben für den Veranstalter. Auf lange Sicht erhöht das den Erfolg und die Profitabilität des Veranstalters.

Unzufriedene Kunden werden sich andere Veranstalter suchen oder den Veranstaltungen fern bleiben. Das Image der Veranstalters und der Veranstaltung nimmt Schaden. Streng nach dem Motto: „Eine gute Erfahrung erzählt man fünf Personen, eine schlechte 20“[66] wird ein sehr großer Personenkreis von unzufriedenen Kunden erreicht und somit den Kundenstamm im schlechtesten Fall dezimiert.[67]

Allerdings reicht dazu die Erfüllung der Basisanforderungen nicht aus. Meist müssen die Erwartungen übertroffen werden. So muss die Qualität einer Dienstleistung (hier die Messeoder Kongressorganisation) den Kunden überraschen oder zumindest seine Erwartungen übertreffen.[68]

Dem widersprechen verschiedene Autoren, die lediglich das volle Erfüllen der Wünsche als ausreichenden Grund für einen zufriedenen Kunden sehen. Im Folgenden wird diese Ansicht übernommen, denn gerade im technischen Bereich ist das Befriedigen der Wünsche bereits mit Kosten und Aufwand verbunden, das Übertreffen dieser Wünsche wäre oftmals unrentabel oder unmöglich.[69]

Somit ist Kundenzufriedenheit besonders aus Veranstaltersicht ein sehr wichtiger Faktor. Ziel einer Veranstaltung muss es sein, die Erwartungen der Kunden zu befriedigen und somit den Fortbestand dieser Veranstaltung zu sichern.[70]

Aus Sicht der Aussteller bei Messen ist die Sachlage ähnlich. Oberstes Ziel ihrer Messebeteiligung ist das Knüpfen von Kontakten und der Abschluss oder das Anbahnen von Kaufverhandlungen. Messeerfolg für Aussteller ist somit klarer messbar und in Zahlen zu fassen.[71]

Hier kann Technik der Messeerfolgskontrolle helfen, wodurch viele Prozesse einfacher werden. Auch der Kunde des Ausstellers wird von dieser Vereinfachung profitieren und kann mehr Besuche und Gespräche reaslisieren.

Zudem erleichtern bestimmte Technologien die Kontaktaufnahme des Händlers mit dem Käufer.

Wie dies geschehen kann und inwieweit der Einsatz aller verfügbaren Technik sinnvoll ist, wird in Kapitel fünf genauer beleuchtet.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Technik nur dort zu einer höheren Kundenzufriedenheit führt, wo sie stark Verwendung findet. Einfache Bedienbarkeit ist dabei Grundvoraussetzung. Daneben stehen die genannten Faktoren Erweiterbarkeit, Betriebsicherheit usw. Bei der Einführung einer neuen Technik ist der Nutzer geduldig und Fehler beim Technikeinsatz werden toleriert. Wird die Technik allerdings Standard, fällt jeder Fehler sofort negativ auf. Weiter wurde gezeigt, das Qualität und Kosten im Verhältnis stimmen müssen. Eine starke Qualitätssteigerung rechtfertigt auch einen sehr hohen Preis.

Bei der Kundenzufriedenheit wurde klar, dass diese sich nur beim Befriedigen oder Übertreffen von Kundenwünschen einstellt. Eine hohe Kundenzufriedenheit führt zu einer guten Kundenbindung und somit zu einem langfristigen Geschäftserfolg. Für Aussteller ist der Messeerfolg klar messbar. Werden durch Technik Prozesse vereinfacht, so dass der gesamte Messeauftritt einfacher und effizienter abläuft, ist auch der Aussteller zufrieden.

Gerade hierin besteht die Schwierigkeit der Veranstaltungserfolgsmessung: Der Erfolg kann mit der Kundenzufriedenheit gleich gesetzt werden. Diese eindeutig zu messen ist allerdings schwierig und kostspielig. Im Folgenden wird nun gezeigt werden, dass moderne Kommunikationstechnik daran etwas ändern kann.

3 Kommunikationstechnik der Vergangenheit und Gegenwart

Nachdem Funktionen und Einflüsse auf Technik untersucht wurden, soll in diesem Kapitel Technik untersucht werden, die bereits seit längerem existiert und größtenteils selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Lebens und damit auch von Veranstaltungen geworden ist. Hier sollen Gründe gefunden werden, ob und warum sich die Technik durchgesetzt hat, um im anschließenden Kapitel Kriterien ableiten zu können, nach denen man den Einsatz moderner Kommunikationstechnik bewerten kann. Dabei soll es nicht bei einer reinen Beschreibung der Technik bleiben. Jedem Gerät wird ein Kapitel gewidmet, in dem untersucht wird, aus welchem Grund diese Technik sich durchgesetzt hat oder abgeschafft wurde.

3.1 Das Internet

Das Internet ist mittlerweile ein fest integrierter Bestandteil nahezu jeder Veranstaltung.[72] Die Entstehungsgeschichte des Internets begann in den 50er Jahren, doch wurde es erst Anfang der 90er massenfähig.[73] In den Anfängen primär vom Militär genutzt entwickelte es sich durch die Nutzung vor allem durch Universitäten zu einem Medium, dass heute kaum noch aus der Kommunikation wegzudenken ist. Bereits Mitte der 80er Jahre gab es Hackerund Internetcommunities[74]. Doch war das Internet damit ein Expertenmedium, das längere Einarbeitung und ein tiefes Verständnis von Technik verlangte. Mit der Entwicklung von Benutzeroberflächen wie DOS oder später Windows wurde das Internet mehr Menschen als Computerbegeisterten und Experten zugänglich. Bereits Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre schlossen sich zunehmend Unternehmen und Institutionen an das Netz an. Als 1992 Windows 3.1 auf den Markt kam und zum weltweiten Standard avancierte, war der Computer ein leicht zu bedienendes Gerät geworden. Mit Aufkommen der ersten Zugangsanbieter entwickelte sich das Internet rasant zu einem Massenmedium, das nun auch Einzug in die privaten Haushalte hielt. Mit wachsender Akzeptanz wurden Firmen, die sich über das Internet präsentierten, zu Vorreitern. Schnell entwickelte sich diese Technik von der Vorreiterrolle zum Standard, den der Kunde forderte.[75]

Damit wurde das Internet auch eine Grundvoraussetzung für Veranstaltungen. Messen und Kongresse gingen verstärkt online.[76] Laut einer Studie von Kerstin Blüteführ vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik Essen sind heute 81 % der Unternehmen aus der Veranstaltungsbranche durch einen Internetauftritt vertreten. Allerdings nutzen wenige Unternehmen (20 %) das Netz zur Vorbereitung ihrer Messeauftritte bzw. -besuche. Das Internet sei als Informationsmedium Grundvoraussetzung, jedoch fänden Transaktionen nur selten über dieses Medium statt.[77]

Dies zeigt, dass, obwohl das Internet seit Jahren Teil der Geschäftswelt ist, seine Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist. Im Folgenden sollen Faktoren gefunden werden, die zur Durchsetzung des Internet geführt haben.

3.1.1 Entwicklung und Auswirkung

Das Internet hat das letzte Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts unbestritten am meisten verändert. Sein Einfluss auf die Kommunikation, wie in Kapitel 2.2.1 gezeigt, war groß. Mit einer kaum vorstellbaren Geschwindigkeit hielt es Einzug in das private und geschäftliche Leben. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

Der Hauptgrund ist wohl in der Schnelligkeit der Informationserreichung zu suchen. Man erspart sich viele Wege, und die Suche nach Informationen ist einfacher. Zudem wurde die Vielfalt an Informationen sehr groß. Darunter litten zum Teil die Seriosität, als auch die Überprüfbarkeit der Daten.[78]

Doch zu der Schnelligkeit und Vielseitigkeit der Informationsbeschaffung kommt noch ein anderer Aspekt. Die Bedienung wurde viel einfacher. Mit Aufkommen von Netscape wurde ein Portal geschaffen mit dem jeder Zugang zum Internet bekommen konnte. Zuvor mussten oft lange Pfade eingegeben werden und das Surfen glich mehr einem Programmieren. Das Internet war etwas für Experten.[79]

Zusammen mit der einfachen Bedienbarkeit war der entscheidende Schritt die preisliche Entwicklung. Erst Anfang der 90er konnten sich Privatpersonen einen Internetanschluss leisten, nicht zuletzt wegen neu aufkommender Service-Provider wie T-Online oder AOL. Durch den günstigeren Preis erhielten mehr Menschen Zugang zum Internet , wodurch sie andere Menschen mitzogen. Dabei entdeckten Unternehmen die Möglichkeit, das Internet als Werbe- und Präsentationsmedium zu nutzen.[80]

Gleich zu Anfang war die Vernetzung mit anderen Menschen ein entscheidendes Kriterium. Botschaften konnten in hoher Geschwindigkeit unabhängig von der Distanz übermittelt werden. Die Geschäftsbeziehungen wandelten sich teilweise, da sich durch die Schnelligkeit des neuen Mediums Prozesse und Entscheidungen veränderten.

Es wurden sechs Erfolgsfaktoren herausgearbeitet, die hier der Übersicht wegen aufgelistet werden sollen.

- Schnelle Informationsbeschaffung
- Vielseitigkeit des Angebots
- Einfache Bedienbarkeit
- Erschwingliche Preise
- Starke Verbreitung des Mediums
- Völlig neuer, sehr schneller Kommunikationsweg Faktoren, die Schwierigkeiten mit dem Internet darstellen:
- Zu viele unüberprüfbare Daten
- Sicherheitslücken und Hackerangriffe

3.1.2 Internetmessen

Internetmessen sind zwar ein Teil des Internets, doch werden sie zur Verdeutlichung hier gesondert betrachtet. Sie sind deswegen von Bedeutung, weil sie um die Jahrtausendwende ein häufig diskutiertes Tool waren. Sie haben sich aber laut Anja Müller von der Zeitschrift m+a report nicht durchgesetzt.[81] Als Grund nennt die Autorin hier vor allem die Kosten. Zu teuer seien Internetmessen in der Installation gewesen. Wichtig sei der „persönliche Kontakt, der nie durch das Internet ersetzt“[82] werden könne. Damit zeigen sich zwei Aspekte, die anscheinend für den Einsatz von Kommunikationstechnik entscheidend sind: Kosten und persönlicher Kontakt. Der persönliche Kontakt scheint wichtiger als die Kostenersparnis zu sein. Laut Wolf-Dietrich Große gehe es in der ausstellenden Wirtschaft darum, „zuerst einmal über den Nutzen der Messebeteiligung nachzudenken und erst dann die Kostenfrage zu stellen“[83]. Dies ist auch auf die Online-Messen übertragbar.

Auch Prabel beschreibt bereits 1997 die Möglichkeit Hausmessen durch CD-gestützte Kataloge und multimediale Onlineangebote zu ersetzen. Es erspare Zeit sowie die Anfahrt und die Informationen wären jederzeit abrufbar. Er weist ebenfalls auf die Nutzung von Verbundmessen im Internet hin, auf der virtueller Platz angemietet werden kann und Aussteller sich in jeder nur denkbaren Form präsentieren können. Diese virtuellen Messen parallel zu den realen stattfinden zu lassen, ist auch für Prabel eine Möglichkeit, das Medium zu nutzen. So fänden im Netz Produktpräsentation statt, welche die realen zum Teil übertreffen.

Er geht davon aus, dass Internetmessen die bestehenden Messen zum Teil ersetzen werden, da der Kostendruck steigt und die Anzahl der Messen sich ständig erhöht hat. Nichts desto trotz glaubt auch er, dass reale Messen aufgrund der persönlichen Kontakte und der Begleitumstände wie Abwechslung oder Erlebnis durch virtuelle nicht zu ersetzen sein werden.[84]

3.2 Der Overhead-Projektor

Der Overhead-Projektor ist seit den 70er Jahren ein fester Bestandteil jeder Präsentation. Das Gerät funktioniert mittels einer Lampe, die Licht durch eine Scheibe auf eine Linse wirft, an der das Licht mehrfach gespiegelt und an eine Fläche projiziert wird. Dabei ist die Höhe und die Schärfe einstellbar. Die Lichtstärke ist nicht steuerbar, aber die meisten der heute eingesetzten Overhead-Projektoren sind tageslichttauglich.[85]

Die Bedienung eines Overhead-Projektor ist denkbar einfach.Am Overhead-Projektor arbeitet man mit Folien, wobei immer nur eine auf einen Overhead-Projektor gelegt werden kann. Das erfordert bei größeren Präsentation ein ständiges Wechseln der Folien. Durch Schichtfolien wurde dieses Problem minimiert. Trotzdem erforderte es Übung und oft die Hilfe einer zweiten Person, die für das Wechseln der Folien zuständig war.

Zusätzlich kann es passieren, dass der Präsentierende im Lichtstrahl steht und einen Teil des Bildes verdeckt. Schwierigkeiten ergaben sich lange Zeit auch mit der Lautstärke des Lüfter.

Neue Modelle sind kleiner, leiser und leistungsstärker. Zusätzlich sind moderne Geräte zum Teil mit einer Digitalkamera ausgestattet.[86] Damit verschwimmen die Grenzen zwischen Beamer und Overheadprojektor.

[...]


[1] Bienert, Peter; Information und Kommunikation: Technik und Anwendung in Wirtschaft und Medien; Berlin, Heidelberg; Springer; 1998; S. 8

[2] Hoffmann, Kerstin; Überzeugen Sie für Ihre Veranstaltung; CIM 3/2003; S. 17 f

[3] Brähler, Helmut; Konferenztechnik; in: Schreiber, Michael-Thaddäus (Hrsg.); Kongressund Tagungsmanagement; München; Oldenbourg, 1999; S. 193

[4] ebd.

[5] Albrecht, Niels, Fakten und Daten zur Medien und Computerentwicklung; in: Buddemeier, Heinz (Hrsg.); Das Problem von Wahrnehmung und Bewusstsein auf dem Hintergrund der Medienund Hirnfroschung; Bremen, Medienkritische Reihe, Band 1; 1997; S.70

[6] Bienert, Peter; a.a.O. S. 8

[7] Malone, T.W. / Rockart, J.F.; Computers, Networks and the Corporation; Scientific American; September 1991; S. 92-99

[8] ebd. S. 95

[9] Bieberbach, Florian; Die optimale Größe und Struktur von Unternehmen: Der Einfluss von Informations- und Kommunikationstechnik; Wiesbaden; Gabler Edition Wissenschaft, 2001, S. 6 ff

[10] Reichwald, Ralf; Möslein, Kathrin; Dienstleistungsoffensive „Telekooperation“; in: Bullinger, H.-J. / Zahn, E. (hrsg.); Dienstleistungsoffensive – Wachstumschancen intelligent nutzen; (HAB)- Forschungs-berichte, Band 10, Stuttgart; Schäffer-Poeschel, 1998; S. 143-160

[11] Bieberbach, Florian; a.a.O. S. 8 ff

[12] Kuhn, Thomas S.; The Structure of Scientific Revolutions; in: Motz, Oliver; Strategisches Management, Kooperationen und der Einfluss von Informationsund Kommunikationstechnologien; Frankfurt a. Main, Lang, 1998; S. 160 ff

[13] Freeman, Christopher; Perez, Carlota; Structural Crises of adjustment, business cycles and investment behaviour, in: Dosi, Giovanni; Freeman, Christopher; Nelson, Richard; Silverberg, Gerald, Soete, Lc (Hrsg., 1996): Das neue Strategische Management, Wiesbaden, Lang, 1996, S. 277-299

[14] ebd. S. 282

[15] Steininger, Karl; Im Wandel der Nachhaltigkeit; http://www.tzw.biz, 02.02.2004

[16] ebd.

[17] Motz, Oliver; Strategisches Management, Kooperationen und der Einfluss von Informationsund Kommunikationstechnologien; Frankfurt a. Main, Lang, 1998; S. 153 ff

[18] Grote, Glaudia; Helmers Sabine (Hrsg.) u.a.; Kommunikationsnetze der Zukunft – Leitbild und Praxis; Berlin; WZB, 1994

[19] Feneyrol, Michel: Telecommunication in the 21st century: The real and the virtual Berlin, Heidelberg, New York; Springer, 1997; S. 10 ff

[20] Prabel, Marcus; Marketingkommunikation mit neuen Medien: zukunftsfähige Konzepte für den Mittelstand; München; Beck; 1997; S. 35-40

[21] Siehe auch Kapitel 3.1.2; S. 28

[22] Schreiber, Andreas Gerhard; Schlüsseltechnologie Mobilkommunikation: mCommerce – das Handy öffnet neue Märkte, Köln; Dt. Wirtschaftsdienst, 2000; S. 5 ff

[23] Picot, Arnold; Der Produktionsfaktor Information in der Unternehmensführung; in: Information Management; 1/90, S. 6-13; in: Motz, Oliver; Strategisches Management, Kooperationen und der Einfluss von Informationsund Kommunikationstechnologien; Frankfurt a, Main, Lang, 1998

[24] Motz, Oliver; a.a.O.; S. 156

[25] Porter, Michael; E.; Technology and competetive advantage; in: The Journal of Business Strategy, No. 3, 1985, S. 60-75; in: Motz, Oliver; Strategisches Management, Kooperationen und der Einfluss von Informationsund Kommunikationstechnologien; Frankfurt a. Main, Lang, 1998

[26] Motz, Oliver; a.a.O. S. 157

[27] Müller, Anja; Messeauftritt online und offline; m+a report November 2003; S. 82 f

[28] Motz, Oliver; a.a.O; S. 157

[29] ebd.

[30] Börner; Anne; Kommunikationsmanagement: Theoretische Bestandsaufnahme und Ansätze zu Weiterentwicklung; REA-Verlag Managementforschung; Bayreuth; 1998; S. 17ff

[31] Reichwald, Ralf; Kommunikation; in: Vahlens Kompendium der Betriebswirtschaftslehre, Vahlen, München, 1984, S. 414

[32] ebd.; S. 413-459

[33] Weingarten, Rüdiger, Technisierte Kommunikation; Opladen; Westdeutschre Verlag, 1988, S. 57

[34] Bienert, Peter; a.aO.; S. 46

[35] Nixdorf, Bernd; Innovative Interaktionsund Visualisierungstechniken; in: Schreiber, Michael- Thaddäus (Hrsg.); Kongressund Tagungsmanagement; München; Oldenbourg, 1999; S. 233 ff

[36] ebd. S. 241

[37] ebd. S. 244

[38] Prabel, Marcus; a.a.O. 1997; S. 8 ff

[39] Vries, Jan; Business Lösungen mit de Handy, PC, ISDN: Strategische Telekommunikation für Mittelstand und Small Office; 3. Aufl., Heidelberg, Hüthig, 1998

[40] ebd. S. 5

[41] Müller, Anja; Messeauftritt online und offline; November m+a report 2003, Seite 82 f

[42] Broy, Manfred, Kommunikationund Informationstechnik 2010: Trends in Technologie und Markt; SecuMedia-Verlag; Ingelheim; 2000

[43] Morel, Julius; Soziologische Theorien; 2. Aufl.; München, Oldenbourg; 1992; S. 189 ff

[44] Hanser, Hermann; Kongress-Service: Planung, Organisation und Durchführung einer Veranstaltung; in: Schreiber, Michael-Thaddäus (Hrsg.); Kongressund Tagungsmanagement; München; Oldenbourg, 1999; S. 309 f

[45] Feneyrol, Michel: Telecommunication in the 21st century: The real and the virtual; Springer, Berlin, Heidelberg, New York; 1997

[46] Sagatel Jahrbuch, 1994; in: Feneyrol, Michel: Telecommunication in the 21st century: The real and the virtual; Springer, Berlin, Heidelberg, New York; 1997; S. 4

[47] Jahresbericht 2003 der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post; http://www.regtp.de/ imperia /md/content/aktuelles/jb2003.pdf; 14.02.2004

[48] Statistisches Jahrbuch, 2002-2003; http://www.destatis.de/jahrbuch/d_home.htm ; 15.02.2004-

[49] Virtel, Martin; Spiller, Kristina; Telekombranche schaut auf Nokias UMTS-Test; Financial Times Deutschland v. 25.9.2002

[50] Bienert, Peter; a.a.O. S. 3

[51] Börner, Anne; a.a.O. S. 141-142

[52] Prabel, Marcus; Marketingkommunikation mit neuen Medien: zukunftsfähige Konzepte für den Mittelstand; München; Beck; 1997; S. 8 ff

[53] Brähler, Helmut; a.a.O. S. 190 ff

[54] ebd.; S. 191 ff

[55] Effertz, Annitz, Fachbesucher erwarten effiziente Messeangebote; m+a report, Dez. 2002, S. 16

[56] Brähler, Helmut; a.a.O. S. 190 ff

[57] Kanngiesser, Ulrich; Wireless Control mit SMS und Handy; Poing; Franzis Verlag; 2001; S. 15 ff

[58] Schreiber, Andreas Gerhard; Schlüsseltechnologie Mobilkommunikation: mCommerce – das Handy öffnet neue Märkte, Dt. Wirtschaftsdienst, Köln; 2000; S. 44 f

[59] Kanngiesser, Ulrich; a.a.O.; S. 21 ff

[60] Schmitt; Katrin; Konferenztechnik wird starker; CIM 2/2003; S. 27f

[61] Feneyrol, Michel: Telecommunication in the 21st century: The real and the virtual; Berlin, Heidelberg, New York; Springer; 1997; S. 14 ff

[63] Huckemann, Matthias; Messen messbar machen: die 5 trojanischen Pferde des Messe-Marketing; Luchterhand; Neuwied, 1998; S. 4 ff

[64] Töpfer, Armin; Kundenzufriedenheit messen und steigern; Berlin, Luchterhand, 1996; S. 25 ff

[65] Simon, Hermann; Homburg, Christian (Hrsg.); Kundenzufriedenheit: Konzepte – Methoden – Erfahrungen; Wiesbaden; Gabler; 1997; S. 19

[66] Jobber, David; Principles and Practice of Marketing; Berkshire; McGraw-Hill, 2001; S. 11 ff

[67] Simon, Hermann; Homburg, Christian (Hrsg.); a.a.O.; S. 16

[68] Töpfer, Armin; Wieder, Martin; Effiziente Kundenbindung; in: Töpfer, Armin; Kundenzufriedenheit messen und steigern; Luchterhand, Berlin, 1996; S. 304 ff

[69] Töpfer, Armin; a.a.O.; S.8 ff;

[70] Simon, Hermann; Homburg, Christian (Hrsg.); a.a.O.; S. 18 ff

[71] Huckemann, Matthias; a.a.O.; S. 4 ff

[72] Informationsgesellschaft Deutschland – Fortschrittsbericht zum Aktionsprogramm der Bundesregierung; http://www.bmwi.de/Navigation/Technologie-und-Energie/ Informationsgesellschaft/aktionsprogramm.html; 17.03.20042002

[73] Marheinecke, Martin; Vom Expertennetz zum World Wide Web; http://www.isoc.org/internet-history;: 05.02.2004

[74] Lischke, Eva; Technische Innovationen brauchen soziale Innovationen; in: von Grote, Glaudia, u.a. (Hrsg.); Kommunikationsnetze der Zukunft – Leitbild und Praxis; WZB Papers; Berlin; 1994; S. 209ff

[75] Siehe Kapitel 2.1.2

[76] Müller, Anja, Virtuelle Messe für Business-Software gestartet; m+a report April/Mai 2003; S 93

[77] Müller, Anja; Wie virtuell ist die Branche?; m+a report März 2003, S. 77 f

[78] vgl. Bienert, Peter; a.a.O. S. 19 ff

[79] Die Geschichte des Internet – von der Schrift zum Internet; http://www.webwork-magazin.net/ gdc/browser.php; 10.03.2004

[80] http://www.geschichte-des-internet.com; 17.02.2004

[81] Müller, Anja; Messeauftritt online und offline; m+a report November 2003, S. 82 f

[82] ebd.

[83] Große, Wolf-Dietrich; Kommunikation geht vor Kosten; m+a report Juni/Juli 2003, S. 49

[84] Prabel, Marcus; Marketingkommunikation mit neuen Medien: zukunftsfähige Konzepte für den Mittelstand; Beck; München; 1997; S. 171-173

[85] http://www.kelkoo.de/sitesearch/go.jsp?offerId=3812de4999&orw; 02.04.2004

[86] Unbekannt; Digital high-end presenter; TW 5/2003; S. 101

Ende der Leseprobe aus 163 Seiten

Details

Titel
Effizienter Einsatz moderner Kommunikationstechnik bei B2B-Veranstaltungen
Untertitel
Analyse und Empfehlungen
Hochschule
Hochschule Osnabrück
Note
1,85
Autor
Jahr
2004
Seiten
163
Katalognummer
V115721
ISBN (eBook)
9783640170968
ISBN (Buch)
9783640172825
Dateigröße
1646 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
50 seitiger Anhang!50 seitiger Anhang!
Schlagworte
Effizienter, Einsatz, Kommunikationstechnik, B2B-Veranstaltungen
Arbeit zitieren
Dipl. Kfm. Alexander Kaiser (Autor), 2004, Effizienter Einsatz moderner Kommunikationstechnik bei B2B-Veranstaltungen , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115721

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